Klaus E. Müller Die Grundlagen der Moral

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Inhaltsangabe zu „Die Grundlagen der Moral“ von Klaus E. Müller

Fukushima, der Klimawandel, die Finanzkrise, die Armut eines Großteils der Weltbevölkerung – die Globalisierung fordert von uns nicht nur politische Lösungen, sondern auch ein globales Verantwortungsbewusstsein, verbindliche Werte und Moralvorstellungen eines »Weltbürgers«. Während die überkommenen Moralvorstellungen an Eindeutigkeit, Orientierungsgewähr und mithin Verlässlichkeit verlieren, suchen die politisch Verantwortlichen mit einer wachsenden, kaum mehr überschaubaren Flut immer differenzierterer behördlicher Vorschriften und Gesetze und der Institutionalisierung von »Ethikkommissionen« zu begegnen. Und auch die Wissenschaft sieht sich veranlasst, in transdisziplinären Forschungsgruppen die Ursachen der Entwicklung aufzuklären und Empfehlungen zur Lösung der Probleme zu erarbeiten. Klaus E. Müllers Anliegen ist es, die allzeit gültigen Konstanten des moralischen Wertekanons samt den daraus folgenden sozialen Verantwortlichkeiten zu bestimmen und zu erklären, welche Möglichkeiten bestehen (könnten), der Entwicklung eines Verfalls der Moral entgegenzuwirken. Hierfür nimmt der Ethnologe den Leser auf eine Reise von den frühagrarischen Kulturen bis in unsere Gegenwart und appelliert, u.a. Moral in Schulen und Universitäten konfessionsübergreifend zu lehren und Institutionen wie die UNO oder den Internationalen Gerichtshof exekutiv zu stärken.

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  • Rezension zu "Die Grundlagen der Moral" von Klaus E. Müller

    Die Grundlagen der Moral

    michael_lehmann-pape

    15. February 2012 um 14:23

    Kann es eine Moral in der Globalisierung geben? Mit Grund, das erhebt Klaus E. Müller zu Recht im Vorwart, stehen Moralfragen derzeit (und nicht erst seit gestern) hoch im Kurs. Angesichts dessen, was allgemein als „Gier“ benannt wird (auf allen Seiten der Medaillen ) und mit welchen Folgen diese für das soziale Gefüge und die Wirtschaft der Welt scheinbar vorrangiges Handlungsmotiv der Akteure ist, stellt sich umgehend die Frage der Moral. Vom Investmentbanker, Hedgefondmanager, über den Bundespräsidenten und die Regierungen bis hin zum einfachen Bürger scheinen in einer sich ständig weiter vernetzenden „Mosaikwelt“ überkommende Moralvorstellungen rasant an Bedeutung (und Wert) zu verlieren. Speziell den Fragen der „Alltagsmoral“ im Rahmen einer globalisierten Welt wendet sich Klaus E. Müller mit seinem Werk zu. Fragen, aus denen sich das „große Ganze“, wie Müller im buch mit darlegt, durchaus mit ergibt. Denn, auch das stellt Müller bereits in der Einleitung fest, „Moral“ ist ein tief verwurzeltes Element im menschlichen Miteinander. „Es ist kaum möglich, eine Aussage zu machen, die nicht zumindest beiläufige moralische Bedeutung besitzt“. Eine Kategorie, die konkret immer als „Sittlichkeit einer bestimmte, je der eigenen, Gesellschaft begriffen“. Hier offenbart Müller die Wurzeln des „Wankens der Moral“ angesichts des „Gorgonenantlitzes der Globalisierung“. Denn wie die Welt informell und in den Reisezeiten zusammenwächst, in der Form, wie sich Wirtschaften über den ganzen Erdball vernetzen, in gleicher Form prallen naturgemäß vielfältige je konkrete und „je für die eigene“ Gesellschaft entstandene Moralvorstellungen aufeinander. Anhand von Oberkategorien wie „Herrenmoral“, „Samaritermoral!, „Der Balken im eigenen Auge“, der „Wertekanon“ und anderen entfaltet Müller im Buch nun seine Betrachtung der Moral, vom Kleinen zum Großen und arbeitet zum Schluss des Buches drei wichtige Momente heraus, die nicht nur für eine abstrakte, intellektuelle Diskussion von Bedeutung sind, sondern mit denen sich jeder Leser ganz praktisch auseinander zu setzen hätte. Auf der Basis eines sehr differenzierten, verständlich dargestellten, vor allem inhaltlich einsichtigen Wertekanons (dessen mit entscheidende Komponente die Transzendierung der reinen „Sympathie und Antipathie“ ist, somit Vorstellungen zum Tragen bringt, die für eine Gruppe, eine Gemeinschaft (auch größeren Umfangs) hilfreich oder schädlich sind), erarbeitet Müller im Buch im Folgenden zunächst „die Konstanten der Moral“ von einfachen bis hin zu komplexen Gesellschaften und Vorstellungen, bildet diese Konstanten kritisch auf dem „Problem der Globalisierung“ ab. Ein Problem, das unter anderem in einer zunehmenden „Anonymisierung“ der „breiten Masse“ zueinander verortet werden kann und somit die Identitätsverbindung der Moral (mithin die Grundlage der verbindlichen Kraft der Moral) aufs stärkste in Frage stellt. Mit jetzt schon deutlichen, weiterhin aber noch sich steigernden Folgen in Bezug auf eine weitere Schwächung moralischer Maßstäbe. Eine Chance für „die Zukunft“ der Welt sieht Müller vor allem in der Ethnologie und darin vor allem der Bewusstmachung der „Bedeutung von Gruppen mit Gemeinschaftscharakter für den Bestand der Gesellschaft“. Mithin muss es nach Müller auch in einer globalisierten Welt die Existenzweise in kleineren, identitätsreichen Gruppen gestärkt und unterstützt werden unter Berücksichtigung der gemeinsamen moralischen Grundsätze als eigentliche Kraft dieser sozialen Gruppen. Ein Umdenken, dass Müller unbedingt bereits in der schulischen Bildung verankert sehen will, sollte dafür ein breites Bewusstsein entstehen. In sich schlüssig argumentiert legt Klaus E. Müller ein Plädoyer für eine globale Gesellschaft vor, welche sich aus überschaubaren, kleineren Gruppen (wohl oberhalb eines „Bekanntenkreise“ und unterhalb von „Nationen“) mit je gemeinsamen, moralischen Grundüberzeugungen zusammensetzt und sich auf dieser Basis auch miteinander vernetzen kann, ohne die Identität je anderer Gruppen empfindlich in Frage zu stellen. Kooperation statt Zentralisierung wäre als Leitbild über diese Gedanken zu setzen. Das Buch bildet einen durchaus ernst zu nehmender Beitrag zur aktuellen Diskussion um Ethik und Moral in einer sich auch innerlich entgrenzenden Welt, auch wenn es mit den Postulaten des Buches ans ich nicht getan sein wird (aber auch dies betont Müller selbst eindringlich und macht Vorschläge für eine praktische Umsetzung).

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