Klaus Ranzenberger

 4.5 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Neues vom Onkel Franz, Mord in vier Gängen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Klaus Ranzenberger

Klaus RanzenbergerMord in vier Gängen
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Mord in vier Gängen
Mord in vier Gängen
 (2)
Erschienen am 28.01.2016
Klaus RanzenbergerDer Onkel Franz
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Der Onkel Franz
Der Onkel Franz
 (2)
Erschienen am 18.06.2014
Klaus RanzenbergerNeues vom Onkel Franz
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Neues vom Onkel Franz
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 (2)
Erschienen am 23.07.2018
Klaus RanzenbergerFeinspitz im Innviertel
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Feinspitz im Innviertel
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 (0)
Erschienen am 18.03.2013
Klaus RanzenbergerMord ist kein Patentrezept
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Mord ist kein Patentrezept
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 (0)
Erschienen am 06.06.2017

Neue Rezensionen zu Klaus Ranzenberger

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Rezension zu "Neues vom Onkel Franz" von Klaus Ranzenberger

Neues vom Onkel Franz
Sikalvor einem Monat

Ungewöhnlich sind die Geschichten des Onkel Franz immer und so beginne auch ich diese Rezension mit dem Fazit:

Dem Autor gelingt es auf 155 Seiten mittels der Figur des Onkel Franz Zusammenhänge zu erklären, die ansonsten nur sehr schwer durchschaubar sind.

 

Aber nun von Anfang an…

Dem Onkel Franz – welchen man auch als die „Tante Jolesch des 21. Jahrhunderts“ bezeichnen könnte – ist bereits zu Beginn der Geschichte nicht ganz wohl. Als nämlich in seiner Straße zufälligerweise die unterschiedlichsten Lieferdienste aufeinandertreffen, kommt ihm nur ein Gedanke in den Sinn: „Die Endtentakeln des Riesenkraken Internets.“

 

Nur an seiner Haustür steht noch der Postler – wie eh und je - und hält in den Händen was dem Onkel Franz seine Odyssee beschert: ein Einschreiben.

Und somit tritt der Onkel nach ein paar Tagen eine Reise an, die doch tatsächlich an Homer erinnert. Auch  dieser hat auf seinen Seefahrten immer wieder Neues gelernt. Das Schöne am Onkel Franz ist allerdings, dass er uns direkt an seinen Erkenntnissen teilhaben lässt.

 

So lernt der Leser auf einfache Art und Weise Zusammenhänge kennen, die ansonsten oft nur schwer durchschaubar sind. Beginnt das ganze bereits am Heimatbahnhof beim Lösen der Fahrkarte und zieht sich durch bis zu seinem eigentlichen Ziel – einem Notar in Wien.

Dazwischen wird der Onkel Franz immer wieder mit dem Internet, der Wirtschaft und deren Krisen, sowie mit Politik oder auch unserem Ökosystem konfrontiert.

Diese Konfrontationen nutzt der Autor geschickt, um mit einfachen Worten zu erklären, was ansonsten Wissenschaftler, Analysten, Biologen und andere Koryphäen in ganzen Aufsätzen nicht schaffen.

 

Gegen Ende des Buches bekommt man kurz den Eindruck, der Autor würde ein wenig auf eine Verschwörungstheorie hinarbeiten und diese letztendlich zum Mittelpunkt der Geschichte machen. Dies löst sich aber dann doch anders auf und unser Onkel Franz darf sich seines Gemüts entsprechend von uns verabschieden.

 

Fast könnte man diesem Buch auch den Untertitel „Der Onkel Franz erklärt die Welt des 21. Jahrhunderts“ geben. Leider sind manche Passagen etwas langatmig formuliert – so wird eben das Gemüt des Onkels immer und immer wieder hervorgehoben und verleiten den Leser darüber hinwegzulesen.

 

So komplex unsere Welt auch manchmal scheinen mag – mit ein bisschen Hausverstand, und dem Einsatz des eigenen Denkapparates lässt sich vieles durchschauen. Ich will dem Autor hier nichts unterstellen - aber ich hoffe, dass genau das eine der Hauptaussagen dieses Buches sein soll.

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awogflis avatar

Rezension zu "Neues vom Onkel Franz" von Klaus Ranzenberger

Wenn Odysseus die Öffis genommen hätte ...
awogflivor 2 Monaten

Der Onkel Franz, pensionierter 70-plus-Innviertler vom Land muss auf Grund einer Erbschaft mit dem Zug zu einem Rechtsanwalt nach Wien fahren. Diese eigentlich kurze Reise mit zwei Mal Umsteigen gerät in Folge von mehreren vergnüglichen Kalamitäten zu einer wahren Odyssee, die den guten Onkel vom Land sogar abseits der Bahnstrecke verschlagen und ihn immer wieder neue interessante Leute kennenlernen lassen. Da Onkel Franz zwar sehr open-minded und interessiert an der modernen Welt ist, selbst aber infolge seines Lebensstils eher das Leben von vor 50 Jahren lebt, entspinnen sich sehr kuriose und spannende Dialoge über unseren modernen way of life.

Onkel Franz analysiert und reflektiert quasi wie ein recht neutraler Forscher, der ethnologische Studien betreibt, basierend auf seinen alten Werten und seinem ländlichen Lebensstil unsere Welt, verteufelt diese aber nicht grundsätzlich wie viele Menschen der Generation meiner Eltern sondern stellt fest und versucht vieles in Einklang mit seinen Werten zu bringen, vieles aber auch nicht, weil es eben nicht funktioniert. Daraus entsteht eine wundervolle Satire, die unsere Art zu leben teilweise augenzwinkernd aber bei den wichtigen Themen (Ernährung, Müll, Globalisierung …) recht ernst auf die Schippe nimmt. Onkel Franz ist meiner Meinung nach sehr glaubwürdig, denn er ist kein prinzipieller Nörgler, kein Kulturpessimist, der findet, dass früher alles besser war und dass die Stadt des Teufels ist (solche Leute gibt es tatsächlich in meiner Umgebung zuhauf). Er legt mit einfachem Hinterfragen die Finger in die Wunden unserer modernen urbanen globalisierten Industriegesellschaft.

Einer seiner Großneffen der Rachbauer Kevin, war ebenso kaum von seinem Handy wegzukriegen und versuchte, bei jeder sich ihm bietenden Gelegenheit den Onkel zu überzeugen, sich ebenfalls eines dieser Wunderdinge anzuschaffen. Auf Facebook wollte er sich dann mit ihm „befreunden“ und „seine Inhalte teilen“. Der Onkel Franz hatte ihm – nachdem er sich alles genau hatte erklären lassen – zu verstehen gegeben, dass er keinen Sinn darin erkennen könne. Dass er es ablehne, im Wirtshaus seine Essigwurst zu fotografieren, um seinen fünfhundert Freunden zur Kenntnis zu bringen, was er gerade esse. Erstens teile er seine Essigwurst mit niemandem, so weit käme es noch, und zweitens habe man im Leben mit sehr viel Glück allerhöchstens zwei wirkliche Freunde. Und wenn der Bub etwas von ihm wolle, solle er gefälligst vorbeikommen, da er ohnehin nur zwei Straßen weiter wohne. Vielleicht würd die Tante einen echten Gugelhupf backen, den könne man dann teilen.

In Wels läuft er einem jungen Mann nach, der seine Kopfhörer bei ihm im Abteil vergessen hat und verpasst den Zug, in St. Pölten muss er auf die Bahnhofs-Toilette und da er das WC im Zug während des Bahnhofsaufenthalts ja nicht benutzen darf (bzw. früher nicht durfte – damals gab es ja keine chemischen Toiletten, sondern alles wurde auf die Gleise gekippt), fährt ihm der Zug wieder vor der Nase davon. Sehr vergnüglich wird das alles immer von unserer österreichischen Parademoderatorin der 70er- und 80er-Jahre Chris Lohner mit ihrer sexy Stimme kommentiert, die seit Jahrzehnten auch alle Bahnhofsdurchsagen in Österreich spricht.

Regionalexpress 1693 nach Linz fährt soeben von Gleis eins ab. […] Chris Lohner kleidete das Geschehen in Worte.

In St. Pölten trifft er dann einen sympathischen syrischen Flüchtling mit Asylstatus, der ihn mit dem Paketdienstauto nach Wien mitnehmen will. Leider entpuppt sich der Arbeitsplatz des Syrers als videoüberwacht und der Onkel Franz muss sofort irgendwo in der Pampa aussteigen. Dort trifft er dann einen Politiker mit Chauffeur, die ihn zum Kernkraftwerk Zwentendorf mitnehmen. Bei einer Jause macht er später die Bekanntschaft eines Immobilienhais (eigentlich eines Multifunktionärs, like Gordon Gecko, dessen Firma in Österreich alle anderen Firmen aufkauft) anschließend eines IT-Spezialisten im Bus, schließt Freundschaft mit einem Biobauern, der früher Finanzmakler war und ausgestiegen ist, hat eine unangenehme Befragung mit einem studentischen Marktforscher und trifft endlich – so schließt sich der Kreis – in Wien am Naschmarkt seinen syrischen Bekannten wieder.

Das Ende ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber wundervoll konstruiert. In Wien wickelt er seine Erbschaftsangelegenheit ab, die ihm überraschenderweise 2% dieses Riesen-Firmenkonglomerats beschert, dessen CEO er ja kennengelernt hat und bei dem dieser Politiker auch seine Finger drinnen hat. Auf Grund der Informationen, die er auf der Reise gesammelt und durch die Nutzung der Freundschaften, die er geschlossen hat, schlägt er mit seinen 2%, als Zünglein an der Waage, diesem Riesenkonzern mit globalen Ambitionen ein grandioses Schnippchen.

Ich fand das Buch sowohl sprachlich als auch inhaltlich sehr gut, aber zwei Kleinigkeiten muss ich dennoch kritisieren. Im Prolog bezeichnet der Autor den Onkel Franz als moderne Tante Jolesch. Dieser Vergleich ist gar nicht so abwegig, aber ich finde vermessen, nahezu schon präpotent, dass sich der Autor diese berühmten Schuhe von Friedrich Torberg, die ihm schätzungsweise mindestens eineinhalb Nummern zu groß sind, selbst anzieht. Wenn dies der Verlag aus Werbezwecken tut, ok, wenn der Autor die Tante Jolesch als Vorbild bezeichnet, auch total in Ordnung – aber so … das ist mir schon ein bisschen zu viel Überheblichkeit.

Beim zweiten Punkt geht es um das österreichische Kernkraftwerk Zwentendorf, das vom österreichischen Volk durch eine Volksabstimmung verhindert wurde und nie ans Netz gegangen ist. Im Roman wird es quasi als Bauruine bezeichnet, die man nun vielleicht als Eventlocation verwenden könnte, was dieser Immobilentycoon auch plant. Diese Einschätzung stimmt einfach nicht, da hätte sich der Autor wirklich einmal genauer informieren, das Innviertel verlassen und sich das in der Realität ansehen müssen.

Zwentendorf produziert schon seit Jahren als Musterkraftwerk für nachhaltige Energie 100% Strom aus Solarenergie http://www.zwentendorf.com/, es fungiert weltweit sehr erfolgreich als einziges Trainingszentrum für die Reaktoren gleicher Bauart (fast alle westeuropäischen Werke sind derart gebaut, und nur dort kann man den Katastrophenfall gefahrlos simulieren) und es ist der einzige Atomreaktor, den sich Schulen in der Realität anschauen können. Ich stand schon ca. 10 Mal auf der Warteliste für eine Führung und habe es noch nie in den Reaktor geschafft, weil der Andrang so groß ist. Die Führungen sind oft innerhalb einer Stunde für das ganze Halbjahr ausgebucht. Zu guter Letzt war Zwentendorf schon vor Jahren lange Zeit auch eine sehr erfolgreiche Konzert- und Veranstaltungslocation denn bis 2013 wurde dort mehrmals das Tomorrow-Festival von Global 2000 abgehalten, das leider eingestellt wurde, da es am Gelände durch den Klimawandel immer wieder Überschwemmungen vor allem im Sommer gab. Ich war selbst zweimal am Festival, es war grandios, die Solarpanels richteten sich immer nach der Sonne aus, die Bands waren großartig und sogar die Dancefloors von 2 Uhr bis 6 Uhr in der Früh produzierten durch eine neue Technologie Strom durch die Bewegungen der Tanzwilligen, ständig wurde angezeigt, wieviel Strom grade produziert wurde. Somit entspricht nichts, was über Zwentendorf im Roman angedeutet wurde, der Realität und ich finde extrem bedauerlich, dass ein solches Erfolgsprojekt (in der Nach-Atomkraftwerk-Ära) derart verleumdet wird (auch wenn es nur fiktiv ist).

Fazit: Ein ausgezeichnetes Buch für das ich eine klare Leseempfehlung abgeben kann. Ein paar Kritikpunkte gab es aber anzumerken.

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DaniB83s avatar

Rezension zu "Mord in vier Gängen" von Klaus Ranzenberger

Ein Regionalkrimi - ein typischer
DaniB83vor 2 Jahren

Beim Untertitel des Buches, 'Ein Burgheim Krimi', muss man unweigerlich an das Genre Regionalkrimi denken. Doch der Autor Klaus Ranzenberger wollte eigentlich gar keinen Regionalkrimi schreiben und stellte sich daher im Vorwort die geniale Frage, ob nicht jeder Krimi ein Regionalkrimi sei, denn schließlich "müsse er ja irgendwo spielen". Finde ich so toll, dass ich schon alleine wegen dieses Vorwortes eine unbedingte Leseempfehlung abgeben möchte. 

Der Prolog - in Kursiv gehalten - stammt aus der Perspektive eines Mörders und wir LeserInnen werden sofort in eine Tat verwickelt. Später kommen auch noch solche Passagen, in denen die Tathergänge aus der Perspektive des Übeltäters geschildert werden. Doch die eigentliche titelgebende Geschichte dreht sich um Matthias Krantz, der eine alte Apotheke zu einem kleinen Lokal umgemodelt hat. Burgheim ist ein erfundener Ort im Innviertel (Oberösterreich) und ich finde es sehr schade, dass in meiner näheren Umgebung kein solches Lokal existiert. Die Beschreibungen des Autors wirken so authentisch und sympathisch, dass ich dort wahrscheinlich Stammkundin wäre. 

Der Lokalbesitzer Matthias Krantz wird übrigens in die Mordfälle verwickelt, da er quasi über die erste Leiche stolpert. Neben Ermittlungsarbeiten der Polizei (mit der auch Krantz ganz gut kann) lernt man auch noch Kochen, vorausgesetzt man mag Fleisch. Es wird ganz genau erklärt, wie man zum Beispiel ein Bratl herstellt. Ich werde das mal so nachkochen, obwohl ich jetzt kein Skalpell zum Einschneiden der Fettkruste habe ;)

Beide Daumen hoch für diesen Krimi, der mich öfter mal schmunzeln ließ, weil auch die Figuren charakterlich so ausgearbeitet sind, dass man glaubt, der eigene Nachbar spielt den Hauptakteur.

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