Klaus Oppitz Auswandertag

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Inhaltsangabe zu „Auswandertag“ von Klaus Oppitz

Österreich in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft. Die dritte Amtszeit des rechtspopulistischen Bundeskanzlers Michael Hichl hat begonnen, das Land ist nicht nur frei von Ausländern, sondern auch heruntergewirtschaftet, international isoliert und gebeutelt von Inflation und Arbeitslosigkeit. So macht sich Familie Putschek auf den Weg, um in einem der reichsten EU-Länder eine Zukunft zu suchen: der Türkei. Auf ihrer abenteuerlichen Flucht begegnen die Putscheks burgenländischen Schwarzhändlern, echt arischen Ungarn, zwielichtigen Schleppern, politisch verfolgten Kärntnern und landen in einem Istanbuler Flüchtlingslager. Doch Integration ist eine wirklich schwierige Aufgabe, wenn ein Familienmitglied allmählich in den Wahnsinn gleitet.

Ein sehr kurzweiliger Roman, der die Themen Asylpolitik und Auswanderung von einer äußerst ungewohnten, dafür aber umso eindringlicheren Perspektive beschreibt. Durch die alltagsnahen Dialog und Referenzen auf aktuelle Ereignisse fühlt man sich bereits nach wenigen Seiten im Roman angekommen. Lediglich die häufigen Sprünge sowohl zwischen den einzelnen Charakteren als auch zwischen unterschiedlichen Zeiten in der Geschichte machen es nicht immer einfach, der Erzählung lückenlos zu folgen. Das Ende war mir ein wenig zu abrupt und pessimistisch.

— HudRom
HudRom

Genial, packend, gekonnt satirisch, d.h.: Das Lachen treibt einem die Tränen in die Augen, weil es einem zugleich im Hals stecken bleibt!

— inesoppitz
inesoppitz

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    Auswandertag
    BiaBia92

    BiaBia92

    17. February 2016 um 19:32

    Habe mir mehr erhofft von diesem Buch - oder anders gesagt: ich hatte wohl völlig falsche Erwartungen. Ich war der festen Überzeugung, dass dies ein parodisches, lustiges Buch ist, dass sich selbst nicht ganz ernst nimmt, jedoch war ich mehr erschrocken als unterhalten. Vieles war für mich auch zu pessimistisch (vor allem das Ende), zu weit hergeholt (auch die Protagonisten selbst) und sehr bizarr. Ich muss auch sagen, dass ich mir nicht sicher bin, "was dieses Buch sein soll", sprich ob es beabsichtigt ist, zu schockieren, aufzuwühlen und es etwas aufzeigen soll, oder ob es wirklich nur eine Satire sein soll.

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  • Kurzweilig, interessant, aber mit kleinen Schwächen

    Auswandertag
    HudRom

    HudRom

    14. November 2014 um 08:47

    Ein sehr kurzweiliger Roman, der die Themen Asylpolitik und Auswanderung von einer äußerst ungewohnten, dafür aber umso eindringlicheren Perspektive beschreibt. Durch die alltagsnahen Dialog und Referenzen auf aktuelle Ereignisse fühlt man sich bereits nach wenigen Seiten im Roman angekommen. Lediglich die häufigen Sprünge sowohl zwischen den einzelnen Charakteren als auch zwischen unterschiedlichen Zeiten in der Geschichte machen es nicht immer einfach, der Erzählung lückenlos zu folgen. Das Ende war mir ein wenig zu abrupt und pessimistisch.

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  • Genial geschrieben, tolle Geschichte!

    Auswandertag
    angi_stumpf

    angi_stumpf

    26. August 2014 um 21:22

    Die Geschichte: Die Familie Putschek (eigentlich Putschek/Brummer, da die Eltern in wilder Ehe leben) besteht aus Mutter Chiara, Vater Fabian, der 15-jährigen Valentina und ihrem 21-jährigen Bruder Maximilian. Im Buch erzählen diese vier Protagonisten abwechselnd in kurzen Kapiteln jeweils ihre Sicht der Dinge. Schon allein dieser Umstand macht das Ganze recht unterhaltsam, denn schließlich gehen die Meinungen über ein und dieselbe Sache oft weit auseinander. Im abgeschotteten Österreich lebt es sich leider nicht ganz so gut, zumindest die Familie Putschek hat mit einigen Problemen zu kämpfen. Maxl hat als Einziger einen Job, Chiara verbringt die meiste Zeit mit der Vertiefung ihres Glaubens und Fabian täuscht sich mit seiner Illusion der Selbständigkeit über die Arbeitsmisere hinweg. Dann stirbt die “Putschi-Omi” und Fabian zeigt sich sehr großzügig: die letzten Familienersparnisse gehen für die opulente Beerdigung drauf. Doch natürlich hat er – wie immer – bereits einen grandiosen Plan: er räumt die Wohnung der Oma aus und macht auch vor deren Konto nicht Halt. Dumm nur, dass die Oma ihren gesamten Nachlass der regierenden Partei vermacht hatte. Valli hat schließlich die kühne Idee, das Land zu verlassen, um in die Türkei zu flüchten. “Mit einem Auto, das ausgeschaut hat wie die Nachbildung einer ägyptischen Pyramide aus Haushaltsmüll, wären wir nämlich noch eher in die EU gekommen als mit dem Pass vom Papa.” Zitat Seite 125 Schnell zeigt sich, dass dieses Unterfangen alles andere als einfach ist. Nur mit Hilfe eines Schleppers landen sie schließlich in der Türkei. Was dort auf sie wartet, hätte sich die Familie Putschek/Brummer allerdings so niemals vorstellen können… Meine Meinung: Ein normaler 08/15-Schreibstil in langweiligem Hochdeutsch wäre sich angesichts dieser Story sicher “nicht ausgegangen”, weshalb wir uns nun an einer leicht derben dialektischen Ausdrucksweise erfreuen dürfen. Die Protagonisten wirken sehr lebendig, was teilweise auch an der jeweiligen Ich-Erzählperspektive liegen mag, durch die man viel aus deren Gedanken- und Gefühlswelt erfährt. Es würde mir schwer fallen, wenn ich mich für einen Lieblingscharakter entscheiden müsste. Irgendwie kann man die Beweggründe jedes Einzelnen gut nachvollziehen, doch die Familie findet einfach keinen gemeinsamen Nenner und sorgt damit für allerlei Zündstoff. Das erzeugt wiederum viel Erheiterung beim Leser, doch eigentlich ist es eher tragisch, wenn man genauer darüber nachdenkt. Überhaupt ist die ganze Geschichte alles andere als lustig, auch wenn sie erzähltechnisch brillant-witzig vorgetragen wird, es ist eben Satire pur. Die vielen absurd-komischen Figuren in dieser Story fand ich ebenso genial wie die ungewöhnlichen Situationen, in die die Familie ständig gerät. Stellenweise kommt auch leichte Spannung auf und einige Überraschungen machen das Buch zusätzlich zu einem echten Page-Turner. Der Hintergrund ist eine durchaus ernste und sehr tragische Flüchtlingsgeschichte, wie sie Millionen von Menschen täglich wirklich erleben müssen. Das Buch ist damit Sozial- und Gesellschaftskritik in der schönsten Form: unterhaltsam, witzig und trotzdem nie seicht und belanglos, es regt zum weiteren Nachdenken an… Fazit: Eine tragische Familiengeschichte, in der nichts normal ist – und trotzdem alles sehr realistisch! Für den Leser ein satirisch-lustiges Vergnügen, für die Familie Putschek leider weniger erheiternd…

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