Klaus Modick Konzert ohne Dichter

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Inhaltsangabe zu „Konzert ohne Dichter“ von Klaus Modick

»Ein Meisterwerk« Denis Scheck Klaus Modick erzählt die Entstehungsgeschichte des berühmtesten Worpsweder Gemäldes, von einer schwierigen Künstlerfreundschaft – und von der Liebe. Im Jahr 1905 ist Heinrich Vogeler auf der Höhe seines Erfolgs und wird für sein Meisterwerk »Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhoff« öffentlich gefeiert. Für Vogeler ist es das Resultat eines dreifachen Scheiterns: In seiner Ehe kriselt es, sein künstlerisches Selbstbewusstsein wankt, und seine fragile Freundschaft zu Rainer Maria Rilke, dem literarischen Stern am Himmel der Worpsweder Künstlerkolonie, zerbricht – und das Bild bringt das zum Ausdruck: Rilkes Platz zwischen den Frauen, die er liebt, bleibt demonstrativ leer. Was die beiden zueinander führte und später trennte, welchen Anteil die Frauen daran hatten, die Kunst, das Geld und die Politik, davon erzählt Klaus Modick auf kunstvolle Weise. Ein großartiger Künstlerroman, einfühlsam, kenntnisreich, atmosphärisch und klug.

Hochinteressantes, aber verpufftes Sujet. Es fehlt der große Spannungsbogen und eine wirklich packende Story.

— UtaRuscher
UtaRuscher

Ein wunderbarer Ort, dieses Worpswede. Noch immer ist das Dorf am Teufeslsmoor eine Reise wert...

— Buecherfreundinimnorden
Buecherfreundinimnorden

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  • Das Märchen Worpswede

    Konzert ohne Dichter
    YukBook

    YukBook

    02. April 2017 um 17:20

    Klaus Modick entwirft eine interessante Dramaturgie, um die Beziehung zwischen dem Künstler Heinrich Vogeler und dem Dichter Rainer Maria Rilke zu schildern. Ausgangspunkt für diesen fiktiven Roman, der auf Rilkes Tagebücher und Vogelers Lebenserinnerungen beruht, ist das Gemälde ‚Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhoff‘, wofür Heinrich Vogeler fünf Jahre brauchte und 1905 die ‚Große Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft‘ erhielt. Das begeisterte Publikum sah darin die Idylle der Künstlerkolonie Worpswede. Hätten sie genau hingesehen, wäre ihnen aufgefallen, dass zwischen den Malerinnen Paula Modersohn-Becker und Clara Rilke-Westhoff eine Lücke klafft. An dieser Stelle war ursprünglich Rilke vorgesehen, wurde jedoch von Vogeler in der finalen Version entfernt – eine Tat, die sehr viel über die Verfremdung zwischen den Seelenverwandten aussagt.  In Rückblicken erfährt der Leser, wie Vogeler und Rilke sich in einer Trattoria in Florenz kennenlernten. Ihre Kunst ähnelte sich insofern, dass sowohl Rilkes Sprache als auch Vogelers Malerei etwas „üppig Ornamentales, wuchernd Florales“ hatten. Im Gegensatz zu Rilke schaffte Vogeler jedoch sehr schnell den Durchbruch zu einem der erfolgreichsten Künstler. Er lockte viele Maler nach Worpswede, wo er ein Haus kaufte, es ‚Barkenhoff‘ taufte und einen regelrechten Schaffensrausch erlebte. Ich war überrascht, was für ein Tausendsassa er war. Für ein neues Domizil des Multimillionärs Heymel in der Leopoldstraße entwarf er Tafelsilber, Tischleuchter, Spiegel, Porzellan, Möbel, Gläser, Schmuck, sogar Türklinken und Garderobenhaken. Er avancierte zu einem gefragten Illustrator und Buchgestalter und entwarf sogar Sammelbilder für Stollwerck-Schokolade. Glücklich war Vogeler jedoch nicht. Auf der Höhe seines frühen Erfolgs erschien ihm seine Kunst flach und schal – Ausdruck einer Romantik, die vor der Gegenwart und den Konflikten floh und Schönheit und Idylle vorgaukelte, was dem Publikum anscheinend gefiel.  Dabei gab es sie tatsächlich für kurze Zeit: die Idylle in Worpswede. Vogeler erinnert sich an die unvergessliche Stimmung eines Sommers, in der Harmonie, Liebe, Freundschaft, und Lebenslust das Schaffen der Künstlerkolonie prägten – bis 1900 Rilke kam. Seine Taktik, Menschen emotional an sich zu binden und dann von anderen zu isolieren, sowie seine Einstellung, dass alles in einem höheren Auftrag geschehen müsse, zerstörte jegliche Lebensfreude. Nahestehende wie seine eigene Familie waren für ihn wie Gäste, die nicht gehen wollten. Mit solchen Sprüchen verdarb er es sich endgültig mit Vogeler. Die Sprache von Klaus Modick ist so satt und üppig wie die Kunst Vogelers, sein Ton oft spöttisch und sarkastisch. Sein Roman gibt einen sehr interessanten und unterhaltsamen Einblick, wie eine Künstlerfreundschaft in die Brüche ging sowie das teils freizügige, teils dekadente Leben der Bohémiens und Adligen zu der Zeit.

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  • Clara, Paula und ihre Wegbegleiter....

    Konzert ohne Dichter
    Buecherfreundinimnorden

    Buecherfreundinimnorden

    29. March 2017 um 13:59

    Liebe Bücherwürmer, Leseratten und Histo-Fans - ich weiß, neu ist das Buch von Klaus Modick jetzt nicht mehr, viele von euch haben es bereits gelobt, völlig zu recht. Doch inzwischen ist so viel zu dem Thema hinzugekommen: der wunderbare Film über Paula Modersohn Becker ( Mein Leben soll ein Fest sein, sicher demnächst auf DVD), die sehr lesenswerte Biographie von Gunna Wendt ( Clara und Paula, TB bei Piper) ...und außerdem: es wird Frühling! Auf dem Barkenhof stehen bald die Tulpen in voller Blüte, schätze ich. Also, wenn Ihr könnt: fahrt hin, das Buch unter dem Arm, und schaut es euch ( noch einmal ? ) an. Die Bilder, damals ein Skandal, sind heute schlicht berühmt. Das Buch von Modick passt dazu. Auch und gerade für Histo-Fans: eine glatte Empfehlung!

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  • Zwei unterschiedliche Künstlercharaktere

    Konzert ohne Dichter
    BookfantasyXY

    BookfantasyXY

    01. August 2016 um 10:44

    Diese Geschichte handelt von den beiden Künstlern Heinrich Vogeler und Rainer Maria Rilke. Der gebürtige Oldenburger Heinrich Vogeler malte Bilder im Jugendstil, und der gebürtige Prager Rainer (gebürtig René) Maria Rilke widmete sich seinerzeit der dichterischen Kunst. Kennengelernt haben sich beide Künstler in der Worpsweder Künstlerkolonie unweit von Bremen entfernt. Bis heute zählt Heinrich Vogeler mit seinen Bildern zu dem Typus der damaligen Künstlerkolonie. Vogeler wurde damals groß gefeiert und gelangte schnell zu einem guten Ruf unter den Jugendstilmalern. Rainer Maria Rilke und Heinrich Vogeler freundeten sich in Worpswede an, denn immer wieder trafen sich Maler, Dichter und zahlwillige Geldgeber in der Künstlerkolonie. Teilweise gaben sie sich die Klinke in die Hand. Heinrich Vogeler heiratete Martha Vogeler, nachdem sie in anderen Umständen war. Für Vogeler bedeutete es, eine zukünftige Familie zu ernähren. Somit nahm er zahlreiche Aufträge an, die sich nur nicht auf die Malerei bezogen, sondern er illustrierte auch Bücher – unter anderem auch Gedichtbände für Rilke. Rainer Maria Rilke lebte ein freies Leben. Mal wohnte er in der Künstlerkolonie, mal reiste er nach Russland, Berlin oder zurück Manche Frauengeschichte wurde ihm nachgesagt. Er sorgte regelmäßig für Gerüchte. Seine Liebschaften unter anderem mit Lou Andreas-Salomé, Paula Modersohn-Becker oder Clara Rilke-Westhoff. Letztendlich heiratete Rilke Clara Westhoff. Klaus Modick verfasste mit diesem Roman zwar eine fiktive Geschichte, die aber an Werke, Tagebücher und Briefe von Rainer Maria Rilke sowie an die fragmentierten Lebenserinnerungen aus dem Werk Werden von Heinrich Vogeler angelehnt sind. Er zeichnete das Leben, die Moral und Charaktere der Protagonisten in dem Roman nach. Fraglich ist, inwieweit die Erzählung der Wahrheit entspricht. Deutlich wird auf jeden Fall die Freundschaft zwischen Rilke und Vogeler, wobei ihre Freundschaft im Laufe der Zeit Risse bekommt, denn Vogeler wird ein bodenständiger Ehemann und Vater, und Rilke bleibt mehr und mehr ein Lebemann, und verdingt sich sein Leben mit Dichtkunst. Der Autor versteht, die damalige Zeit – vor über hundert Jahren – lyrisch und unterhaltsam umzusetzen. Keinesfalls darf man hier eine lockere Lektüre erwarten, denn dieser Roman hat einen gewissen Anspruch, was er sich auch verdient hat. Lyrik gehört nicht zu meinem alltäglich Genre von Romanen, aber hin und wieder sind anspruchsvolle Romane eine Bereicherung für das Wissen und für die Sinne. Man kann nur dazu gewinnen, nicht verlieren oder versäumen.

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    • 6
  • Roman über die Worpsweder Künstlerkolonie, Rilke und Vogeler

    Konzert ohne Dichter
    Talitha

    Talitha

    01. July 2016 um 20:00

    Worpswede, 1905: In der freundschaftlichen Beziehung zwischen dem erfolgreichen, aber als "dekorativ" kritisierten Jugendstil-Maler Heinrich Vogeler und dem genialischen, aber dauerpleiten und snobistischen Dichter Rainer Maria Rilke kriselt es. Vogeler hat gerade ein Bild vollendet, auf dem sein ehemals bester Freund fehlt. Vogeler erinnert sich im Folgenden an das Kennenlernen Rilkes, dessen Schrullen, Ansichten und Probleme und wie er sein Leben beeinflusst hat... Der Erzählstil ist ziemlich gestelzt, teilweise schwierig und langatmig, was etwas schade ist, da die Geschichte mit all ihren "Skandalen" und Skurilitäten wirklich sehr interessant ist. So musste ich mich manches Mal zum Weiterlesen zwingen, was sich aber gelohnt hat. Man erfährt wirklich viel über Rilke, der einem dadurch nicht unbedingt sympathischer wird. gg Mein Fazit: Ein unterhaltsamer und lehrreicher Roman über die Worpsweder Künstlerkolonie und ihrer Mitglieder, vor allem aber auch ein Verriss Rilkes'. Keine leichte Lektüre, aber zu empfehlen!

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Schein uns Sein in und um Worpswede

    Konzert ohne Dichter
    dominona

    dominona

    27. February 2016 um 12:38

    Auch wenn man kein Kunstfanatiker ist, sollte man von der Künstlerkolonie Worpswede unter Heinrich Vogeler schon gehört haben. Es geht um Kunst, um Beziehungen zwischen Menschen (besonders Rilke und Vogeler), und um Ängste. Historisch ist alles glaubwürdig und ich als Rilke-Verdammer musste oft lachen. Sagen wir mal, Rilke ist speziell.  Manchmal war das Buch dann doch recht langatmig, aber die Charakterportraits sind gut und ich habe mich unterhalten gefühlt.

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  • Die Innenwelt von Worpswede

    Konzert ohne Dichter
    Klaus_Jaeger

    Klaus_Jaeger

    15. January 2016 um 21:48

    Es ist ein schmaler Roman. Und leise erzählt ist er auch. Die Freundschaft zwischen Heinrich Vogeler, Jugendstil-Popstar fast gegen seinen Willen, und dem exaltierten Dichter Rainer Maria Rilke zerbricht. Nur eine Episode aus Vogelers Leben und doch führt sie tief in die Innenwelt der Künstlerkolonie Worpswede. Die Dreiecksbeziehung zwischen Rilke, Paula Becker und Clara Westhoff macht den Roman zudem zu einer Skandal-Chronik der Künstlerwelt von 1905 – immer vor dem Hintergrund von Vogelers geheimnisvollem und berühmtem Bild „Das Konzert".

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  • Ein Lesefest

    Konzert ohne Dichter
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    Im Zentrum dieses wundervollen Romans steht ein Bild. Heinrich Vogeler, gefeierter Jugendstilmaler und -künstler hat mit seinem Gemälde 'Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhof' ein Werk geschaffen, das den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere markiert. Nun weiß er, dass er für sein Werk einen renommierten Kunstpreis erhalten wird. Doch Vogeler weiß auch, dass er an einem Wendepunkt steht. Seine Kunst ist längst zur Dekoration erstarrt. Die Erfolge, die er beim Publikum feiert, stehen im krassen Gegensatz zu seinem eigenen Anspruch. Schon längst haben ihn andere innovativere Künstler – wie z. B. die ehrgeizige Paula Modersohn-Becker – überholt. Es ist so vieles nicht gemalt worden, heißt es in dem vorangestellten Rilke-Zitat, das Modick seinen Lesern wie einen goldenen Schlüssel in die Hand legt. Denn die gemalte Idylle trügt. Das wichtigste Element des Bildes steckt in einem Detail, das der Maler ausgelassen hat. Das Gemälde 'Konzert' ist ein 'Konzert ohne Dichter', ohne Vogelers Freund, den Dichter Rainer Maria Rilke, der für eine kurze Zeit Teil der Worpsweder Künstlerfamilie war und von dem er sich entfremdet hat. Vogelers Biographie ist der rote Faden, an dem sich Modick beim Erzählen orientiert. Dabei bewegt er sich sehr eng an den Quellen, die ihm durch Vogelers und Rilkes Aufzeichnungen überliefert sind. Doch Modicks Text ist weitaus mehr als die äußerst gelungene melancholische Rückschau eines erfolgreichen Künstlers auf sein bisheriges Lebenswerk. Er ist ein Roman über die Kunst und das Künstlertum an sich - und – er ist selbst ein herausragendes sprachliches Kunstwerk! Die Lektüre wird zum Lesefest! Jeder einzelne Satz, den der Autor seiner Leserschaft kredenzt, ist ein wahrer Hochgenuss. Modicks Roman gehört zu jenen seltenen Büchern, die dazu einladen, immer wieder gelesen zu werden ohne an Zauberkraft zu verlieren.

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    • 7
  • DER Worpswede-Roman

    Konzert ohne Dichter
    Pongokater

    Pongokater

    So alt bin ich nun auch nicht, dass ich aus eigener Erfahrung sagen könnte, dass Modick die Atmosphäre der großen Worpsweder Zeiten vor dem Ersten Weltkrieg trefflich eingefangen hat. Aber sein Roman liest sich so als ob. Und man freut sich auch über das aus der Kunstgeschichte bekannte Personal. Mich persönlich freut besonders, dass der aufgeblasene Rilke als aufgeblasener Rilke vorkommt und enttarnt wird. Ein echtes Lesevergnügen.

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    • 2
  • Der leere Platz

    Konzert ohne Dichter
    LinaLiestHalt

    LinaLiestHalt

    Worpswede 1905: Heinrich Vogeler hat sein wohl berühmtestes Gemälde geschaffen, auf dem die zentrale Person fehlt - Rilke. In den Tagen vor der wichtigen ersten Ausstellung des Gemäldes, für das er in Oldenburg auch noch ausgezeichnet werden soll, erinnert sich Vogeler an die ersten Begegnungen, die Freundschaft, die Seelenverwandtschaft mit Rilke und wie es dazu kommen konnte, das sein Platz auf dem "Konzert" leer bleibt. Klaus Modick ist es gelungen einen sehr lebensnahen, ironischen Künstlerroman zu schreiben, der durch den sprachlichen Stil selbst etwas außerordentlich künstlerisches erhält. Die beiden Hauptcharaktere werden präzise beleuchtet und die Entstehung der Freundschaft, von der Anfangs beide stark profitieren, sowie ihr Niedergang mit einem sprachlichen Geschick beschrieben, der die Schwächen dieser illustren Persönlichkeiten offenlegt. Auch die anderen Künstler der Künstlerkolonie werden einem nahegebracht. Ich hatte die Chance, Klaus Modick live aus seinem Roman lesen zu hören und muss sagen, dass durch seine Lesung der Geschichte dieser Roman nochmals gewonnen hat. So konnte man selbst die kleinsten Nuancen der Sprache erfassen, die mir beim alleinigen Lesen untergegangen wären. Ein wirklich toller Roman, der auch bildet.

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    • 3
  • Interessanter Künstlerroman über die Worpsweder Größen

    Konzert ohne Dichter
    letusreadsomebooks

    letusreadsomebooks

    09. October 2015 um 15:18

    Heinrich Vogeler, gefeierter Künstler des Jugendstils, befindet sich auf dem Höhepunkt seines Erfolgs. Im Juni 1905 soll ihm die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen werden. Im Mittelpunkt der Auszeichnung steht das Bild „Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhoff“. Während Vogeler öffentlich gefeiert wird, kriselt es in seiner Ehe und sein künstlerisches Selbstbewusstsein wankt. Zudem zerbricht seine Freundschaft zu Rainer Maria Rilke, seinem „Seelenverwandten“. Im Mittelpunkt des Romans Konzert ohne Dichter von Klaus Modick steht Heinrich Vogeler, der sich auf dem Weg zur Preisverleihung befindet und sich dabei an seine Freundschaft zu Rilke und dem Entstehen seines Bildes „Das Konzert“ erinnert. In diesen Rückblenden lernt der Leser Worpswede kennen und einige der dort lebenden Künstler und Künstlerinnen wie Paula Modersohn-Becker, Clara Westhoff, Otto Modersohn, Hans am Ende und Fritz Mackensen. Zentral ist die Freundschaft Vogelers zu Rilke, den Vogeler ihn Venedig kennenlernt und welcher ihn mit seinen Ansichten beeindruckt. Rilke wird von Modick als ernster Charakter dargestellt, der teilweise sehr selbstverliebt erscheint und seiner Dichtkunst alles unterordnet. Im Gegensatz zu Vogeler ist Rilke aber auch deutlich Selbstbewusster was seine Kunst angeht. Die Entstehungsgeschichte des Bildes „Das Konzert“ zeigt auch die Entwicklung der Freundschaft zwischen den beiden Männern. Im Roman werden verschieden Fragen bezüglich künstlerischen Schaffens aufgeworfen: Steht die Kunst für Künstler über allem? Darf der Künstler seinem Innern folgen und dabei Menschen, die ihm nahestehen, verletzen? Für wen arbeitet der Künstler und warum? Die spannenden Charaktere und interessante Geschichte werden in einer wunderbaren Sprache von Klaus Modick präsentiert. Sowohl die Charaktere als auch die Dialoge und die Landschaft und Natur um Worpswede wird sehr stimmig und atmosphärisch beschrieben. Der Roman Konzert ohne Dichter hat mir sehr gut gefallen. Die Auseinandersetzungen der Figuren über die Kunst, die tollen Landschaftsbeschreibungen und spannende Charaktere wie Vogeler und Rilke haben mir beim Lesen viel Freude bereitet. Manchmal hätte ich mir aber gewünscht, dass der Fokus etwas weniger auf Rilke gelegt wird und stattdessen eine Künstlerin dafür näher betrachtet wird. Insgesamt ein interessanter Künstlerroman

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  • Ein Roman – sprachlich und kompositorisch – wie ein eigenes Kunstwerk!

    Konzert ohne Dichter
    Insider2199

    Insider2199

    Ein Roman – sprachlich und kompositorisch – wie ein eigenes Kunstwerk! Dies ist mein erster Roman des in Oldenburg lebenden Autors, der Germanistik, Geschichte und Pädagogik in Hamburg studierte und 2011 für den deutschen Buchpreis nominiert war. Sicherlich wäre ich nicht ungeneigt, noch weitere Werke von ihm zu lesen, z.B. „Der kretische Gast (2011)“ oder „Sunset (2012)“. Zum Inhalt: Heinrich Vogeler (1872-1942) – Maler, Grafiker, Architekt und Designer, auf dem Zenit seines Erfolgs stehend – reist im Juni 1905 von Worpswede nach Oldenburg, wo ihm für sein kürzlich vollendetes Werk „Das Konzert“ (das Bild ist übrigens auf den Innendeckeln des Buches abgebildet!) die „Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft“ verliehen werden soll. Worpswede ist eine Künstler-Kolonie, in der er in seinem selbst erbauten Wohnhaus, dem „Barkenhoff“ lebt und die er mit anderen Malern oder auch dem Dichter Rainer Maria Rilke (1875-1926) teilt. Mit seinem „Seelenbruder“ Rilke hat er sich jedoch entzweit, was er künstlerisch dadurch zum Ausdruck bringt, dass er den Dichter aus seinem Werk wieder „herausmalt“, was „Konzert ohne Dichter“ zu einem viel passenderen Titel machen würde. Wie sich die beiden kennenlernten und was sie später wieder trennte, davon erzählt dieser kunstvolle, einfühlsame und atmosphärische Künstler-Roman. Meine Meinung: Erneut stellte ich wieder beim Lesen dieses hervorragenden Romans fest, wie sehr ich Künstler-Romane liebe – es ist wohl eins meiner Lieblingsgenres, vielleicht auch deshalb, weil ich mich als Grafik Designer dem Künstlertum sehr verbunden fühle. Ich kannte weder Vogeler noch Rilke im Vorfeld, fühlte mich aber beim Lesen gleich der Künstler-Kolonie zugehörig. Dies ist natürlich auch dem Autor zu verdanken, der sein Handwerk wahrlich beherrscht: sprachlich ist das Buch ein wahrer Genuss und auch anspruchsvoll, aber nicht so sehr, dass man der Handlung nicht mehr folgen könnte. Einem Schreibanfänger würde man vielleicht raten, mit seinen Rückblenden vorsichtig zu sein, nicht zu viele davon einzufügen, weil Leser meist im Jetzt bleiben und wissen wollen, wie es weiter geht. Dieser Roman beweist, dass es auch anders geht: Vogelers Reise zur Preisverleihung nimmt nur einen Bruchteil der Handlung ein, der Hauptteil besteht aus Rückblicken, schildert die letzten sieben Jahre im Leben Vogelers, in denen er Rilke kennenlernte und es später zum Bruch kam. Der Grund, warum die Masse an Rückblenden hier so gut funktioniert, ist erneut dem Können des Autors zu verdanken, der diese so geschickt in die Handlung einwebt, dass plötzlich die Vergangenheit zur Gegenwart wird. Somit ist auch die Komposition der Handlung ein Genuss! Außerdem hat mich der Roman sehr zur Eigenrecherche angeregt: die Bilder der Maler zu betrachten, Gedichte von Rilke zu lesen usw. Es gibt einige wenige Dialoge auf Plattdeutsch, die dem Geschehen einen sehr authentischen Touch verleihen. Normalerweise würde ich vielleicht beanstanden, dass diese nicht übersetzt werden und ich Plattdeutsch nicht verstehe – das hatte mich bereits bei Thomas Manns „Buddenbrooks“ so massiv gestört – aber hier hat es mir eigenartigerweise nichts ausgemacht. Vielleicht einfach deswegen, weil hier die Dialoge wirklich nur die Funktion der Authentizität erfüllen und nicht unbedingt verstanden werden müssen. Fazit: Ein Künstler-Roman, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat: handwerklich top, sprachlich und kompositorisch wie ein eigenes Kunstwerk! Unterhaltend, geistreich, klug, interessant, lehrreich, atmosphärisch – und natürlich zwischendrin noch ein paar Gedichte von Rilke als kleiner Bonus obenauf. Dafür vergebe ich SEHR gerne 5 Sterne und kann diesen Roman jedem Leser, v.a. dem Kunstinteressierten empfehlen!

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    • 3
    Insider2199

    Insider2199

    15. August 2015 um 21:02
  • Ein stilistischer Hochgenuss

    Konzert ohne Dichter
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Bevor ich überhaupt in der Lage bin, irgendetwas zum Inhalt zu sagen, muss ich hier anmerken, dass es wirklich ewig her ist, dass ich ein Buch laß, das mich vom Stil her so beglückte. Das Buch hätte meinetwegen ruhig doppelt so dick sein können, ohne dass mehr Handlung vorhanden wäre, ich könnte wirklich stundenlang in den wunderschönen Sätzen schwelgen, in denen Landschaften, Gebäude und Gemälde beschrieben werden. Das Buch erzählt von einer Künstlergemeinschaft in Worpswede, zentral geht es um den Jugendstil-Künstler Heinrich Vogeler und den Dichter Rainer Maria Rilke. Als die beiden aufeinandertreffen, sehen sie sich sofort als Seelenverwandte an, doch die Freundschaft wird schon nach kürzester Zeit getrübt. Vogeler fühlt sich mehr und mehr entfremdet von dem prätentiösen, egozentrischen Dichter. Abgesehen von der kritischen Darstellung Rilkes (dessen Gedichte ich immer noch mag, aber wenn er als Person wirklich derartig nervig war, bin ich doch froh, ihn nicht persönlich gekannt zu haben! :D) stellt Vogeler, aus dessen Blickfeld der personale Erzähle die Geschehnisse beleuchtet, Gedanken über den Kunstbetrieb an, überlegt sich, was Kunst soll, darf und kann und klagt oft über Künstlichkeit und Maskerade. All seinen Überlegungen kann man zustimmen, muss man aber nicht - zum Nachdenken regen sie allemal an. Letzten Endes kann ich aber wirklich nur betonen, dass mir von diesem Buch weniger Inhalt als Sprache im Gedächtnis bleiben werden. Modick erzählt in so wunderschönen Sätzen, dass ich sie mir oft leise selbst vorlesen musste. WAS gesagt wurde hätte komplett gegen alle meine Prinzipien gehen können, dem WIE wäre ich dennoch bezaubert gefolgt. (Da wäre ich wohl auch ein leichtes Opfer für Rilke, der in diesem Roman mit schönen aber oft sinnleeren Sätzen die Frauen reihenweise rumkriegt ...)

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    • 5
  • Das Bild eines Sommerabends

    Konzert ohne Dichter
    walli007

    walli007

    22. July 2015 um 16:18

    Schon als junger Mann ist der Künstler Heinrich Vogeler durch eine Erbschaft zu etwas Geld gekommen und hat so die Möglichkeit in Worpswede ein Haus zu erwerben, das er nach seinen Vorstellungen umgestaltet. Nach der Fertigstellung verbringt er hier mit ihm lieben Menschen aus der Worpsweder Künstlergemeinde einige laue Sommerabende, deren Stimmung er in einem großformatigen Bild festhalten möchte. Doch das Werden des Bildes nimmt Zeit in Anspruch und während die Zeit vergeht verwandelt sich das Innenleben der kleinen Gruppe. Aus den lauen Sommerabenden resultieren Trennungen und Spaltungen. Und so wirkt das Bild nicht leicht dahingewischt und sommerlich, sondern eher herbstlich konstruiert und einer besseren Vergangenheit nachtrauernd. Auf den Innenseiten des Einbandes ist das Bild „Das Konzert (Sommerabend)“ des Künstlers Heinrich Vogeler abgedruckt. Der Roman beschreibt zum einen die Entstehungsgeschichte des Bildes, zum anderen auch das Bild selbst. Inwieweit sich der Autor künstlerische Freiheiten gegönnt hat, lässt sich nicht beurteilen, schließlich hat er als Schriftsteller diese Freiheit. Ist man durch die Lektüre angeregt, lassen sich einige Hinweise hierzu im Internet finden, die eine interessante Ergänzung darstellen können.  Sehr gut gelungen ist die Darstellung der Künstlerkolonie Worpswede, die Stimmung eines ländlichen Sommers, die Begegnung der suchenden Künstler mit den bodenständigen Einheimischen, die sich mit einer knorrigen Offenheit gegenüber treten. Eine Generation der Erben, die die Künste fördert und auch eifersüchtig bewacht. Eifersüchtige Künstler, denen menschliches auch nicht fremd ist. Die wechselnde Beziehung des Künstlers zu seinem Bild. Man mag nicht alles schön finden, die Künstlerseelen nicht durchgeistigt. Doch versetzt einen das Buch schon nach den ersten Seiten in die frühsommerliche Blütenpracht der Worpsweder Gärten und lässt einen ein Bild genießen, mit dem der Maler so scheint es nicht zufrieden war, das zum Glück aber die Zeit überstand und heute im Museum zu besichtigen ist.

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  • Worpsweder Künstlerwelt

    Konzert ohne Dichter
    vielleser18

    vielleser18

    20. June 2015 um 08:49

    Ein Bild und eine Geschichte. 1905, auf dem Weg zu einer Preisverleihung, bei dem auch das berühmte Bild von Heinrich Vogeler "Konzert oder ein Sommerabend auf Berkenhoff" bewundert wird, kommen dem Maler die Erinnerungen an einen, der auf dem Bild fehlt: Rainer Maria Rilke. Die beiden haben sich einst in Florenz kennen gelernt und waren jahrelang verbunden. Bei den anfänglichen Skizzen zu diesem Bild war Rilke noch mit auf dem Bild zu sehen, doch das auseinanderleben dieser Freundschaft ließ den Maler entscheiden: Der Dichter ist fehl am Platz und hat das Bild ohne ihn gemalt. Doch nicht nur Rilke fehlt, auch Vogeler ist an einem privaten wie künstlerischen Wendepunkt angelangt. Klaus Modick schafft es durch diese fiktionale Geschichte, die er anhand von Quellen wie Briefen und Tagebüchern entstehen ließ, die Zeit der Jahrhundertwende um 1900 wieder aufleben zu lassen. Eine Zeit, in der in Worpswede eine Künstlerkolonie entstand, in der namhafte Künstler lebten. Aus Sicht von Heinrich Vogeler (erzählt in der dritten Person) bekommen wir Leser davon einen großartigen Einblick. Der Jugendstilkünstler, der nicht nur malte, sondern auch dekorierte, einrichtete, sein Heim, den Berkenhoff, umbaute und alles bis ins Detail plante, und seine Freunde, Otto Modersohn, Fritz Mackensen, Paula Becker und Clara Westhof und natürlich Rainer Maria Rilke, alle zusammen bilden Worpswerde, sind die Protagonisten dieses Buches. Modick erzählt nur von dieser kurzen Zeitspanne, von dem Kennenlernen bis zum Bruch zwischen Rilke und Vogeler, eine Zeit, in der Vogeler schon bekannt und gefragt war, Rilke aber noch an den Anfängern stand. Überhaupt Rilke. Er der Intelligente, dargestellt als einer, der wie aus dem Nichts Gedichte schaffen kann, aber auch als einer, der nicht nur die Frauen in Worpswedes verführt und verändert. Eine Figur, die - gerade für die damalige Zeit - sehr schillernd und unorthodox lebt. "Konzert ohne Dichter" zeichnet ein atmosphärisches Bild einer nicht allzu fernen Zeit, ein Bild von Rilke und Vogeler, leise erzählt. Anfangs musste ich ein bisschen hineinkommen, in die verschiedenen Wechsel der Zeiten, des Erinnerns oder Erlebens, mich einfinden in die Personen, die hier agieren. Der Roman hat eine Künstlerwelt wieder aufleben lassen, mit all seinen Beziehungsproblemen und positiven wie kritischen Nuancen. Es hat mich am Ende gefesselt. Und es hat mich veranlasst weiter zu forschen, denn Modick hört an dem Wendepunkt des Malers Vogeler auf zu erzählen.

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