Klaus Schweinsberg Sind wir noch zu retten?

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(0)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Sind wir noch zu retten?“ von Klaus Schweinsberg

Staatsbankrott und soziale Unruhen in Griechenland, die maroden sozialen Sicherungssysteme hierzulande, der Rechtsruck in Ungarn oder die prekäre Lage in Afghanistan - die Bürger spüren, dass der feste Boden des Wohlstands und des Friedens der Nachkriegsära wankt, ja, eine Illusion war. Unsere Systeme stehen vor dem Zusammenbruch - politisch, wirtschaftlich wie sozial. Es ist nur eine Frage von wenigen Jahren, bis es so weit ist. Um die Fliehkräfte, die aus sozialer Unzufriedenheit, einbrechender Konjunktur und der Flucht der Wähler aus der politischen Mitte resultieren, zusammenzuhalten, braucht es einen starken Staat. Doch dieser wird schon in Kürze kaum mehr handlungsfähig sein, gelähmt durch die horrende Überschuldung und die Kompromisse, zu denen Koalitionsregierungen gezwungen sind. Militär und Polizei sind durch Auslandseinsätze und Beschaffungsstau sowie schlechte Motivation deutlich geschwächt. Kurzum: Die Wahrscheinlichkeit eines totalen Systemausfalls ist hoch und die möglichen Folgen brandgefährlich. Es bleibt wenig Zeit gegenzusteuern. Professor Klaus Schweinsberg zeigt in diesem Buch anschaulich auf, welche globalen Entwicklungslinien die nächsten Jahre bestimmen und welche Gefahren auf uns zukommen. Er zeigt Auswege und Möglichkeiten, sich gegen die enormen Risiken abzusichern.

Stöbern in Sachbuch

Das Café der Existenzialisten

Eine fesselnde Abhandlung über das philosophische Schaffen im 20. Jhd. perfekt eingebettet im historischen Kontext. Eine Bereicherung!

cherisimo

Hygge! Das neue Wohnglück

Zuhause einfach glücklich sein: das Buch bietet mehr als Einrichtungstipps, es vermittelt das Hygge-Gefühl in Wort & Bild...

Kamima

Sex Story

Witziges und informatives Comicbuch, welches die sexuelle Entwicklung der Menschheit nachzeichnet.

Jazebel

Gehen, um zu bleiben

Ein wirklich tolles Buch, das mir das ein oder andere Reiseziel echt schmackhaft gemacht hat. Hat mir sehr gefallen :)

missricki

Gemüseliebe

Tolle neue Ideen für vegetarische Gerichte, die einfach und für jedermann nachkochbar sind.

niknak

Die Entdeckung des Glücks

interessanter Überblick zum Thema Glück - nicht nur im Job

Sylwester

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Das Verzwergen des Bürgers auf die Rolle des Steuerzahlers ist reine Idiotie

    Sind wir noch zu retten?

    R_Manthey

    28. June 2015 um 17:10

    Diesen selten schönen Satz findet der Leser, wenn er die Seite 206 des Buches von Klaus Schweinsberg aufschlägt. Dort stehen Lösungsvorschläge, die uns vom Weg ins Verderben abbringen sollen. Offenbar hat der Autor noch Hoffnung auf eine Rettung. Das überrascht, denn seine im Buch vorgestellten Schreckensszenarien ließen so viel Optimismus gar nicht mehr erwarten. Sieht man sich seine Vorschläge aber etwas genauer an, dann begreift man sehr schnell, dass sie gegenwärtig kaum Chancen auf Verwirklichung haben. Folgen wir dem Untertitel, dann erwarten wir, dass uns der Autor erklärt, warum Staat, Markt und Gesellschaft auf einen Systemkollaps zusteuern. Doch so richtig fündig scheint er bei der Ursachenforschung nicht geworden zu sein. Klar ist für ihn vielmehr nur, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses sehr hoch ist. Darüber hinaus steckt dieser stellenweise wirklich gut geschriebene, aber andererseits auch oft etwas ideologisch, plakativ und wenig tiefgründig daherkommende Text voller Widersprüche. Und er offenbart ganz nebenbei auch Grundschema und Dilemma linksliberalen Denkens, zu dem sich der Autor mehrfach indirekt bekennt. Auf der einen Seite plädiert der Autor nämlich am Ende seines Buches für mehr direkte Demokratie, mehr Bürgerstaat also. Aber in Maßen. Denn auf der anderen Seite hat Schweinsberg keine besonders gute Meinung über die dumpfe Masse, die sich vor der Glotze sitzend jeden Blödsinn ansieht und gegebenenfalls auch nach seiner Meinung schlechte Entscheidungen fällt, so wie die Bürgermehrheit kürzlich in der Schweiz. Bereits im einführenden Kapitel macht der Autor deutlich, dass sich gegenwärtig zahlreiche gesellschaftliche Probleme überlagern, was zu einem gefährlichen Aufschaukeln der innenpolitischen Lage führen kann. Er sieht das Entstehen einer Event-Demokratie und die Entmündigung der Parlament, etwa wie beim Streit um den Stuttgarter Bahnhof, um dann festzustellen, dass die zweite Dekade eines neuen Jahrhunderts schon seit langem in Europa der perfekte Kandidat für einen Systembruch ist. Diese historischen Parallelen diskutiert er dann im folgenden Kapitel, das den ersten Teil des Buches beendet. Im zweiten Teil folgt danach die Beschreibung von acht "Wirkmächten", welche unser Schicksal in den nächsten Jahren bestimmen werden. Dies sind: fehlendes Wachstum, die Euro-Fehlkonstruktion, Inflation, Staatsbankrott, eskalierende Verteilungskonflikte, der Verlust der politischen Mitte als Anker der Gesellschaft, Extremismus und Terrorismus und die geschwächte (selbsternannte) vierte Gewalt (Medien). Auf 170 Seiten werden diese Faktoren einzeln untersucht. Abschließend unterbreitet Schweinsberg auf knapp 30 Seiten eine Reihe von Vorschlägen, die das prognostizierte Systemversagen nach seiner Auffassung aufhalten könnten. Dass es im kommenden Jahrzehnt kaum Wirtschaftswachstum geben wird, ist die erste Grundthese des Autors. Er begründet sie mit historischen Argumenten, der schlechten Finanzlage von Staaten, Unternehmen und Banken und fehlenden technischen Innovationen, die einen Wachstumsschub auslösen könnten. Dann befasst er sich mit der Eurokrise. Dieser Abschnitt ist geradezu typisch für das ganze Buch. Schweinsberg erzählt zwar die Geschichte dieser politischen Kunst-Währung, bis zu jüngsten Krise, dringt jedoch nicht wirklich zu den ökonomischen Ursachen des wahrscheinlichen Scheiterns vor. Dafür erfindet er am Ende seiner Ausführungen ein kurzes Szenario wie der Abgesang des Euro eventuell verlaufen könnte. Ähnlich diskutiert er das Thema Inflation. Statt sich mit den merkwürdigen offiziellen Definitionen und der lebensfremden Ermittlung der Inflationsrate ernsthaft auseinanderzusetzen, kommt er dann auch noch mit der sogenannten Kerninflationsrate, die eine typisch amerikanische Erfindung ist und Energie- und Nahrungsmittelpreise außen vor lässt, weil sie angeblich zu viel schwanken. Mit anderen Worten: Wer nichts isst, nicht heizt und sich nicht mit Energie verbrauchenden Hilfsmitteln fortbewegt, spürt auch kaum Inflation. Dieser Abschnitt endet wieder mit der Schilderung möglicher Zukunftsszenarien, was dem Autor offenbar viel Spaß bereitet. Beim Thema Staatsbankrott macht Schweinsberg dem Leser deutlich, dass die Lage eigentlich hoffnungslos ist, besonders dann, wenn der nächste Kanzler Gabriel heißt. Die gegenwärtige rot-grüne Regierung von NRW würde schließlich schon jetzt auf die Schuldenbremse pfeifen. Dass sich Politiker nicht an butterweiche Verfassungsartikel halten werden, hat schon die Formulierung vor der sogenannten Schuldenbremse gezeigt. Irgendein Notstand wird sich schon finden, den man ausrufen kann, meint der Autor. Im Übrigen demonstriert die Bundesregierung gegen den Geist geltender EU-Regeln eine solche Haltung gerade auch bei der "alternativlosen Rettung" europäischer Bankrotteure mit deutschem Steuergeld. Auf die noch fehlenden "Wirkmächte" des Autors einzugehen, würde den Rezensionsrahmen sprengen. Wirklich interessant ist allerdings, was Schweinsberg als intimer Kenner über die Medien und hier insbesondere über den Niedergang der deutschen Zeitungswelt schreibt. Auf der einen Seite erfährt man hier, warum es in der selbsternannten Qualitätspresse keine wirkliche Qualität mehr gibt. Auf der anderen Seite gibt er dem Publikum eine Mitschuld an diesem Qualitätsverfall: "Die Masse ist weder in der Lage noch willens, Qualität von Schund zu unterscheiden." (S. 175). Schweinsberg erwähnt allerdings nicht, dass in Deutschland eine fast durchgängig linke und regierungsorientierte Presse auf eine nicht ganz so denkende Bevölkerung trifft. Diese Gemengelage wurde besonders in der Reaktion auf Sarrazins Buch mehr als deutlich. Der letzte Teil des Buches wird mit einem Einstein-Zitat eingeleitet, das besagt, dass man Probleme niemals mit derselben Denkweise lösen kann, durch die sie entstanden sind. Der Autor verspürt jedoch ernsthaft die Hoffnung, dass Politiker dazu in der Lage sind, denn schließlich müssen sie solche Lösungen finden. Sieht man sich jedoch alleine seine Vorschläge zur Lösung des Verschuldungsproblems an, so schwindet sofort jede Hoffnung, weil dafür niemals Mehrheiten in der EU zustande kommen werden. Wer Regeln bricht, fliegt aus der EU, ist einer seiner Vorschläge. Das würde zur sofortigen EU-Auflösung führen, denn es gibt keine wesentliche EU-Regel, die noch nicht gebrochen wurde. Fazit. Im Grunde ist dies ein interessantes Buch, das viele Informationen enthält. Leider dringt es selten konsequent bis zum Kern eines Problems vor. Aber immerhin schildert es die dramatische Lage wenigstens in aller Deutlichkeit.

    Mehr
  • Rezension zu "Sind wir noch zu retten?" von Klaus Schweinsberg

    Sind wir noch zu retten?

    WinfriedStanzick

    01. October 2011 um 13:12

    Der Autor des vorliegenden Buches mit dem reißerischen Titel „Sind wir noch zu retten?“, Professor Klaus Schweinsberg, ist kein publizistischer Irgendwer. Lange Jahre war er Chefredakteur des angesehenen Wirtschaftsmagazins „Capital“ und heute ist er ein vielgefragter Berater großer und bekannter Unternehmen im In- und Ausland. Er hat also Einblick in die ökonomische und politische Situation unseres Landes und der anderen Länder innerhalb der EU. Für deren Zukunft in der kommenden Dekade bis zum Jahr 2020 stellt er in seinem Buch eine überaus negative Prognose. Er befasst sich in seiner Analyse der gegenwärtigen Lage mit ihren prekären Auswirkungen auf die Zukunft vor allem mit folgenden vier Themen: „ Unsere Dekade: In allen Bereichen brodelt es. Was kommt bis 2020 auf uns zu ? • Kampfzone Europa: Extremismus, Terrorismus und scheiternde Staaten • Der Euro – ein Experiment gerät außer Kontrolle • Inflation – warum uns die Vertreibung aus dem Stabilitätsparadies droht“ Hohe Schulden, die demographische Entwicklung und die zunehmende Handlungsunfähigkeit der Regierung nicht nur unseres Landes bedrohen nicht nur unseren Wohlstand, sondern auch ganz erheblich die Stabilität unserer Gesellschaft. Wenn man die Analysen Schweinsbergs liest, kommt man ins Gruseln vor so viel Unbill, die da droht. Er selbst scheint sich nicht ganz sicher zu sein über die Unvermeidlichkeit des „fundamentalen Systemversagens“, hängt er doch nach fast zweihundert Seiten dunkler Prophezeiungen ein Kapitel an mit Vorschlägen „Was wir jetzt (noch) tun können?“. Es sind vor allem Interventionen, die den ursprünglichen Gedanken der Demokratie und des mündigen Bürgers wieder beleben sollen. Schweinsberg zitiert in diesem Zusammenhang absolut zustimmend den Sozialphilosophen Oskar Negt (vgl. dessen großes Werk „Der politische Mensch“, Steidl 2010): „Meine Idee von der sozialen Verantwortung des politischen Menschen besteht gerade darin, solche historischen Unglückskonstellationen rechtzeitig aufzudecken und sie durch eingreifendes Denken zu verhindern, statt zu warten, bis die kollektive Katastrophe passiert ist.“ Dem einzelnen Individuum, so Schweinsberg, müsse deshalb einiges abverlangt werden, „mindestens aber Haltung, Haftung, Hingabe, Handlungswillen und Humanismus.“ Wenn man sich umschaut im Land und in seiner Population, spürt man jedenfalls herzlich wenig davon. Eine große Aufgabe steht an. Doch was auch immer passiert, Katastrophendenken zu unterstützen fördert immer undemokratische Tendenzen. Dennoch: das Buch ist ein wichtiger Zwischenruf in turbulenter Zeit.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks