Klaus Modick Bestseller

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Inhaltsangabe zu „Bestseller“ von Klaus Modick

Na, heute schon einen Bestseller gelesen? In Tante Theas Koffer findet ihr Erbe, der mittelmäßig erfolgreiche und chronisch klamme Schriftsteller Lukas Domcik, ein Konvolut mit Aufzeichnungen aus ihrer Jugend in den Dreißiger- und Vierzigerjahren. Zunächst kann er mit dem unsäglichen Backfischgeschreibsel nichts anfangen. Doch dann lernt er die schöne Rachel kennen. Um ihr ganz nahezukommen und um endlich auch mal das ganz große Geld zu machen, entwirft er einen genialen Plan: Mit leichter Hand und reichlich Chuzpe ließe sich aus dem deutschen Schicksal der Tante ein anrührender Weltbestseller verzapfen. Doch im Rausch seiner Amour fou verliert Domcik schon bald die Übersicht. Klaus Modick - der seit Monaten mit seinem jüngsten Roman 'Konzert ohne Dichter' in den Bestsellerlisten zu finden ist - erzählt in seinem schrecklich bösen und rasend komischen Roman 'Bestseller' 'zugespitzt und auf leichte, unterhaltsame Weise, wie der Literaturbetrieb funktioniert.' NDR

Ein ironischer Roman über einen den weiblichen Reizen gegenüber anfälligen Autor und seinen Versuch im Buchgeschäft Geld zu machen.

— AugustaM
AugustaM

"Lesen!" (S. 268)

— Joachim_Tiele
Joachim_Tiele

Ein sehr gutes Buch, und gerade der Schreibstil gefällt mir. Der Autor spricht den Leser direkt an.

— Eori
Eori

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  • Gelungene Satire über den Literaturbetrieb und das, was wir so lesen

    Bestseller
    Joachim_Tiele

    Joachim_Tiele

    Bei den meisten guten Büchern gibt es einen vordergründigen Inhalt und ein Thema, um das es eigentlich geht. Ersterer wird im Klappentext und von den meisten Vorrezensenten trefflich wiedergegeben, weshalb er hier nicht wiederholt werden soll. Das Thema des Buches ist der Literaturbetrieb und das, was wir so lesen, sei es, weil es der Literaturbetrieb so will, sei es, dass ein Buch unseren Geschmack trifft oder weil wir glauben, es gelesen haben zu müssen, weil alle anderen es auch gelesen haben und wir mitreden möchten. Klaus Modicks Bestseller liest sich flüssig und schlüssig, die Glaubwürdigkeit der Handlung ist durch Modicks eigene literarische Vita verbürgt (im Sinne von, dass sich alles so hätte abspielen können, was ja gemeinhin den Realismus in der Belletristik ausmacht), und ihre satirische Darstellung zieht alle Register von der feinsinnigen Anspielung bis zum gezielt eingesetzten Kalauer, der einen spätestens beim zweiten Lesen doch schlucken und vielleicht sogar zusammenzucken lässt. Warum jetzt diese Retrorezension, nachdem es das Buch seit seinem Erscheinen als Hardcover inzwischen schon seit neun Jahren gibt? In einem aktuellen Thread auf der Webseite des Onlinemagazins Literarturcafé, in dem sowohl über das Thema Literatur für Ältere (als nicht vorhandene, aber von manchen gewünschte Genreliteratur) als auch über die Schwierigkeiten älterer schriftstellerischer Debutanten beim Finden eines Verlages diskutiert wird, wurde das in Bestseller beschriebene Vorgehen des Protagonisten in einem Post als ernstgemeinter Vorschlag formuliert. Nicht mit einem Hinweis auf Modicks Roman, sondern als Tipp: Dem mit diesem Post angesprochenen Autor wurde in der Form eines Fragekatalogs unter anderem empfohlen, sich (...) als junge Frau aus(zu)geben? Vor dem persönlichen Kontakt mit einem Lektor oder, im weiteren Verlauf, bis zu Lesungen durch eine jugendliche Darstellerin? Sobald das Werk aber etabliert ist, sollte es zum Outing kommen (...). (1) Es wird also für möglich gehalten, dass das klappen könnte. Der Literaturbetrieb habe es ja gar nicht anders verdient, wenn es ihm so sehr auf die Verkaufzahlen ankomme und nicht darauf, qualitativ gute Literatur herauszubringen. Und, in der Tat, es scheint zu funktionieren. Meine geniale Freundin von Elena Ferrante (unten angehängt) ist vermutlich nach diesem Strickmuster geschrieben und promotet worden. Zwar verbirgt sich hier die vorgebliche Autorin (Interviews mit ihr können nur per Email geführt werden und über ihr Aussehen ist nichts bekannt), aber aus zu diesen Themen gemeinhin gut unterrichteten Kreisen kann man erfahren, dass es sich bei der Verfasserin um ein Drehbuchteam aus ehemaligern Linken aus Rom handle (2), das das Buch nach einer Bestsellerformel organisiert habe (3). Die Runde im Literarischen Quartett am 26.08.2016 (siehe die Anmerkungen unten) war sich einig, dass es sich um ein reines Marketingprojekt handle, das - in Deutschland im Suhrkamp Verlag erschienen - suggeriere, es handle sich dabei um ernsthafte Literatur und nicht, was es tatsächlich sei, um Trivalliteratur für Menschen, die eher wenig lesen und das Gefühl vermittelt bekommen sollen, sie würden sich durch seine Lektüre bilden. Modicks Verdienst, um auf ihn zurückzukommen, besteht darin, dass er bereits vor einigen Jahren diese Entwicklung des Literaturmarktes vorausgesehen und in sein in weiten Teilen Schmunzelbuch eine präzise Analyse der entsprechenden Marktmechanismen hineingeschmuggelt hat. Für Modick war das - aus der Perspektive des Jahres 2007 - Zukunftsmusik. Sein Vorbild in der Realität war Der Fall George Forestier (@Wikpedia). Ein deutscher Verlagsmanager hatte in den frühen fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, zunächst am Inhaber vorbei, durch einen Mittelsmann dem eigenen Verlag seine selbstverfassten Gedichte als die eines vorgeblichen Deutsch-Elsässers angeboten, der zuerst in der deutschen Wehrmacht gegen Russland und später, um seiner Hinrichtung als Kollaborateur mit den Nazis zu entgehen, in der französischen Fremdenlegion in Indochina gekämpft hatte, wo er als vermisst gemeldet worden sei. Der erste Gedichtband, Ich schreibe mein Herz in den Staub der Straße, löste in Verbindung mit der kolportierten erfundenen Biographie des vorgeblichen Verfassers eine regelrecht Lyrikwelle in der deutschen Nachkriegsliteratur aus, nachdem viele Schriftstellerkollegen ebenso wie die Rezensenten der meisten Tageszeitungen die Gedichte über den grünen Klee gelobt hatten, bis zur Enttarnung des Verfassers, die dann einen veritablen Literaturskandal ausgelöst hatte. Gerade dadurch, dass Modick sich auf Forestier - und nicht auf gutaussehende Weiblichkeit allein - bezieht, verdeutlicht er, wie stark die Identifkationsbedürfnisse der Leserschaft die Rezeption von Literatur beeinflussen (4), und wie leicht sie sich durch den Literaturbetrieb manipulieren und in bares Geld verwandeln lassen. Die Gesellschaft tut sich nicht leicht damit, und der Artikel aus dem Spiegel zum Aufdecken der Identität von George Forestier aus dem Jahr 1955 (5) ist heute noch genau so interessant zu lesen, wie ein Artikel aus dem Freitag zum fünfzigjährigen Erscheinen von Ich schreibe mein Herz in den Staub der Straße aus dem Jahr 2002 (6). Und so ist Bestseller bis heute ein aktuelles Buch, vielleicht sogar noch aktueller als im Jahr seines Erscheinens, als es noch als gut ausgedachter Scherz wahrgenommen werden konnte. Ein trotz des ernsten Hintergrunds amüsantes Lesevergügen ist garantiert. 05.09.2016 - Joachim Tiele _____ (1) http://www.literaturcafe.de/wo-bleiben-altenromance-und-altenliteratur/#comment-20282 (2) Maxim Biller im Literarischen Quartett vom 26.08.2016, zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Rezension in der ZDF Mediathek zu finden unter http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2820494/Das-Literarische-Quartett-vom-26.08.2016#/beitrag/video/2820494/Das-Literarische-Quartett-vom-26.08.2016 (3) Mara Delius in der gleichen Sendung (4) Zu den Identifikationsbedürfnissen der Nachkriegsgeneration etwa: "Die Mystifikation und die Exotik dieses Lebens bediente die Erwartungen der mit eigenen Kriegserlebnissen belasteten Leser und Kritiker der 1950er Jahre und diente ihnen als Projektionsfläche für eigene Gefühlslagen." - zitiert aus dem Wikipedia-Artikel zu George Forestier. (5) Der Spiegel vom 05.10.1955: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41960454.html (6) Der Freitag vom 13.12.2002: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/brennend-heisser-wustensand

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  • Satire auf den Literaturbetrieb

    Bestseller
    BeaMilana

    BeaMilana

    09. September 2013 um 10:51

    Was für ein herrliches Buch! Der mäßig erfolgreiche Schriftsteller Lukas Domcik erbt von einer entfernten Tante einen alten Koffer, der ihre Nazi-Memoiren enthält. Getreu der alten Handwerkerregel, was nicht passt, wird passend gemacht, motzt der nicht an Phantasielosigkeit, dafür aber an chronischem Geldmangel leidende Autor, das braune Stückwerk zu einer heldenhaften Dokufiktion auf. "Vom Memelstrand bis zum Themseufer" wird mit dem "schmerzlich-schönen" Konterfei einer Schauspielschülerin als Autorin versehen und schon geht´s los: Der Verlag beißt an, die Literaturwelt ist begeistert und feiert in euphorischen Tönen ein neues Fräuleinwunder. Nur Lukas geht (mal wieder) leer aus. "Bestseller" von Klaus Modick ist eine satirische Auseinandersetzung mit dem Literaturbetrieb (Schwindel von Fälschungen, die Authentizitätsgier der Verlage, Ausbeutung des Nationalsozialismus als Medienthema / s. Spiegel-online). Am Ende des Romans wird der Rezensionsstil namhafter Medien persifliert. Einfach nur Klasse! Ich habe mich bestens über diese Mogelpackung amüsiert.

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  • Rezension zu "Bestseller" von Klaus Modick

    Bestseller
    Ritja

    Ritja

    12. February 2013 um 18:27

    Lukas Domcik ist Schriftsteller, kein Bestsellerautor, aber auch (noch) keine Regalleiche. Doch sein ganz großer Wurf lässt noch auf sich warten und so kämpft er um jeden Vertrag, um jeden Vorschuss, um Werbung und Verständnis. Mitten in seiner Grübelei platzt die verstorbene Tante Thea. Wer ist Tante Thea? Sie sagt ihm nichts und doch fährt er zum Seniorenheim, um die Sachen von ihr abzuholen, denn er ist Alleinerbe. Vielleicht wird er dadurch reich und muss nicht mehr kämpfen, kann endlich den dicken Wälzer schreiben. Doch sein Erbe ist ein Koffer voller Erinnerungen einer ehemaligen Nazifanatikerin und schlechten Gedichten. Wieder nichts - oder doch? In seiner Lieblingskneipe lernt er die Maskenbildnerin Rachel kennen. Um sie zu beeindrucken und mit ihr das ganz große Geld zu machen, entwickelt er einen Plan. Wird er aufgehen? Wird er das große Geld bekommen? Ruhm? Anerkennung? Klaus Modick hat einen bissigen Roman über das Schriftstellerdasein geschrieben. Er zeigt die guten und die schlechten Seiten des Berufes auf und lässt den Leser teilhaben an der Grübelei seiner Figur, an der teilweise frustrierenden Suche nach einer guten Geschichte und den Schwierigkeiten mit den Verlagen. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Die Figur des Lukas Domcik war mir direkt symphatisch und manchmal musste ich schon über seine Art jedes zweite Fettnäpfchen mitzunehmen lachen.

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  • Rezension zu "Bestseller" von Klaus Modick

    Bestseller
    Thaila

    Thaila

    22. March 2011 um 13:15

    Lukas Domcik ist mäßig erfolgreicher Schriftsteller und ständig pleite. Als unerwartet eines Tages die Nachricht eintrifft, er sei Alleinerbe einer entfernten Tante, erwartet er schon das große Geld. Umso enttäuschter ist er als er nur einen alten Koffer mit den verstaubten Memoiren von "Tante Thea" erbt. Als sein Lektor ihm jedoch vorschlägt, es mal mit Docufiction über die NS-Zeit zu versuchen, da das gerade super ankäme, eröffnet sich eine wunderbare Geschäftsidee. Es muss nur Tante Theas eher langweiliges Leben etwas aufgepeppt werden - kurzerhand wird sie einer ostpreußischen Adeligen, die sich in einen jüdischen Mann unsterblich verliebt - und ein passendes Gesicht als Autor gefunden werden. Da sich Bücher von jungen, hübschen Frauen so viel besser verkaufen, engagiert er kurzerhand die schöne Kellnerin Rachel als Autorin seines Roman. Allerdings läuft natürlich alles ganz anders, als Lukas es sich erhofft hat. Modicks Roman Bestseller ist eine süffig geschriebene, herrlich bissige Satire auf den Verlagsbetrieb. Das Interesse an guter Literatur spielt in diesem Roman eine untergeordnete Rolle, allen geht es nur um Geld un Anerkennung. Das könnte moralinsauer sein, wäre die Figur Lukas Domcik nicht ebenfalls Teil der Maschinerie, die er zu verachten vorgibt und wären seine Motive nicht ebenso unlauter. Gelegentlich gleitet Modick ein bißchen stark ins kalauern ab und wird sehr flappsig, grundsätzlich ist der Roman jedoch sehr ironisch, vielschichtig und mit einem Augenzwinkern geschrieben. Mir hat das Buch Spaß gemacht.

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  • Rezension zu "Bestseller" von Klaus Modick

    Bestseller
    Duffy

    Duffy

    23. February 2010 um 18:23

    Der im Literaturbetrieb Tätige kann sich hier trefflich und schenkelklopfend hochgradig amüsieren und dabei immer wieder hundsgemein gutgelaunt wissend lachen. Für alle anderen ist dieses Buch ein Vergnügen, weil Modick mit scharfer Zunge einen Plagiatsversuch schildert, der auch tatsächlich funktioniert und nur den Protagonisten in einem ziemlich sauren Regen stehenlässt. Meisterhaft und kurzweilig erzählt, mit der Kenntnis des Eingeweihten und der Originalität des nicht zu erlernenden leichten Umgangs mit der Welt des Buchverkaufs. Einblicke in die eher blutarmen Phasen der Schriftstellerpsyche gibt es auch. Ein hervorragendes Buch zum Miterleben. Bestseller.

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  • Rezension zu "Bestseller" von Klaus Modick

    Bestseller
    buch_ratte

    buch_ratte

    13. April 2009 um 16:32

    Abgesehn von dem ersten Kapitel, habe ich das Buch wirklich geliebt. Gut geschrieben, interessant zu lesen. Wirklich interessant war, was er aus dem Leben seiner Tante gemacht hat, nur um es verkaufen zu können. Hat zwar lang gedauert, bis er zum eigentlichen Thema gekommen ist, aber das Wrten hat sich gelohnt.