Klaus-Peter Wolf Samstags, wenn Krieg ist

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Inhaltsangabe zu „Samstags, wenn Krieg ist“ von Klaus-Peter Wolf

In dem kleinen Städtchen Ichtenhagen herrschen die Ultras. Wolf Kleinhaupt und seine Jungs gehen in der Woche ihren bürgerlichen Berufen nach. Samstags jedoch führen sie „ihren“ Krieg. Sie sind voller Hass. Hass auf Punks, Ausländer, Asylanten, Linke und Schickis. Und mit ihrer fremdenfeindlichen Meinung stehen sie in der Kleinstadt gar nicht so alleine da.Als die Schwester eines Mitgliedes der Ultras ermordet wird, schwören die Neonazis Rache. Der vermeintlich Schuldige ist schnell ausgemacht: Gino, der Sohn des italienischenPizzeriabesitzers. Eine erbarmungslose Hetzjagd beginnt. Nach Fäusten, Baseballschlägern und Messern,sind nun auch Schusswaffen und Sprengsätze im Spiel. Eine beispiellose Spirale der Gewalt erfasst Ichtenhagen. Und danach ist nichts mehr so, wie es einmal war.Klaus-Peter Wolf wagt einen Blick hinter die brutale Fassade seiner gewalttätigen Protagonisten und findet junge Menschen, die durch mangelnde Zukunftsperspektiven zutiefst verunsichert und frustriert sind. Gewalt hat eine Geschichte.Verfilmt mit Heino Ferch und Angelica Domröse unter der Regie von Roland Suso Richter.

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  • Leserunde zu "Totenstille im Watt" von Klaus-Peter Wolf

    Totenstille im Watt
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Sommerfeldt taucht auf ... Wer denkt, dass es in Ostfriesland gemütlich zugeht, der kennt den Nr.1-Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf noch nicht. In seinen erfolgreichen Krimis rund um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen sorgt er für reichlich Spannung zwischen Watt und Meer. In seinem neuen Roman "Totenstille im Watt" lernen wir nun einen neuen Helden kennen, denn im Mittelpunkt steht diesmal nicht die beliebte Kommissarin, sondern ein Arzt: Dr. Bernhard Sommerfeldt. Er ist für seine Patienten da. Auch Ann Kathrin Klaasen zählt zu ihnen. Und er ist diskret, entsorgt auch schon mal einen brutalen Ehemann. Was verbirgt Dr. Sommerfeldt? Ist er wirklich der Mensch, der er zu sein scheint?Das erfahrt ihr in unserer Leserunde zu "Totenstille im Watt", für die wir gemeinsam mit FISCHER Taschenbuch 25 gespannte Leser suchen. Über das Buch     Er ist der Arzt in Norddeich, dem die Menschen vertrauen. Ein Doktor aus Leidenschaft. Er behandelt seine Patienten umfassend. Kümmert sich rührend nicht nur um ihre Wunden, sondern nimmt sich auch ihrer alltäglichen Sorgen an. Hört ihnen zu. Entsorgt auch schon mal einen brutalen Ehemann. Verleiht Geld, das er nicht hat. Keiner weiß, dass er ein Mann mit Vergangenheit ist. Einer anderen Vergangenheit, als manche sich das vorstellen. Der jetzt mit neuer Identität ein neues Leben lebt. Wer ist dieser Dr. Sommerfeldt?Über Klaus-Peter Wolf       Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller in der ostfriesischen Stadt Norden, im selben Viertel wie seine Kommissarin Ann Kathrin Klaasen. Wie sie ist er nach langen Jahren im Ruhrgebiet, im Westerwald und in Köln, an die Küste gezogen und Wahl-Ostfriese geworden. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Bislang sind seine Bücher in 24 Sprachen übersetzt und über zehn Millionen Mal verkauft worden. Mehr als 60 seiner Drehbücher wurden verfilmt, darunter viele für »Tatort« und »Polizeiruf 110«. Die Romane seiner Serie mit Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen stehen regelmäßig mehrere Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste, derzeit werden einige Bücher der Serie prominent fürs ZDF verfilmt und begeistern Millionen von Zuschauern.Gemeinsam mit FISCHER Taschenbuch vergeben wir in unserer Leserunde 25 Exemplare von "Totenstille im Watt". Was du tun musst, um dabei zu sein? Bewirb dich bis einschließlich 15.06. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantworte die Bewerbungsfrage, die euch Klaus-Peter Wolf höchstpersönlich im folgenden Video stellt:    Wenn du eine neue Identität annehmen müsstest, wo würdest du hinziehen und wie würde deine neue Identität aussehen?Ich bin schon gespannt auf eure Antworten und drücke euch ganz fest die Daumen.         Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden. 

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  • Das Buch zum Film

    Samstags, wenn Krieg ist
    PeterK

    PeterK

    31. January 2016 um 17:39

    Nachdem ich mir kürzlich den Film zum Buch (110 Krimiserie) angesehen habe, kam nun das Buch an die Reihe. Ich hatte es schon seit einiger Zeit im Schrank, konnte mich aber mit dem Thema noch nicht so recht anfreunden. Das Buch ist natürlich ausführlicher und auch um einiges besser, als der Film. Die im Anhang erwähnten Recherchen hat der Autor sehr gut im Buch untergebracht. Ich muss mich immer wieder wundern, was er alles an Recherchen unternimmt, um seine Bücher authentisch zu schreiben. Große Klasse! Es ist schon erschreckend, mit welcher Einstellung diese Leute am Rande unserer Gesellschaft leben. Absolut lesenswert!

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  • Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe

    Samstags, wenn Krieg ist
    Stefan83

    Stefan83

    30. November 2011 um 17:47

    Mit Klaus-Peter Wolfs „Samstags, wenn Krieg ist“ hat der Bielefelder Pendragon Verlag im vergangenen Jahr einen Krimi wieder entdeckt, der, bereits 1994 erstmals veröffentlicht, viel zu lange sein Dasein unter den anderen vergriffenen Titeln gefristet hat, geht doch der Gelsenkirchener Autor hier als einer der ersten das heikle Thema Faschismus frontal und ungeschönt an. Das blieb auch dem Regisseur Roland Suso Richter nicht verborgen, welcher den Stoff des Romans für die Fernsehreihe „Polizeiruf 110“ mit Heino Ferch und Angelica Domröse in den Hauptrollen auf Zelluloid bannte (Ausstrahlung am 18. September 1994). Buch und Film wurden ein Erfolg, bis der SWR die Folge „wegen der missverständlich aufgenommenen Darstellung von Gewalt, des subjektiven Eindrucks der Nähe zu rechtsradikalem und nationalsozialistischem Gedankengut sowie teilweise äußerster Brutalität“ im Dezember 2006 für unbestimmte Zeit sperren ließ. Eine fragwürdige Maßnahme, insbesondere deswegen, da sowohl Buch als auch Film in den Schulen deutschsprachiger Länder fester Bestandteil des Deutschunterrichts geworden sind und die von Wolf behandelte Thematik der „rechten Gewalt“ auch 2010 weiterhin akut bzw. nicht gelöst ist. Zur Handlung: Deutschland, das fiktive Dorf Ichtenhagen. Seit einiger Zeit macht eine Gruppe junger Neonazis hier die Gegend unsicher und terrorisiert die Bevölkerung. Wie selbstverständlich laden sich die in Bomberjacke und Springerstiefel gekleideten Skins auf fremden Gartenpartys ein, um sich auf Kosten anderer vollzufressen und ins Koma zu saufen. Die Betroffenen leisten keine Gegenwehr, schauen ängstlich weg oder versuchen es den Randalierern mit aufgesetzter Freundlichkeit recht zu machen. Helfen tut nichts davon, denn die Ichtenhagener Ultras, bestehend aus Anführer Wolf, Jürgen, Dieter, Peter, Max und Siggi, sind vor allem auf Krawall aus. Mit soviel Gewalt wie nötig wollen die „Froinde“ das „Volk“ für den „Krieg“ vorbereiten, der das geliebte Vaterland „Doitschland“ von Ausländern, Linken und Juden befreien soll. Um sich über die Grenzen der Provinz hinaus einen Namen zu machen, wird bald darauf ein jüdischer Friedhof verwüstet und mit einem riesigen brennenden Hakenkreuz versehen. Für diese Aktion ernten sie Respekt, doch Wolf, der im Besitz von Sprengladungen ist, plant noch etwas weitaus Größeres. Ein Asylantenheim soll brennen. Und so etwas will sorgfältig geplant sein. Blöd nur, dass private Probleme dem gewalttätigen Einzelgänger in den Weg kommen. Während zu hause seine Mutter ihre Liebschaften wie Socken wechselt und sich dabei regelmäßig ein blaues Auge einhandelt, läuft auch bei Wolf selbst in Punkto Frauen alles schief was schief laufen kann. Siggis Schwester Renate hat ihm unverblümt den Laufpass gegeben und sich stattdessen mit dem Italiener Gino eingelassen. Wolf ist tief getroffen, kann es aber nicht auf sich sitzen lassen, dass ein „Itaker“ es mit seiner Angebeteten treibt. Er legt sich auf die Lauer und fängt Renate auf dem Nachhauseweg ab, um seinen Standpunkt klar zu machen. Doch die Dinge geraten außer Kontrolle: Wolf vergisst sich in seiner Wut, erwürgt Renate und vergräbt sie im Wald. Als man ihre Leiche schließlich findet, wird die kompromisslose Kommissarin Vera Bilewski auf den Mordfall angesetzt. Diese merkt relativ schnell, dass der Hauptverdächtige Gino die Tat nicht begangen hat. Wolf gerät zunehmend unter Druck, zumal Siggis behinderter Bruder Yogi Zeuge des Mordes geworden ist und ihn über kurz oder lang verraten könnte … „Je mehr ein Konflikt sich zuspitzt, um so größer werden die strittigen Themen vereinfacht. Am Ende geht es nur noch um Gut oder Böse. Wer tötet wen? Der Krieg beginnt damit, dass wir aufhören, in jedem Einzelnen das Individuum zu sehen und ihn nur noch als Teil einer Masse betrachten. Romane gestalten Einzelschicksale.“ Bereits das Vorwort zu „Samstags, wenn Krieg ist“ mach deutlich, dass es sich bei dem vorliegenden Buch um mehr als nur einen simplen Kriminalroman handelt. Auch wenn wir hier einen Mord vorfinden und eine Ermittlerin haben, die Nachforschungen führt, so ist Wolfs Werk doch gerade wegen seiner Beschreibungen abseits der üblichen kriminalistischen Handlung hervorzuheben. Mit viel Fingerspitzengefühl hat sich der Schriftsteller dem Thema Faschismus angenähert, dessen Hintergrund und die Umstände ergründet, um die Ereignisse aus Sicht der Täter (in erster Linie Siggi) zu präsentieren. Dabei meidet er kontrastreiche Schwarzweiß-Malerei genauso wie den erhobenen moralischen Zeigefinger. Stattdessen wirft Wolf einen direkten Blick hinter die Fassade und somit in die Köpfe der Protagonisten. Er versucht zu ergründen, wo die Ursache für stumpfe Gewalt zu finden ist. Der Leser ist dadurch den Figuren stets nah. Meist viel näher, als er eigentlich will und ertragen kann. Doch diese Perspektive und Wolfs zielgenaues Einfühlungsvermögen erlauben es uns, trotz gegensätzlicher moralischer und ethischer Ansichten, die Taten der gewalttätigen Protagonisten in gewisser Art und Weise nachvollziehen zu können und zu verstehen. Insofern ist Wolfs Vorwort vielfach anwendbar. Einerseits auf die verblendeten Faschisten, die ihre auswendig gelehrten Lehren auf die Allgemeinheit projizieren. Andererseits aber auch vielleicht auf uns selbst, die aufgehört haben, hinter den kahlrasierten Glatzen und dem zur Schau gestellten Hass das Individuum zu sehen. Niemand kommt mit Springerstiefeln zur Welt, nicht jeder Weg ist in Gänze selbst gewählt. Und das macht uns Wolf mit knallharter Sprache und in äußerst eindringlichen Bildern deutlich. Brutale Schlägereien, versuchte Vergewaltigungen, eiskalter Mord. „Samstags, wenn Krieg ist“ wählt die schonungslose Konfrontation mit dem Leser, bedeutet Hass, Zorn und Traurigkeit ertragen zu müssen. Obwohl man von den blutgetränkten Ami-Thrillern einiges gewohnt ist, trifft diese Kälte tiefer, als es jeder Serienkiller könnte, da das hier Beschriebene eben nicht abstrakt, sondern wirklich realistisch ist. Das man den Mörder von Beginn an kennt, ist dank Wolfs zielgerichteter und intensiver Schreibe deshalb auch wenig von Belang und tut der Spannung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Mit jeder weiteren Seite steuert die Geschichte auf den unvermeidlichen Showdown zu, nimmt sie durch schnelle Szenenwechsel und immer kürzere Kapitel noch mehr Fahrt auf. Nach knapp 250 Seiten ist dann Feierabend und die Dramatik entlädt sich im erwarteten Ausbruch der Gewalt. Die Bilder im Kopf jedoch bleiben, das Gelesene liegt schwer im Magen. In der Ausgabe des Pendragon-Verlags ist zudem ein Nachwort enthalten, in dem Klaus-Peter Wolf von den Erfahrungen seiner Lesereisen berichtet und erzählt, wie er durch die Konfrontation mit rechtsradikalen Schülern auf die Idee zu diesem Roman gekommen ist. Ein sehr erhellender Anhang, der die Ernsthaftigkeit von Wolfs Projekt noch zusätzlich unterstreicht und einmal mehr betont, dass eine harsche Auseinandersetzung mit der brutalen Realität manchmal mehr Erfolg zeitigt, als ein von Theoretikern ins Feld geführter pädagogischer Denkansatz. Und auch der von den „Ärzten“ besungene „Schrei nach Liebe“ ist oftmals treffender, als es der Gesellschaft letztlich lieb ist. Klaus-Peter Wolfs „Samstags, wenn Krieg ist“ ist in allen Belangen lesenswert. Eine rasante, knallharte Milieustudie mit messerscharfe Sprache, die nachdenklich macht und weiterhin ihren Weg in deutsche Schulen finden sollte. Kein reiner Krimi, aber ein gutes, ein spannendes und vor allem ein wichtiges Buch.

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  • Rezension zu "Samstags, wenn Krieg ist" von Klaus-Peter Wolf

    Samstags, wenn Krieg ist
    Simone Schäfer

    Simone Schäfer

    10. November 2009 um 17:34

    Sein bester Kriminalroman ist meiner Meinung nach „Samstags, wenn Krieg ist“ (Pendragon Verlag). Den Roman hat er auch unter dem gleichen Titel für die ARD verfilmt. Leider hat der Fernsehdirektor den Film 2002 gesperrt, seitdem darf er nicht mehr gezeigt werden. Verrückte Welt… Was ist in dem Zusammenhang eigentlich Zensur? - Ich habe den Film damals gesehen und natürlich das Buch gelesen. Für mich ein Meisterwerk.

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  • Rezension zu "Samstags, wenn Krieg ist" von Klaus-Peter Wolf

    Samstags, wenn Krieg ist
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. September 2009 um 22:36

    „Ich habe es geliebt, mit meinen Büchern auf ausgedehnte Lesereisen zu gehen. […] Ich machte 1990 mehr als 4000 Veranstaltungen. Aber dann begann sich etwas zu verändern. […] Nun weigerten sich an verschiedenen Orten Schüler, an meiner Veranstaltung teilzunehmen, weil sie ‚so einer linken Zecke‘ nicht zuhören wollten.“ Jene Worte sind dem Krimi „Samtags, wenn Krieg ist“ von Klaus-Peter Wolf in einem Epilog nachgestellt. Ein Buch, das vom SWR, damals noch SDR, im gleichen Zuge verfilmt werden sollte. In der Regie von Roland Suso Richter ist die Folge 163 „Samstag, wenn Krieg“ des Polizeirufs 110 mit Angelika Domröse am 18.9.1994 erstmalig ausgestrahlt worden und stieß auf viel positive Resonanz. Im Juli diesen Jahres ist im Pendragon Verlag eine Neuauflage des Krimis erschienen. Klaus-Peter Wolfs Schriftstellerbiographie ist lang, fast unerschöpflich. Als kleiner Steppke bereits schrieb er Geschichten und war damit recht schnell erfolgreich. Auch sein vorliegender Krimi zieht in den Bann. Wolf und Siggi sind starke Typen. Vor allem lassen sie sich von den Spießbürgern in Ichtenhagen nichts sagen. Wolf ist der Anführer ihrer Rechtenbande. Wolf, der Söldner. Er will das ganze Ausländer-Drecksgesindel weghaben aus seiner Stadt und dafür braucht es natürlich auch einige Aktionen, um denen und der Stadt zu zeigen, wo es Zukunft lang gehen soll. Die Schändung einiger Gräber und ein riesiges Feuer auf dem Friedhof sollen dabei nur der Anfang sein. Das größte Ereignis wird die Sprengung das Asylantenheims in Ichtenhagen werden. Damit würde Wolf sich und seiner Bande ein Denkmal setzen. Und vor allem auch Gleichgesinnte ins Boot holen. Einzig Siggis Bruder Yogi, eigentlich Johannes, passt nicht ganz in das völkisch reine Bild von Wolf und seinen Anhängern. Yogi ist seit einem Autounfall geistig behindert und braucht die Hilfe seiner Familie. Da Siggi aber für seinen Bruder einsteht und Wolf auch in Renate, Siggis Schwester verliebt ist, drückt der ein Auge zu. Wenn nur Renate nicht mit diesem Gino, dem Itaker-Pizzabäcker rummachen würde. Als Wolf die beiden auf einer Grillfeier der Italiener zusammen sieht, kann er seine Wut nicht im Zaum halten… Als Renate tot im Wald vom Rentner Hubertus Schnee, der mit seiner Schäferhündin Bessie jeden Morgen spazieren geht, gefunden wird, macht sich die Kommissarin Vera Bilewski auf, den Fall um Renate zu lösen. „Romane gestalten Einzelschicksale“, steht in der Zueignung des Romans. Durch Einzelschicksale will der Autor die Gründe für ein nationalistisches Gewaltpotential suchen, die vor allem innerhalb der Familie und deren Probleme zu finden sind. Dabei leuchtet Klaus-Peter Wolf auch die Familiensituationen der Randfiguren des Romans genau aus und gibt somit einen soziologischen Querschnitt menschlicher Lebensweisen. So stellt sich auch vor allem für den Leser die Frage, wieso Einer zum Schläger und Mörder wird, ein Anderer aber sein Leben lebt und sich vielleicht in den Berufsalltag stürzt. Ein Blick hinter die Taten der Bösen soll Einsicht geben, Diskussionsansatz bieten. „Ich erinnere mich an eine Lesung in einer kleinen Buchhandlung. Ein Bär von einem Mann stand auf […]. Er sagte, er habe den Film zunächst gehasst, aber die Bilder hätten ihn auch nicht losgelassen. ‚Ich musste immer daran denken.‘ Dann hätte ihm seine Freundin dieses Buch geschenkt. […] Er habe ‚gelebt wie die, sagte er und er hätte ‚jede Menge Türken geklatscht. ‚Beim Lesen habe ich kapiert, dass ich eigentlich immer nur sauwütend auf meinen Vater war. ‘“ Am 27.12.2006 wurde vom Südwestrundfunk folgende offizielle Mitteilung herausgegeben: «Wegen der mißverständlich aufgenommenen Darstellung von Gewalt in dem Polizeiruf 110 'Samstags, wenn Krieg ist' hat der Fernsehdirektor des SWR den Film bis auf weiteres gesperrt, so daß der Film bis auf weiteres nicht wiederholt wird.» Im Nachwort wird die Intention des Buches besonders deutlich und die Suche nach einer Antwort, dem Ausloten, warum Banden und Bandenkriege entstehen, ist der Struktur des Buches durchaus anzumerken. Die Dialoge und Handlungsführung entspringen einer geübten Hand und sind daher ein unterhaltender Lesegenuss. Die Geschichte als solche ist nicht unbedingt überraschend, muss sie aber in ihrer didaktischen Handhabe vielleicht auch nicht sein. Ein bisschen ärgerlich ist, dass das Buch so einige Fehlerchen aufweist, die dem Lektorat durch die Lappen gegangen sind. Doch die Geschichte um Siggis Familie und Wolf ist überzeugend und mit dem Nachwort des Autors in ihrer Motivation geschrieben und wird so wohl hoffentlich wieder als Schullektüre eingesetzt werden und auch anderweitig krimibegeisterte Leser finden. Vielleicht kann die Wiederauflange dieses Buches auch die Polizeiruf-110-Folge wieder aus dem Giftschrank hervorholen. Denn, Produktionen, die Diskussion hervorrufen und Menschen aufwecken können, werden gebraucht. Immer. Erstveröffentlichung auf sandammeer.at

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