Klaus Modick Die Schatten der Ideen

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Inhaltsangabe zu „Die Schatten der Ideen“ von Klaus Modick

Als Moritz Carlsen eine Gastprofessur an einem College in Vermont annimmt, erscheint ihm das Leben an einem amerikanischen Campus zunächst fremd. Dann entdeckt er die Aufzeichnungen des Historikers Julius Steinberg, der 1935 in die USA emigrierte. Anfangs nur neugierig, kommt er einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Je mehr verstörende Ereignisse aus Julius Steinbergs Vergangenheit er ans Licht bringt, desto mehr begegnen ihm Hass, Neid und Hysterie.

Tolle Kombination aus vielen Stoffen, die je allein ein Buch ergeben könnten

— Joachim_Tiele

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  • Rezension zu "Die Schatten der Ideen" von Klaus Modick

    Die Schatten der Ideen

    walli007

    18. September 2010 um 18:19

    Der Gastprofessor Moritz Carlsen kommt als Gastprofessor an eine kleine Uni in Vermont. Zunächst kommt er sich sehr fremd vor, als er mit der amerikanischen Bürokratie konfrontiert wird. Doch bald gewöhnt er sich besser ein. Schon kurz nach seiner Ankunft findet er in dem Gästehaus der Uni, das ihm für seinen Aufenthalt zur Verfügung gestellt wurde, die Aufzeichnungen eines ehemaligen Professors, der in den 40er Jahren dort gewohnt hatte. Die Aufzeichnungen in 10 Heften beschreiben wie Julius Steinberg von Deutschland nach Amerika gekommen ist und seine Jahre in Amerika. Steinberg, der jüdischer Abstammung war, schaffte es mit Hilfe seines Doktorvaters in Hamburg gerade noch aus Deutschland heraus zu kommen, bevor die Nazis es den Juden unmöglich machten zu fliehen. Doch auch in Amerika hatte er es nicht leicht. Zunächst musste er einfachste Arbeiten annehmen, um über die Runden zu kommen. Erst Charles Slatterly verschafft ihm in seiner Bar einen annehmbaren Job. Charles ist aber auch Gewerkschaftsführer. Als Charles umgebracht wirde, lernt Steinberg auf Charles Beerdigung dessen Tochter Maggie kennen. Bald darauf zieht Jules zu Maggie nach Vermont und mit etwas Glück bekommt er endlich eine Stelle als Historiker an der örtlichen Uni. Nach dem Krieg beginnt jedoch die McCarthy Aera, eine Zeit in der vermeintliche Kommunisten wegen Unamerikanischer Aktivitäten verfolgt werden. Auch Steinberg gerät in die Mühlen des FBI. Die Kapitel, in denen sich Carlsen mit Steinberg beschäftigt und seiner Dozententätigkeit nachgeht, wechseln sich mit Abdrucken der Hefte ab. Carlsen wird immer mehr in die Vergangenheit Steinbergs hineingezogen und Steinbergs Vergangenheit wirkt sich überraschender Weise auch auf Carlsens Gegenwart aus. Klasse - dachte ich, als ich das Buch beendet hatte. Ein Jude, der Ende der 40er in Amerika verfolgt wird. Ein Deutscher, der in der Gegenwart mit den Strukturen in Amerika aneinander gerät. Zwei Geschichten, die auf hervorragende Art miteinander verknüpft werden. Wie schon bei "Der kretische Gast" hat der Autor ein Thema angepackt, das mir vorher kaum bekannt war und super umgesetzt. Über die McCarthy-Aera, in der anscheinend kaum vor etwas halt gemacht wurde, wusste ich bisher nicht viel. Besonders perfide fand ich, dass emigrierte Juden, bei denen es während der Flucht buchstäblich ums nackte Überleben gegangen war, befragt wurden, ob sie vor ihrer Flucht, mit den Linken zu tun hatten. Und das die Untersuchungskommissionen Gelegenheiten wahrnahmen, diese Menschen mit einem Berufsverbot zu belegen und sie sogar ins Gefängnis brachten. Und dann wird auch heute noch alles getan, um das unter den Teppich zu kehren. Geht es am Ende sogar um (eingebildete) militärische Geheimnisse?

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  • Rezension zu "Die Schatten der Ideen" von Klaus Modick

    Die Schatten der Ideen

    Schiller-Buchhandlung

    23. June 2010 um 16:09

    Im Mittelpunkt des neuen Romans von Klaus Modick stehen gleich zwei Hauptfiguren. Einmal ist da der Schriftsteller Moritz Carlsen, der gerade unter einer Schreibblockade leidet. Das Angebot, als Gastdozent für Poetik und Kreatives Schreiben an einer Uni im Vermont zu arbeiten, kommt ihm daher gerade recht. Als er nach umständlicher Einreiseprozedur endlich in Vermont eintrifft und sein Gästehaus bezieht, stößt er wenig später zufällig auf ein geheimnisvolles Manuskript. Dieses Manuskript ist von einem jüdischen Historiker namens Julius Steinberg. Dieser Julius Steinberg ist die zweite Hauptfigur. Das Manuskript enthält seine Lebensgeschichte, die von Moritz Carlsen mit großem Interesse gelesen wird. Steinberg konnte in den Vierziger Jahren noch gerade rechtzeitig nach Amerika auswandern und landete auf abenteuerlichen Umwegen schließlich als Professor an dieser Universität in Vermont, an der auch Moritz Carlsen zufällig gerade als Gastdozent begonnen hat. Jetzt ist seine Neugierde natürlich geweckt, vor allem, weil Steinberg seine Aufzeichnungen offensichtlich während eines Gefängnisaufenthaltes geschrieben hat. Es stellt sich heraus, dass er ein Opfer der McCarthy-Ära wurde, in der damals Tausende von Menschen wegen angeblich „unamerikanischer Umtriebe“ verdächtigt wurden. Richtig spannend wird der Roman, als sich die Spur des jüdischen Historikers in der Nachkriegszeit verliert. Moritz Carlsen beginnt zu recherchieren und stößt dabei auf dem Campus auf wenig Verständnis, eher auf Misstrauen und Widerstand. Klaus Modick erzählt seinen Roman auf zwei Zeitebenen. Moritz Carlsens Geschichte spielt im heutigen Amerika während des Irakkrieges, die Geschichte von Steinberg spielt in den Vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Raffiniert verwebt er diese beiden Geschichten zu einem sehr spannenden Roman, der mir vor allem deshalb so gut gefallen hat, weil er viele interessante zeitgeschichtliche Details beinhaltet. Der Roman ist kein rasanter Thriller, den man mal eben nebenher so einfach runterliest. Die Spannung ist eher subtil und wird ganz langsam aufgebaut. Ich finde, dass Klaus Modick ein sehr guter und intelligenter Erzähler ist, der seine Leser unterhalten will, dabei aber auf gar keinen Fall unterfordern möchte. (Natalie Puttkammer)

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