Kirsten Schützhofer

 3.7 Sterne bei 72 Bewertungen
Autorin von Die Konfektmacherin, Die Kalligraphin und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Kirsten Schützhofer

Die Konfektmacherin

Die Konfektmacherin

 (25)
Erschienen am 07.07.2010
Die Kalligraphin

Die Kalligraphin

 (18)
Erschienen am 07.11.2008
Die Tochter des Advokaten

Die Tochter des Advokaten

 (15)
Erschienen am 11.01.2016
Die Kapelle der Glasmaler

Die Kapelle der Glasmaler

 (12)
Erschienen am 01.04.2008
Die Kalligraphin: Roman

Die Kalligraphin: Roman

 (0)
Erschienen am 27.07.2009
Die Konfektmacherin: Roman

Die Konfektmacherin: Roman

 (0)
Erschienen am 13.08.2010
Die Farbe der Revolution

Die Farbe der Revolution

 (2)
Erschienen am 01.01.2005

Neue Rezensionen zu Kirsten Schützhofer

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Rezension zu "Die Kalligraphin" von Kirsten Schützhofer

Stummes Nebeneinander
Heimfinderinvor 5 Jahren

"Die Kalligraphin" entführt uns in eine Zeit und zu Ereignissen, von denen ich persönlich noch nichts vorher gelesen hatte. 'Beutetürken' ist ein für mich neuer Begriff und so habe ich mit großem Interesse zu diesem Buch gegriffen.

Habar und Ibrahim, zwei junge türkische Geschwister, wurden zu solchen Beutetürken. Geraubt und verkauft. Schlimme Szenen haben sich dabei abgespielt, die sehr eindringlich geschildert wurden und für einen heftigen Einstieg in die Geschichte sorgten. Aber gerade diese, wie ich finde, eindringliche Erzählweise ist es, was ich an Kirsten Schützhofers Romanen so mag. Zusammen mit den vielen oft kleinen, erwähnten Details stehen die Figuren deutlich vor mir und ihre Emotionen und die Geschehnisse erlebe ich dadurch sehr intensiv mit. Die Figuren sind vielschichtig und auch die Nebenfiguren werden bildhaft beschrieben. Mir fiel es nicht schwer, mich in die einzelnen Personen hineinzuversetzen, ihre Beweggründe nachzuvollziehen (auch wenn ich sie natürlich nicht immer gutheißen und gerade ihre häufige Sprachlosigkeit auch nicht immer verstehen konnte)

Denn leider fehlte tatsächlich etwas die Kommunikation. Ich kann mir zwar sehr gut vorstellen, dass tatsächlich ein stummes Nebeneinanderher das Leben auf Jahre sehr schwer machen kann und manche Menschen aufhören, richtig miteinander zu sprechen und deshalb kaum wieder gut zu machende Missverständnisse und emotionale Härten entstehen. Aber es war hier schon sehr geballt und betraf gleich mehrere Personen. Ein bisschen mehr Aufbegehren, gerade von Habar, die anfangs sehr stark rüberkam, hätte gut getan. Ich empfand es teilweise als zu viel Lethargie auf einmal, so als wenn jemand das Leben aller auf Zeitlupe gestellt und die Lautstärke herunter gedreht hätte. Auch wenn gegen Ende sich dann doch etwas rührte, wirkte vieles eher unbeweglich auf mich. Ich hatte oft den Drang die Leute zu schütteln und zu treten, damit sie in die Gänge kommen.

Insgesamt überwog in dieser Geschichte eine eher gedrückte Stimmung, positive und erhellende Momente kamen nicht so oft auf. Aber diese Stimmung war wiederum ganz toll beschrieben. Verzweiflung, Entsetzten, Trauer, Angst, Hass, Wut ....all diese Emotionen konnte ich sehr gut spüren und es entstand während des Lesens immer eine melancholische Stimmung bei mir, die auch noch im Nachhinein eine Weile anhielt, aber dabei erstaunlicherweise gar nicht negativ war. Ich konnte mich sehr gut darauf einlassen.

Die Handlung hätte ich mir in einigen Szenen zwar gesprächsintensiver gewünscht und dazu auch einen Schwerpunkt auf eher wenige Personen, anstelle der häufigen Blickrichtungen auf andere, aber ich habe auch so das Buch sehr genossen. Der Schreibstil war einfach wieder sehr, sehr schön und bot so viele emotionale Lesemomente, dass mir die Lektüre dieses Romans gut gefallen hat und ich mich jetzt schon auf das nächste Buch von Kirsten freue.

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Heimfinderins avatar

Rezension zu "Die Kapelle der Glasmaler" von Kirsten Schützhofer

Eindringlich
Heimfinderinvor 5 Jahren

In dem Roman "Die Kapelle der Glasmaler" lernen wir auf der einen Seite einen Glasmaler mit Familie kennen auf dem Weg zu einer neuen Baustelle in Paris, der Kapelle Sainte-Chapelle, und auf der anderen Seite einen kleinen Jungen, der auf fürchterliche Weise seine Heimat verliert und jahrelang schon auf der Suche nach seiner Identität ist. Die Wege der beiden kreuzen sich auf schicksalhafte Weise, verlieren sich aber auch wieder. So wie man sich bei mancher Begegnung, die man selber hat, immer mal wieder fragt, was der andere wohl tut, ohne jemals wieder von ihm zu hören, so bleibt auch hier eine gedankliche Verbindung und auch wenn sie immer geringer wird, so schließt sich doch für mich am Ende der Kreis.

Dazwischen nehmen wir Leser aber am teilweise schweren Schicksal von beiden Parteien teil und ich empfand dabei beide Erzählstränge gleichwertig, hätte mich manchmal am liebsten zerrissen, um beide Schicksale gleichzeitig weiter zu verfolgen. Doch es geht nicht nur um diese beiden Personen und ihre Familien, denn einige andere sind jeweils mit betroffen. Es hat mir sehr gut gefallen, dass es keine wirkliche Hauptperson gab, sondern alle eine besondere Bedeutung und Wertigkeit hatten, alle waren mir wichtig. Auch die Nebenfiguren waren so intensiv und detailliert beschrieben, dass ich sie direkt vor mir sah und ich mich für sie und ihr Schicksal genauso interessierte.

Überhaupt ist es eine große Stärke von Kirsten Schützhofer, Figuren und Schauplätze zum Leben zu erwecken. Im ihrem ersten Buch 'Die Tochter des Advokaten' bzw. 'Die Farbe der Revolution' war mir schon auf den ersten Seiten aufgefallen, wie durch ihre Beschreibungen der Umgebung und des 'Drumherums' ein Film im Kopf ablief. Und so war es auch hier im Buch wieder (und ich meine sogar verstärkt) dass durch kleine, wie nebenbei erwähnte Details, wie z. B. wild klappernde Schilder, ein Lehrjunge, der einen Ellbogen ins Gesicht bekommt, Holzeimer, die einfach stehengelassen wurden, etc. das Gefühl entsteht, mitten in der Geschichte zu sein. Sogar den Geruch der Stadt oder der Kräuter im Kloster (und leider auch der Fäulnis und der Krankheit) konnte man riechen. Genauso erging es mir mit den Personen selbst und ihren Gedanken und Handlungen. Ihre Emotionen waren so gut zu spüren, dass mir das ein oder andere Mal vor Traurigkeit ein Kloß im Hals saß oder ich selbst zusammen mit den Protagonisten tief getroffen war von den Geschehnissen

Die Personen selbst waren sehr vielschichtig, liebevoll erarbeitet und wirkten sehr realistisch. Es fiel sehr leicht, sie liebzugewinnen, sie zu bedauern oder auch sie nicht zu mögen, wobei auch die böseren Charaktere nicht einfach nur böse waren, sondern auch teilweise einen emotionalen Hintergrund hatten, mit dem man sich auseinandersetzen konnte. Und auch die 'Guten' hatten ihre Schwächen und Fehler. So waren ihre Handlungen nicht immer vorhersehbar, aber egal was sie taten, man konnte es oft nachvollziehen. Manchmal stand man aber auch einfach nur fassungslos vor dem was da passierte. Manche Entwicklung war am Ende nicht nach dem typischen Happy-End-Schema, aber gerade das hat mir sehr gut gefallen, denn ein bisschen Traurigkeit, ein bisschen Unwissenheit, ganz viel Hoffnung, Raum für eigene weiterführende Gedanken fand ich hier sehr gut.

Zwischen den Handlungen zogen sich kleine Kapitel durch die Geschichte, deren Bedeutung sich im Laufe des Romans erschloss, aber besonders durch die detaillierten Beschreibungen über die Glasmalerei für mich eine besondere Ruhe ausstrahlten, es mir ermöglichten, kurz Atem zu schöpfen. Mir wurde immer ganz warm, wenn ich der jungen Frau bei ihrer ruhigen Arbeit mit den Farben über die Schulter schauen konnte.

Vervollständigt wird der Roman durch ein sehr interessantes Glossar, das noch mehr Einblick in die Arbeit an den gigantischen Fenstern gibt.

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FraeuleinVogelfreis avatar

Rezension zu "Die Konfektmacherin" von Kirsten Schützhofer

Rezension zu "Die Konfektmacherin" von Kirsten Schützhofer
FraeuleinVogelfreivor 6 Jahren

Wer sich mit Frankreich im 17 Jahrhundert auseinander setzten will,wird mit diesem Buch sehr zu frieden sein.Auf der einen Seite ein besonderes Leseerlebnis,wo man das Konfekt wahrlich schmecken kann,auf der anderen Seite ein Buch,was wahrlich überladen,konstruiert und vom Leser viel abverlangt.Gerade bei der Liebesgeschichte.Sicherlich geht sie gut um mit den Problemen der Menschen,gut schafft sie die Vergangenheit mit der Gegenwart und ja auch der Zukunft zu verknüpfen.Aber in diesem Buch geht es aber auch mehr um Katholiken und Protestanten,Machtmissbrauch,Intoleranz.Daher ist der Titel für mich einfach nicht richtig gewählt,auch der Klappentext hätte ein anderes sein müssen.EIn Buch,welches einfach zwei Teile sind,wo die Handlung und Gedanken der Hauptfigur auch irgendwann nicht mehr nachvollziehbar sind.Alles etwas überraschend.Die Atmosphäre würde gut eingefangen,das Buch ist gut und flüssig zu lesen - ein interessanter Anfang aber leider bin ich auf den gut 600 Seiten verloren gegangen.

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