Klaus Koziol Gerade jetzt!

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Inhaltsangabe zu „Gerade jetzt!“ von Klaus Koziol

Gewinnmaximierung, Fortschrittsdenken und Konsum haben über Jahre unserer Gesellschaft ihren Stempel aufgedrückt. Doch es wird immer offensichtlicher, dass 'Höher, schneller, weiter' nirgendwohin als an den Abgrund führt. Doch was gibt stattdessen Orientierung? Hat vielleicht der christliche Glaube immer noch und gerade jetzt eine prägende Kraft? Kann er mehr, als Krisendiskussionen zu entfachen? Klaus Koziol ist überzeugt, dass die christliche Perspektive nie wichtiger war als heute. Und er hebt mit diesem Buch einen wertvollen Schatz des Christentums: Menschendienlichkeit. Präzise und kreativ zeigt er, wie diese Orientierung in Politik und Wirtschaft nachhaltige Impulse liefern kann. Gleichzeitig scheint in seinem Buch etwas von der Faszination und dem Abenteuer auf, das es bedeutet, heute Christ zu sein. Eine Inspiration für alle, die nach neuen Wegen suchen.

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  • Der christliche Glaube als Antwort auf die Herausforderungen der Zeit

    Gerade jetzt!

    michael_lehmann-pape

    20. March 2013 um 14:34

      Das der christliche Glaube nur noch Randerscheinung ist, das in der modernen Welt eine „Wertevielfalt“ herrscht, in der alle möglichen Lebenswege ihr Rech besitzen. Das die „moderne Welt“ den „antiquierten“ christlichen Glauben nicht mehr braucht, mit solchen Gedanken will sich Klaus Koziol in keinem Falle abfinden.   Ganz im Gegenteil. Im christlichen Glauben, in den christlichen Werten und dem christlichen Menschenbild sieht und findet er Antworten für drängende Fragen der Gegenwart, Wege, die aus (selbstgeschaffenen) Krisen herausführen können und einem überbordenden Kapitalismus, der deutlich mehr Opfer als Gewinner hinterlässt, Paroli zu bieten vermag.   Angenehm ist, dass Koziol hier nicht den „Wunsch Vater der Gedanken“ sein lässt, nicht Argumente oder Beschreibungen in eine ihm passende Argumentation hinein biegt und auch nicht schlichtweg konservativ dogmatisch agiert.   In den vielfachen Betrachtungen in diesem schmalen Buch hält Koziol es durchweg durch, sachlich und dem Glauben gemäß vor allem gegenüberzustellen was an Werten „der modernen Welt“ zu gelten scheint, wie sich diese destruktiv auf ganze Gesellschaften auswirken und was die christliche Überzeugung dem an Werten gegenüber zu setzen hat.   Der christliche Glaube ist nicht gegen Wachstum, sucht aber das nachhaltige Wohl der ganzen Gesellschaft. Der Glaube stellt den Menschen in seiner Ganzheit in den Mittelpunkt, innerlich wie äußerlich und kann damit einer Degradierung nur als „Konsument“ entgegenwirken.   Der christliche Glaube setzt auf Solidarität mit allen, den Schwachen und Starken und sucht die auch innerlich ausgleichende Gemeinschaft, das „entfesselte moderne Leben der Gettoisierung“ führt, sichtbar und spürbar, zur Desintegration mit allen aggressiven Folgen und vielfachen Opfern, die dies nach sich zieht.   Es braucht, auch dies begründet sich im Christentum, eine Demokratie, die stark ist, angesichts der Gefahren, in eine Art des Feudalismus inklusive Leibeigenschaften wieder zurückzufallen.   Nun ist Koziol nicht blind und sieht, dass Menschen, die sich von solchen Überzeugungen und Hoffnungen tragen lassen, die Gott als real für ihr Leben ansehen, in der aktuellen Gesellschaft keinen leichten Stand haben (vielleicht auch, weil sie störend daran erinnern, dass der Mensch von Mehr lebt als nur vom Brot allein und materielles Wohlergehen nichts aussagt über die tatsächliche innere Befindlichkeit?).     „Man denkt und sagt, ich sei ein Trottel“ (Johannes XXIII.)   Stimmt, angesichts der Egomanie der modernen Welt, sagt Koziol und ruft dazu auf, im Anblick dieser Welt stolz darauf zu sein, zu den „Letzten zu kurz gekommenen zu gehören“.   Natürlich ist das Buch vom Glauben getragen, Koziol macht keinen Hehl aus seiner inneren Begeisterung und Überzeugung, Und dennoch ist es gut zu lesen und in seinen Kerngedanken motiviert es zur Reflektion, weil Koziol sich nicht aufdrängt, sondern nur Werte (und deren Folgen) gegenüberstellt. Erst auf dieser Basis zieht er seine Schlüsse. Und bei dieser Gegenüberstellung muss sich der christliche Glaube in Bezug auf seine „Menschendienlichkeit“ wirklich nicht verstecken. Bei allen hausgemachten Problemen und Grenzüberschreitungen seiner irdischen Vertreter.

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