Klaus Böldl Der Atem der Vögel

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Inhaltsangabe zu „Der Atem der Vögel“ von Klaus Böldl

Seit zwei Jahren lebt Philipp auf den Färöer Inseln nördlich von Schottland. Er, ein Deutscher Mitte dreißig, ist ein Einzelgänger, seine Tage verbringt er mit ausgedehnten Spaziergängen durch die raue Natur. Von seiner Lebensgefährtin Johanna, einer Krankenhausärztin, entfremdet er sich immer mehr, mit ihrer kleinen Tochter Rannvá hingegen verbindet ihn ein stilles Einvernehmen. Als Johanna und Rannvá auf eine Reise gehen, macht sich auch Philipp auf den Weg: Er beginnt eine Wanderung über die Inseln, die ihn immer tiefer in die Natur führt. Wird er erst im Weggehen zu sich kommen? Wird er erst im Verschwinden seinen Ort finden?

Ein Buch, das etwas eintönig ist, aber tolle Naturbeschreibungen enthält.

— Curin

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  • Dürftig und sinnlos...

    Der Atem der Vögel

    Caydence

    28. August 2017 um 19:22

    Philipp lebt auf einer der Färöer-Inseln mit seiner Lebensgefährtin Johanna und deren Tochter Rannvá. Man erfährt nicht viel über ihn, nur dass sein Verhältnis zu Johanna etwas zwiespältig ist und er sogar befürchtet, dass sie ihn mit ihrem Kollegen vom Krankenhaus in dem sie arbeitet, betrügt. Wenn dieses Büchlein nicht so kurz gewesen wäre, hätte ich es nicht zu Ende gelesen. Die "Handlung" beschränkt sich im Wesentlichen auf die Beobachtungen der Natur und Szenen des alltäglichen Lebens auf einer Färöer Insel, die Philipp auf seinen Spaziergängen macht. Ein wenig Farbe bekommen seine Erzählungen nur durch die liebevolle und innige Beziehung, die er zu Rannvá, der Tochter seiner Partnerin Johanna hat. Auch wenn der Schreibstil mit poetischen Wendungen und außergewöhnlichen Wortschöpfungen, wie "das kaltböse Herüberspähen" aufwartet, reicht das nicht aus, um die fehlende Handlung unterhaltsamer zu gestalten. Es passiert nichts von Bedeutung und sogar als eine Frau tot aufgefunden wird, die Philipp vorher noch gesehen hat, versandet diese Tatsache in der Flut seiner sonstigen, etwas sprunghaften Beschreibungen. Für meinen Geschmack war das leider zu dürftig und sinnlos...

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  • Einseitige Handlung

    Der Atem der Vögel

    Curin

    01. June 2017 um 14:08

    Auf einer dünn besiedelten Färöer Insel lebt Philipp gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Johanna zusammen. Während sie als Krankenhausärztin viel Zeit an ihrem Arbeitsplatz verbringt, unternimmt er lange Spaziergänge in die menschenverlassene Natur... .Klaus Böldl hat hier einen besonderen Roman mit einer sehr reduzierten Handlung geschrieben, die sich fast ausschließlich auf die Figur Philipp und dessen Wanderungen konzentriert. Er und seine Beobachtungen stehen im Mittelpunkt der Geschichte, während man sonst kaum und wenn überhaupt, nur beiläufig etwas über ihn erfährt. So muss man sich vieles selbst erschließen und kann dadurch eigene Schlüsse ziehen.Für mich ist Philip die ganze Zeit über eine blasse und unnahbare Figur geblieben. Seine Gedankengänge waren mir oft etwas zu wirr und nur wenige Punkte konnte ich nachvollziehen. Johanna, über die ich gerne mehr erfahren hätte, scheint für ihn nur eine Last zu sein, die ihn bedrängt. Der Schreibstil von Klaus Böldl ist anspruchsvoll und hat mir gut gefallen. Da leider nur eine Figur im Fokus steht, ist das Buch etwas eintönig und stellenweise zäh und langweilig. Die Beschreibungen der Natur haben es mir allerdings angetan und haben aus meiner Sicht den Roman gerettet. Insgesamt erhält man mit ,,Der Atem der Vögel" ein Buch, welches sich fast ausschließlich auf den Protagonisten Philipp konzentriert und dadurch nur einseitig gestaltet ist. Letztendlich konnte es mich nicht ganz überzeugen.

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  • Berückend schöne Naturbeschreibungen bei gleichzeitigem Selbstverlust

    Der Atem der Vögel

    Schelmuffsky

    18. April 2017 um 14:47

    Neulich war das Hintergrundbild der Suchmaschine Bing ein traumhaft schönes Foto von den Färoer-Inseln. Das veranlasste mich, den neuen Roman von Klaus Böldl in die Hand zu nehmen, der genau dort spielt und oben auf dem Stapel der ungelesenen Bücher lag. „Roman“, „spielen“, beides sind im Zusammenhang mit diesem Buch irreführende Wörter, erzählt im eigentlichen Sinne wird fast nichts, zu Anfang gibt es noch ein paar hingetupfte Episoden, die gegen Ende des Textes allmählich in einer reinen Beschreibung der Umgebung verebben. Philipp, der „Erzähler“, lebt mit Johanna und deren Tochter zusammen. Von Johanna erfahren wir wenig außer, dass sie im örtlichen Krankenhaus arbeitet, und dass sie für Philipp „überpräsent“ ist: „Während man mich stets zuverlässig an einer Stelle finden kann, (…) ist Johanna stets im Haus. Alle Räume und noch die entlegensten Winkel strotzen geradezu von ihrer Gegenwart. Überall hat sie soeben etwas aufgeräumt, glänzt noch das Fensterbrett, die Tischplatte, über die sie eben noch mit dem feuchten Lappen gewischt hat, und überall kann man den leisen Duft ihres Parfüms erschnuppern, oder auf einem Sitzpolster noch ihre Körperwäre spüren. Man muss Johanna schon fest an sich drücken, um die Grenzen ihres Körpers zu erfahren.“ Es ist schwer, neben so einem Menschen anwesend zu sein, „Raum zu greifen“, in der Tat gelingt dies Philipp nur außerhalb des Hauses: „Es kommt mir so vor, als sei in unserem Leben mir allein die Aufgabe zugeteilt, mich in der Welt draußen vor den Fenstern zu verlieren.“ Diesen Selbstverlust zu kompensieren gelingt Philipp allenfalls im Zusammensein mit Johannas kleiner Tochter Rannvá, zumal bei den ausgedehnten Spaziergängen in die landschaftlich einzigartige Umgebung. Rannvá ist wie alle kleinen Kinder präsent, ohne Philipp in seinem Selbst einzuschränken. Es ist erkennbar, dass Philipp das als befreiend erlebt. Wir wissen von Philipp nur, dass er eines Tages mit einem Werkvertrag des Nationalmuseums auf die Färöer kam, um dort eine Chorgestühl zu restaurieren. Er macht ein paar Andeutungen über seine damalige Kollegin, wie sonst auch erschöpfen sich diese aber in der Beschreibung von äußeren Eindrücken. Was Philipp aktuell tut, wozu er ein kleines Arbeitszimmer benötigt, darüber erfahren wir nichts. Seine Wahrnehmung erschöpft sich im Beobachten, mehr als das Sichtbare scheint ihn nicht zu interessieren, zum Beispiel auch nicht, ob Johanna mit dem Kollegen Jens, der öfter mal bei ihr zuhause auftaucht, eine Affäre hat oder nicht. Philipp teilt noch andere Beobachtungen mit, eine junge Frau, der er als Bedienung in einem Hotelrestaurant kurz begegnet war, wird wenige Tage darauf tot aus dem Hafenbecken geborgen. In einer Kindheitserinnerung wird kurz ein Junge erwähnt, mit dem Philipp damals befreundet war, der aber irgendwann spurlos verschwand. Als Leser fühlt man sich ein wenig alleine gelassen mit diesen hingeworfenen Schnipseln, die nicht aufgelöst werden. Es scheint dies aber in der Natur von Philipp zu liegen, dass er beobachtet, sich aber nie Fragen stellt nach einem Warum, Wie oder nach dem, was in der Zukunft für ihn bereit liegen könnte. Bei all dem glänzt Böldl wieder mit großartigen (Natur-)Beschreibungen. Nach der Abreise von Johanna und Rannvá zu Johannas Mutter macht Philipp sich auf einen ziellosen Weg. Ab dann werden nur noch Beobachtungen notiert, die Orte, durch die er kommt, kleinste Wahrnehmungen, die Stille, die sogar den Leser bei der Lektüre geradezu einhüllt. Die Landschaft ist karg, selbst die Häuser sind schwarz, oftmals rief ich Wikipedia-Artikel auf oder betrachtete die Gegend auf Google Earth und dachte bei mir, dass man in dieser Umgebung durch die Reduktion der Außenreize – kaum Farben, keine Musik, wenig von Technik herrührende Geräusche, wenig Begegnungen – eigentlich auf sich zurückfallen müsste. Bei Philipp passiert dies nicht, er fällt gleichsam ins Außen, verliert sich selbst, wie er es im obigen Zitat schreibt, verliert sich in einem Maße, dass eine Rückkehr unter Menschen kaum vorstellbar ist. Mir fiel Christopher Knight ein, über den ich neulich einen Artikel gelesen hatte. Christopher Knight war als junger Mann eines Tages mit seinem Auto immer weiter in die Wildnis des amerikanischen Nordens vorgedrungen, bis der Tank leergefahren war. Er lebte 27 Jahre ohne jeden Kontakt zu anderen Menschen und wurde nur zufällig gefunden. Von dieser Sorte Mensch scheint mir auch Philipp zu sein. Die Lektüre war für mich zwiespältig. Die Präzision der Beschreibungen ist hohe Sprachkunst, die mangelnde Selbstreflexion des Erzählers aber war für mich manchmal ein Ärgernis. Und so habe ich das Buch nach der Lektüre etwas ratlos wieder zugeschlagen.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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