Klaus vor der Landwehr Automonster

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Inhaltsangabe zu „Automonster“ von Klaus vor der Landwehr

ein interessantes buch, aber: zur anmerkung, in meinen augen: kein phantastischer roman, wie auf dem cover angegeben.

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  • Rezension zu "Automonster" von Klaus vor der Landwehr

    Automonster
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. October 2009 um 20:13

    Herr Buschwitt ist Lehrer, Biologielehrer. Er ist damit vor allem am Konzept des Lebens interessiert. Doch leider hat ihn das dazu geführt, dass er seinen Beruf an den Nagel hängen musste, da er in einer recht protestantischen Gegend die Schüler das kritische Denken lehren wollte. „Einmal hatte er, als er noch Lehrer gewesen war, mit seinen Schülern ein Projekt durchgeführt, welches ‚Die Flora und Fauna in der Umgebung von Kreuzen, Kapellen und Mariengrotten‘ geheißen hatte. […] er hatte seine Schüler zu diesen Plätzen geschickt, damit sie vor Ort den Bewuchs dokumentierten und ebenso das Vorkommen und Verhältnis von Insekten, Vögeln und so weiter. […] Natürlich hatte es eine Stichflamme der Empörung in der Elternschaft gegeben, und für ihn war es ein Meilenstein auf dem Weg hinaus aus dem Klassenzimmer gewesen […].“ Inzwischen hielt sich Buschwitt mit dem Lektorat eher unbedeutender Sachbücher über Wasser. Als jedoch auf dem Hof, den Herr Buschwitt bewohnt – er ist dort zur Untermiete bei der Witwe Kumphoff untergekommen – recht merkwürdige Dinge geschehen, gerät sein Leben aus den wohlbehüteten Fugen. Alles beginnt mit einem Haufen Asphalt in der Küche der Witwe Kumphoff. Plötzlich jedoch regnet es gar Steine in den Innenhof und es spukt in der Scheune, die der Bauer Alfons für seine Traktoren gemietet hat. Irgendetwas muss mit dem zugeschütteten Keller nicht stimmen. Als Karl Buschwitt, nach einigen Überlegungen darauf kommt, die merkwürdigerweise frischeren Mauerstellen der Scheune wieder aufzuhacken, um einen Blick auf das Innere des Kellers zu werfen, wird er wirklich überrascht. Ein recht interessantes Auto befindet sich dort, ohne das sich Herr Buschwitt erklären kann, wie es da jemals hingekommen sein könnte. Doch das wird nicht die letzte Entdeckung sein, die der Biologe machen muss, denn ein verquerer Bösewicht ist ihm schon auf der Schliche, um ihn daran zu hindern, das Geheimnis um das Auto zu entlarven. Das Buch tituliert sich als phantastischer Roman, wobei sich die genrebegreifenden Untergliederungen hier erst einmal genauestens in Erinnerung gerufen werden müssen. Dies ist kein Buch der Fantasy-Richtung, nein, das ist es keinesfalls. Herr Buschwitt ist der Inhabitant einer recht normalen Welt, in der grundsätzlich normale Verhältnisse herrschen, die aber plötzlich durch sehr komische Naturgewalten in Frage gestellt werden. Dabei tendiere ich persönlich zu einer minimalistischen Betrachtung der Phantastik wie sie Tzvetan Todorov mit seinem Buch „Einführung in die fantastische Literatur“ vertritt. Er baut verschiedene Kategorien des Phantastischen auf, die sich grundsätzlich in das Unheimliche und das Wunderbare trennen lassen. Bereits Freud hat sich in einem – auch durch Ausflüge in die Literatur (hier ist E.T.A. Hoffmann mit seinem Sandmann großer Vorreiter) – Essay über das Unheimliche Gedanken über diese Form der Literatur gemacht und betont da besonders eine Atmosphäre, die dem jeweiligen literarischen Werke zu Grunde liegt. Nimmt man diese Atmosphäre und stellt sich also das etwas Unheimliche vor, das sich letztlich jedoch durch die logischen Gesetze der Natur erklären lässt und dann das Wunderbare, das durch eine der Fiktion natürlich gegebenen Ordnung, die zum Beispiel in jedem Märchen existiert, erklärt wird, dann befindet sich das Phantastische genau auf dieser Mittellinie, die als besondere Eigenschaft das Merkmal führt, dass es keine Erklärung für die Geschehnisse in der Geschichte gibt; was den Leser in besonderen Mittelpunkt setzt, nämlich ihn zum gewissermaßen Entscheidenden macht. Klaus Vor der Landwehrs Roman Automonster schickt mit einem personalen Erzählstil, der oft in die auktoriale, allwissende Ebene abdriftet und die unglaublichen, unheimlichen Elemente in eine durch die Komik der Figuren eher parodistische Ebene setzt, ein Buch vor, das durchaus zu unterhalten vermag, aber den Leser nicht in seine Welt mitreißt. Die eigene Phantasie wird in Gang gesetzt, jedoch entschärft sich diese Spannung oft einfach wieder durch den starken Erklärungsdrang des Protagonisten Buschwitt, der in jeder Begebenheit eine mögliche natürliche Erscheinung sieht oder durch anderweitig getränkte Erforschungssucht (googlen zum Beispiel) immerneuen Theorien nachhängt und diese auch nach außen transportieren muss. Dadurch fällt so manches Mal ein Puff einfach in sich zusammen, der durchaus längeren Atem hätte haben können und den Leser so über längere Passagen nicht nur durch die komödiantische und durchaus sympathische Art des Schreibstils am Ball gehalten hätte. Hier erwartet den Leser keine Geschichte à la Poe, die die Nerven zum Sprengen bringt oder im Stil Gogols, der die parodistischen Elemente der Phantastik ausreizt. Es entspinnt sich eine witzig-tolle Komödie um einen etwas verfehlten Bio-Lehrer, der vom eigenen Leben vielleicht ein bisschen wach gerüttelt wird und dabei in die Fänge eines dicklichen Halbhelden kommt, der einer Freimaurer-ähnlichen Loge anhängt, aus dieser aber lieber wieder austreten möchte. Buschwitt meistert diese Aufgabe in slapstick-artiger Manier. Doch mehr als ein bisschen Wohlgefallen und Anteilnahme kann man in dem Buschwitt mit dem immer erhobenen Zeigefinger nicht sehen. Dabei ist das Buch aber durchaus als Abenteuerroman für Jugendliche gut geeignet, die mit Geschichten über das Dunkel und aberwitzigen Geheimnissen in versteckten Kellern der Nachbarin ihren Spaß haben. Die Sprache des Buches ist hierfür ansprechend und dennoch nicht zu erhaben und der Roman bietet dem Leser eine gut zu verdauende Pointe.

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