Kjersti A. Skomsvold

 4 Sterne bei 15 Bewertungen

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Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich

Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich

 (12)
Erschienen am 21.02.2013
The Faster I Walk, the Smaller I am

The Faster I Walk, the Smaller I am

 (0)
Erschienen am 17.05.2013

Neue Rezensionen zu Kjersti A. Skomsvold

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Rezension zu "Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich" von Kjersti A. Skomsvold

Hör doch mal am Türspion!
disadelivor 3 Jahren

Etwas verschrobene doch dabei äußerst natürlich aneinandergereihte Gedanken lassen den Leser / die Leserin bzw. den Hörer / die Hörerin die Erinnerungen, Erlebnisse, Begegnungen und Überlegungen von Mathea Martinsen, einer fast hundertjährigen, eher zurückgezogen lebenden Frau, miterleben.

Das ist kein Hörbuch, von dem man sich "berieseln" lässt. Man darf es durchaus aufmerksam hören. Einiges wird eher subtil umrissen, ist jedoch schlussendlich offensichtlich. Mathea denkt manchmal schrullig, manchmal fast philosophisch und doch immer sehr menschlich.

Trotz der sehr gelungenen, ungewöhnlichen, humorigen Weise ein nachdenklich stimmendes und trauriges Hörbuch.

Manya Troberg Djuve, Dagbladet meint: "Originell und berührend." Dem stimme ich uneingeschränkt zu.

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Golondrinas avatar

Rezension zu "Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich" von Kjersti A. Skomsvold

Bleibe ratlos zurück
Golondrinavor 3 Jahren

Ich habe das Buch als Hörbuch genossen, leider nicht bis zum Ende, das war mir nicht möglich.

Ich bin einfach nicht klar gekommen mit der Heldin Mathea, vielleicht lag es an der Erzählstimme? Wirre Gedankenschnipsel reihen sich unmotiviert aneinander, keine Gelegenheit, um mit der Figur warm zu werden.

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BluevanMeers avatar

Rezension zu "Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich" von Kjersti A. Skomsvold

M+E = <3
BluevanMeervor 3 Jahren

Die kleinste gesellschaftliche Einheit ist nicht der Mensch, es sind zwei Menschen. (Bertold Brecht)

Mathea Martinsen ist fast hundert Jahre alt. Die meiste Zeit in ihrem Leben hat sie mit ihrem Mann verbracht, aber der schrullige Mathematiker Epsilon ist tot. Die schüchterne Mathea ist nicht weniger schrullig als ihr verstorbener Mann und versucht jetzt die wenigen Möglichkeiten, die sie hat, zur vorsichtigen Kontaktaufnahme mit ihrer Umwelt zu nutzen. Da gibt es einen alten Spaziergänger, der sie regelmäßig nach der Uhrzeit fragt, ein Nachbarschaftsfest steht an und ein Bingo-Abend im Senior_innenzentrum. Aber so richtig glücklich kann Mathea ohne Epsilon einfach nicht sein. Epsilon ist so etwas wie Matheas fehlendes Puzzlestück und ohne ihn ist ihr Leben nicht mehr wie vorher:

"Jetzt liege ich hier im Bett, bin das Gegenteil von ungeduldig und wünschte, ich könnte den kleinen Rest, der mir noch vom Leben bleibt, aufsparen, bis ich weiß, was ich damit anfangen soll. Aber das geht nicht, dafür müsste ich mich schon einfrieren, und wir haben nur eines dieser kleinen Gefrierfächer über dem Kühlschrank." (S.10)

Epsilon war der beste Freund, den Mathea jemals hatte. Der Mathematiker, dessen einziges Hobby darin bestand, norwegische Statistikjahrbücher zu sammeln, starb am ersten Tag seines Ruhestandes. Kinder haben die beiden nie gehabt und beide machten dafür das gemeinsame Etagenbett verantwortlich. Wenn Mathea sich nicht an ihren Alltag mit Epsilon erinnert, strickt sie Ohrenwärmer, spricht in Reimen und schaut die Nachrichten mit Einar Lunde, den sie nicht sonderlich mag. Außerdem arbeitet sie an einer Erinnerungskiste, in der sie alle Dinge aufbewahrt, die sie als relevant empfindet, denn irgendetwas muss von ihr ja übrig bleiben, wenn sie tot ist:

"Das Einzige, was mir einfällt, sind mein Name und mein Hobby. Also schreibe ich in ordentlichen Druckbuchstaben "I C H H E I S S E M A T H E A U N D B I N E I N S A M M L E R", und als ich meinen Satz lese, fällt mir auf, was herauskommt, wenn man die letzten vier Buchstaben streicht. Ob Epsilon das auch bemerkt hätte? Ich setze meinen Fingerabdruck darunter, wegen der DNA, und als genetisches I-Tüpfelchen niese ich einmal darauf. "(S.45)

Regelmäßig scheitert sie daran, ein Marmeladenglas zu öffnen und kauft deswegen regelmäßig ein neues. Manchmal überlegt sie, "Fräulein Uhr" von der Zeitansage anzurufen und traut sich dann doch nicht, denn das Fräulein könnte am Ende noch eine Konkurrentin auf dem Gebiet der Zeitansage werden. Schließlich sagt Mathea jeden Tag dem Spaziergänger die Uhrzeit - auch wenn sie gar nicht weiß, wie spät es eigentlich ist. Und sie besucht den Friedhof, denn sie muss jetzt damit leben können, bald sterben zu müssen. Sie versucht immer wieder Kontakt zu anderen Menschen herzustellen, aber ihre Versuche sind nicht von Erfolg gekrönt. Sie ist einfach zu schüchtern und weiß nicht mehr, wie man Gespräche mit anderen Menschen beginnen kann. Trotzdem bereitet sie sich akribisch auf die Welt da draußen, außerhalb ihrer Wohnung vor. Denn vielleicht passiert doch noch etwas:

"Ich muss in den Laden und Zucker kaufen, für den Fall, dass sich June mehr leihen will. Und ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass ich nicht darauf hoffte, unterwegs dem Mann ohne Uhr zu begegnen. Bevor ich gehe, lege ich etwas Parfüm auf, diesmal begnüge ich mich mit einem Spritzer in der Gegend um die Kniekehlen und einigen Tropfen hinter dem Ohr. Und dann sprühe ich kurz in die Luft und gehe einmal durch die Wolke." (S.90)

Das klingt auf den ersten Blick fürchterlich deprimierend, aber das stimmt nicht. Der Text ist witzig, skurril und mit einem tiefen Verständnis für seine Hauptfigur geschrieben, die sich nie besonders wohl unter Menschen gefühlt hat. Warum auch, Mathea hatte ihren Lieblingsmenschen ja gefunden. Weil Mathea niemanden kennen lernt, versucht sie wenigstens auf anderen Gebieten erfolgreich zu sein. Sie will in die Top-Ten der nachgefragtesten Norweger_innen und ruft deswegen mehrfach bei der Auskunft an und fragt mit verstellter Stimme nach ihrer eigenen Nummer. Epsilon hätte dafür Verständnis gehabt, denn er hat auch verstanden, warum Mathea lieber doch nicht den Putzjob haben wollte. Ohne Job konnte sie mehr Zeit mit Epsilon verbringen - zumindest in Gedanken.

Kjersti A. Skomsvold erzählt in ihrem Debüt Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich auf knapp 140 Seiten nicht nur eine Liebes-, sondern auch eine Abschiedsgeschichte. Mathea nimmt nicht nur Abschied von Epsilon, sondern auch von ihrem eigenen Leben. Das ist manchmal traurig zu lesen, aber oft auch einfach nur wunderschön.

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Gespräche aus der Community

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Federchens avatar
Diese Buchverlosung ist Teil des Weihnachtsmützen-Adventskalenders 2014.

Den Hauptthread zum Kalender findet ihr hier.

1. Türchen der Weihnachtsmützen
Zu Gewinnen gibt es ein Exemplar "Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich" von Kjersti A. Skomsvold erschienen im Dumont Buchverlag im Februar 2013. Das Buch wurde einmal gelesen, befindet sich aber in einem sehr guten Zustand.

Klappentext:
"Die fast hundertjährige Mathea Martinsen hat ihren geliebten Mann verloren. Für wen soll sie nach dem Tod des schrulligen Statistikers jetzt ihre Ohrenwärmer stricken? Mathea will es noch einmal wissen. Doch schon die Anläufe, wieder Kontakt zu anderen Menschen zu finden, gestalten sich schwieriger als gedacht..."

Meine Rezension zum Buch findet ihr hier.

Was müsst ihr tun, um das Buch zu gewinnen?
Verratet mir doch bitte ob ihr einen Adventskalender habt? Wenn ja, was versteckte sich hinter dem ersten Türchen?

Alle, die am 01. Dezember 2014 bis 24:00 Uhr nachfolgend einen Beitrag geschrieben haben und mir oben stehende Frage beantwortet haben, hüpfen in den Lostopf. Diese Buchverlosung ist für Teilnehmer aus Deutschland und Österreich zugelassen. Ich übernehme allerdings keine Garantie, dass das Buch schnell und vor allem sicher bei euch ankommt. Dafür ist allein das zustellende Versandunternehmen verantwortlich.
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