Klaus Fritz Gesund ohne Pillen - was kann die Alternativmedizin?

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Inhaltsangabe zu „Gesund ohne Pillen - was kann die Alternativmedizin?“ von Klaus Fritz

Die Alternativmedizin boomt. Immer mehr Menschen verlassen sich auf die Kräfte sanfter Therapien: sei es klassische Homöopathie oder Traditionelle Chinesische Medizin, seien es heilkräftige Steine oder Sauerstofftherapien. Mit diesem Standardwerk, das Bestsellerautor Simon Singh gemeinsam mit dem weltweit ersten Professor für Alternativmedizin, Edzard Ernst, geschrieben hat, können sich endlich auch Laien ein Urteil über die verschiedenen Wege der Naturheilkunde bilden. Singh und Ernst zeigen auf, welche Behandlungsmethoden helfen, welche nicht helfen und welche schaden. Ein Serviceteil am Ende des Buches präsentiert alle wichtigen Informationen über 37 alternative Heilverfahren.

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  • Rezension zu "Gesund ohne Pillen - was kann die Alternativmedizin?" von Klaus Fritz

    Gesund ohne Pillen - was kann die Alternativmedizin?

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. January 2011 um 17:04

    Gesund ohne Pillen – Was kann die Alternativmedizin? Diese Lektüre ist dem Buch – Die Wissenschaftslüge von Ben Goldacre – ähnlich. Mit der Ausnahme, das der Autor, man höre und staune, diesmal ein Professor der Alternativmedizin – Hr. Edzard Ernst – ist. Es werden die Alternativheilmethoden Akupunktur, Homöopathie, Chiropraktik und die Kräuterheilkunde unter die Lupe genommen (Im Anhang des Buches befinden sich Beschreibungen zu weiteren alternativen Therapiemethoden). Ich will hier nicht zu viel vorwegnehmen, denn das Buch liest sich wirklich spannend. Es fließt sehr viel geschichtlicher Hintergrund in die Beschreibungen zu den jeweiligen Heilmethoden mit ein. Anekdoten gespickt, humorvoll, informativ, und unerbittlich.

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  • Rezension zu "Gesund ohne Pillen - was kann die Alternativmedizin?" von Klaus Fritz

    Gesund ohne Pillen - was kann die Alternativmedizin?

    Leserrezension_2009

    04. September 2009 um 08:40

    Die Rezension kommt von SFotto: Gesund ohne Pillen (?) ************** Die sog. Alternativmedizin, auch Komplementärmedizin genannt, erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Heilpraktiker und Ärzte, die diese Methoden als Zusatzleistungen anbieten, haben enormen Zulauf. Längst hat sich die einstige "Nischen-Medizin" zu einem lukrativen Geschäft mit Milliarden-Umsätzen entwickelt (ca. zehn Milliarden € jährlich allein in Deutschland). Doch halten Homöopathie & CO auch was den Patienten versprochen wird? Was bekommt man als Gegenleistung für all die Milliarden? . Der promovierte Physiker und Wissenschaftsjournalist Simon Singh ("Big Bang", "Fermats letzter Satz") und Edzard Ernst, Arzt, Homöopath und weltweit erster Professor für Alternativmedizin, gehen zusammen der Frage nach dem Nutzen, der Wirksamkeit und nicht zuletzt den Risiken der unterschiedlichsten "sanften Alternativen" nach. . Das Buch gliedert sich in drei Hauptteile und einen Anhang. . Der erste Teil ist überschrieben mit "Wie findet man die Wahrheit heraus?", und beschäftigt sich in erster Linie mit Medizingeschichte. Aber keine Angst, Singh und Ernst schaffen es auf beeindruckende Weise, den Leser schon nach den ersten Seiten in ihren Bann zu ziehen. Zunehmend fasziniert liest man über die Geschichte der Blutegel und des Aderlasses. Eine zentrale Rolle in diesem Kapitel spielt der schottische Marinearzt James Lind. 1746, auf seiner ersten Dienstfahrt, teilte er an Skorbut erkrankte Seeleute in sechs zufällig zusammengestellte Gruppen und behandelte jede Gruppe nach einer anderen Methode. Unter anderem wurde einer Gruppe neben der normalen Kost Zitronen und Orangen verabreicht, eine Gruppe wurde, abgesehen von der normalen Ernährung, gar nicht behandelt. Als er bei der "Zitronen-Gruppe" einen, im Gegensatz zu allen anderen Gruppen, überaus positiven Krankheitsverlauf beobachtete, schloss Lind folgerichtig daraus, dass die Verabreichung von Zitronen und Orangen eine äußerst wirksame Therapie bei Skorbut darstellt. Lind gilt seither als Erfinder der "randomisierten kontrollierten klinischen Studie". Und hier liegt auch die Antwort auf die eingangs gestellte Frage. Die einzige Möglichkeit, die Wahrheit herauszufinden, im Sinne von: festzustellen, ob eine Therapie wirksam ist oder nicht, ist diese Art von Studien. Alle Fallbeispiele, Geschichten und Anekdoten sind dagegen völlig wertlos. . Gestärkt mit dieser Erkenntnis geht es nun in den zweiten Teil des Buches. Hier werden sehr ausführlich und detailliert vier der am weitesten verbreiteten Alternativen Heilmethoden vorgestellt: Akupunktur, Homöopathie, Chiropraktik und pflanzliche Medizin. Für jede der genannten Methoden geben die Autoren einen sehr guten Überblick über die Entstehungsgeschichte, die postulierten Wirkprinzipien, die Anwendungsbereiche bis hin zu den Kosten die dem Patienten entstehen können. Widersprüchliches wird genauso aufgezeigt wie die zum Teil enormen Risiken der einzelnen "Therapien". Am Schluss gibt es für jede der vier Methoden eine Bewertung/Einschätzung des Nutzens bzw der Wirksamkeit. Grundlage der Bewertung ist die Sichtung und Auswertung unzähliger klinischer Studien und Meta-Studien. Singh und Ernst driften dabei zu keiner Zeit in ein bloßes Eindreschen auf alles Alternative ab. Jede vorgestellte Methode bekommt eine faire Chance. Wo es etwas Positives zu sagen gibt, sagen sie es auch. So zum Beispiel beim Johanniskraut, das durchaus erfolgreich zur Behandlung von leichteren Formen von Depressionen eingesetzt werden kann. Insgesamt fällt das Urteil aber mehr als ernüchternd aus. Keine der vier gängigen Methoden kann auch nur ansatzweise die Versprechungen halten. Bei keiner ist eine Wirkung, die über die eines Placebo hinausgeht, feststellbar. Sie beruhen auf zum Teil völlig absurden Gedankengebilden (Beispiel Homöopathie) die im krassen Widerspruch zu allem Erkenntnissen der Chemie, Physik und Biologie stehen (was Homöopathen übrigens nicht im Geringsten davon abhält, auch lebensbedrohliche Erkrankungen wie z. B. Malaria, Schweinegrippe, Krebs und AIDS zu "behandeln"). . Im abschließenden dritten Teil gehen die Autoren noch mal auf die Risiken ein, die viele der Behandlungsmethoden bergen. Diese reichen vom verschlimmern und "verschleppen" von Krankheiten bis zum Schlaganfallrisiko nach chiropraktischen Halswirbelmanipulationen (um nur zwei zu nennen). Ein etwas längerer Abschnitt widmet sich dem Placebo-Effekt und warum dieser allein nicht als Rechtfertigung für eine alternative Behandlung ausreicht. Angesichts der in den allermeisten Fällen vernichtend negativen Ergebnisse der durchgeführten Studien, stellen Singh und Ernst natürlich auch die Frage nach dem "Warum". Warum genießen Behandlungsmethoden, deren Wirksamkeit nicht erwiesen ist oder die erwiesenermaßen unwirksam sind, und darüber hinaus eine Reihe von nicht unerheblichen Risiken bergen, so großes Vertrauen in weiten Teilen der Bevölkerung? Die Autoren zeigen viele möglichen Ursachen auf. Die Rolle der Ärzte und Apotheker wird hier genauso detailliert durchleuchtet wie die der Medien und der Politiker. Prominente tragen ebenso zur Akzeptanz bei wie Universitäten. Etwas ausführlicher wird das Treiben des Prinzen von Wales (dem das Buch gewidmet ist) beschrieben. Ein sehr interessanter Abschnitt wie ich finde, zeigt es Prinz Charles doch mal von einer Seite, wie ihn viele bisher nicht kannten. Wie er unter Zuhilfenahme seiner Stellung und seines Ansehens nichts unversucht lässt, die Quacksalberei in das britische Gesundheitssystem zu integrieren. . Abgerundet wird das Buch durch einem Anhang mit, zusätzlich zu den im zweiten Teil behandelten, weiteren 36 Therapien. Von Alexandertechnik und Anthroposophische Medizin über Feng Shui und Geistheilung bis Reiki und Zelltherapie werden so gut wie alle Methoden, die der Alternativ-Jahrmarkt hergibt, auf je einer Seite kurz vorgestellt. Auch hier sehr gut gegliedert in Kurzbeschreibung, Hintergrund, "Was ist erwiesen?" und einem Fazit. . Mein Schlusskommentar: Die Ergebnisse tausender klinischer Studien werden hier in beeindruckender Weise gebündelt, so das man guten Gewissens von einem Standartwerk sprechen kann. Gewiss... die wahren Gläubigen (und um nichts anderes als um Glauben geht es bei Alternativmedizin) werden sich auch von diesem Buch nicht überzeugen lassen (vermutlich lesen sie es erst gar nicht), haben sie doch bis jetzt auch schon konsequent alles ignoriert, was dem eigenen Weltbild widerspricht. Aber wer wirklich an sachlicher (aber nie trockener) und objektiver Information zum Thema interessiert ist, ist mit diesem außergewöhnlichen Buch sehr, sehr gut bedient. Es ist ein gutes Buch, ein wichtiges Buch, ein notwendiges Buch und ein unverzichtbares Buch. Unverzichtbar schon allein als Gegengewicht zu all den esoterischen Unsinn, der sich in den Buchhandlungen immer breiter macht.

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