Kitty Thomas

 4.4 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Leckerbissen und Blood Mate.

Alle Bücher von Kitty Thomas

Leckerbissen

Leckerbissen

 (15)
Erschienen am 27.03.2018
Blood Mate

Blood Mate

 (0)
Erschienen am 01.02.2014

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Amarylies avatar

Rezension zu "Leckerbissen" von Kitty Thomas

Eine gelungene Geschichte mit Bezug auf den Stockholm-Sydrom
Amarylievor 4 Tagen

Meine Meinung:

Leckerbissen ist mein aller erstes Buch in dem Genre Dark Romance und auch mein erstes Buch vom Festa Verlag. Ich kam nie auf die Idee ein solches Buch zu lesen, da ich nie wusste, was auf mich zukommen würde und ob mir die Thematik überhaupt zusagt. Nachdem ich durch Instagram immer mehr vom Festa Verlag gesehen, gehört und gelesen habe, schlich ich eine geraume Zeit um zwei Bücher vom Verlag herum. Zum einen Leckerbissen und zum anderen Tears of Tess. Dank dem Verlag habe ich mir einen Ruck gegeben und mit Leckerbissen angefangen.

Vorweg ist zu sagen, dass die Autorin auf der ersten Seite direkt erwähnt, dass sie Handlungen an andere ohne deren Einverständnis in keinster Weise befürwortet, was ich sehr wichtig finde! Denn auch wenn Autoren sich spezielle Genre bedienen, so heißt es noch lange nicht, dass sie das was sie geschrieben haben auch selbst erleben wollen.

In Leckerbissen geht es um eine schlaue, extrovertierte und selbstbewusste Motivationsrednerin, die viel Kontakt mit ihren Mitmenschen hat bis sie eines Tages von einem fremden Mann entführt wird, dazu verdammt eine Entscheidung zu treffen: Sein perverses Spiel mitspielen und seine Sklavin sein oder sich gegen ihn auflehnen und versuchen zu fliehen.

Egal wie sie sich entscheidet, eine fatale Folge folgt der nächsten.

Gleich am Anfang befindet man sich mit der Protagonistin in einem dunklen Raum. Ohne große Ausschweifung wird man mit der Tatsache der sofortigen Entführung konfrontiert, was ich sehr gut finde.

Er beginnt sie nach und nach zu konditionieren und zu brechen. Jeder von uns kennt das Stockholm Syndrom. Hier spielt die Erkrankung eine fundamentale Rolle. Hinzu kommen Verhaltenskonditionierungen und das Vermitteln psychischer Gewalt durch Entnahme von Stimulationen. Diese ganzen Punkte machen die Geschichte interessant. Durch die durchdachte Vorgehensweise des männlichen Protagonisten, wird die ganze Situation viel authentischer.

Ich habe bisher schon einige Romane mit der Thematik Stockholm-Syndrom gelesen und Leckerbissen ist wohl eines der interessantesten Interpretation in die Richtung Erotik. Die Gefühlsregungen, Gedankengänge, Ängste und Zweifel der Protagonistin Emily ist so menschlich, das es authentisch wirkt. Ihre Emotionen sind intensiv spür- und greifbar. Auch wenn sie weiß was richtig oder falsch ist, so kann man als Leser deutlich ihre stetige Leugnung, Akzeptanz und letzen Endes Veränderung erkennen. Ihre Persönlichkeit wird immer blasser. Sie wird nach und nach eine andere Person. Und trotz der Perversität des Entführers, kann ich Emilys Vorgehensweise vollkommen nachvollziehen. In Fängen eines Entführers siegen nun mal die Instinkte.

Was ich an dem Buch sehr interessant finde, ist der Schreibstil von Kitty Thomas. Es wird zwar überwiegend aus der Sicht von Emily geschrieben, aber bei den sexuellen Szenen distanziert sie sich davon, indem sie aus der Sicht einer dritten Person schreibt, um zu untermauern, dass die Protagonistin solche Akten eigentlich nicht möchte. Dadurch entsteht eine klare Linie zwischen der Geschichte einer isolierten Frau von menschlichem Kontakt und der Außenwelt, sowie der sexuelle Akt an sich durch den Entführer.

Was mir jedoch am Buch gefehlt hat bzw. ich mir gewünscht hätte, wäre ein Sichtwechsel, damit man auch was vom männlichen Protagonisten erfährt. Auch wenn gegen Ende nach und nach aufgedeckt wurde, wieso er es getan hat und wieso er so vorgegangen ist, so hätte ich mir die Erzählung der Geschichte auch aus seiner Sicht gewünscht, auch wenn es nur alle paar Kapitel wäre.

Ansonsten finde ich das Buch wirklich toll und auch wenn das Genre sehr dunkel und düster ist, so hat es was prickelndes und faszinierendes. Es wird definitiv nicht mein letztes Buch von Kitty Thomas sein.

Im übrigen ist der Festa Verlag ein Verlag, welcher sich auf dieses Genre spezialisiert hat (vielleicht sogar der einzige Verlag bisher?).


Mein Fazit:

Leckerbissen ist kein Buch für junge Leser! Aber wenn man älter ist, Dark Romance mag, so ist es definitiv ein zu empfehlendes Buch. Es behandelt das Thema Stockholm-Syndrom, Verhaltenskonditionierung und die Unterstreichung einer Machtposition. Es geht um ein durchdachtes Spiel, welches euch mit einem beengeten Gefühl zurück lassen kann, aber dafür lohnt es sich zu lesen, denn was ihr desweiteren dazu bekommt ist eine vollkommen andere Sichtweise auf die Erkrankung.

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Boleynhistorics avatar

Rezension zu "Leckerbissen" von Kitty Thomas

Spannend bis zum Schluss!
Boleynhistoricvor einem Monat

In Leckerbissen geht es um die sehr selbstbewusste und erfolgreiche Selbsthilfeautorin Emily Vargas, welche bei einer Tagung von einem Mann entführt und eingesperrt wird. Die Protagonistin ist eine Frau aus dem wahren Leben, 30 Jahre alt, Single und erfolgreich. Das alles hat ihren Entführer dazu bewegt, sie zu zerstören. Er spricht in den Tagen ihrer Gefangenschaft kein Wort mit ihr, wobei sie denkt, dass das einen psychologischen Hintergrund hat. Die Autorin bringt dieses Bild der Einsamkeit, der Stille ohne Reize wirklich hervorragend zur Geltung. Auch wie Emily sich zumindest Schmerze wünscht um aus diesem Nichts zu entfliehen ist unglaublich gut rübergebracht und man erfährt unglaublich viel über ihre Persönlichkeit.

 

Wenn sie brav ist, was so viel bedeutet, dass sie sich ''freiwillig'' fügt, darf sie in die gute Zelle, mit allem was ihr gefällt. Sie darf gutes Essen und Trinken haben, schöne Kleidung, eine Badewanne und Sinnesreize. Er belohnt sie mit Sex und macht sein Spielchen wirklich verdammt gut, denn er erhebt nie die Hand gegen sie. Er dreht alles so, als würde sie es wirklich wollen. Das Buch und die Geschichte sind wirklich durchdacht und toll recherchiert und man kann sich extrem gut in Emily hineinversetzen. Die Entwicklung einer so selbstbewussten Frau in eine Frau, die gebrochen ist und abhängig ist wirklich tragisch und das Thema des Stockholm Syndroms wird sehr realistisch behandelt.

 

Das Buch ist hauptsächlich aus der Ich-Perspektive von Emily geschrieben und meist wenn es um die sexuellen Handlungen geht in der Erzähl-Perspektive. Auch der Grund für das Nichtsprechen des Entführers ist eine Überraschung für mich gewesen und die Tagebücher haben dem Ganzen die benötigte Prise gegeben.

 

Was mir allerdings etwas gefehlt hat war die Nähe zum Entführer. Ich hätte gerne mehr Informationen über ihn gehabt um mich da etwas mehr in ihn hineinversetzen zu können. Das war doch etwas distanziert geschildert, vielleicht aber auch absichtlich so.

 

Alles in allem aber wirklich toll!

 

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Thommy28s avatar

Rezension zu "Leckerbissen" von Kitty Thomas

Psychogramm einer Versklavung - brutal, verstörend, faszinierend und auf bizarre Weise auch schön!
Thommy28vor einem Monat

Einen winzigen Blick auf das Geschehen erlaubt die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Ich ergänze lediglich meine ganz persönliche Meinung:


Ich hatte auch zunächst die erwähnte Kurzinfo gelesen und erwartete (trotz des dortigen anderslautenden Hinweises) lediglich ein weiteres Buch aus dem Bereich "Dark-Romance" mit deutlichem Schwerpunkt im Bereich BDSM zu lesen zu bekommen.

Weit gefehlt! Zwar nehmen Thema aus diesem Bereich wie Dominanz, Unterwerfung, körperliche Züchtigung und diverse sexuelle Praktiken wie "Deepthroating, Analsex usw. einen weiten Raum ein. Dies ist aber nicht der Schwerpunkt der Handlung. Vielmehr geht es darum, wie durch Konditionierung der Wille eines Menschen gebrochen und im Sinne des dominanten Partners umgeformt werden kann. Dies hat die Autorin mit bemerkenswert gefühlvollen Worten dem Leser übermittelt. Dabei wechselt sie gelegentlich die Perspektive; überwiegend erzählt sie in Ich-Form aus Sicht der versklavten Protagonistin - schiebt aber gelegentlich Passagen in Erzählform ein. Das hat dem Leseerlebnis sehr gut getan.

Das Thema ist mit Sicherheit ein schwieriges Thema, es gelingt der Autorin aber in bewundernswerter Weise dem Leser das sogenannte "Stockholm-Syndrom" ein Gesicht und Konturen zu geben. Ein Buch, dass den Leser nicht unberührt lässt und sicher noch länger "nachklingen " wird....!

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