2025 hätte Tony Hillerman seinen hundertsten Geburtstag gefeiert. Seine Krimireihe um Joe Leaphorn und Jim Chee, Ermittler in den Reservaten, die über die Grenzen von Utah, Arizona und New Mexico reichen und die vor allem durch ihre unbestechliche Beschreibung der Tradition, der Riten der Herrscher über dieses Land, ziehen immer noch die Leser in ihren Bann. Auch wenn …
… Joe Leaphorn gerade in den Ruhestand getreten ist. Aber was heißt schon Ruhestand, wenn der Kollege Jim Chee immer wieder Leichen auffindet, die Joe Leaphorn auch irgendwie seltsam bekannt vorkommen?
Jim Chee genießt ein wenig die Ruhe. Joe war nicht immer der angenehmste Kollege. Es gab immer wieder Reibereien. Im Stillen, niemals offen ausgetragen. Ein paar Diebstähle hier, und ein paar Querelen da – für einen emotionalen Ermittler wie Jim Chee eigentlich das Paradies auf Erden.
Doch das Ship-Rock-Massiv – heilig für die Einen, ehrfurchtsvoller Berg für die Anderen – wird mit einem Mal zum Tatort. Ein abgestürzter Kletterer sorgt für Aufsehen und mächtig Unruhe. Denn hier klettern ist ein Sakrileg. Ein heiliger Berg – den „beklettert“ man nicht einfach so. Und von einfach so kann unter Kletterexperten auch keine Rede sein. Ist ziemlich gefährlich. Auch wegen der dauernden Gefahr von hier verjagt zu werden.
Joe Leaphorn kann den kürzlich angetretenen Ruhestand deswegen nicht richtig genießen. Nicht wegen der Klettertouren auf dem heiligen Berg. Sondern, weil es vor elf Jahren einen Mordfall gab, den er nicht lösen konnte. Und das nagt an ihm, seit elf Jahren. Der Spross einer reichen Unternehmerfamilie kam ums Leben. Hal Breedlove ist seitdem verschwunden!
Beginnt die Suche nun von Neuem? Und wird dabei endlich der Mörder ausfindig gemacht. Denn wo eine Leiche, da auch des Öfteren auch gern eine Zweite. Und die müsste ja dann, wenn alles so läuft wie es laufen sollte, und keine Widrigkeiten den Weg kreuzen … na, dann müsste doch der Fall von vor elf Jahren gelöst werden können?! Aber ohne Dienstmarke? Mit einem Kollegen, der eine mehr als eigenwillige Arbeitseinstellung hat. Oder von Jim Chees Seite aus gesehen: Da ist er wieder! Emotionslos, aber erfolgreich, das muss man ihm lassen. Aber warum kann er nicht ein bisschen so sein wie ich? Hauptsache, das Opfer wird identifiziert, der Mörder gefasst – alles andere ist zweitrangig.
Klaus Fröba
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Quelle: Verlag / vlb
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Neue Rezensionen zu Klaus Fröba
Ich fand den Schreibstil sehr gelungen..
Man konnte der Geschichte die meiste Zeit sehr gut folgen. Zwischendrin war ich aber etwas verwirrt. Waren es nun Geisster oder lebende Personen? Das konnte man zwischen durch nicht ganz erkennen.
Dennoch fand ich es auch sehr spannend wie auch immer wieder eine Einblende zur Erzählrunde gemacht wurde.
Kein schlechter Aussichtspunkt, den sich Jim Chee ausgesucht hat. Auf dem Dach kann er die Zeremonie im Tano-Reservat genau überblicken. Und er sieht auch denjenigen, dem er auf der Spur ist. Ein junger Bursche. Doch als er ihn schnappen will, ist der verschwunden. Nicht zum ersten Mal. Sein Chef, Lieutenant Leaphorn, weist ihn erstmal zurecht als er den bericht dazu gelesen hat. Der Bericht hat doch einige Lücken. Viele schlimmer wiegt jedoch der Tod eines der Tänzer bei der Zeremonie. Mit einem stumpfen Gegenstand am Hinterkopf getroffen, bricht er zusammen. Ein infernalischer Schrei unterbricht die Zeremonie – und Delmar, der junge Bursche, den Jim Chee fassen sollte, ist fort.
Das Opfer war ein Clown. Anders als im Zirkus verkörpern sie die törichten Menschen, die im Gegensatz zu den fehlerfreien Geistern alles vermasseln. Jim Chee fühlt sich den Clowns in diesem Moment besonders verbunden… Zudem war das Opfer auch noch der Onkel der Ausreißers Delmar.
Ein zweiter Mord soll das Ermittlerduo nicht weiter interessieren. Ein Lehrer wurde ermordet. Allerdings nicht in ihrem Revier, sondern in einem weiter entfernten Reservat. Und trotzdem lässt der Mord an dem Lehrer weder Leaphorn noch Chee kalt. Denn die Parallelen stechen ihnen, und zuerst nur ihnen, sofort ins Auge.
Schon allein der Anfang des Buches – immerhin hat „Mord und Gelächter“ schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buchrücken – zieht den Leser in eine Welt, die authentisch und fremd zugleich ist. Was in Reportagen wie wildes Getrampel aussieht und wie eine für fremde Augen inszenierte Feier wirkt, ist hier handfeste Recherche und tiefgehende Verneigung vor der Kultur der Ureinwohner Amerikas. Tony Hillerman schafft es wie keine Anderer dem ausgeleierten Begriff von der Verbindung von alter und neuer Welt Leben einzuhauchen. Ganz ohne Klischees und frei erfundene Rituale, frei von verklärter Ideologie und wilder Romantik. Verbrechen haben in jeder Kultur ihren Platz. Sie sind fehl am Platz wie in jeder Kultur. Die Navajo-Police in den Reservaten im Südwesten haben mit Tony Hillerman und seinem Ermittlerduo Leaphorn / Chee allerdings literarische Schwergewichte in ihren Reihen, die es jedem Verbrecher unmöglich machen straffrei davonzukommen.











