Kirsten Jüngling

 3.5 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Katia Mann, Emil Nolde und weiteren Büchern.

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Kirsten Jüngling"Ich bin doch nicht nur schlecht" - Nelly Mann
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"Ich bin doch nicht nur schlecht" - Nelly Mann
Kirsten JünglingKatia Mann
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Katia Mann
Katia Mann
 (2)
Erschienen am 01.11.2004
Kirsten JünglingSchillers Doppelliebe
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Schillers Doppelliebe
Schillers Doppelliebe
 (2)
Erschienen am 12.07.2006
Kirsten JünglingEmil Nolde
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Emil Nolde
Emil Nolde
 (2)
Erschienen am 14.07.2017
Kirsten JünglingFranz und Maria Marc
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Franz und Maria Marc
Franz und Maria Marc
 (1)
Erschienen am 12.02.2016
Kirsten Jüngling"Ich bin doch nicht nur schlecht" Nelly Mann
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"Ich bin doch nicht nur schlecht" Nelly Mann
Kirsten JünglingEmil Nolde: Die Farben sind meine Noten
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Emil Nolde: Die Farben sind meine Noten
Emil Nolde: Die Farben sind meine Noten
 (0)
Erschienen am 13.09.2013
Kirsten JünglingKatia Mann
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Katia Mann

Neue Rezensionen zu Kirsten Jüngling

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Viv29s avatar

Rezension zu "Schillers Doppelliebe" von Kirsten Jüngling

Informativ, aber von Stil und Gewichtung her nicht so überzeugend
Viv29vor 4 Monaten

"Schillers Doppelliebe" enthält zweifellos eine Fülle an Informationen und man erfährt viel über die von Lengefeld-Schwestern, über die es sonst eher wenig Literatur gibt. Es wurden - worauf im Vorwort sehr explizit hingewiesen wird - sehr viele Quellen studiert und dies merkt man auch, vom reinen Informationsgehalt ist sehr viel vorhanden. Schade fand ich es allerdings, dass die Gewichtung der Informationen manchmal nicht meinen Erwartungen entsprach. Dass die Rezeptliste der Lengefeld-Mutter und das Hauhaltsinventar der Familie mehr Raum einnimmt als die Beschreibung von Schillers Tod, ist schon etwas seltsam. Auch ist eine ausführliche Auflistung von Bettlaken und Tischdecken nicht sonderlich aufschlussreich oder interessant zu lesen und wäre vielleicht in den Anmerkungen besser aufgehoben. Dies ist nur ein Beispiel von mehreren Momenten, in denen Nebensächlichkeiten sehr ausführlich behandelt wurden, während Themen, die für die Schiller-Charlotte-Beziehung relevant und interessant waren, in einem Nebensatz abgehandelt wurden. Überhaupt ist für ein Buch, welches sich sicher auch verkaufswirksam "Schillers Doppelliebe" nennt, relativ wenig Schiller drin. Es wird im Vorwort schon erwähnt, dass es vorwiegend um die Schwestern geht, nicht um Schiller, und letztlich ist es auch eine Biographie der Schwestern, deren Leben nicht nur aus Schiller bestand. Trotzdem fand ich auch hier die Gewichtung manchmal etwas unausgeglichen, und die meisten werden eben vorwiegend wegen der Schiller-Beziehung Interesse an den Schwestern haben.

Die Erzählweise ist natürlich Geschmacksache, mir sagte es nicht sehr zu, dass die Autorinnen teilweise sehr subjektiv waren und auch häufig ihre kleinen tadelnden Kommentare mit Ausrufezeichen einstreuten, wenn ihnen ein berichtetes Verhalten nicht zusagte. Ferner liest sich das Buch an einigen Stellen nicht flüssig, es wird viel aneinandergestoppelt. Ich habe direkt danach noch einmal Safranskis wundervolles "Goethe und Schiller" begonnen und den Unterschied gemerkt - jenes liest sich wie aus einem Guß und dadurch viel angenehmer (auch Safranskis Objektivität fällt nun besonders angenehm auf).

Weitere Punkte, die mir nicht unbedingt zusagten, waren die teilweise doch häufigen Spekulationen, die zwar nicht als bewiesen behauptet wurden, aber auch wieder sehr deutlich die Meinung der Autorinnen durchscheinen liessen. Die Sympathien und Antipathien waren mir ebenfalls zu spürbar. Auch blieb die Schiller-Charlotte Beziehung seltsam blass - hier habe ich aus anderen Büchern tatsächlich mehr erfahren. Unerfreulich fand ich, wie kurz Schillers Tod abgehandelt wurde, wie wenig über Charlottes Reaktion / Gefühlen darüber erwähnt wird, gerade eben im Vergleich zu den vielen detailliert behandelten Nebensächlichkeiten.

Interessant war es, mehr über das Leben von Charlotte und ihren Kindern nach dem Tod Schillers zu erfahren, und auch die allgemeinen Verhältnisse und die Gesellschaft in Weimar und Jena wurden sehr gut und informativ geschildert. Wie Schiller und Charlotte sich in diesen Kreisen jeweils einfügten - oder eben nicht einfügten - habe ich sonst noch nicht so detailliert und interessant gelesen.

Es ist sicher für jeden, der an Schiller und seiner Charlotte, am Jena und Weimar der Schiller-und-Goethe-Zeit interessiert ist, ein empfehlenswertes Buch. Nur haben die erwähnten Mankos für mich das Lesevergnügen doch sehr vermindert.

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R

Rezension zu "Elizabeth von Arnim" von Kirsten Jüngling

Rezension zu "Elizabeth von Arnim" von Kirsten Jüngling
R-E-Rvor 6 Jahren

Elizabeth von Arnim war eine bekannte Schriftstellerin des vergangenen Jahrhunderts. Bis zu ihrem Tod 1941 veröffentlichte Sie mehr als zwanzig Romane, die zu ihrer Zeit sowohl in Europa als auch in Amerika großen Anklang fanden. Viele ihrer Werke sind auch heute noch Bestseller. Allen voran ihr wohl bekanntestes Werk “Verzauberter April”. Aber auch Romane wie ihr erstes Buch “Elizabeth und ihr Garten” oder “Elizabeth auf Rügen” werden regelmäßig neu aufgelegt und begeistern noch heute, die wohl meist weibliche, Leserschaft. Dennoch gibt zu dieser interessanten Frau bislang leider nur wenig biographisches Material.

Mary Annette Beauchamp wurde 1866 in Neuseeland geboren. Durch ihre Heirat mit dem deutschen Henning von Arnim 1891 wurde sie zur Baronin. Sie lebte mit Mann und fünf Kindern auf dessen Gut Nassenheide in Pommern. Größte Freude der jungen Ehefrau waren Gärtnern und Schreiben. Um ihre Anonymität zu wahren, änderte sie ihren Vornamen für die Veröffentlichung ihres ersten Romanes (1898) “Elizabeth und ihr Garten”. Fortan wurde das gewählte Pseudonym auch privat anstelle des bisherigen Rufnamens May genutzt.

Elizabeth von Arnim war eine faszinierende, wenn auch sehr eigene, Persönlichkeit. Die Autorinnen bringen dies in romantischer Prosa zum Ausdruck. Ihre Biographie birgt eine Fülle von interessanten Fakten, die man sich aber leider mühsam zusammen klauben muss. So fehlt beispielsweise eine übersichtliche Zeittafel mit den wichtigsten Daten zum Leben der Autorin. Jedes Datum ist im Fließtext verborgen und muss, in beinahe kriminalistisch anmutender Feinarbeit, herausgelesen werden. Das gilt für das Geburtsdatum der Autorin und ihrer fünf Geschwister ebenso wie für die Geburtsdaten ihrer eigenen fünf Kinder, sowie Hochzeits- und Sterbedaten. Das ist mühsam und zeitraubend.

Das Leben der Schriftstellerin wurde von den Biographinnen nach Jahren eingeteilt, die für bestimmte einschneidende Abschnitte stehen. 1866 - 1889 Kindheit und Jugend. 1889 - 1896 Verlobungszeit und erste Ehejahre und so weiter. Leider wurde auch hier den Kapiteln keine Überschrift zugeordnet, sondern lediglich die Jahreszahlen und ein einleitendes Zitat, das entweder aus den Tagebuchaufzeichnungen der Autorin oder aus ihren Werken stammt. So ist es unmöglich, gezielt nach bestimmten Stichpunkten zu suchen. Es bleibt einem nichts weiter übrig, als die Biographie chronologisch und sehr akribisch zu lesen und dabei mit gelbem Textmarker, die wichtigsten Eckpunkte herauszustellen um sie für eine zweite gezielte Lektüre kenntlich zu machen.

Ein Beispiel: Ich las den Roman “Liebe” der Autorin und suchte zeitgleich in der Biographie nach Hinweisen zu diesem Werk. “Liebe” ist 1925 erstmalig erschienen. Also suchte ich zunächst in dem Kapitel, dass die Lebensjahre 1923 - 1930 umfasst. Wurde dort aber nicht fündig. Was daran lag, dass der Roman schon um 1920 begonnen wurde, was aus dem Kapitel der Jahre 1920 - 1923 hervorgeht. Den Hintergrund des Romanes (fast alle Werke der Autorin haben einen starken autobiographischen Bezug), die unglückliche Liebe der Autorin im wahren Leben zu einem erheblich jüngeren Mann findet sich dann aber erst in dem Kapitel 1930 bis 1939, als von Arnim für ihre Autobiographie “Alle meine Hunde” Resümee zieht. Ein Kuddelmuddel, wahrhaftig.

Wer wirklich am Leben und Lieben der Autorin interessiert ist, wird in der Biographie viel interessantes finden. Durchhaltevermögen vorausgesetzt. Man kann die Biographie auch als Dokument einer Zeit lesen, in der umwälzende Änderungen das Gesicht Europas und der Welt veränderten. Die Autorin, die noch in der viktorianischen Ära geboren wurde, durch die wilden zwanziger Jahre trieb und am Ende vor den Nazis nach Amerika floh. Europäische Lebensart einer gehobenen Schicht intellektueller Kunst und Kultur vor, zwischen und nach den Weltkriegen. Kleine Mängel einmal außer acht lassend (fehlende Struktur und Übersicht) finde ich es gut, dass überhaupt jemand sich die Zeit und die Mühe gemacht hat, dieser wunderbaren Autorin ein Denkmal zu setzen. Sie wird nicht umsonst die “Jane Austen des zwanzigsten Jahrhunderts” genannt.

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HeikeGs avatar

Rezension zu ""Ich bin doch nicht nur schlecht" - Nelly Mann" von Kirsten Jüngling

Rezension zu ""Ich bin doch nicht nur schlecht" - Nelly Mann" von Kirsten Jüngling
HeikeGvor 10 Jahren

Eine unglückliche Frau mit vielen Facetten
Kirsten Jüngling porträtiert das "Schmuddelkind" der Familie Mann

"Du hast mir oft Unrecht getan." Diese Worte schrieb Emmy Johanna Westphal, genannt Nelly, in einem späten Brief an Heinrich Mann. Fünf Jahre lang, bis zu ihrem Selbstmord, war sie seine Ehefrau, 15 Jahre seine Partnerin.

Bereits 1929 hatte der fast Sechzigjährige berühmte Schriftsteller die 27 Jahre jüngere, üppig-weibliche und blonde "Strandschönheit" kennen- und liebengelernt.
Dass sie als Tochter einer Dienstmagd aus dem holsteinischen Ahrensbök unehelich geboren wurde, war "damals weder eine Ausnahme - 1898 kamen in Ahrensbök von hundertzehn Kindern fünfzehn mit diesem Prädikat zur Welt ", so die Autorin, noch zwingend von Nachteil, aber dass sie sich ihren Unterhalt als Animierdame in einem Berliner Nachtlokal am Kurfürstendamm verdiente, machten es ihr im Umfeld der "amazing family" Mann von vornherein schwer.

Heinrich jedoch liebte dieses Milieu, "das wenig Reputierliche, das Unordentliche zog ihn an. (…), vermittelte ihm ein Gefühl von Kontinuität, von Heimat, wie er es tatsächlich nicht im Elternhaus, nicht in den zahllosen Pensionen, Hotels und Kurheimen, ja auch nicht mit Frau und Kind in der gutbürgerlichen Münchner Etagenwohnung[Anm.: er war in erster Ehe mit Mimi verheiratet und hatte eine Tochter Goschi] empfunden hatte."
Für den Rest der Familie blieb Nelly jedoch zeitlebens das "Schmuddelkind", für Thomas Mann gar die "schreckliche Trulle" und "eine arge Hur'", für Katia schlicht "das Stück".
Doch war die Schwägerin tatsächlich so ordinär, wie sie immer dargestellt wurde?
Dies versucht die Autorin Kirsten Jüngling in ihrer Biografie "Ich bin doch nicht nur schlecht" zu ergründen.

In seinem Roman "Ein ernstes Leben" hat Heinrich Mann Nellys Leben ziemlich getreu wiedergegeben, allerdings ohne die uneheliche Geburt einzubeziehen. Wie die Romanfigur Marie scheint sich auch Nelly schon früh durch Männerbekanntschaften ihr Leben angenehmer gemacht zu haben. Sie heiratete in Berlin einen Bankier, ein ungewolltes Kind wurde (wahrscheinlich) weggegeben. Heinrichs Geliebte und dann seine Frau zu werden, musste für sie die Erfüllung ihrer Träume gewesen sein. Doch der Traum war kurz.

"Anpassungswilligkeit und -fähigkeit sind ihr unbedingt zu attestieren; auch wenn es darum ging, sich Menschen anzuschließen, die oft, so wie sie, Grenzgänger waren und ihr Heil in Lösungen suchten, die ihnen zum Schaden gereichen konnten. Das war das eine. Das andere: der nicht ganz so leicht zu verwischende Unterschied. Für jemanden, der den Ehrgeiz hat, zu den 'besseren' Leuten zu gehören, fehlte es ihr an Herkunft, Bildung und an der Selbstsicherheit, die daraus erwachsen kann. (...) In den kommenden Jahren würde sie sich äußerlich weiter verbessern, innerlich aber herunterkommen.", stellt Kisten Jüngling treffend fest.

Die dem Leben zugewandte, neugierige und durchaus amüsante Nelly zerbricht nach und nach an der Sehnsucht, ohne Wenn und Aber anerkannt zu werden sowie an Heinrich, dem "Mann der Kontraste", von dem sie glaubte, dass er diese Sehnsucht erfüllen könnte, doch für den Liebe genauso Einbildung wie alles andere war.

1933 folgt Nelly Heinrich in die Emigration, zunächst nach Frankreich, dann in die USA. Doch anders als sein Bruder Thomas konnte der ältere Bruder im Ausland nicht Fuß fassen. Materiell und psychisch ging es ihm und Nelly vor allem in den USA sehr schlecht. Nelly trank, nahm Drogen und Psychopharmaka, wurde zunehmend psychisch instabiler. Thomas Mann unterstützte zwar seinen Bruder finanziell, sah jedoch weiterhin auf dessen - wie er fand - ordinäre Lebensgefährtin herab und riet Heinrich, sich von ihr zu trennen. Dem entzog sich Nelly selbst: Am 17. Dezember 1944 setzt sie ihrem Leben mit einer Überdosis Schlaftabletten ein Ende.

Kirsten Jüngling zeichnet ein äußerst einfühlsames Bild dieser zerrissenen und sicher auch labilen Frau, die an zu hoch gesteckten Zielen zerbrach. Wohltuend durchstößt sie die würde- und weihevolle Aura, die die Lübecker Senatorenfamilie und ihre berühmten zwei Schriftstellersöhne umgibt und schildert mit wenig Respekt den Weg der Emmy Johanna Westphal an der Seite Heinrich Manns und dessen Umfeld.
Ihre Biografie ist gleichzeitig eng mit der Vita ihres Lebens- und späteren Ehepartners verknüpft, die sie ebenfalls umreißt und an Schnittstellen tiefgründig ausleuchtet.
Ihre Recherchen stützen sich auf eine Unmenge verschiedenster Dokumente, die im Text mit Fußnoten versehen und in einem 44seitigen Anhang näher erläutert sind bzw. die Quellen benennen. 25 Schwarz-Weiß-Fotos ergänzen diese sorgfältig recherchierte und trotz ihrer "Mannschen Entweihung" stilvolle Biografie.

Fazit:
Lange hat sich niemand, Familie Mann wohl am wenigsten, die Mühe gemacht, nachzuforschen, wer diese Nelly eigentlich war. Kirsten Jüngling hat es versucht. Sie geht den Realien nach, wenn auch nicht erschöpfend, so zumindest doch derart intensiv wie es sich nur machen lässt.
Entstanden ist ein spannendes Buch über ein ungleiches Schriftstellerpaar und ein Leben im Exil.

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