Klaus-Jürgen Bremm

 4.3 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Die Waffen-SS, 1866 und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Die Waffen-SS
 (1)
Neu erschienen am 01.09.2018 als Hardcover bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG).

Alle Bücher von Klaus-Jürgen Bremm

Klaus-Jürgen BremmDie Waffen-SS
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Die Waffen-SS
Die Waffen-SS
 (1)
Erschienen am 01.09.2018
Klaus-Jürgen Bremm1866
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1866
1866
 (1)
Erschienen am 01.03.2016
Klaus-Jürgen BremmPropaganda im Ersten Weltkrieg
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Propaganda im Ersten Weltkrieg
Propaganda im Ersten Weltkrieg
 (1)
Erschienen am 18.09.2013
Klaus-Jürgen BremmDie Schlacht
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Die Schlacht
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Erschienen am 01.04.2015
Klaus-Jürgen BremmPreußen bewegt die Welt
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Preußen bewegt die Welt
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Erschienen am 01.09.2017
Klaus-Jürgen BremmDas Zeitalter der Industrialisierung
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Das Zeitalter der Industrialisierung
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Erschienen am 01.09.2014
Klaus-Jürgen BremmArmeen unter Dampf
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Armeen unter Dampf
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Erschienen am 01.09.2013

Neue Rezensionen zu Klaus-Jürgen Bremm

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Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Die Waffen-SS" von Klaus-Jürgen Bremm

Sehr speziell, aber hochinteressant
Igelmanu66vor 20 Tagen

»Nicht lange nachdem der Kampfgruppenkommandeur mit seinem Panzer die Kreuzung hinter sich gelassen hatte, eröffneten die zurückgebliebenen SS-Soldaten mit ihren automatischen Bordwaffen das Feuer auf ihre wehrlosen Opfer. Wer von den Amerikanern die ersten Salven überlebt hatte, wurde anschließend per Kopfschuss getötet.«

 

Es sind Taten wie diese, die man gemeinhin mit der Waffen-SS in Verbindung bringt, Gräueltaten, die in ihrer Brutalität jedes Maß vermissen lassen. Auf der anderen Seite hält sich hartnäckig das Bild von der Waffen-SS als militärischer Elite des Regimes, die immer wieder kritische Lagen an allen Fronten meistern konnte.

Was die Kriegsverbrechen und Massenmorde angeht, gibt es keine Zweifel, genügend Gerichtsurteile sind dazu ergangen. Aber wie steht es mit der Frage nach der Elite? Klaus-Jürgen Bremm, Historiker und Publizist mit dem Spezialgebiet Militärgeschichte, hat sich diesem Punkt gewidmet.

 

Akribisch arbeitet er die Geschichte durch, vom ersten scharfen Einsatz der Truppe am 30. Juni 1934 an bis weit in die Nachkriegszeit. Chronologisch werden Einsätze und Schlachten durchgearbeitet, präzise aufgeschlüsselt in Aktivitäten der Wehrmacht einerseits und solche der Waffen-SS andererseits. Schon nach kurzer Zeit wankt das Bild der militärischen Elite gewaltig, lässt sich von Ausnahmen abgesehen keine aus militärischer Sicht bedeutendere Rolle erkennen. Und das trotz häufig besserer Ausrüstung.

Dieses Bild zieht sich durch. Immer wieder stößt man auf überzeichnete Darstellungen der Leistungen der Waffen-SS in der Presse, liest man von Aktionen, bei denen gewöhnliche Heeresdivisionen ebenfalls beteiligt waren, teils sogar höhere Verluste im Kampf hatten, und trotzdem den Platz auf den Titelseiten für die SS-Division räumen mussten.

 

Wie kam es dazu? Weshalb erbrachten die angeblichen Elite-Soldaten in Wahrheit keine herausragenden Leistungen? Bremm blickt an dieser Stelle auf die Zusammensetzung der Truppe und ihre Ausbildung.

Während Himmler in seinen Reden von einer »elitären Gemeinschaft nordisch bestimmter Männer« schwärmte, war seine SS tatsächlich ein zusammengewürfelter Haufen von Männern aus allen Gesellschaftsschichten. Da fanden sich ehemalige Soldaten, Polizisten, Kaufleute, Landwirte, Handwerker, aber auch Schläger und Kriminelle. Herkunft und Bildung entsprachen also schon mal nicht den NS-Fantasien vom elitären, nordischen Kämpfertyp und beim Lehrpersonal in den Kaderschmieden sah es nicht anders aus. Als von Himmler eingeschaltete psychologische Prüfstellen die charakterliche Eignung der zukünftigen SS-Führer untersuchen sollten, führte dies zum reihenweisen Durchfallen der Bewerber. Daraufhin schaffte Himmler die Prüfstellen wieder ab und erklärte, dass es ihm »bei der Auswahl der Bewerber zukünftig vor allem auf rassische Gesichtspunkte und eine einwandfreie Ahnenreihe ankomme.«

Die Propagandatruppe sollte halt in erster Linie gut aussehen, daher steckten die großgewachsenen Gestalten in beeindruckenden schwarzen Uniformen. Ihre zweite Aufgabe war, »willige Schlächter des Regimes zu sein«, die sich dadurch auszeichneten, dass sie keine Fragen stellten und niemals diskutierten.

Hitler sah in den Stammdivisionen der Waffen-SS anfangs vor allem »ein ihm bedingungslos ergebenes Staatsschutzkorps, das im Extremfall jeden möglichen Versuch der deutschen Bevölkerung, den »Verrat« vom November 1918 zu wiederholen, brutal niederschlagen sollte.«

Der Fronteinsatz diente in seiner Logik der militärischen Bewährung und damit der »politischen Legitimation eines notfalls schonungslosen Kampfes nach innen.«

 

Bekanntlich nutzte das Regime seine angsteinflößende Wirkung zur Sicherung der eigenen Machtposition. Und die martialischen SS-Truppen waren dabei ein wichtiges Instrument. Zweifel an der überragenden Stärke durften nicht aufkommen, weshalb selbst glatte Fehlschläge durch öffentlichkeitswirksame Auszeichnungen getarnt wurden.

All das wird vom Autor gut herausgearbeitet und sachlich dargestellt. In einigen Fällen, in denen es für der SS zugerechnete Gräueltaten keine Beweise gibt, erwähnt er das ebenfalls. Diese Objektivität schätze ich gerade bei Sachbüchern besonders!

Es bleiben aber ohnehin mehr als genug massive Kriegsverbrechen über, die gesichert und bewiesen sind und ebenfalls beschrieben werden. Ich habe schon viel darüber gelesen und trotzdem schockiert es mich immer wieder, wenn ich von diesen Fällen lese, in denen »nur töten« den Tätern nicht reicht. Und nicht weniger schockierend ist, wenn diese Untaten im Anschluss von höherer Stelle gedeckt werden. Da kommt dann beispielsweise ein SS-Hauptsturmführer mit einer Disziplinarmaßnahme davon, obwohl auf sein Konto bestialisch ermordete Kleinkinder gehen. Und ein anderer kaltblütiger Massenmord an gefangenen Briten sorgte zwar unter der Heeresgeneralität für Empörung, doch Himmler und Eicke wussten eine Strafverfolgung zu hintertreiben.

 

Sehr interessant ist auch die Betrachtung der Nachkriegszeit. Wie erging es den ehemaligen SS-Soldaten, wie war ich Ansehen und wie stellten sie sich dar? Der Autor führt hier die faszinierende These aus, dass sie nach dem Krieg erfolgreicher waren als währenddessen. So schafften sie es, dass bei ihrem Bild in der Öffentlichkeit die Darstellung von »kämpferischer Bewährung, Heldentum und Opfermut« im Fokus stand.

»Der Bundeskanzler war es sogar, der in einer Wahlkampfrede in Hannover im August 1953 den ehemaligen Soldaten der Waffen-SS das zentrale Stichwort ihrer künftigen Selbstdarstellung lieferte, als er resümierte: Die Waffen-SS hat nur den Namen gemeinsam mit der SS, aber im übrigen waren es Soldaten wie andere auch.«

Wie gut, dass dieses Buch mithilft, da einiges geradezurücken!

 

Die detaillierten und sachlichen Schilderungen werden durch zahlreiche Fotos und Karten zu den einzelnen Schlachten unterstützt. Im Anhang gibt es u.a. eine genaue Übersicht sämtlicher Verbände der Waffen-SS.

 

Fazit: Sehr speziell, aber hochinteressant und bestechend durch eine detaillierte und sachliche Darstellung.

Kommentare: 9
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