Klaus Liebers Otto von Guericke und das Abenteuer Vakuum

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Inhaltsangabe zu „Otto von Guericke und das Abenteuer Vakuum“ von Klaus Liebers

"„Das wollen wir doch einmal auf einen Versuch ankommen lassen!“ Mit diesen Worten antwortete Otto von Guericke allen, die ein Vakuum für unmöglich hielten. Anfangs experimentierte Guericke mit Bierfässern und Kupferkugeln. Bald kamen große Glaskugeln hinzu. Der Bürgermeister von Magdeburg wollte herausbekommen, ob ein leerer Raum möglich wäre. Guericke fragte sich: „Was mag das wohl sein, das die Welt bis zu den Fixsternen ausfüllt? Ist es der Äther, wie Aristoteles meinte? Oder doch der stets geleugnete leere Raum?“ Als Otto von Guericke seine Heimatstadt Magdeburg 1654 auf dem Reichstag zu Regensburg vertrat, nahm er die Geräte mit. Guerickes Hang zum Experimentieren blieb nicht verborgen. Immer mehr Teilnehmer des Reichstages wünschten die Versuche zu sehen. Und dann ereignete sich die Sensation: Guericke wurde zum Kaiser gerufen! Guericke hatte erreicht, was noch nie zuvor einem Forscher gelungen war: Er hatte das Interesse des Kaisers an wissenschaftlichen Experimenten geweckt. Dennoch glaubten die Zeitgenossen nicht an die Möglichkeit einer Leere. Die Gegner schrieben alle Vorgänge, die auf dem Wirken des Luftdrucks beruhten, der Scheu der Natur vor der Leere zu. Zurückgekehrt nach Magdeburg steigerte sich Guericke in einen Rausch neuer Experimente mit den „Magdeburgern Halbkugeln“. Seine Forschungswerkstatt erstreckte sich über zwei Etagen seines Wohnhauses, selbst den Hof bezog Guericke ein. Am berühmtesten wurde der Versuch mit den 16 Pferden.. Auch damit endeten Guerickes Einfälle nicht: Guericke ließ den Luftdruck Lasten heben. Dieses Experiment führte zur Entwicklung der Dampfmaschinen. Er baute ein Wettermännchen – das war die Geburtsstunde der Wettervorhersage in Deutschland. Guericke experimentierte mit Schwefelkugeln – den Urahnen aller Elektrisiermaschinen. Das Buch ist mit 30 Kupferstichen versehen.

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    Otto von Guericke und das Abenteuer Vakuum
    R_Manthey

    R_Manthey

    11. December 2015 um 15:54

    Nach Otto von Guericke ist die Magdeburger Universität benannt. Vielleicht kennt ihn der eine oder andere aus dem Physikunterricht in der Schule. War das der mit Kugeln? Genau der ist es. Leider beschränkt sich unsere Erinnerung oft auf solche Einzelereignisse, die wir vielleicht noch nicht einmal mehr richtig erklären können. Klaus Liebers kann in diesem Fall Abhilfe schaffen, denn er beschreibt in seinem Büchlein das Leben und das Werk dieses faszinierenden Experimentators. Bei mir jedenfalls kam Bewunderung für diesen Mann auf, denn seine wirklichen Leistungen sind für die Zeit, in der sie vollbracht wurden, mehr als außergewöhnlich. Der 1602 geborene Gericke (Guericke wurde daraus erst 1662 als ihn der Kaiser adelte) studierte in jungen Jahren an verschiedenen Universitäten Jura und allerlei andere Dinge, wie zum Beispiel Festungsbau. Eine differenzierte Aufteilung von Wissenschaften gab es damals noch nicht. Bald begann er sich für die Leere zu interessieren. Nach Aristoteles, dem die Kirche folgte, meidet die Natur die Leere. Otto Gericke begann zu experimentieren, und sein heller Geist erkannte bald, dass Aristoteles irrte. Nebenbei war Gericke Bürgermeister von Magdeburg und Diplomat seiner Stadt. Trotz seiner zahlreichen Reisen und seiner vielen Verpflichtungen ließ er sich nicht von immer raffinierteren Versuchen abbringen, die wenigstens ihm zeigten, dass man ein Vakuum erzeugen kann. In diesem Zusammenhang erkannte Gericke die Wirkung des Luftdrucks. Darüber hinaus schlussfolgerte er aus seinen Versuchen, dass die Luftsäule über der Erdoberfläche endlich ist, es also im Weltraum auch eine Leere geben muss. Schließlich gelangte er mit Hilfe der Erkenntnisse anderer Forscher der damaligen Zeit auch zu Wettervorhersagen aus Luftdruckmessungen. Das alles ist in der Gesamtheit ebenso verblüffend wie das hohe Alter, das Otto von Guericke erreichte. Erst mit über siebzig Jahren setzte er sich als Bürgermeister zur Ruhe. Wirklich faszinierend ist jedoch besonders aus heutiger Sicht seine ungemeine Experimentierfreude. Er ließ sich auch während seiner Reisen nicht davon abhalten und erfreute sich großer Bewunderung bis in höchste Kreise. Immerhin bat der Kaiser höchstselbst um eine Vorführung. Nicht unerwähnt sollte man vielleicht lassen, welche enormen Summen diese vielen Versuche kosteten. Rechnet man sie in Gold um und nimmt man den heutigen Goldpreis als Berechnungsgrundlage, dann kommt man locker auf fast zwei Millionen Dollar. Welch phänomenale Leistung von Guericke wirklich vollbrachte, kann man nur erahnen, denn man hat heute eigentlich keine Vorstellung von den damaligen Verhältnissen und den technischen Fähigkeiten in dieser Zeit. All seine Gerätschaften mussten Schmiede oder Glasbläser mit den damaligen Möglichkeiten anfertigen. Hinzu kommt noch, dass die Kirche und die mit ihr verbundene Allwissenheitsideologie starke und gefährliche Widerstände für von Guericke erschuf. Es ist auch ein Verdienst des Autors, dass er an diesem Beispiel zeigt, wie Zeitgeist und Glaube das Denken blockieren kann. Bei Otto von Guericke hat das jedoch nicht funktioniert. Diese Broschüre gibt das Leben und die Leistungen dieses außergewöhnlichen Mannes sehr gut wieder. Der Autor entschied sich für die Verwendung historischer Stiche, um die verschiedenen im Text beschriebenen Experimente zu illustrieren. Das mag aus historischer Sicht gerechtfertigt sein. Allerdings tragen diese Illustrationen nicht unbedingt zum Verständnis bei, weil sie die Dinge eher verkomplizieren als vereinfachen. Eine moderne Grafik hätte dem entgegengewirkt, aber wohl auch den optischen Gesamteindruck dieser Broschüre verändert, die wohl etwas mehr ein wissenschaftshistorisches und etwas weniger ein wissenschaftserklärendes Werk sein will, obwohl es das auch recht gut tut.

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