Klaus Funke Der Teufel in Dresden

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Inhaltsangabe zu „Der Teufel in Dresden“ von Klaus Funke

Der geniale Geigenspieler Niccoló Paganini reist im Jahr 1829 durch Deutschland. In Dresden und am sächsischen Königshof liegt man ihm zu Füßen. Jeder, der ihn hört, ist hingerissen von der unglaublichen Virtuosität seines Spiels. Der »Teufelsgeiger« aber beeindruckt nicht nur durch seine Konzerte. Paganinis Erscheinung und Introvertiertheit beschäftigen Adel und Bürgertum, Dienstmädchen und Pferdekutscher gleichermaßen und umhüllen ihn mit Schauergeschichten. Klaus Funke beschreibt nur zwei Tage aus dem Leben des berühmten Geigers und Komponisten - und breitet dennoch ein ganzes Künstlerleben vor dem Leser aus.

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  • Rezension zu "Der Teufel in Dresden" von Klaus Funke

    Der Teufel in Dresden
    Krimi-Maus

    Krimi-Maus

    09. October 2009 um 17:05

    Dieses Buch ist ein kleines aber feines Kunstwerk. Auf wenigen Seiten sagt der Autor viel über den Künstler Paganini aus. Der Geigenvirtuose ist eigentlich ein armer, kranker Mann, der in seiner eigenen Welt lebt, der die Musik auf der Geige nicht nur zelebriert, sondern auch lebt. Während dessen beschäftigt die Menschen in Dresden viel zu sehr der eigene Nutzen aus dem Besuch des Geigenvirtuosen, wobei Neid unter Künstlern an vorderster Stelle steht. Ohne Paganini zu kennen, sind sie schnell bereit, ihn zu verurteilen, sodass die Frage in dem Buch entsteht: Wer ist hier der Teufel - diese Menschen oder Paganini? Dabei hat der Autor den wahren Paganini sehr bildhaft charakterisiert, sogar die Sprache der Zeit angepasst, was das Buch zu einem Zeitzeugen macht.

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  • Rezension zu "Der Teufel in Dresden" von Klaus Funke

    Der Teufel in Dresden
    HeikeG

    HeikeG

    28. December 2008 um 17:59

    Der Getriebene, Ruhelose . Am 27. Oktober 1782 wird im italienischen Genua ein Kind geboren, das später zum genialsten Geiger aller Zeiten avancieren sollte: Niccolò Paganini. Ein Name, der vor über 200 Jahren viele Leute das Kreuzzeichen schlagen ließ und den man nur flüsternd auszusprechen wagte. Denn dieser Mann führte auf seiner Geige Kunststücke vor, die bis dato niemand beherrschte. Seine Finger rasten in atemberaubender Geschwindigkeit übers Griffbrett, seine Bogenführung war exzentrisch. Mit seiner Musik wusste er die Menschen zu hypnotisieren und zu manipulieren: ein ganzer Saal begann zu toben, Frauen fielen in Ohnmacht, gestandene Männer fingen an zu weinen. Der beinahe dämonischen Macht seiner Musik konnte sich niemand entziehen. Hinzu kam sein Äußeres: Stets in Schwarz gekleidet, ein bleiches Gesicht auf extrem dünnem Körper, dunkle lange Locken und ein stechender Blick. . Der Dresdner Autor Klaus Funke hat sich diesem "Teufelsgeiger" angenommen und erzählt dem Leser zwei Tage aus dessen Leben. Im Jahr 1829 begegnen wir dem Jahrtausendgenie am Beginn seiner Deutschlandtournee. Zuvor hat er schon rauschende Erfolge unter anderem in Wien gefeiert und wurde daraufhin höchstpersönlich vom Monarchen in die Residenzstadt des Königreichs Sachsen, die barocke Elbmetropole Dresden, eingeladen. . Hier steigt Paganini mit seinem dreijährigen Sohn Achille im Hotel de Pologne ab. Nicht nur Kellner Knöfel erliegt den Tönen, die aus Zimmer 45 zu ihm dringen, sondern auch die Bettenmamsell Johanna Kleditzsch verfällt dem gespenstischen Geigenvirtuosen, als der sie beim Lauschen an seiner Zimmertür erwischt und ihr daraufhin eine Karte zu seinem restlos ausverkauften Auftritt in der Hofoper schenkt. . Doch bevor er das Dresdner Publikum in einen wahren hysterischen Freudentaumel versetzt ("Ein Diamantenfeuerwerk aus Tönen. Ein sich drehendes Karussell, atemberaubend, sinnenverwirrend, schnell, unglaublich. Nie gehört, unerhört."), ist Paganini noch auf einen privaten literarischen Empfang bei Ludwig Tieck, dem damals sehr berühmten Schriftsteller, eingeladen. Dort trifft er auf Wilhelmine Schröder-Devrient, eine der führenden Sopranistinnen dieser Zeit und verliebt sich - wieder einmal - in die schöne Sängerin. . Klaus Funke ist mit diesem schmalen Buch ein kleiner, aber durchweg spannender und fesselnder Roman gelungen. Er reiht sich nicht ein in das "ganze Gespinst aus Gerüchten, Zusammengereimtem, Märchen und Lügen um den italienischen Zaubergeiger, diesem Besessenen, diesem Teufel, wie er von vielen genannt wird", sondern Funke zeichnet ein überaus sensibles und vor allem glaubhaftes Bild des Genuesen. Rückblenden und Gedanken Paganinis lassen dabei den größten Teil seines Lebens erfahren. Der Autor räumt auf mit den Gerüchten und zeigt, dass das Genie durch unsägliche Entbehrungen bereits in der Kindheit und Jugend und einem strengen, erbarmungslosen Vater zu dem wurde, was er heute ist. . Gleichzeitig zeichnet Klaus Funke ein überaus eindrucksvolles Zeit- und Sittengemälde. Die Charakterisierung aller agierenden Personen, die sich auf ein ausgewähltes Minimum beschränken, ist ihm großartig und vor allem glaubwürdig gelungen. Der Autor schafft das Phänomen, dass man als Leser in eine andere Zeit versetzt wird und meint, die gepuderten Perücken riechen und das Rascheln der Reifröcke hören zu können. . Doch trotz der historischen Staffage, der feinen Accessoires und der wohltuend beiläufig eingeflochtenen geografischen Kulisse, geht es Funke hauptsächlich um den Menschen Niccolò Paganini, seine seelischen Befindlichkeiten, sein körperliches Leiden und die Liebe zu seinem Sohn und zur Musik. Dies weiß er mit einfühlsamen und emotionalen, jedoch nie kitschigen Beschreibungen plastisch und kontrastreich zu schildern. Zuweilen legt er dabei ein furioses Tempo vor, spitzt zu oder verzögert, lässt ein Thema nicht selten in feuriger Leidenschaft und lodernder Erregung enden, so dass man meint, Paganini selbst führe den Stift. . Fazit: Funkes Stil kann durchaus mit dem Geigenspiel des Maestros kongruieren. Ein großartiger kleiner Roman über und eine Hommage an den "Zaubergeiger" aus Genua - Niccolò Paganini.

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