Der kretische Gast

von Klaus Modick 
4,2 Sterne bei30 Bewertungen
Der kretische Gast
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Ein sehr spannender Roman auf zwei Zeitebenen, der auf der Insel Kreta spielt und Ereignisse aus der Besatzungszeit 1943 erzählt.

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Fast schon ein Epos über die Besetzung Kretas durch die Deutschen im Krieg 1943 - sehr sinnlich geschrieben, ein großer Schmöker!

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Inhaltsangabe zu "Der kretische Gast"

'Ein Balanceakt zwischen historischer Recherche, Abenteuerroman, Liebesromanze und Hommage an eine Insel' Hajo Steinert, Deutschlandfunk.
Kreta 1943: Der deutsche Archäologe Johann Martens soll im Auftrag der Wehrmacht die Kunstschätze der besetzten Insel katalogisieren, die sich als Beutegut für Hitlers Germanisches Museum eignen. Der Einheimische Andreas wird zu seinem Fahrer und Führer, doch verbindet beide bald mehr. Die Lebensart der Kreter und noch mehr Andreas’ schöne Tochter Eleni schlagen Martens immer mehr in ihren Bann. Als die Deutschen eine Razzia planen, muss er sich entscheiden, wo er steht.Ein hochaktueller, spannender und gut recherchierter Roman, der zwischen den Vierzigerjahren und den Jahrzehnten danach, zwischen kretischem Sommer und Hamburger Winter angesiedelt ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462051056
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:592 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:17.08.2017

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    Siko71s avatar
    Siko71vor einem Monat
    Eine Liebeserklärung an de Isel Kreta und ihre Einwohner

    Kreta 1943. Der Archäologe Johann Martens soll im Auftrage der Wehrmacht Kunstschätze katalogisieren. Er bekommt Andreas zur Seite, einen Kreter, der ihn an die Fundorte fahren soll. Aber Andreas ist weitaus mehr als ein Fahrer. Er wird Johann immer mehr zum Freund und Johann gerät immer mehr zwischen die Fronten. Als es dann eines Tages Hart auf hart kommt, muss sich Johann entscheiden, auf welcher Seiter er steht.

    Der Roman ist sehr bildhaft und emotional geschrieben. Wer die Landschaft der Insel heute kennt, kann sich ugefär ein Bild machen wo die Orte des Geschehens liegen. Auch wird der Leser mit den Grausamkeiten im Krieg konfrontiert, welche die Deutschen dort veranstaltet und hinterlassen haben. Es gibt heute noch Orte, wo man sich als Deutscher nur mit schlechtem Gewissen hintraut. Obwohl unsere Generation schon lang nichts mehr mit den Geschehnissen zu tun hat.
    Mir als Kretafan ist dieser Roman eifach unter die Haut gegangen und verdient kompette 5 Sterne.

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    Magicsunsets avatar
    Magicsunsetvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr spannender Roman auf zwei Zeitebenen, der auf der Insel Kreta spielt und Ereignisse aus der Besatzungszeit 1943 erzählt.
    Ein spannender Roman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund, der auf Kreta spielt

    „Und er wußte, daß in der Flüchtigkeit dieses Anblicks die Dauer beschlossen lag und vielleicht sogar ein Funken Ewigkeit.“ (Originalzitat Seite 406, Auflage 2005)

    Inhalt
    Lukas Hollbach, Student, kauft im März 1975 auf einem Flohmarkt von Kindern zwei gerahmte Fotografien. Die eine Fotografie, auf der zwei Männer zu sehen sind, kommt ihm bekannt vor. Das andere Foto zeigt eine Hafenansicht und auf der Rückseite entdeckt er eine Notiz in griechischer Sprache. Eine Studienkollegin erkennt den Hafen, Agia Galini auf Kreta, und zu Sommerbeginn fährt Lukas auf diese Insel, eine Reise die ihn in die Vergangenheit führt, ins Jahr 1943, als Kreta von den Deutschen und Engländern besetzt war.
    Als Johann Martens, Archäologe, auf Grund seiner Sprachkenntnisse 1943 den Auftrag erhält, für die deutsche Wehrmacht die Kunstschätze der Insel Kreta zu katalogisieren, kann er nicht ablehnen. Als der deutsche Leutnant, dem er auf Kreta zugeteilt ist, feststellt „Katalogisieren kann man nur, was man zu Gesicht bekommt, wovor man nicht die Augen verschließt“ (Zitat Seite 36), ist Johann anfangs nicht bewusst, wie rasch dies für ihn Wirklichkeit wird. Er muss Entscheidungen treffen, die ihn in Lebensgefahr bringen. Der griechische Wort Xenos bedeutet sowohl „Fremder“, als auch „Gast“ und manchmal erfolgt der Übergang fließend.

    Thema und Genre
    Dieser Roman ist ein zeitgeschichtliches Epos und eine eindrucksvolle Schilderung der Insel Kreta. Es umfasst die beiden letzten Kriegsjahre, als Kreta von den Deutschen und von den Engländern besetzt war. Die stolzen Kreter wollten jedoch vor allem eines, Freiheit. Es geht hier um Entscheidungen, die in dieser gefährlichen, dunklen Zeit jeder für sich selbst treffen musste, wo zwischen Mut und Verrat, zwischen dem Ausführen der Befehle wie unter Zwang und der Befehlsverweigerung alles möglich war. Es geht aber auch um die heutige Generation der Kinder und wie sie mit der Vergangenheit der Familie umgehen.

    Charaktere
    Johann Martens ist Archäologe und versucht, sich als Deutscher möglichst neutral zu verhalten. Gewalt lehnt er ab, doch auf Kreta wird er mit einer Realität konfrontiert, wo er nicht mehr wegschauen kann. Durch den Einheimischen Andreas, der ihm von den Deutschen als Chauffeur und Übersetzer zugeteilt wurde, lernt er rasch, hinter die Kulissen zu blicken und beginnt zu verstehen, worum es wirklich geht. Ein mutiger, unangepasster Protagonist.
    Lukas Hollbach wird im Zuge seiner Recherchen 1975 endgültig erwachsen und er entdeckt die Schönheit der Insel Kreta, die griechische Gastfreundschaft und taucht tief in die Ereignisse der Kriegsjahre ein, die auch ihn betreffen.
    Der Autor geht realistisch, aber sensibel mit den Charakteren der besetzten Insel um, dadurch bleiben die handelnden Personen im Graubereich und es gibt keine gut – böse Stereotypen. Das macht diesen Roman so beeindruckend, unvorhersehbar und spannend. Natürlich kommen auch Frauen in der Geschichte vor, sowohl Johann, als auch Lukas verlieben sich, doch steht die Liebesgeschichte nicht im Vordergrund, sondern erklärt manche Entscheidungen der Hauptprotagonisten.

    Handlung und Schreibstil
    Die Erzählung ist zweisträngig. Die beiden zeitlich getrennten Ereignisketten 1943 und 1975 sind ineinander verschränkt. Ort der Handlung ist überwiegend die Insel Kreta. Jedes Kapitel trägt als Überschrift Ort und Jahr und ist in nummerierte Unterkapitel eingeteilt. Dadurch bleibt der Roman für den Leser übersichtlich. Die gesamte Geschichte ist sehr spannend erzählt.
    Dieser Roman ist pures Lesevergnügen, sprachlich gekonnte Schilderungen wecken Sehnsucht nach Kreta, ohne jedoch bemüht metaphorisch zu sein.

    Fazit
    Dies ist das erste Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe, aber es werden bald weitere folgen. Sprachgewandt zieht uns Klaus Modick von der ersten Zeile an in eine sehr spannende Handlung mit interessanten, vielschichtigen Charakteren. Dieser Roman ist ein Page-turner, der alle Erwartungen erfüllt.

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    Burgkelfes avatar
    Burgkelfevor 4 Jahren
    Der kretische Gast


    Kreta 1943: Der deutsche Archäologe Johann Martens soll im Auftrag der Wehrmacht die Kunstschätze der besetzten Insel katalogisieren. Der Einheimische Andreas wird zu seinem Fahrer und Führer, doch verbindet beide bald mehr. Die Lebensart der Kreter und noch mehr Andreas’ schöne Tochter Eleni schlagen Martens immer mehr in ihren Bann. Als die Deutschen eine Razzia planen, muß sich Johann entscheiden, wo er steht. 

    Ich bin ein Kreta-Fan und kenne die Insel ziemlich gut. Einige der im Buch beschriebenen Orte habe ich bereist und auch die Mentalität der Kreter ist mir nicht unbekannt. Die Gastfreundschaft, die wahrhaftig wie im Buch beschrieben, mit viel Raki bekundet wird, welchen ich mit den Einheimischen "auf die Gesundheit" getrunken habe, ist mir bestens bekannt. 
    Modick hat die Insel Kreta und deren Bewohner wirklich sehr eindrucksvoll und treffend beschrieben. Vieles habe ich als Besucher genau so erlebt. 

    Der Roman setzt sich aus zwei sich wechselnden Handlungssträngen zusammen und man ist gespannt wie die Geschichte zusammengeführt wird. 
    Besonders am Ende wächst die Spannung fast bis ins unerträgliche, so dass ich sehr schnell gelesen habe. Dabei haben mich die doch sehr ausführlichen Landschaftsbeschreibungen ein wenig gestört. 
    Ansonsten ist "Der kretische Gast" ein sehr beeindruckendes und empfehlenswertes Buch mit historischen Hintergrund.

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    Duffyvor 6 Jahren
    Rezension zu "Der kretische Gast" von Klaus Modick

    Die Hauptfigur dieses Romans ist eigentlich die Insel Kreta. Hierhin wird 1943 der deutsche Archäologe Martens versetzt, um Kunstgegenstände zu katalogisieren. Hier wird der Zivilist auch mit den bösesten Seiten des Krieges konfrontiert, die ihn dazu bringen, so nach und nach die Seiten zu wechseln. Nicht ganz unbeteiligt ist dabei auch die Tochter seines Freundes Andreas.
    1975 findet auch der abgeschlossene Student Lucas Hollberg nicht zuletzt durch zwei Fotos, die er auf einem Hamburger Flohmarkt erwirbt und der strikten Weigerung seines Vaters, ihm etwas über seine Zeit in Griechenland während des Krieges zu erzählen, nach Kreta. Auch ihm begegnet hier eine Liebe. Aber nicht nur das, er hat auch einen Schlüssel zur Vergangenheit in der Hand.
    Zwei Handlungsstränge, die, man ahnt es fast, am Schluss zusammenlaufen. Bis dahin ist es ein langer Weg, den Modick großartig und spannend abhandelt. Seine Sprache, mit der er die Insel beschreibt, "riecht" und lässt eine tiefe Zuneigung für Land und Leute erkennen und lenkt so manches Mal positiv vom Geschehen ab.
    Das es in sich hat, denn die Greuel der Protagonisten des Weltkriegs sind hier in einer Deutlichkeit erfasst, die betroffen macht. Es ist viel von Schuld und Mut, von Vergeben und Patriotismus die Rede, heraus kommt jedoch immer wieder der große Verlierer bei diesen Geschichten: der Mensch selbst.
    Modick hat einen Roman geschrieben, der von der ersten bis zur letzten Minute nicht nur spannend ist, sondern den Leser auch 100%ig einnimmt. Besser kann man es nicht machen. Ein Meisterwerk der Erzählkunst.

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    Duboisvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der kretische Gast" von Klaus Modick

    Diese Geschichte spielt an zwei Schauplätzen: Hamburg und (vorwiegend) Kreta. Und sie spielt in zwei Zeiten: der Gegenwart und dem Zweiten Weltkrieg. Der Zufall führt einen jungen Mann aus Hamburg nach Kreta. Dort begegnet er der Geschichte der griechischen Insel im Zweiten Weltkrieg. Der Leser erfährt wie es damals zur Zeit der deutschen Besatzung war, und er folgt dem jungen Mann auf seiner sehr persönlichen Fährte durch diese Zeit, in der er auch seine Familiengeschichte entdeckt. Denn es gibt dunkle Geheimnisse um seinen Großvater, der im Krieg auf Kreta stationiert war. Am Ende wartet eine sehr große Überraschung auf ihn. Mehr verrate ich nicht.
    Sehr schön geschrieben. Ein Buch über Liebe, Freundschaft, Kameradschaft, Krieg, und ein wenig auch die Suche nach sich selbst.

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    hundertwasservor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Fast schon ein Epos über die Besetzung Kretas durch die Deutschen im Krieg 1943 - sehr sinnlich geschrieben, ein großer Schmöker!
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