Klaus Seehafer

 4,1 Sterne bei 19 Bewertungen

Lebenslauf

Klaus Seehafer, Jahrgang 1947, ist Autor, Herausgeber und Leiter einer Stadtbibliothek in Niedersachsen. Breite Resonanz fanden vor allem seine Goethe-Publikationen sowie zahlreiche literarische Anthologien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Klaus Seehafer

Cover des Buches Im Mahlstrom des Grauens (ISBN: 9783934927100)

Im Mahlstrom des Grauens

 (2)
Erschienen am 01.10.2001
Cover des Buches Casanovas späte Liebe (ISBN: 9783937357553)

Casanovas späte Liebe

 (1)
Erschienen am 14.03.2012
Cover des Buches Goethe für Eilige (ISBN: 9783746618890)

Goethe für Eilige

 (1)
Erschienen am 01.08.2002
Cover des Buches Zum Platzen glücklich (ISBN: 9783150186381)

Zum Platzen glücklich

 (1)
Erschienen am 01.08.2009
Cover des Buches Ich wandle unter Blumen (ISBN: 9783351029081)

Ich wandle unter Blumen

 (0)
Erschienen am 01.06.2000

Neue Rezensionen zu Klaus Seehafer

Cover des Buches Von Rheinsberg bis Gripsholm (ISBN: 9783746622026)
Petra54s avatar

Rezension zu "Von Rheinsberg bis Gripsholm" von Kurt Tucholsky

sehr vielseitig
Petra54vor 6 Jahren

Auffallend ist das abscheuliche Titelbild (auf meiner Ausgabe schweben gezeichnete Elefanten und nackte Frauen), außerdem kann man kaum den Namen des Verfassers noch seinen Titel entziffern. Vermutlich ließ sich der sicher professionelle Künstler von Tucholskys Wahnvorstellungen inspirieren, die ihn wohl nach übermäßigem Genuss von Rauschmitteln überfielen.


„Vom Urlaub zurück“ und „Lyrik der Antennen“ gefallen mir am besten, ebenso seine meist recht amüsanten Gedichte. Noch die politischen Ablässe mochte ich gar nicht. Das ging wohl seinem Verleger Rowohlt Rowohlt ebenso, denn er bat Tucholsky, eine seichte, unterhaltsame Liebesgeschichte zu schreiben. So entstand vermutlich die wunderschöne Geschichte „Schloss Gripsholm“ nach einer Urlaubsreise in Schweden, wohin er später ganz übersiedelte.

Zwischen all der Urlaubsleichtigkeit erzählt er eine zu Herzen gehende Begebenheit mit einem kleinen Mädchen, das in einem grausam hart geführten Kinderheim untergebracht ist.


Bezeichnend für sein ruheloses Umherirren ist die Bemerkung: „Sehnsucht nach der Erfüllung. Sie kann nie befriedigt werden.“

Cover des Buches Acht Glasen, Mitternacht (ISBN: 9783551253033)
Buchgespensts avatar

Rezension zu "Acht Glasen, Mitternacht" von Dieter Bromund

Eine unheimliche Sturmnacht
Buchgespenstvor 8 Jahren

In einer düsteren Sturmnacht, in der jederzeit der Dammdurchbruch zu erwarten war, saßen vier Männer und zwei Kinder in einer kleinen Kate hinter dem Deich. Bei starkem, heißem Tee und Butterbroten unterhalten sie sich mit gruseligen Geschichten von der See. Zwischendurch ziehen sie immer wieder in den Sturm hinaus, um das Siel und den Deich zu prüfen.

Düstere Legenden und schaurige Geschichten lassen die Sturmnacht noch deutlicher vor dem Leser aufstehen als die eindrucksvoll konzipierte Rahmengeschichte. Ein Buch, das man unbedingt an einem düsteren Regentag mit einer großen Kanne Tee genießen muss! Die vorgetragenen Erzählungen entstammen größtenteils unbekannten Sammlungen. Die meisten irgendwann mal in den 1960ern erschienen, in ziemlich nichtssagenden Umschlägen – zumindest soweit ich das finden konnte. Bekannt waren mir natürlich die beiden Märchen von Wilhelm Hauff „Die Höhle von Steenfoll“ und „Die Geschichte von dem Gespensterschiff“ (meinem absoluten Lieblingsmärchen). Anna Seghers ist ganz sicher auch ein Begriff (Die Toten auf der Insel Djal), doch schon die Geschichte von August Strindberg („Der versteinerte Kater“ erschienen in „Das schwedische Volk“) ist seit einer Ewigkeit nicht mehr aufgelegt worden. Sehr schade finde ich, dass die Erzählung von A.J. Mordtmann „Der Untergang der Carnatic“, die eigentlich Teil eines Zeitungsromans aus dem 19. Jahrhundert ist, nie als Buch zusammengestellt wurde. Das interessiert mich doch sehr.

Das Buch ist genial zusammengestellt. Konzipiert wie die tollen Märchenalmanache aus dem 19. Jahrhundert, mit einer spannenden, unheimlichen Rahmengeschichte, und angefüllt mit fast vergessenen, einzigartigen und gruseligen Geschichten. Ginge es nach mir, wäre dieses Buch um die 1000 Seiten lang und hätte die Bücher, aus denen die Erzählungen stammen, vollständig abgedruckt. Etwas schade ist auch, dass einige Märchen nur gekürzt wiedergegeben wurden. Mit knapp 140 Seiten hatte dieses Buch mehr als genug Platz, um sie vollständig abzudrucken, aber die Kürzungen beeinträchtigen nicht die Spannung oder Erzähllogik.

Ein Buch, das zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Spannend und gruselig ist es ein einzigartiges Leseerlebnis für Jung und Alt. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Märchen, Geschichten rund um die See und unheimliche Geschichten lieben!

Cover des Buches Casanovas späte Liebe (ISBN: 9783937357362)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Casanovas späte Liebe" von Klaus Seehafer

"Jeder muss durch seine eigene Hölle."
Dr_Mvor 9 Jahren

Casanova wurde am 2. April 1725 in Venedig als Kind eines Schauspielerehepaares geboren. Allerdings wird auch vermutet, dass der Patrizier Grimani sein wahrer Vater sei. Casanova muss sehr intelligent, gewandt und einfühlsam, aber auch freiheitsliebend und stolz gewesen sein, denn sein Lebenslauf war auch abseits seiner Liebesabenteuer sehr ungewöhnlich. 1755 wird er aufgrund falscher Anschuldigungen in die "Bleikammern" Venedigs gebracht und dort ohne Prozess fast 18 Monate festgehalten, bis ihm die eigentlich unmögliche Flucht gelingt. Danach folgt ein Irrweg durch europäische Städte mit Anstellungen an höchster Stelle und anschließendem tiefen Fall. Schließlich gelingt es ihm, 1774 wieder nach Venedig zurückgehen zu dürfen. In diesem Jahr enden übrigens seine späteren Memoiren. Das alles kann der Leser dieses Buches an dessen Ende in einer sehr lehrreichen Gegenüberstellung von Casanovas Lebensdaten und wichtigen Ereignissen in der europäischen Geschichte dieser Zeit lernen.

Seehafers Kurzroman spielt an nur einem Tag, dem 2. April 1775 in Venedig, als Casanova seinen von ihm erst spät bemerkten 50. Geburtstag erlebt. Casanova wäre nicht der, den wir uns vorstellen, wenn der Tag nicht im Bett mit einer leidenschaftlichen Frau beginnen und auch enden würde. Doch der zärtliche Liebhaber ist in die Jahre gekommen, und Zweifel nagen an seiner Seele. Er, der immer in der Gegenwart gelebt haben will, rechnet sich aus, was noch kommen wird. Und er denkt darüber nach, was gewesen ist. Bei seinen zwei ziemlich langen Spaziergängen durch Venedig, die ihn an diesem Tag zu alten und jungen Bekannten führen und auch seine quälende Fragen nach dem Verräter beantworten werden, der ihn vor 20 Jahren in die Bleikammern brachte, philosophiert Casanova über das Älterwerden und die Frage, was von einem bleibt, wenn man gegangen ist.

Natürlich wissen wir nicht, wie Casanova wirklich gedacht hat. Und natürlich projiziert der Autor auch ein wenig von sich und seinen Vorstellungen und Wünschen in seine Romanfigur. Aber das ist ihm wirklich gut gelungen. Entstanden ist eine einfühlsame und nachdenkliche Erzählung über Casanova, die Selbstzweifel eines alternden Helden, seine Widersprüche und das alltägliche Leben im Venedig von 1775.

Fazit.
Ein sehr gut lesbarer und sensibler Kurzroman über eine historische Figur, die sich selbst zur Projektionsfläche fremder Sehnsüchte gemacht hat. Und vielleicht auch darüber, was wirklich zählt, wenn man die wilden Jahre hinter sich hat.

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