Klaus Frühauf Genion : wissenschaftl.-phantast. Roman - Spannend erzählt ; 166

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Genion : wissenschaftl.-phantast. Roman - Spannend erzählt ; 166“ von Klaus Frühauf

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Der Evolution Werk und des Menschen

    Genion : wissenschaftl.-phantast. Roman - Spannend erzählt ; 166

    buchwanderer

    03. June 2017 um 13:46

    »Es sind immer die Menschen, die die Verantwortung tragen. Die Wissenschaft und ihre Erkenntnisse sind Werkzeug, nichts anderes.«“ (S.177) Zum Inhalt: Horst Kandler und Günther Bachmann ist grundsätzlich ihre Einsatzfreude im Rahmen der Genetik als Wissenschaftszweig Erkenntnisse und Erfolge zu erarbeiten gemeinsam. Ansonsten könnten sie ihn ihrer Methodik dies zu bewerkstelligen nicht unterschiedlicher sein. Dem forschen, überheblichen, man kann sagen alles und jeden dem Ziel unterordnenden Kandler geht der Fortschritt nie schnell genug. Normen und Schutzvorschriften sind für ihn stets hinderliches, lästiges Beiwerk einer ängstlichen, vor Veränderungen zurückscheuenden bourgeoisen Altakademikerriege, die ihn stets nur behindert. So empfindet er den überlegten, teils überkorrekten „Kollegen“ Bachmann auch stets als Bremsklotz, als persönlichen Affront, als all das was er an der rückschrittlichen, ideen- und mutlosen Wissenschaftlergeneretion um sich herum hasst. So wird schnell aus dem akademischen Konkurrenzdenken auch eine handfeste Fehde zwischen den beiden, die sich bis in die persönlichsten Beziehungen des Privatlebens auswirkt und beider Leben auf Jahrzehnte prägt. Was anfangs in Forscherkreisen als Durchbruch, als Erfolg, als Revolution gefeiert wird erweist sich in letzter Konsequenz denn doch als ein evolutionärer Vorgriff, dem die Menschheit so noch nicht gewachsen ist… und an dem auch das Ergebnis der Forschung letzten Endes zerbrechen muss. Fazit: Frühauf stellt in seinem Roman eine jener Fragen auf die bis heute keine letztgültige Antwort gefunden wurde: Wie weit darf der Mensch in die Evolution der eigenen Spezies eingreifen, um den Fortgang der Entwicklung nach seinem Gutdünken zu steuern? Es ist nicht nur die Frage nach Machbarkeiten, nach Werkzeugen und Erkenntnissen, sondern vielmehr eine der Verantwortung, der Moral, der Ethik. Diese Ethik wirft z.B. im Bereich der Tierversuche bereits Fragen auf, die sich bis zum Menschen als Gegenstand von Versuchen durchziehen.  So findet sich eine mögliche Auffassung im folgendem Satz: „Schmälert aber ein Forschungsergebnis den Lebensinhalt des betroffenen Wesens, so ist es inhuman und unmoralisch.“ (S.143) In „Genion“ klingt eines jener Themen aus Frühaufs Texten wieder durch, dem er sich aus den unterschiedlichsten Richtung immer wieder zu nähern versucht: die Andersartigkeit jener Entwicklungsergebnisse, die oft verklärt angestrebt werden und derer man – gerichtet oder stochastisch – versucht habhaft zu werden, nicht beachtend, dass es nicht nur körperliche Fähigkeiten sind, welche die (menschliche) Evolution auszeichnet. (In Zeiten in denen Inklusion noch immer ein unbewältigtes Thema ist, kann „Genion“ auch aus dieser Sicht gelesen werden!). Als Beispiel sei hier „Das fremde Hirn“ genannt. Ebenso geht der Text mit politischen und menschlichen Gepflogenheiten im wissenschaftlich akademischen Umfeld ins Gericht. Hatte man die Möglichkeit die Interna akademischer Institutionen einmal etwas intensiver zu erleben, so wird man durchaus bei manchen Passagen eine Déjà-vu erleben, das die hehre Patina akademischer Bildungseinrichtungen arg in Mitleidenschaft zieht.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks