Klaus-Jürgen Bremm

 4.4 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von 70/71, Die Waffen-SS und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Klaus-Jürgen Bremm

Klaus-Jürgen Bremm ist Historiker mit dem Spezialgebiet Militärgeschichte und Publizist. Er veröffentlichte zahlreiche erfolgreiche Sachbücher.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Klaus-Jürgen Bremm

Cover des Buches 70/71 (ISBN: 9783806240191)

70/71

 (5)
Erschienen am 01.10.2019
Cover des Buches Die Waffen-SS (ISBN: 9783806237931)

Die Waffen-SS

 (2)
Erschienen am 01.09.2018
Cover des Buches Propaganda im Ersten Weltkrieg (ISBN: 9783806227543)

Propaganda im Ersten Weltkrieg

 (1)
Erschienen am 18.09.2013
Cover des Buches 1866 (ISBN: 9783806232875)

1866

 (1)
Erschienen am 01.03.2016
Cover des Buches Die Schlacht (ISBN: 9783534272303)

Die Schlacht

 (1)
Erschienen am 01.12.2019
Cover des Buches Preußen bewegt die Welt (ISBN: 9783806235777)

Preußen bewegt die Welt

 (0)
Erschienen am 01.09.2017
Cover des Buches Das Zeitalter der Industrialisierung (ISBN: 9783806227154)

Das Zeitalter der Industrialisierung

 (0)
Erschienen am 01.09.2014

Neue Rezensionen zu Klaus-Jürgen Bremm

Neu

Rezension zu "70/71" von Klaus-Jürgen Bremm

Informative Übersicht
Motzbeckvor 6 Monaten


In seiner im Theiss-Verlag erschienenen Studie "70/71 Preußens Triumpf über frankreich und die Folgen" stellt Klaus-Jürgen Bremm die Vorgeschichte, den Verlauf und die Folgen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 dar, dem letzten der drei sogenannten Einigungskriege, die zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs führten, das bekanntermaßen im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen wurde. Diese Tatsache war jedoch keineswegs als Demütigung der Franzosen gedacht, sondern einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass dieser Raum genügend Platz bot, alle Anwesenden aufzunehmen. Doch das ist nur ein Bonmot am Rande. Erstaunlich ist vielmehr die Tatsache, dass es den Preußen und ihren Verbündeten innerhalb relativ kurzer Zeit gelang, eine Armee zu schlagen, die als eine der besten der Welt galt und zumindest, was die Ausstattung mit modernen Gewehren betraf, den deutschen Truppen überlegen waren. Doch dieser Nachteil wurde zum Teil durch die eindeutig überlegene Artillerie der Preußen wettgemacht, die schlicht und einfach eine größer Reichweite hatte, so dass der o.g. Vorteil der Franzosen nur selten ausgepielt werden konnte. Ein übriges taten mangelnde Koordination der franzöischen Generale, die oft notwendige Unterstüutzung benachbarter Verbände verweigerten und ein logistischesChaos, wohingegen die Preußen hervorragend verstanden, das damals moderne Transportmittel Eisenbahn für ihren Aufmarsch einzusetzen. So konnten rasch entscheidende Schlachten u.a. die bei Sedan, die zur Gefangennahme Kaiser Napoleons III und dem Sturz des Kaiserreiches führte, gewonnen werden und die mehrmonatige Belagerung von Paris aufgenommen werden. Die aus den Trümmern des Kaiserreichs entstanden 3. Republik konnte sich von diesen Schlägen nicht mehr erholen und musste letztendlich einem Friedensvertrag zustimmen, der unter anderem den Verlust Elsass-Lothringens mit sich brachte. All diese Entwicklungen schildert Bremm minutiös und für den Leser gut nachvollziehbar, darin liegt dann auch die Stärke des Buches. In einigen Urteilen muss man dem Verfasser allerdings widersprechen. Warum beschreibt er in seinem Vorwort die Einführung des Euro (tatsächlich ein Zugeständnis Kohls an die Europäer, um Widerstände gegen die deutsche Wiedervereinigung zu entkräften) als "fatale Initiative zur Abschaffung der Deutschen Mark"? Ist das ein Zugeständnis an eurokritische DM-Nostalgiker? Und sein letztes Kapitel trägt den Titel "Bismarcks Reichsgründung - Ein europäischer Glücksfall". Das ist für meine Geschmack dann doch etwas zu nationalbewusst. Angesichts der Tatsache, dass die Reichsgründug (zwar nicht notwendigerweise, aber faktisch) zu zwei Weltkriegen maßgeblich beitrug, erscheint mir das Wort Glücksfall doch ein wenig arg euphemistisch. Überhaut der Nationalismus: Es ist schon erstaunlich, dass sich in Frankreich ausgerchnet die Kreise, die kein Problem damit hatten, in ihren Plänen die französiche Ostgrenze bis an den Rhein zu verlegen, am meisten über den Verlust Elsass-Lothringen echauffierten (im Krieg hatten später für die französiche Innenpolitik wichtige Figuren wie Boulanger und Deroulede ihre ersten Auftritte). Im Grunde wiederholte sich das nach dem Versailler Vertrag spiegelbildlich. Die Allteutschen Kreise, denen die Expansionsforderungen im Krieg gar nicht weit genug gehen konnten, bekämpften am lautstärksten das Vertragswerk. Daran sieht man letztendlich, wie gefährlich das Gift eines übersteigerten Nationalismus ist. 

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W

Rezension zu "70/71" von Klaus-Jürgen Bremm

Antworten auf die Frage, worauf sich unter anderem die angebliche 'Erbfeindschaft' gegründet war.
wschvor einem Jahr

Eines gleich zu Beginn: nein, ich bin kein Historiker. 'Nur' ein interessierter Laie. Von daher stört es mich nicht, wenn der Autor sehr viele Namen von Militärs, Belagerungen, Schlachten, die während dieses Krieges geführt wurden, Strategien und Fehlentscheidungen nennt. Derart viele Einzelheiten kann sich a.) kaum jemand im Detail merken und sie sind b.) auch irrelevant um die Gründe für die so genannte Erbfeindschaft zwischen Franzosen und Deutschen ansatzweise zu verstehen.

Viel wichtiger erscheint mir, worauf sich das Alles begründete. Wie es Otto von Bismarck auch im Hintergrund agierend gelang, den Nord-Deutschen Bund über den Beitritt der süddeutschen Staaten Baden, Hessen-Darmstadt, Württemberg und Bayern zunächst zum 'Deutschen Bund' zu formen. Und anschliessend mit der  eigenhändig durchgeführten Krönung König Wilhelm I zu Kaiser Wilhelm I im Spiegelsaal von Schloss Versailles.  Zu einer Zeit also, als Paris von Deutschen Truppen belagert war.

Auch die Frage, weswegen Österreich-Ungarn den Weg eingeschlagen hat, der langfristig zur heutigen Republik Österreich führte, findet in dem Buch eine Antwort.

Wie, warum und wann waren das heute zu Frankreich gehörende Elsass und Lothringen deutsch? Weswegen wurde die von Frankreich betriebene Kolonialpolitik insgeheim vom Deutschen Reich unterstützt? Fragen über Fragen. Mit Antworten über Antworten.

Wie erwähnt, sich die vielen Namen der von und zus, also fast Alle dem Adel zugehörend, zu merken, ist nicht zwingend notwendig. Auch die Zahlenangaben über die zigtausenden von Toten auf beiden Seiten, die bei den diversen Schlachten umgekommen sind, muss man sich nicht unbedingt  

Einen umfassenden Überblick über den 1870/71 Krieg zwischen Deutschland und Frankreich zu geben, das gelingt Klaus-Jürgen Bremm sehr gut.


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Rezension zu "70/71" von Klaus-Jürgen Bremm

Wo kommen unsere Sedan-und Moltke-Straßen her?
Aliknechtvor einem Jahr

Das Buch vermittelt einen hervorragenden Überblick über die komplexe Vorgeschichte der deutschen Einigungskriege und über den Ausbruch und Verlauf des Deutsch-Französischen Kriegs. Frankreich hatte zwar den Krieg erklärt, besaß aber keinerlei Kriegsstrategie. Preußen und seinen Verbündeten unter Moltke gelang es rasch, durch geschickte Bewegungen die beiden französischen Armeen getrennt zu halten und einzeln in Sedan und in Metz einzuschließen und zu besiegen. Die napoleonischen Heerführer hatten sich als schwach erwiesen. Das war das Ende des Kaiserreichs und der chaotische Beginn einer neuen Republik.  Das französische Chasepott-Gewehr war deutschen Waffen überlegen. Das wurde aber durch eine stärkere preußische Artillerie kompensiert. Mit der Mitrailleuse erschien die erste Form des Maschinengewehrs auf dem Kriegsschauplatz. Die Kavallerie hatte damit ausgespielt. Bei Mars-la-Tour erlitten die Kürassiere und Ulanen bei Bredows "Todesritt" große Verluste. Es war eine der letzten großen Kavallerie-Attacken der Militärgeschichte. Die Neuaufstellung von französischen Armeen, die an der Loire, an der Somme und im Elsass beträchtliche Verteidigungskräfte entfalteten, zeigten, dass ein Volk, auch wenn schon nahezu geschlagen, dennoch zu großem Widerstand in der Lage ist. Die Belagerung von Paris und der Aufstand der Commune sind weitere Kriegskapitel. Weltpolitisch für die Zukunft bedeutsam wurden die nationale Einigung und die Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 in Versailles im Hauptquartier der Verbündeten, sowie die Annexion vom Elsass und Teilen Lothringens. Es gibt auffallend wenig Literatur zu diesem Krieg und diese Neuerscheinung ist deshalb hochwillkommen. 

Bremm, Klaus-Jürgen 70/71 Preußens Triumph über Frankreich und die Folgen. wbg Theiss 2019 Darmstadt

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