Klaus Oppitz Landuntergang

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Inhaltsangabe zu „Landuntergang“ von Klaus Oppitz

Wirtschaftskrise und Terror als schrille Satire: Unter dem rechtsradikalen Bundeskanzler Michael Hichl ist Österreich ein diktatorisch regierter Polizeistaat. Der Ausstieg aus der EU ist vollzogen, das Land verarmt, die Grenzgebiete sind zu Billiglohnregionen verkommen, in denen Langzeitarbeitslose und Regimegegner für große Konzerne in Textilfabriken schuften. Durch diese Welt treiben die Möchtegern-Revoluzzerin Emma, der opportunistische Callboy Pascal, das Mädchen Alwine auf der Suche nach der Liebe ihres Lebens und Wolferl, der missratene Sohn von Hichls PR-Chef, dem seine ermordete Ex-Freundin Valli Putschek im Nacken sitzt. Währenddessen regt sich Widerstand: Die Terrormiliz “Christliche Republik” rückt immer weiter auf Österreichs Städte vor, und als sich die Wege der vier verlorenen Seelen kreuzen, gehen in Wien die Bomben hoch.

Eine österreichisch verrückte Satire, die besser als je zuvor in die heutige Zeit passt!

— Sumsi1990

Eine total abgedrehte Geschichte über Rechtsextremismus und Terror.

— FranziskaE

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    Landuntergang

    Sumsi1990

    20. June 2016 um 09:54

    Ich nehme voran, dass ich Österreicherin bin und daher auf dieses Buch sehr gespannt war, obwohl ich normalerweise nicht die typische Satire-Leserin bin.Zum Inhalt: Die Geschichte spielt einige Jahr in der Zukunft. Österreich ist eine Diktatur, die aus der EU ausgetreten ist, der österreichische Schilling wurde wieder eingeführt und Österreich hat einen Nazi-Bundeskanzler mit Namen Michael Hichl. Das Buch setzt sich aus 4 Geschichten von 4 unterschiedlichen Personen zur genannten Zeit zusammen: Wolf, den verwöhnten Sohn eines Parteianhängers,  Emma, eine verrückte Näherin, die in einem Arbeitslager zu Hause ist, Alwine, eine zurückgebliebene und unansehnliche Kollegin von Emma sowie Pascal, schwuler Stricher und eingeschleuster Spitzel bei der Gegenbewegung die "Gelbe Brigade". Im Verlauf des Buches stellt sich dann heraus, wie die Leben der 4 Protagonisten verstrickt und verknüpft sind bzw. werden.Zum Schreibstil:Das Buch ist in unterschiedlich langen Kapitaln gegliedert (zwischen einer halben und 20 Seiten). Der Schreibstil ist flüssig, jedoch findet sich hier sehr viel Mundart (wobei ich nicht weiß, wie leicht dies für einen Nichtösterreicher zu lesen ist). Für mich war dies definitv ein Pluspunkt für das Buch. Der Autor versetzt sich meiner Meinung nach perfekt in die Charaktere. Aus Sicht von 4 so unterschiedlichen Personen zu schreiben stelle ich mir ziemlich schwierig vor, aber ist ihm dies perfekt gelungen.Mein Fazit:Das Buch ist definitiv verrückt und man sollte solch (doch teilweise sehr) skurrile Geschichten mögen. Man sollte auch schwarzen Humor und solch Art von Satire mögen bzw. sich darauf einlassen. Für mich war dieses Genre auch neu, jedoch habe ich dieses für mich entdeckt. Gerde in der heutigen Zeit bzw. aufgrund der aktuellen Vorkommnisse (in Österreich) finde ich solch Literatur wichtig, da sie sich 1. nicht so furchtbar ernst nimmt und 2. vielleicht doch einige zum Denken anregt. Leider war ich zirka beim letzten Drittel des Buches nicht sehr motiviert weiterzulesen. Hier hat mir persönlich dann ein bisschen die Spannung gefehlt, obwohl ich das Buch an sich wirklich gerne gelesen habe und auch fesselnd gefunden habe. Für mich war dieses Buch trotzdem ein richtiges Highlight. Wenn man jedoch nicht ganz so mit der österreichischen Politik bzw. auch teilweise High Society vertraut ist, gehen wahrscheinlich einige Gags verloren, was ich ziemlich schade finde. Kann das Buch aber guten Gewissens jedenfalls weiterempfehlen, unter der Prämisse, dass einem dieses Genre liegt :)

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

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  • durchgeknallt und spannend

    Landuntergang

    FranziskaE

    21. March 2016 um 22:32

    Wenn einem vom Cover ein Huhn mit irrsinnigem Blick entgegenglotzt und der Klappentext einen Roman über Rechtsextremismus und Terror verspricht, erwartet man vor allem satirische Kommentare zur aktuellen Lage. Dass Klaus Oppitz es darüberhinaus aber versteht, eine ebenso packende Geschichte zu erzählen, ist eine echte Überraschung. Landuntergang ist eine irrwitzige Betrachtung einer Welt, der jede Menschlichkeit abhanden gekommen ist. Das Buch spielt einige Jahre in der Zukunft. Alles ist noch hässlicher als im Hier und Jetzt. Es geht um vier Hauptfiguren, die auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Besonders geliebt habe ich Wolf, einen spätpubertären jungen Mann, der im Dauerkonflikt mit seinem Vater steht, einem überzeugten Anhänger der rechten österreichischen Regierung. Wie dieser Vater intrigiert, wie er alle Hebel in Bewegung setzt, um seinen Sohn gegen dessen Willen zum Stolz der Nation zu machen, wäre schon ein eigenes Buch wert gewesen. Die meisten Kapitel enden mit einem Spannungsmoment. Das liest sich immer wieder wie ein Krimi. Beinahe hinterlistig verschränkt der Autor seine Handlungsstränge. Schließlich findet man sich in einem beklemmenden Finale wieder, in dem nicht klar ist, welche Figur leben und welche sterben wird. Dass man als deutsche Leserin nicht jede politische Anspielung versteht ist verschmerzbar. Den österreichischen Kanzler (der einen Kurzauftritt als abgewrackter Hausmeister hinlegt) hat man ja schon einmal gesehen. Nebenfiguren wie ein gealtertes Societysternchen oder ein verrückter Wissenschafter sind klar genug gezeichnet, um auch ohne tieferes Wissen Spaß an ihnen zu haben. Wer durchgeknallten Humor gepaart mit einer spannenden Geschichte mag, liegt mit Landuntergang goldrichtig.

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