Mitten ins Gesicht

von Kluun 
4,5 Sterne bei204 Bewertungen
Mitten ins Gesicht
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Neue Kurzmeinungen

Queenelyzas avatar

Trifft direkt in die Fresse und mitten ins Herz. Was Krankheit und Tod für eine Beziehung bedeuten (können), wird meisterlich beschrieben.

F

hat mich von Anfang bis Ende gefesselt, konnte nicht aufhören zu lesen!

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Inhaltsangabe zu "Mitten ins Gesicht"

Stijn und Carmen sind jung, schön, gesund und leben aus dem Vollen. Bis Carmen schwer krank wird. Stijn tut alles, um ihr beizustehen, doch er fühlt sich völlig überfordert. Obsessiv stürzt er sich in Affären, um die Scheißangst zu betäuben. Aber er weiß, dass ihm nur eins bleibt: der Realität mitten ins Gesicht zu sehen – für Carmen.

'Ein emotionaler Dampfhammer.' Kölner Stadtanzeiger

'Eine Geschichte, die atemlos macht.' dpa

'Eine radikale Version der ›Love Story‹ fürs 21. Jahrhundert.' Spiegel

'Ein bewegender Pop-Roman über Liebe und Tod.' Freundin

'Kluun zieht einen tief hinein in seine Geschichte – und trifft mitten ins Herz.' Marie Claire

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596169115
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.07.2007

Rezensionen und Bewertungen

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    Nachtfalter89s avatar
    Nachtfalter89vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: bewegend, aufwühlend und mitreißend... es hat mich zum weinen gebracht, aber auch mal schmunzeln lassen...^^
    Mitten ins Gesicht Kluun

    Es ist schon ein paar Jahre her als ich das Buch gelesen habe, aber in meiner Erinnerung ist es kaum verblasst. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und hatte es an nur einem Tag ausgelesen.
    Der Autor erzählt in der Ich-Form von dem Abschied und Verlust seiner Frau, die an Krebs erkrankte und daran verstarb. Er berichtet wie er damit umgegangen ist, aufwühlend, traurig,
    ehrlich und ungeschönt. Es fällt einem schwer nicht bei diesem Buch zu weinen. Ein wahnsinnig bewegendes Buch, was noch trauriger wird, wenn man sich vor Augen führt, dass der Autor das alles wirklich durchlebt hat.
    Ich habe tagelang noch darüber nachdenken müssen. Absolut lesenswert!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Abstoßend und gleichzeitig anziehend

    Cover:
    Mir gefällt es, dass das Cover für diese Thematik so schlicht gewählt wurde. Auch die Farben passen sehr gut zu dem, was man mit dem Thema Brustkrebs assoziiert.

    Meinung:
    Ich hatte das Buch aufgequatscht bekommen mit den Worten „Das musst du lesen, das ist so schön und so traurig!“ Da es etwas über 300 Seiten hat, las ich es also.
    Das Buch handelt von Stijn und Carmen, beide mitten im Höhepunkt ihres Lebens stehend. Ihre gemeinsame, dreijährige Tochter Luna ist ihr gemeinsames Glück. Alles läuft wunderbar, das Leben ist perfekt, bis Carmen die Diagnose Brustkrebs erhält. Dabei ist diese Krebsform besonders aggressiv und die Überlebenschancen nur gering. Ein Krankenhausmarathon beginnt, immer begleitet von den quälenden Fragen, ob alles gut wird…
    Das Buch ist autobiographisch, weswegen ich es immer schwierig finde, darüber ein Urteil zu fällen. Was man definitiv aber erwähnen muss, ist, dass Stijn nicht zum Schreiben gemacht ist. Seine Wortformulierungen und sein Stil lassen an die pubertäre Art eines fünfzehnjährigen denken, der über seine ersten sexuellen Erfahrungen berichtet und das fand ich alles andere als passend, vor allem wenn man die Hauptthematik im Hinterkopf hat. Mir geht es hierbei gar nicht so sehr darum, dass Stijn krankhaft fremdgehen muss und den Druck durch die Krankheit seiner Frau nicht mehr aushalten kann, weswegen er eine Affäre beginnt, sondern es geht mir um die plumpe Art und Weise, wie er das beschreibt. Er spricht ständig von Titten, Schwänzen, ficken und ich denke, dass es für diese Angelegenheit doch einige hübschere Wörter gibt, als diese Teenager-Slang-Ausdrücke. Das hat mich zunehmend gestört, weswegen ich teilweise Seiten übersprungen habe, weil mich diese Passagen nur noch aufgeregt haben, denn der Mann ist kein Teenager mehr, sondern ein erwachsener Mensch mit einem doch etwas ausgereifteren Vokabular, hoffe ich zumindest..
    Gut gefallen hat mir, dass jedes Kapitel mit passenden Songtexten eingeleitet wurde und immer mal wieder kleine Kästchen im Kapitel aufgebaut wurden, die Näheres zu Amsterdam erklärt haben oder zu den Personen im Buch selbst. Teilweise war es mir wieder zu plump („in dem Club lassen sich die Schnitten richtig gut vögeln“), oder zu fußballlastig. Dennoch war es eine nette Idee, die bei dem Thema für etwas Entspannung während des Lesens gesorgt hat.
    Ein großer Raum nimmt neben Stijns Sexualleben natürlich die Krebserkrankung seiner Frau ein. Schonungslos berichtet er von den Gängen ins Krankenhaus, der Chemotherapie, dem Ausfallen der Haare und auch der Brustamputation. Er zeigt, wie schwierig es für Carmen ist, sich als Frau zu sehen und mit dieser Krankheit zu leben und gleichzeitig wird deutlich, wie sich das Familienleben ändert. Immer wieder sind diese Änderungen von Ängsten, Zweifeln und Wut geprägt, die gut dargestellt wurden. Schlimm fand ich vor allem, wie sie Luna beibringen mussten, dass sie ohne ihre Mutter aufwachsen muss.
    Das Ende war heftig. Ich denke, es hätte mich emotional mehr angesprochen, wenn ich nicht so eine Antipathie gegen Stijn entwickelt hätte, aber dennoch hat es mich runtergezogen, wie Carmen sich am Ende entschieden hat und was das nun für die gesamte Familie bedeutet.

    Fazit:
    Ein Buch, das auf knallharte Art klarmacht, was es heißt, ein Familienmitglied an Brustkrebs erkranken zu sehen. Hier stehen nicht die medizinischen Fakten im Vordergrund, sondern die psychischen, sozialen und familiären Auswirkungen. Gut waren die Songtexte am Kapitelanfang und der kleine Guide durch Amsterdam als Erholungsphase für den Leser. Unnötig waren Stijns Frauengeschichten, die auf furchtbar plumpe Art berichtet wurden, die ich mir gern erspart hätte. 

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    liyah40s avatar
    liyah40vor 5 Jahren
    wow, was für ein buch...

    in diesem buch verarbeitet kluun die krebserkrankung und den tod seiner frau. dies tut er auf einer zutiefst ergreifenden und vor allem ehrlichen, direkten und authenitische art. das buch hat mich sehr aufgewühlt, zumal es sich um einer meiner größten ängste handelt- dem brustkrebs. ich bin auf den nachfolger gespannt!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren
    Mitten ins Herz

    Kluun, alias Raymond van de Klundert, traf mich wortwörtlich „Mitten ins Gesicht“. Sein Roman, der auf eigenen Erfahrungen mit seiner krebskranken Frau beruht, ist großartigst: mitreißend, ohne plakativ zu wirken, balancierend zwischen Humor und Tragik, ohne ins Lächerliche abzudriften, ehrlich, komisch, spannend und ja: auch sehr traurig. Lange schon besaß ich das Buch und griff nicht danach, weil mir nicht der Sinn stand nach schon-wieder-so-einer-Krebsgeschichte. Ich wurde eines Besseren belehrt. Zum Glück. Es dauert ein bisschen, bis man den Hauptprotagonisten, sein Denken und Handeln verstehen kann, es dauert, bis man das Besondere in der Beziehung zwischen Stijn und Carmen begreift. Aber wenn man dann erst einmal gefangen ist in diesem kleinen niederländischen Universum voller Leben und Krankheit, Liebe und Trauer, dann steuert man unaufhaltsam auf ein Ende zu, das man ähnlich und doch irgendwie ganz anders erwartet hat. Ich bin sehr gespannt auf den Folgeroman „Ohne sie“.

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    Effi90s avatar
    Effi90vor 6 Jahren
    Rezension zu "Mitten ins Gesicht" von null null

    Zwei Menschen, die in der gutsituierten Mittelschicht Amsterdams ein scheinbar perfektes Leben mit tollen Jobs und einer süßen Tochter führen. Davon einer, der notorisch fremdgeht, und ein anderer, seine Frau, die einer gnadenlosen Krebserkrankung zum Opfer fällt. Zusammen verbringen Stijn und Carmen Monate zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Kampf und Resignation. Während Stijn ein wirklich permanenter Fremdgänger ist, der sich scheinbar nur durch ständig wechselnde Affären und später auch durch Alkohol- und Drogenexzesse lebendig fühlt, ringt seine Frau mit dem Tod - bis die beiden am Ende das Unvermeidliche erwartet...

    Eigentlich gibt es nur eine Sache an diesem Buch, die unstrittig ist: Es polarisiert ungemein. Während die fast durchgehend vulgäre Ausdrucksweise an vielen Stellen einfach nur störend und unangemessen ob der unglaublich traurigen Situation Carmens erscheint, entwickelt der Roman vor allem im Laufe des letzten Drittels eine ganz eigene emotionale Tiefe. Unreif, widerwärtig, einfach untreu - so würde man das Verhalten dieses Mannes auf den ersten Blick bezeichnen - aber im Lauf der Handlung rückt man selbst immer weiter von diesem ersten Eindruck ab. Am Ende kann man kaum umhin, eine Sympathie für Stijn zu empfinden und sich ernstlich Gedanken darüber zu machen, wie man selbst in einer solchen Situation handeln würde, wie man sich fühlen würde. Kluun eröffnet hier eine ganz neue Sichtweise auf die Thematik des Fremdgehens - vor allem in emotional extremen Situationen.
    Störend und teilweise etwas zu überladen empfindet man dann doch die vielen Anmerkungen, die zu verschiedenen Lokalitäten Amsterdams und zur Geschichte verschiedener Fußballvereine gemacht werden - sie verfehlen ihren eigentlichen Zweck, dem Leser einen tieferen Einblick in die Hobbys und Interessen Stijns zu geben und wirken dabei zu ausschweifend und deplatziert.

    Und trotzdem: Noch nie habe ich mir so viele Gedanken darüber gemacht, warum ein Mann fremdgeht und wie so etwas zur Normalität werden kann, noch nie habe ich für selbigen - wider Erwarten - trotz seines Betrugs so viel Mitgefühl und sogar ansatzweise Verständnis gehabt und selten war ich am Ende eines Buches so tieftraurig. Ein nicht unumstrittenes Werk, das aber so einige Diskussionsansätze zu bieten hat und doch tiefer schürft, als man anfangs glaubt.

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    ErleseneBuechers avatar
    ErleseneBuechervor 6 Jahren
    Rezension zu "Mitten ins Gesicht" von null null

    Ausgeliefertsein, Krebskampf & Menschlichkeit
    Das autobiographische Buch von Kluun beschreibt den Umgang und den Abschied einer krebskranken Anfang 30jährigen Frau. Ihr Mann, der ständig fremdgehen muss, begleitet sie. Es ist schonungslos und wirklich krass geschrieben. Ich weiß nicht, ob ich es insgesamt eher zu heftig oder doch total realistisch und super finde. Auf jeden Fall muss man am Ende wirklich sehr schlucken und die Beziehung der Eheleute ist schon irgendwie auch bewunderswert. Der Mann ging mir aber zwischendurch schon n paar Mal sehr auf den Zeiger. Muss man wirklich ständig fremdgehen? Andererseits wirkt die Geschichte eben dadurch auch so realistisch und eben nicht wie ein Märchen mit Vorzeigeehemann.

    Bewertung: 3 von 5 Punkten

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    Flufs avatar
    Flufvor 6 Jahren
    Rezension zu "Mitten ins Gesicht" von null null

    Das Cover sprach mich direkt an, als ich dieses Buch auf einem Wühltisch für Mängelexemplare entdeckte. Kurz angelesen, wanderte es sofort in meinen Besitz.

    Die Geschichte behandelt ein oft beschriebenes Thema einmal auf ganz andere Art. Ein liebendes Paar wird erschüttert von der schweren Krankheit der Frau - Carmen. Ihr Kampf mit der Krankheit, vielmehr aber der Kampf ihres Mannes Stijn wird in diesem Buch auf so beindruckende, erschreckende und (vielleicht) auch verwerfliche Weise beschrieben, dass es einem den Magen umdreht. Der Leser sieht sich mit dem Unverständnis konfrontiert, welches beim Verhalten von Stijn unausweichlich aufkommt und darf gleichzeitig so tief in seine Psyche einblicken, dass er kurzzeitig seine eigenen moralischen Vorstellungen vergisst und einfach nur Mitleid hat. Die Sprache ist hart, die Ausdrucksweise ruppig - wie die Drogen- und Sexgeschichten von Stijn. Man will ihn hassen, für sein Verhalten, doch man kann es nicht.

    Beim Lesen trug ich einen regelrechten Kampf mit mir selbst aus, denn teils fand ich es grandios, doch teils auch erschreckend und regelrecht anstrengend. Fesselnd und abschreckend zugleich. Zeitweise habe ich mich so beängstigend nah am Protagonisten gefühlt, dass es mich fast überforderte. Dennoch habe ich es in einem Ruck verschlungen und mir ohne Zögern das Nachfolgewerk besorgt.

    Absolut lesenswert.

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    Lesefee86s avatar
    Lesefee86vor 6 Jahren
    Rezension zu "Mitten ins Gesicht" von null null

    Es ist pure Liebe, so intensiv, das man sie schon fast zu spüren glaubt, doch diese Liebe wird jäh durch eine schreckliche Wahrheit zerstört..
    Carmen und Stijn scheinen wie füreinander gemacht zu sein. Ihre Tage sind lang und voller Abenteuer und ihre Liebe zueinander ist der wichtigste Bestandteil dessen, gäbe es nicht das Problem, dass Stijn schwer zu bändigen ist. Denn auch wenn er seine Carmen liebt, kann er nicht treu
    bleiben. Als dann noch das unvorstellbare passiert und Carmen an Krebs erkrankt, kommt er damit gar nicht mehr klar. Nacht für Nacht verbringt er draußen um nicht neben der immer mehr verschwindenden Carmen schlafen zu müssen. Morgen für morgen erwacht er mit einem Kater und in einem fremden Bett – wenn überhaupt. Carmen weiß um seine Exzesse und schaut nur schweigend zu. Sie will ihn nicht zwingen bei ihr zu sein und ihr beizustehen, doch die Angst vor der Zukunft, macht ihr zu schaffen.
    Zwar steht er Carmen bei, baut aber gleichzeitig nebenbei eine Beziehung zu einer anderen Frau auf um allem Schlimmen zu entkommen. Jeder lebt in seiner Welt: Carmen in der Welt des Krebses, der Behandlungen und dem Kampf ums Überleben, Stijn in der Partywelt, ohne einen Gedanken an die Vergänglichkeit seiner Liebe zu verschwenden. Bis er eines Tages wieder einmal abstürzt, weder weiß wo oben noch unten ist und der Wahrheit mitten ins Gesicht blicken muss. Denn die Person, der sein Herz wirklich gehört, liegt im Sterben und kämpft mit allen Mitteln um ihr Leben und die zarte Liebe…

    Ein einfühlsamer, lauter, berührender und traurig machender Roman, der jeden Leser in seinen Bann ziehen muss.
    Die Geschichte um eine Liebe, die trotz einer Krankheit und viel Untreue stabil bleibt macht traurig. Ab und an möchte man Stijn am Kragen packen, während er wieder einmal durchs Nachtleben tanzt, schütteln und fragen ob ihm eigentlich bewusst ist, was er da gerade verliert und zerstört. Mich hat dieses Buch sehr zum nachdenken gebracht. Immer wieder fragte ich mich, warum Stijn nicht einfach nach Hause geht, die Hand seiner Carmen nimmt und bei ihr sitzt. Doch auch die andere Seite, konnte ich etwas verstehen, denn was ein schrecklicher Gedanke ist es doch zu wissen, dass die große Liebe immer mehr verschwindet, sich auflöst und am Ende nur noch ein Gefühl da sein wird – keine Partnerin. Ab und an schafft es Stijn trotz seines Dauerzustands des Betrunken sein, seine Gefühle und Gedanken zu ordnen, am größten aber ist die Angst und die muss er betäuben. Es scheint als würde er nie etwas mitbekommen, doch wenn er einmal bei Carmen ist, sie nicht in ihrer Verzweiflung alleine lässt, fallen ihm auch kleine Dinge an ihr auf.
    Das Buch ist rasant, brutal ehrlich und doch so voller Gefühl geschrieben, dass es am Ende unvermeidlich ist einen Seufzer auszustoßen und eine Träne von der Wange zu wischen. Man wünscht Stijn dass Carmen überlebt, dass sie ihn rettet, obwohl es doch anders herum sein sollte und man muss mit der traurigen Gewissheit leben, dass dieser Kampf doch nicht zu gewinnen ist. Keiner von beiden.
    Ein wundervolles Buch, das ebenso aufwühlt, wie berührt und das man nicht eher zur Seite legen kann, bis man es wieder ruhig schafft auszuatmen.

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    Bücherwurms avatar
    Bücherwurmvor 7 Jahren
    Rezension zu "Mitten ins Gesicht" von Kluun

    " Ich habe mit 3,5 Promille einen Autounfall gebaut, weil ich wie ein Idiot gefahren bin, nachdem meine Frau mich angerufen hat, während ich mit einer Praktikantin und einer Ex - die übrigens auch eine Freundin meiner Frau ist - im Bett war, und das alles nur, weil ich mich früher am Abend gestritten habe mit meiner ausserehelichen Freundin, die ich trotz Versprechen an meine Frau, bis zu ihrem Tod nicht mehr fremdzugehen (sie hat nämlich Krebs und wird in absehbarer Zeit sterben) immer noch vögle."
    "Mitten ins Gesicht" vom Autor Raymond van de Klundewrt, kurz Kluun ist ein Bestseller aus den Niederlande.
    Raymond, geboren 1964 war mal sehr erfolgreich als Marketingmensch, hatte eine eigene Firma und arbeitete auch für andere grosse Werbeagenturen. Bis er 2001 seine damals 36ig - jährige Frau verlor. Er änderte sein Leben radikal, ging nach Australien und begann an diesem Buch zu arbeiten.
    Es handelt von einem jungen Ehepaar, Mitte 30, mit einjähriger Tochter. Die Frau Carmen bemerkt eine Veränderung in ihrer Brust, Ärzte wiegeln ab, es sei harmlos. Ein halbes Jahr später ist es nicht mehr harmlos, es ist infaust. Carmen leidet an einem extrem aggressiven, entzündlichen Mammatumor, der nur schwer behandelbar, eigentlich überhaupt nicht heilbar ist.
    Der Ehemann Stijn schreibt aus seiner Sicht die Leidenszeit seiner Frau über 3 Jahre, das Auf- und- Ab, die Reaktionen der Freunde und der Familie, die nach dem ersten Überleben und der ersten Operation die Krebserkrankung nicht mehr ernst nehmen, die Schwierigkeiten mit Kleinkind eine solche Situation zu meistern, wissend, dass man Abschied nehmen muss, dass jedes "Anspringen" einer Chemo nur ein Aufschub ist, dass die Lebenszeit abgelaufen ist.
    Stijn ist, wie seine Frau, ein hart arbeitender Mann, umgeben von vielen Geschäftsfreunden, immer auf Achse, immer auf allen Partys am Abfeiern. Nie treu, das Fremdgehen immer als zusätzlichen Reiz, denn er gehört zu den Männern der monophoben Art, wie er es bezeichnet.
    Fremdgehen, nicht wegen des Sex, sondern aus Angst vor der Eintönigkeit der Ehe, der Angst, anderswo etwas zu verpassen.
    Carmen hat ihn einmal erwischt und ihn gebeten, sich nie wieder erwischen zu lassen, aber sie ahnt, dass ihr Mann die Finger nicht von anderen Frauen lassen kann, ob von Praktikantinnen, ehemaligen Freundinnen oder One-night-stands nach dem Feiern.
    Mit Beginn der Chemotherapien erstirbt bei Carmen der Sexualtrieb völlig.
    Und Stijn dreht buchstäblich durch, war es früher ab und zu mal ein Seitensprung, so wird jetzt auf Biegen und Brechen alles berammelt, was geht, auch mehrere Frauen gleichzeitig, Alkohol und Drogen werden zusätzlich zum Freund.
    Kompensation der Ängste eines Mannes seine Frau zu verlieren? Panik vor der Auseinandersetzung mit dem Tod? Unfähiglkeit des Angetrauten mit den Fakten klarzukommen?
    Mich hat dieses Buch völlig in den Bann gezogen. Leicht zu lesen, sehr kurze Kapitel, aber oft mit reichlich Inhalt zum Nachdenken:
    "Carmen kann ihrem Leben keine Tage hinzufügen, deshalb fügt sie ihren Tagen Leben hinzu."
    Das Buch ist ein dramatischer Bericht, kein Anprangern in dem Sinne, kein Verzweifeln, keine Abbitte oder Entschuldigung, sondern -davon gehe ich aus- eine Verarbeitung eines Druckes über 3 Jahre und ein Zeugnis der Liebe, ein Appell an die Tochter, aber auch an uns alle:
    "Danach (nach Carmens Zeit als Aupair Mädchen in London) bin ich auf Weltreise gegangen. Viele Leute sagen mir, sie hätten das auch gerne gemacht, aber es habe sich nicht ergeben. Luna (die Tochter), es gibt oft hundert Gründe, etwas nicht zu tun, aber genau dieser eine Grund, es doch zu tun, sollte schon genügen. Es wäre doch traurig, wenn man die Dinge, die man nicht verwirklicht hat, bedauern muss, denn nur aus dem, was man in die Tat umsetzt, kann man was lernen." (Auszug aus einem Brief von Carmen an ihre dreijährige Tochter, wenige Wochen vor ihrem Tod).
    Es hat mich sehr berührt. So viel Humor und Komik, so viele schönen Episoden in einem solch endlosen, aussichtslosen Kampf!
    Und zusätzlich eine Diskussionsgrundlage zum Thema Sterbehilfe, die in den Niederlanden ja vollkommen anders aufgefasst wird als hierzulande.

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    Buecherwurm2punkt0s avatar
    Buecherwurm2punkt0vor 7 Jahren
    Rezension zu "Mitten ins Gesicht" von Kluun

    Inhalt:
    Stijn und Carmen sind jung, schön, gesund und leben aus dem Vollen. Bis Carmen schwer krank wird. Stijn tut alles, um ihr beizustehen, doch er fühlt sich völlig überfordert. Obsessiv stürzt er sich in Affären, um die Scheißangst zu betäuben. Aber er weiß, dass ihm nur eins bleibt: der Realität mitten ins Gesicht zu sehen - für Carmen.

    Meine Meinung zum Inhalt:
    So langsam sind die Tränen getrocknet, aber trotzdem fällt es mir schwer meine Meinung in Worte zu fassen. Zu Anfang habe ich mich ein bisschen an der Sprache gestört, da sie an manchen Teilen sehr herb war. Mir tatsächlich zu herb. Außerdem fand ich die Inhaltsangabe irreführend. Denn Stijn hat sich nicht erst durch den Krebs in die Affären gestürzt.
    Ansonsten hat mich dieses Buch wirklich sehr berührt. Die letzten 100 Seiten kam ich aus dem weinen nicht mehr raus, jedoch konnte ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören.
    Carmen war für mich eine unglaublich starke und beeindruckende Frau. Ich fand es bewundernswert das sie oft mit dem Trösten ihrer Umgebung beschäftigt war und sie sich auch mehr Sorgen um ihre Freunde und Familie gemacht hat. Auch der Umgang von Stijn, Carmen und Luna (die 3-jährige Tochter der beiden) mit dem Tod war wirklich besonders.

    Fazit:
    Ein beeindruckendes Buch das mich sehr traurig und nachdenklich hinterlassen hat.

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    alsijas avatar
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