Klaus Brinkbäumer

 4.5 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Der Traum vom Leben, Im Wahn und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Klaus Brinkbäumer

Klaus Brinkbäumer, geboren 1967, ist Chefredakteur des SPIEGEL. Nach Stationen bei verschiedenen Zeitungen, darunter »Abendzeitung«, »Berliner Kurier« und »Focus«, wechselte Brinkbäumer 1993 zum SPIEGEL, wo er für die Ressorts Sport, Deutschland, Ausland und Gesellschaft arbeitete und vier Jahre lang als Korrespondent aus New York berichtete. 2011 wurde Brinkbäumer zunächst Textchef, dann stellvertretender Chefredakteur, im Januar 2015 schließlich Chefredakteur des SPIEGEL. In dieser Funktion nimmt er auch die Aufgaben des Herausgebers bei SPIEGEL ONLINE wahr. Für seine journalistische Arbeit wurde er u. a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Henri-Nannen-Preis und dem Deutschen Reporterpreis ausgezeichnet, 2015 wählte ihn das »medium magazin« zum »Chefredakteur des Jahres«. Brinkbäumer ist Autor mehrerer Bücher, bei DVA erschien »Die letzte Reise. Der Fall Christoph Columbus« (2004).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Im Wahn

 (8)
Neu erschienen am 17.11.2020 als Hardcover bei C.H.Beck.

Im Wahn: Die amerikanische Katastrophe

Neu erschienen am 20.10.2020 als Hörbuch bei Audible Studios.

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Rezension zu "Im Wahn" von Klaus Brinkbäumer

Wenn eine Kultur sich trennt und zerfällt
michael_lehmann-papevor 14 Tagen

Wenn eine Kultur sich trennt und zerfällt

 

Es ist tatsächlich wie ein Lehrstück, in dem man sich in gewisser Weise in die Antike oder, besser gesagt, in jede reine „Macht-Geschichte“ er Menschheit zurückversetzt fühlt.

 

Die USA unter Donald Trump. Nach der Wahl. In der Pandemie und Wirtschaftskrise, in massiver Trennung und Reibung von mindestens zwei Blöcken der Bevölkerung, die in etwa zahlenmäßig gleich stark unversöhnlich scheinend gegeneinanderstehen.

 

Und dabei geht es gar nicht nur oberflächlich im „Fans und Gegner“ einer konkreten Person.

 

Wie Klaus Birnbäumer und Stephan Lampy fundiert, breit und gut lesbar ausführen, sind vielfache Sollbruchstellen in der US-amerikanischen Gesellschaft zu betrachten und zerren nicht nur aneinander, sondern auch an Grundlagen der ehemals stolzen „westlich-demokratischen Zivilisation“.

 

Und ebenso ist zu beobachten, wie „machtlos“ das „System“ zunächst ist, in Panik fast erstarrt gegenüber einer mächtigen Person vordergründig. Ein Rütteln an den Grundfesten der Demokratie, wie es einem antiken Drama und Machtkampf diverser Caesaren, Adlige, Monarchen oder anderen Machtorientierten Kräften entspricht.

 

Medien, Social Media, Lügen, Intrigen, Strategien, Taktik, rohe Gewalt, wo man auch hinschaut zur Zeit (und das gilt beileibe nicht nur für die USA), alles wird persönlichen Interessen untergeordnet. Macht, Einfluss, Geld, der eigene Vorteil, die eigene Hybris, all das scheint mehr zu gelten, viel wichtiger zu sein als eine offene Haltung, ein fairer Umgang oder, zumindest, das Stellen der Interessen des Landes und der Allgemeinheit über die eigen kurzfristigen Vorteile.

 

Und ein vielfachen Resonanzboden tut sich auf, seit Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten bereits in den USA. Das Emotionen wichtiger sind als Fakten. Dass Fakten nur in den persönlichen Bezügen wahlweise Geltung erlangen und alle anderen Meinungen, Fakten, Überzeugungen schlichtweg falsch sind.

 

Ein wahrhaft „Dirty Job“, wie eines der Kapitel im Buch treffend benannt ist.

 

Korrespondierend mit einer weiteren Überschrift, die vielleicht am Besten die Haltung der Gesellschaftsgruppen einander gegenüber treffend benennen: „Hängt Sie auf“!

 

Minutiös und mit vielen Beispielen aus dem „ganz normalen Leben“ gehen die Autoren der Ursache dieser Spaltung im Land auf den Grund, leiten lange Entwicklungslinien her und kommen zu einem überzeugenden Schluss: Tatsächlich ist die Demokratie in Gefahr. Und da können die USA ein mahnendes, aber aktuell auch ein lohnendes Beispiel für andre liberalen Demokratien sein.


 Gelingt es, eine Rückkehr zu demokratischen Prinzipien zu finden oder bleibt es bei dem insulären Denken aller Individuen, dass nur sie selbst im Recht sind und ein starker Mann / Frau mal richtig (natürlich allein im eigenen Sinne) „aufräumen muss“? Mit bedacht argumentieren die Autoren dabei für eine Änderung des Wahlrechtes in den USA, dass ebenfalls über Jahrzehnte in seiner Struktur den Bedürfnissen der gerade Mächtigen und der Sicherung deren Macht angepasst worden ist.

 

Ob nun von außen Ratschläge an die USA gut sein mögen oder eh nicht gehört werden, spielt bei der Lektüre dieses Buches erst einmal keine Rolle. Am Ende hat der Leser ein tiefes und klares Verständnis von Entwicklungen, an deren Ende, nicht an deren Anfang, ein Präsident wie Donald Trump steht.

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Rezension zu "Im Wahn" von Klaus Brinkbäumer

Ein sehr interessanter Einblick in die Entwicklung der amerikanischen Medien und die Politik
monerlvor 18 Tagen

Meine Meinung
Die Autoren zeigen uns die Entwicklung der amerikanischen Politik, sie erklären die Grundsätze der beiden amerikanischen Parteien – Demokraten und Republikaner -, sie analysieren Trumps Handlungen, Aussagen, Tweets, beweisen die Verdrehung der Wahrheit durch Trump und seiner Partei und weisen auf die Wichtigkeit der Medien hin, als auch auf die Entwicklung der Medienlandschaft, die erst dadurch einer Person wie Trump Auftrieb und den Sieg bei der letzten Präsidentschaftswahl von 2016 ermöglicht hatte.

Wer von diesem Buch erwartet, es wäre eine trockene und langweilige Sachbuch-Lektüre, ist schief gewickelt! Ich habe kaum ein interessanteres und spannenderes politisches Sachbuch gelesen! Nach all den Gesprächen, Interviews und Analysen schließen zudem Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby mit einem zehn Punkte Rettungsplan für die USA und ihre Demokratie positiv und rund ihr Buch ab.

Dieses Buch ist brandaktuell! Wir lesen von den Stärken und Schwächen des Präsidenten, vom Aufstieg von Fox News und wie dieser Sender zum Haus- und Hofsender von Donald Trump wurde. Die Autoren nehmen Bezug auf den einstigen amerikanischen Präsidenten Richard Nixon, der in ähnlicher Weise wie Trump Lügen erzählt und sich auf alternative Fakten berufen hatte. Für unerwünschte Medien gab es den Begriff “Fake News” noch nicht, doch hätte er Nixon sicherlich gefallen. Es gibt viele spannende Parallelen zwischen diesen beiden Präsidenten, doch brachten Nixons Amtsmissbräuche ihn zum Fall und zum Rücktritt vom Präsidentenamt, Trump jedoch hat sein Amtsenthebungsverfahren (impeachment) überstanden. Wie und warum ist im Buch sehr gut dargestellt.

Amerika wird im Jahr 2020 vom Rassissmus (George Floyd) erschüttert und von Covid-19 in eine Corona-Krise gestürzt. Das Land ist geschockt, gelähmt, doch der Präsident leugnet die Gefahr, trotz der wissenschaftlichen Analysen und den vielen Toten. Trumps (Fehl)Verhalten schmerzt regelrecht beim Lesen und für mich ist immer noch unbegreiflich, dass trotz allem noch so viele Amerikaner ihm ihre Stimme gegeben haben!

Die Recherche der beiden Autoren endet im August 2020, ca. drei Monate vor den Präsidnetschaftswahlen. Ich bin nur froh, dass mittlerweile fest steht, dass Biden der neue, 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein wird. Und ich hoffe, dass er es tatsächlisch schafft, diese immens gespaltene Nation einigermaßen wieder zu versöhnen.

“Wir leben in Zeiten, in denen selbst das, was zweifelsfrei wahr und dokumentiert ist, doch bestritten werden kann. Mitunter wird wenig später so wuchtig wie wortmächtig das glatte Gegenteil dessen behauptet, was wahr und dokumentiert ist – und mit der Zeit wird dann dieses Gegenteil geglaubt und damit zu einer alternativen Wahrheit. Und oft zur übermächtigen und damit zur scheinbar einzig wahren Wahrheit.” (Zitat Buch S. 11)


Fazit
Man bekommt hier nicht das Land der tausend Möglichkeiten vorgeführt, es geht hier über das gespaltene Amerika, eine gespaltene Nation und wie es dazu kommen konnte. Man lernt zu verstehen was falsch gelaufen ist und was in der Ära Trump die Demokratie nach und nach aushölt und zerstört. Wer die USA, insbesondere die politische Entwicklung der USA, verstehen möchte, sollte unbedingt zu diesem Buch hier greifen! Absolute Leseempfehlung!

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Rezension zu "Im Wahn" von Klaus Brinkbäumer

Frontbericht aus einer zerfallenden Nation
mapefuevor 24 Tagen

Das USA-Buch der zwei deutschen Journalisten Klaus Brinkbäumer und Stephan Lamby, eines von vielen im Jahr der US-Präsidentschaftswahl, fokussiert sich nicht nur auf Donald Trump, sondern auf jene Entwicklungen, die ihn 2016 möglich machten, und wie seine Amtszeit das beeinflusste. Sie beschreiben ein zerklüftetes Land und seine Medien, die Mechanismen seiner Politik. Ihr Urteil ist deutlich – und stimmt kritisch. 


Die USA erleben eine mehrfache Katastrophe: Kein anderes Land der Erde ist so stark von der Corona-Pandemie betroffen, der Einbruch der Wirtschaft ist dramatisch, der Anstieg der Arbeitslosigkeit ebenfalls. In der Corona-Krise ignoriert er Fakten, er lügt wiederholt und schiebt die Schuld für die Misere der demokratischen Partei und seinem Herausforderer Joe Biden in die Schuhe. Und das mitten im Wahljahr, in dem der Präsident vehement um seine Wiederwahl kämpft.


Trump hat seinen polarisierenden Regierungsstil noch verschärft


Von Beginn seiner Präsidentschaft an hat Trump die amerikanische Gesellschaft gespalten, er hat einzelne Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufgehetzt, Konkurrenten beleidigt und kritische Journalisten als "Feinde des Volkes" beschimpft. 2020 in der schwersten Krise der USA seit Jahrzehnten, verschärft Donald Trump seinen polarisierenden Regierungsstil noch. 


Auch nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd heizt Präsident Trump durch provozierende Aktionen und radikale Tweets die politische Stimmung im Land weiter an. Alles, um seine Chancen für eine Wiederwahl zu erhöhen.


Der - dieser -Präsident bemühe sich nicht um die amerikanische Gesellschaft, um einen Grundton des Ausgleichs statt des Hasses. In der Politik geht es nicht ums Versöhnen. Es geht ums Gewinnen: Trumps Maxime.


Trump ist, noch während er handelt oder auch nicht handelt, wichtig, wie sein Handeln oder Nichthandeln von den Medien bewertet wird – und nicht, was es bewirkt. 


Weil Trump rund drei Millionen Stimmen weniger als Hillary Clinton erhalten hatte – aus dieser damaligen Kränkung ist eine Obsession geworden – und weil ständig von russischer Wahlhilfe die Rede war, fühlt der Präsident sich gedemütigt: Sämtliche Konzentration, jeder Tweet und jedes Zitat gelte der Wiederwahl, die triumphal werden müsse. 


„Gib dem Affen Zucker“ – das beherrscht Donald Trump perfekt. Wenn die ganze globale Wirklichkeit ein zu hartnäckiger Gegner ist, werde einfach persönlich.


Klaus Brinkbäumer ging 2007 als Korrespondent des SPIEGEL nach New York. Von 2015 bis 2018 war er Chefredakteur des SPIEGEL. Er gewann u. a. den Egon-Erwin-Kisch-Preis, den Henri-Nannen-Preis und wurde 2016 Chefredakteur des Jahres. Er lebt in New York. 


Stephan Lamby hat mit zahlreichen ARD-Dokumentationen das politische Deutschland abgebildet und wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Fernsehpreis, der Goldenen Kamera und als Journalist des Jahres 2018. Ein Teil seiner Familie lebt in Amerika.

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