Schöner Titel und ganz sicher auch zutreffend. Es beschäftigt immer noch die Gemüter,was damals so bei der "Einvernahme" der DDR durch die BRD alles gelaufen ist. Wer da wo das ganze Geld eingesteckt hat und wofür. Ein paar Exemplare dieser Spezies, die von nichts anderes Ahnung hatten außer vom Abzocken, stellt Klaus Huhn in diesem Buch vor. Allerdings sei auch nicht verschwiegen, dass die "Gewinner" der Wende, die Subventionserschleicher und die Alteigentümer einen großen Verbündeten hatten: Das war nämlich ein Staat, der die Wende nicht organisieren konnte und deshalb Milliarden verbrannt hat, an Leute, die das wenigstens konnten: Lücken aufspüren. Aber auch sonst schickte man für die Einheit ein Personal in die ehemalige sozialistische Hochburg, das nicht mal zweite Garnitur war, und beim Stümpern einiges an Porzellan zerschlagen hat.
Das Buch hat natürlich jetzt, 23 Jahre nach der Wende, nur noch einen dokumentarischen Wert, denn so richtig aufregen kann sich darüber keiner mehr, denn das Kindchen ist ja in den Brunnen des Kapitalismus gefallen. Interessant ist es allemal, kann man sich, wenn man die Zeit nicht miterlebt hat, kaum vorstellen, wie das alles hat so kommen können.
Klaus Huhn
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Klaus Huhn
Mord durch Tabletten. Der Fall Contergan
Die Gauck-Behörde
Die Flachzangen aus dem Westen
Companero Castro - auf Kubas steinigem Weg.
Der Kollaborateur aus dem Osten (spotless)
Was ein Yankee über Saalfeld/DDR weiß; Band 247
Neue Rezensionen zu Klaus Huhn
Der 18. März 2012 gehört aus meiner Sicht zu den dunkelsten Tagen der deutschen Geschichte: Pfarrer Gauck bestieg den Thron als Staatsoberhaupt der BRD.
Bei diesem vor wenigen Wochen erschienenen Buch handelt es sich nicht um ein Buch, in dessen Mittelpunkt die MfS-Mitarbeiter-Verfolgungsbehörde steht, die ja während der Zeit, als dieser Pfarrer diese Inquisitionsbehörde leitete, nach diesem zumeist "Gauck-Behörde" genannt wurde, sondern um eine Betrachtung des Pfarrers selbst, der ja inzwischen von der Einheitspartei der politischen Marionetten des Kapitals (bestehend aus deren Strömungen CDU/CSU, SPD, FDP und B'90/Grüne) zum BP ernannt wurde und selbst sich anscheinend immer wieder als Institution/Behörde für das letzte Wort in Sachen "Freiheit" im Sinne der Bourgeoisie sieht. Klaus Huhn hat den "Bürgerrechtler" mal etwas näher betrachtet, an der Larve* gekratzt, mehr noch: die Larve heruntergerissen - Schein und Sein aus dem Konstrukt Gauck herausgefiltert.
Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Hinweis: * "Larve" war der Titel der Akte zum operativen Vorgang Gauck beim MfS, woraus auch große Teile in diesem Buch nachzulesen sind.
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