Kirsten Riedt

 4.4 Sterne bei 17 Bewertungen

Alle Bücher von Kirsten Riedt

Rolandsrache

Rolandsrache

 (14)
Erschienen am 17.09.2012
Die Hure von Bremen

Die Hure von Bremen

 (3)
Erschienen am 24.10.2013

Neue Rezensionen zu Kirsten Riedt

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Rezension zu "Rolandsrache" von Kirsten Riedt

Schöne Geschichte, aber kein Krimi
horrorbienevor 5 Jahren

Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, als ich auf der Verlagsseite des Emons-Verlages nach Regionalkrimis gesucht habe. Dort kann man die Suche netterweise nach Bundesländern filtern und so bin ich auf diesen “Bremen-Krimi” gestoßen, der im Mittelalter spielt. Da Bremen meine Geburtsstadt ist und ich sowohl historische Romane, als auch Krimis mag, war dieses Buch für mich Pflicht, wie gut, dass ich es von meiner Großmutter geschenkt bekam.
Anna ist die Tochter eines Steinmetzes und Bildhauers, der vor den Toren Bremens seinem Handwerk nachgeht. Nun hat er von Hemelingen einen sehr wichtigen Auftrag für die Stadt bekommen, er soll einen Roland aus Stein anfertigen. Doch da dies nicht von allen Parteien freundlich angenommen wird, kommt es zu einem Überfall, bei dem Annas Vater ums Leben kommt. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Familie, denn der Roland muss pünktlich fertig werden, sonst muss entweder Haus und Hof verpfändet werden oder die Mutter in den Schuldturm.
In Rolandsrache versucht die junge Anna nun nicht nur den Roland pünktlich abzuliefern, sondern auch noch die Liebe ihres Lebens und den Mörder ihres Vaters zu finden. Das Buch lies sich sehr gut lesen und hat mich sehr gut unterhalten. Am besten hat mir gefallen, dass das Buch in den Dialogen mit Bremer-Dialekt aufwartet. Wobei man ja sagt, dass hier im Norden Hochdeutsch gesprochen wird, kann man doch regionale Besonderheiten in der Sprache erkennen und so tauchen Formulierungen auf, die aufgeschrieben nicht nur komisch aussehen, sondern zunächst unverständlich waren, bis man sie dann ausgesprochen hat – und dann musste ich putzigerweise feststellen, dass ich auch so spreche. Sehr genial. Endlich auch mal ein Buch aus meiner Region!
Allerdings finde ich, merkt man dem Werk an, dass die Autorin noch am Anfang ihrer Karriere steht. Die Geschichte und der Schreibstil sind noch nicht zu 100% ausgereift, so dass manche Szenen etwas plump daher kamen oder zu vorhersehbar waren. Nichtsdestotrotz ist Rolandsrache eine sehr schöne im Mittelalter angesiedelte Liebesgeschichte. Ich würde jedoch nicht soweit gehen, sie tatsächlich einen Krimi zu nennen, sicher intessiert sich Anna dafür, wer der Mörder ihres Vaters war und macht auch einige Erkundungen, doch wirklich zielgrichtet sind diese nicht. Für mein Empfinden klärt es sich im Laufe der Handlung mehr von selbst auf. Dies finde ich schade, habe ich mir von dem Buch doch anderes erhofft. Zumindest zielgerichtete Ermittlungen erwarte ich von einem Krimi, wenn er auch im Mittelalter spielt und eingebettet ist in eine Liebesgeschichte, das zumindest hätte es gebraucht, damit es ein Krimi wird. Aber wie ich schon sagte, der Schreibstil der Autorin ist noch nicht ausgereift, vielleicht wird es ja noch.
Kirsten Riedt hat jedenfalls schon einen zweiten historischen Kriminalroman geschrieben, der auch wieder in Bremen spielt, aber andere Charaktere hat. Da mir der Bremer-Schnack und das Setting gut gefallen hat und auch sonst sich das Buch sehr unterhaltsam las, werde ich dieses neue Buch auch auf jeden Fall lesen.

Fazit: Rolandsrache wird zwar unter einem historischen Kriminalroman geführt, für mich ist das Buch jedoch nur ein historischer Roman, zwar einer, der sich gut lesen lies, spannend und unterhaltsam war, aber ein Kriminalroman war es eben nicht. Dafür hatte das Buch Bremer Charme, der mir widerum sehr gut gefallen hat.

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Rezension zu "Rolandsrache" von Kirsten Riedt

Die Hansestadt Bremen und ihr Roland
Iudasvor 6 Jahren

Anna Olde ist ein aufgewecktes, lebenslustiges Mädchen, die in der schönen, aufblühenden Hansestadt Bremen des 15. Jahrhunderts lebt. Ihr Vater ist ein stadtbekannter Steinmetz, und sie selbst interessiert sich auch mehr für die Bildhauerei als für das Führen ein Haushaltes, was ihre Mutter manchmal zur Verzweiflung bringt. Trotzallem ist im Leben Annas alles gut und und sorgenfrei. Ihr Vater hat sogar einen anscheinend gut bezahlten, aber auch geheimnisvollen, Auftrag vom Bremer Stadtrat bekommen, an dem er und sein Gehilfe Claas oft bis tief in die Nacht arbeiten.

Von einem Tag auf den anderen ändert sich im Hause Oldes aber alles.

Anna und ihre Mutter erhalten die erschreckende Nachricht, dass der Steinmetz und sein Gehilfe in ihrer Werkstatt überfallen und brutal niedergeschlagen wurden. Die Arbeit – bei der es sich, wie man Anna jetzt zuträgt, um eine gigantische Rolandsstatue handeln soll – wird dabei vernichtet. Kurz nach dem Überfall verstirbt Annas Vater an seinen Verletzungen. Ihrer Mutter droht nun der Schuldturm und der Verlust ihres gesamten Hab und Gut, wenn die Arbeit an dem Roland nicht, wie mit dem Rat abgemacht, rechtzeitig fertig wird. Um ihre Mutter zu retten, entschließt sich die junge Anna ihres Vaters Gehilfen Claas zu ehelichen, und das, obwohl sie weiß, dass er eine Mitschuld am Tode ihres Vaters trägt. Trotzallem fügt sie sich in ihr Schicksal und gibt die brave Ehefrau. Neben ihrer Arbeit an der Seite ihres Mannes an der Statue stellt sie aber auch noch Nachforschungen über den Tod ihres Vaters an, denn sie glaubt nicht, dass es nur ein harmloser Überfall ohne weitere Bewandnis war. Doch wer könnte vom Tod des alten Steinhauers profitieren? Die Steinmetzgilde, in deren Rangelei um den Vorsitz? Einer aus dem Bremer Rat? Oder vielleicht die Kirche?


Diesen historischen Roman klar in einen Genrekasten stecken zu wollen, ist nicht leicht. Hier findet sich für den Leser eine gelungene Mischung aus historischem Krimi und zarter Liebesgeschichte. Der Schreibstil ist durchgängig sehr aufgelockert, ohne dabei ins Flache oder Triviale abzufallen. Schon von Beginn an ist man in der Geschichte drin. Besonders die angenehme Figurencharakteristik macht das Lesen zu einer Freude. Glaubhaft waren alle Charaktere in ihren Handlungsweisen und somit für den Leser auch wie aus dem Leben gegriffen. Wie oft kommen doch gerade in historischen Romanen Überfrauen wie Sand am Meer vor – Frauen, die sich emanzipieren und alles können und wollen. Dass das hier gerade nicht der Fall ist, war der Geschichte und ihr Glaubwürdigkeit sehr zuträglich. Man weiß um die Stärken und Schwächen der Personen, man leidet und fiebert mit ihnen und man sieht, wie ihnen die Gesellschaft Schranken auferlegt, denen sie sich fügen. Im Gesamten wird hier ein sehr glaubhaftes und doch faszinierendes Bild einer aufblühenden Epoche gezeigt.

Auch der Kriminalfall um den Tod Annas Vater und die Zerstörung der Rolandsstaue ist wunderbar in die Geschichte um Annas Leben und ihr Erwachsenwerden eingeflochten und in seiner Gestaltung auch durchaus intelligent und vielschichtig gehalten, sodass man als Leser nicht allzu rasch hinter die wahren Gründe und Ursachen steigt, auch wenn man schnell den Kreis der Verdächtigen einengen kann.


Wer jetzt vielleicht noch beim Stichwort „Liebesgeschichte“ etwas skeptisch sein mag – und diese Skepsis teilte ich anfänglich durchaus – dem sei gesagt, dass ihn hier keine schnulzige, überbordende Liebeshudelei, wie sie leider so oft in historischen (aber nicht nur dort) Romanen zu finden ist, sondern eine ganz bodenständige und natürlich gebliebene Erzählung über das Leben und die Gefühle zweier junger Menschen, die für meine Begriffe sehr realistisch und wie aus dem Leben gegriffen daherkommt.


So bleibt mir zum Abschluss zu sagen, dass dieses Buch für jeden Leser historischer Romane einfach wärmstens zu empfehlen ist. Es ist leicht und flott zu lesen, trotzallem fesselnd und spannend bis zur letzten Seite und informativ – eine Reise nach Bremen würde nach der Lektüre auf alle Fälle Spaß machen.

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Rezension zu "Rolandsrache" von Kirsten Riedt

Sehr spannender Kriminalroman aus Bremen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Da ich auch aus dem Norden komme, war ich sehr gespannt auf dieses Buch . Ich lese sehr gerne historische Romane und auch Kriminalromane, daher war es für mich die perfekte Mischung.

Die Geschichte um Anna spielt 1404 in Bremen. Sie lebt wohlbehütet mit ihrer Familie ( ihr Vater ist Steinmetz) in Bremen . Anna teilt die Leidenschaft ihres Vaters mit und ist sehr interessiert an seiner Arbeit.

 Ein neuer Auftrag ( eine Statue soll hergestellt werden ) ihres Vaters , der vom Ratsherrn Hemeling kommt , ist der Beginn vieler schicksalshafter Veränderungen. Anna darf von diesem Auftrag nichts wissen. Ihr Vater und sein Lehrling Claas schließen sie aus und arbeiten im Geheimen daran. Bei einem Überfall , der verhindern soll, das der Auftrag ausgeführt wird, kommt Annas Vater ums Leben  . Für sie bricht eine Welt zusammen.

Anna versucht nun, mit Claas Hilfe , die Statue zu beenden , was aber gar nicht so einfach ist.

Um zu verhindern, das ihre Mutter in den Schuldturm kommt, heiratet Anna Claas. Anna stellt Nachforschungen zum Tode ihres Vaters an und gerät nun in einen Strudel aus Intrigen und Lügen.

Mein Fazit zu diesem tollen Buch:

Als echtes "Nordlicht" hat es mit einen riesen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen . Der Spannungsbogen hält sich konstant durch die ganze Geschichte und die Beschreibung der Charaktere ist so detalliert , das man sie richtig vor sich sieht . Anna habe ich beim lesen schon liebgewonnen und oft mit ihr gelitten.

 Ich finde, bei diesem Buch passt alles und man merkt auch eine gute Hintergrundrecherche. Schön für mich als Leser waren auch die kleinen plattdeutschen Einsätze toll, diese geben der Geschichte viel Authentizität . Diese Buch ist absolut empfehlenswert, vielen Dank Frau Riedt für dieses tolle Buch!

 

 

 

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Gespräche aus der Community

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Kirsten-Riedts avatar

Liebe Bücherfans,

ich möchte euch recht herzlich zu einer Leserunde ins frühe 15. Jahrhundert einladen. Könnt ihr euch vorstellen, die junge Steinmetztochter, Anna Olde, auf ihrem Weg zu begleiten, wollt ihr die Schicksalsschläge und die große Liebe mit ihr teilen? Dann bewerbt euch bis zum 15. Dezember 2012

Ich würde mich freuen.

Der Emons Verlag stellt 10 Exemplare von Rolandsrache zur Verfügung, die unter den Anmeldungen verlost werden.

Voraussetzung für die Teilnahme an der Leserunde ist die Beteiligung hier in der Runde und das Schreiben einer Rezension.

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Bremen 1404: Das verbotene Verlangen eines Priesters und ein finsteres Komplott zwingen die Halbwaise Anna, über Nacht erwachsen zu werden. Um ihre Mutter vor dem Schuldturm zu retten, geht sie eine Vernunftehe mit einem Mann ein, der eine schwere Schuld auf sich geladen hat. Immer tiefer gerät Anna in ein Gespinst aus Lügen, Mord und Intrigen ... Ein vielschichtiger Krimi über das Ringen um Freiheit im späten Mittelalter, spannend bis zur letzten Seite. Kirsten Riedt gelingt eine mitreißende Mischung aus Krimi und Liebesroman. Der Bremen Krimi schlechthin.

Zur Leserunde

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in 22 Bibliotheken

auf 3 Wunschlisten

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