Klaus Staeck Staeckbriefe

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Inhaltsangabe zu „Staeckbriefe“ von Klaus Staeck

( Das kleine Buch) Zahlr., meist farb. Phot. 126 S.
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  • Ein Kleinod

    Staeckbriefe

    mistellor

    23. April 2018 um 04:13

    Ein Kleinod konnte ich gerade noch vor der Papiertonne einer Freundin retten. Diese wollte sich vor ihrem Umzug von vielen Büchern trennen und es war ihr nicht bewusst, welche Schätze sie in die Papiertonne werfen wollte. Eines der von mir geretteten Bücher war ein kleines Buch aus dem Steidl Verlag, aufgelegt 1985.  Autor dieses Büchleins ist der bekannte Klaus Staeck,  und der Titel ist "Staeckbriefe - Klaus Staeck fotografiert Zeitgenossen" Staeck hat auf seine unnachahmliche Art "prominente" Persönlichkeiten aus Politik, Literatur und Kunst fotografiert und zu den Fotos darunter eine oft etwas polemische Biografie geschrieben. Was das Büchlein zu einem Kleinod macht, ist die Möglichkeit des Vergleichs, wenn er die Biografien aus 1985 liest und sie jetzt 33 Jahre später überprüfen kann. Das ist für mich absolut wirklich faszinierend gewesen. Als Beispiel Gerhard Schroeder: 1985 ein sehr sympathisches Bild  darunter der Text Politiker, Rechtsanwalt, Enkelsohn eines lippischen Hilfsarbeiters. Kommt über den 2. Bildungsweg. War Juso-Bundesvorsitzender. Will  --> Ernst Albrecht aus dem Regierungssessel kippen. Ist für Ritt über die Leine gut gerüstet. Setzt nach grünen Zwischenlager nun ohne Schattenkabinett ganz auf eigene Kraft (flächendeckend). Sch. will Ökologisierung der Industriegesellschaft, Zukunft ohne Kernenergie, Lernmittelfreiheit für alle Schüler. Will Verfassungsschutz noch mehr kontrollieren und ihm Daten vorenthalten sowie Radikalenerlaß aufkündigen.Ist gegen SDI und Subventionen für die Rüstungsforschung. Behauptet Zahl der Konkurse und der Arbeitslosen habe sich in Niedersachsen verdreifacht. Und nun versuchst du als Leser den jungen 41-jährigen Gerhard Schroeder mit dem nun 74-jährigen Exkanzler wieder zu finden und es gelingt kaum. Dieser Mann ist heute Vorstandsvorsitzender eines russischen Energieunternehmen, den Ausstieg aus der Kernenergie gelang ausgerechnet einer CDU-Kanzlerin,  unter seiner Kanzlerschaft hat der Verfassungsschutz mit zum Teil illegalen Machschaften agiert, und die Lernmittelfreiheit für alle Schüler ist reine Utopie geblieben. Das war nur ein Beispiel. Denn leider sind viele "Zeitgenossen" nun schon verstorben wie z.B. Dieter Hildebrandt, Hanns Dieter Hüsch, Pfarrer Heinrich Albertz, Jurek Becker, Heinrich Böll, Johannes Rau, Egon Bahr, Willy Brandt und viele mehr.  Aber es gibt auch viele "Überlebende" wie Udo Lindenberg, Elke Heidenreich, Wolfgang Niedecken, Günther Wallraff, Oskar Lafontaine, Holger Börner etc., und es ist ungeheuer beeindruckend, wie viele dieser Personen immer noch zu ihren damaligen Grundüberzeugungen stehen. Ich werde dieses kleine Büchlein hüten und immer mal wieder lesen, denn es ist auch ein Abbild der Gesellschaft. Ich gebe dem Buch 5 von 5 möglichen Sternen.

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