Klaus Bonn

 4,4 Sterne bei 79 Bewertungen

Lebenslauf

Klaus Bonn, geboren 1958, ist freier Autor und Übersetzer. Er übersetzte u. a. H. D. Thoreau, Harriet Taylor Mill und Cloe Aridjis und übertrug für mare Herbert Clyde Lewis' »Gentleman über Bord« (2023) und Constance Fenimore Woolsons »Skizzen des Südens« (2025) ins Deutsche.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Liebe und Salzwasser (ISBN: 9783866487512)

Liebe und Salzwasser

Erscheint am 24.03.2026 als Gebundenes Buch bei mareverlag.

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Neue Rezensionen zu Klaus Bonn

Cover des Buches Gentleman über Bord (ISBN: 9783690940016)
Karola_Dahls avatar

Rezension zu "Gentleman über Bord" von Herbert Clyde Lewis

Karola_Dahl
Viele detaillierte Gedanken im Angesicht des unerwarteten Todes

Das Cover zeigt ein in der Ferne schwindendes Schiff in ruhiger See vor weißem Halbrund, die untergehende Sonne vielleicht darstellend. Dann jedoch würde die nur in blau-weiß gehaltene Szene farblich unkorrekt sein, thematisch aber gut passen. Die Szenerie spielt im 20. Jahrhundert  auf dem Frachtschiff S. S. Arabella mit nur wenigen zahlenden Passagieren mitten im Pazifik auf der Reiseroute zwischen Hawaii und Panama. Die Hauptfigur Henry Preston Standish, erfolgreicher Börsenbroker aus N.Y. mit Midlife-Crisis, landet unter unglücklichsten Umständen aus Versehen mitten im Pazifik und wird erst nach vielen Stunden auf seinem Schiff vermisst. Auf einer Erzählebene geht es um seine anfänglichen Hoffnungen auf Rettung bis zu seinem endgültigen, schrittweisen gedanklichen und körperlichen Zerbrechen, in die finale Akzeptanz seines Schicksals. Angesicht des drohenden Todes bieten seine weitschweifenden Gedankengänge über Familie und seinen beruflichen sowie gesellschaftlichen Rahmen einen guten Einblick in die damalige amerikanische, gutsituierte Mittelschicht. Die zweite Erzählebene behandelt die sich währenddessen zuspitzende Situation auf dem Schiff mit den Überlegungen der Schiffsmannschaft und der Passagiere.  Durch seine Erziehung zum Gentleman verdammt wirkt das gesamte gebändigte Agieren des Mr. Scandish in dieser lebensgefährlichen Situation trotz Schwimmfähigkeit etc. kontraproduktiv, könnte als Satire voller Ironie gelten. Denn auch die abschließende nächtliche Suchaktion der Schiffscrew konnte kaum erfolgreich sein. Im Nachwort vertiefen familiäre historische Fakten den Blick auf Tradition und Erziehung der Familie Scandish, aber auch auf das Miteinander der Mitreisenden wird detailliert eingegangen. Die stille Hoffnung auf eine eigentlich unmögliche Rettung wird erst ganz zum Schluss aufgegeben und damit ein straffer Spannungsbogen in diesem relativ kurzen, intensiven Roman gezogen.


Cover des Buches Gentleman über Bord (ISBN: 9783690940016)
wbetty77s avatar

Rezension zu "Gentleman über Bord" von Herbert Clyde Lewis

wbetty77
Ein besonderes Buch

Gentleman über Bord von Herbert Clyde Lewis ist erstmals 1937 erschienen. Mit seinen knapp 180 Seiten und zehn Kapiteln ist es ein kurzer, aber prägnanter Roman.

Henry Preston Standish, Geschäftsmann aus New York, reist von Honolulu nach Balboa, Panama. Er ist schon ein paar Monate auf Reisen, da er in einer Sinnkrise steckt. Seine Frau und seine Kinder sind zu Hause in der Wohnung am Central Park geblieben. Die Arabella, auf der er mitfährt ist eigentlich ein Frachtschiff. Deshalb fahren außer ihm nur eine handvoll Passagiere mit. Eines frühen morgens genießt Standish den Sonnenaufgang über dem Pazifik, als er plötzlich auf einem Ölfleck ausrutscht und über Bord geht – unbemerkt von den anderen.

Die Arabella entfernt sich immer weiter von ihm und Standish treibt einsam im Ozean. Stundenlang haart er aus, in der Hoffnung, jemand bemerkt sein fehlen und das Schiff kehrt zurück. Während er im Ozean wartet, denkt er über vieles nach. Zu Beginn macht Standish sich noch Sorgen um die Peinlichkeit, dass er, ein gestandener Geschäftsmann, durch ein solches Missgeschick über Bord geht. Doch als die Stunden vergehen, wird im bewusst, wie viel Glück ihm im Leben zuteil wurde, ohne, dass er sich sonderlich bemühen musste. Nur jetzt scheint es so, als ob ihm sein Glück verlassen hätte.

Dem Autor ist ein eindringlicher Roman gelungen, der trotz der Kürze seine Hauptfigur und auch alle weiteren präzise beschreibt. Gentleman über Board ist eine fabelhafte Geschichte über die Unvorhersehbarkeit des Lebens, punktgenau erzählt. Es ist eine Art Roman, die nicht alltäglich ist. Mich hat die Geschichte begeistert, aber auch nachdenklich zurückgelassen. 

Cover des Buches Gentleman über Bord (ISBN: 9783690940016)
Ellinorliests avatar

Rezension zu "Gentleman über Bord" von Herbert Clyde Lewis

Ellinorliest
Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wie schon so oft, fasziniert es mich jedes Mal von Neuem, wie es manche Autoren schaffen, auf unter 200 Seiten ganze Lebensgeschichten zu erzählen, ohne dass man das Gefühl hat, etwas zu verpassen. Gentleman über Bord ist eines dieser Bücher. Hier passiert eigentlich nicht viel: Ein Mann ist auf dem Weg von Hawaii zum amerikanischen Festland. Er fährt mit einem kleinen Boot, außer ihm gibt es nur noch wenige weitere Passagiere, auch die Mannschaft ist nicht zahlreich. Eines Tages steht er bereits im Morgengrauen auf. Durch unglückliche Umstände rutscht er aus und stürzt ins Wasser. Niemand hat den Vorgang beobachtet, erst Stunden später wird er vermisst. In mehreren Kapiteln wird nun aus der Sicht des Unglücklichen, der Mitreisenden oder der Crew berichtet. 

Sehr gekonnt beschreibt und beobachtet Herbert Clyde Lewis die Ereignisse, stellt die verschiedenen Perspektiven dar. Bis zuletzt bleibt die Hoffnung, alles möge gut ausgehen.

Eine großartige Wiederentdeckung durch den Mare Verlag! Aus dem Englischen von Klaus Bonn.

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