Klaus Amann

 4,4 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Josef Winkler, Drehe die Herzspindel weiter für mich und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Klaus Amann

Studium der Deutsche Philologie und Anglistik
Dissertation 2006; Assistenzprofessor am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck/Österreich

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Klaus Amann

Cover des Buches Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus (ISBN: 9783835319677)

Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus

 (13)
Erschienen am 04.07.2016
Cover des Buches Das Kind (ISBN: 9783835316720)

Das Kind

 (5)
Erschienen am 02.03.2015
Cover des Buches Das Wechselbälgchen (ISBN: 9783835327825)

Das Wechselbälgchen

 (3)
Erschienen am 02.03.2015
Cover des Buches Drehe die Herzspindel weiter für mich (ISBN: 9783835316522)

Drehe die Herzspindel weiter für mich

 (2)
Erschienen am 30.03.2015
Cover des Buches Der Weg zum Ödensee (ISBN: 9783852520841)

Der Weg zum Ödensee

 (1)
Erschienen am 01.01.1996
Cover des Buches Alle Gedichte (ISBN: 9783902497659)

Alle Gedichte

 (0)
Erschienen am 23.02.2010
Cover des Buches Erzählungen aus dem Nachlass (ISBN: 9783835313941)

Erzählungen aus dem Nachlass

 (0)
Erschienen am 04.04.2018

Neue Rezensionen zu Klaus Amann

Cover des Buches Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus (ISBN: 9783835319677)L

Rezension zu "Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus" von Christine Lavant

Ein beklemmender Bericht
la_chiennevor einem Jahr

Christine Lavant (1915-1973), bekannt vor allem durch ihre Lyrik, wuchs als neuntes Kind eines Bergmanns und einer Flickschneiderin in sehr ärmlichen Verhältnissen in Kärnten auf. Wegen einer schlimmen Erkrankung musste sie schon früh ihren Schulbesuch aufgeben und verdiente sich ihren Lebensunterhalt hauptsächlich mit Strickarbeiten.

In den erstmals 2001 veröffentlichten "Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus" berichtet Lavant von ihrem sechswöchigen Aufenthalt in der Landes-Irrenanstalt in Klagenfurth. Dorthin hatte sie sich im Alter von 20 Jahren nach einem missglückten Selbstmordversuch freiwillig einweisen lassen.
Selbstmordgedanken beschäftigten sie laut eigener Aussage bereits seit ihrem 13. Lebensjahr. Nur in Phasen exzessiven Lesens sei es ihr besser gegangen. Gegenüber den Ärzten gibt sie allerdings als Grund für ihren Suizidversuch eine unerfüllte Liebe an – den zu dieser Zeit fast einzig gesellschaftlich akzeptierten Grund für alle Frauenleiden, der auch nicht zu weiteren Nachfragen führt. Ihre Leseleidenschaft und ihr schriftstellerischer Ehrgeiz – das was ihr nach eigenem Empfinden gut tut – werden von den Ärzten nur müde belächelt ("Wieder ein abschreckendes Beispiel dafür, wohin es kommt, wenn Arbeiterkinder Romane lesen anstatt zur ordentlichen Arbeit herangezogen werden.") Stattdessen wird ihr "als das beste Mittel gegen Hysterie" ein "strenger Dienstplatz" als Hausmädchen nahegelegt. Lavant, die auf Gemeindekosten in der Psychiatrie verweilt, und deshalb als Patient dritter Klasse behandelt wird, blickt schnell hinter die in der Heilanstalt vorherrschenden Machtstrukturen, die eins zu eins ein Abbild der gesellschaftlichen Klassenverhältnisse außerhalb der Klinikmauern sind. Die schwächeren, sprich ärmeren Glieder sind wehrlos der Willkür des Klinikpersonals und der Zudringlichkeit ihrer Mitpatienten ausgeliefert.
Lavant beschreibt aus der Perspektive einer jungen Frau den Alltag in dem Irrenhaus. Sie berichtet eindringlich von den beobachteten Schrecken und den Versuchen, sich dort trotzdem zu behaupten. Sie reflektiert tagebuchartig über das, was sie erlebt, wahrnimmt und empfindet.
So tragisch und beklemmend ihre geschilderten Erlebnisse sind, Funken von Selbstironie blitzen immer wieder im Text und vor allem an dessen nicht "frommen" Schluss auf.

Die Ausgabe des Wallstein Verlags ist 2016 mit einem von Klaus Amann verfassten umfassenden Nachwort erschienen. Was die von Lavant – zwar in poetischer Weise – geschilderten Gräuel für mich nochmal bedrückender gemacht hat, ist nun das Wissen, dass gegen 15 Personen aus der Abteilung, die den Schauplatz der Erzählung Lavants bildet, nach dem Krieg Anklage wegen der Tötung sog. "unwerten Lebens" erhoben wurde.

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Cover des Buches Das Wechselbälgchen (ISBN: 9783835311473)M

Rezension zu "Das Wechselbälgchen" von Christine Lavant

Trauriges Leben
Milagrovor 5 Jahren

Das Wechselbälgchen ist eine kleine, feine Erzählung der 1915 geborenen österreichischen Autorin Christine Lavant. Lavant war als Kind bereits schwer krank, als junge Frau verbrachte sie nach einem Selbstmordversuch freiwillig  einige Zeit in der Psychiatrie. Diese Erfahrungen mögen eingeflossen sein in die Geschichte um das kranke Mädchen, das unehelich geboren wird, getauft auf den vom Pfarrer ausgesuchten Namen Zitha. Sie lebt mit ihrer Mutter auf einem Hof, das kärglichen Leben und die Sprachlosigkeit erschüttern. Ausgegrenzt in dieser einfachen Gesellschaft erlebt Zitha ein wenig Aufmerksamkeit bei anderen Kindern, versteht das Geschehen um sich herum. Die Erzählung beeindruckt durch die einfache, kindliche Sprache, die schnellen Gedankengänge und die gefühlsarme Darstellung.  Nur selten blitzen etwas Liebe und Zuwendung hervor, dann aber so direkt, dass das Lesen insgesamt zu einem wirklichen Erlebnis wird.

Kommentare: 1
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Cover des Buches Todo sobre mi madre (ISBN: 9783150091357)M

Rezension zu "Todo sobre mi madre" von Pedro Almodóvar

Rezension zu "Todo sobre mi madre" von Pedro Almodóvar
marimirlvor 13 Jahren

Ein kurzweiliges Drehbuch, welches sich mit der Geschichte einer Frau beschäftigt, die ihren Sohn verloren hat. Die Protagonistin verbringt viel Zeit in der Schwulen-/Transvestitenszene und lernt dort viele neue Freunde kennen, seien es Transen, Sozialhelfer oder Schauspieler.

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