Knud Romer

 3,8 Sterne bei 39 Bewertungen
Autorenbild von Knud Romer (©Jan Sondergaard / Suhrkamp Verlag)

Lebenslauf von Knud Romer

Knud Romer wurde 1960 geboren und studierte Literaturwissenschaft in Kopenhagen. Er arbeitet als Werbefachmann, Kolumnist und Schriftsteller und trat ebenfalls in kleinen Rollen in mehreren Filmen auf. In Lars von Triers Film Idioten spielte er den Werbefachmann Axel. Sein 2007 im Insel Verlag erschienener Roman Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod wurde heftig debattiert, in zahlreiche Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem Preis des Dänischen Buchhandels ausgezeichnet.

Alle Bücher von Knud Romer

Cover des Buches Die Kartographie der Hölle (ISBN: 9783458681625)

Die Kartographie der Hölle

 (23)
Erscheint am 16.08.2021
Cover des Buches Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod (ISBN: 9783518766224)

Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod

 (14)
Erschienen am 17.02.2020
Cover des Buches Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod (ISBN: 9788711333372)

Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod

 (2)
Erschienen am 06.06.2014

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Knud Romer

Cover des Buches Die Kartographie der Hölle (ISBN: 9783458178507)Amandine_Pignolos avatar

Rezension zu "Die Kartographie der Hölle" von Knud Romer

Empfehlenswertes Biografie-Meisterwerk allein schon aufgrund des Schreibstils
Amandine_Pignolovor 7 Monaten

Ich gebe ehrlich zu, abgesehen von altbekannter Schulliteratur wie "Der Vorleser" und dem ein oder anderen Werk in bereits etwas zurückliegenden Jahren ist Knud Romers Roman mein erster Kontakt mit einem Literatur-Schwergewicht seit langer Zeit. Und was soll ich sagen, ich bin sehr glücklich darüber es probiert zu haben! "Die Kartografie der Hölle" ist in meinen Augen schlicht ein Meisterwerk (mag möglicherweise an fehlendem Umgang mit dem Genre liegen, das kann ich jetzt leider nicht so genau sagen), ich habe jede einzelne Seite ausgiebig genossen und kann das Buch nur jedem empfehlen den schwere Kost und gehobene Zunge nicht abschrecken. Exzellent finde ich die Idee mit Knuds Fantasiefreund M., somit bietet das Buch quasi zwei Geschichten in einer, in zwei völlig verschiedenen Gesellschaften, (Dänemark und der Nahe Osten vor dem Schah-Sturz), schlichtweg grandios! 

Der Schreibstil ist ohnehin eine Klasse für sich: verworren, nicht immer sofort ersichtlich, auf Umwegen und in gehobener Sprache, oftmals sehr satirenhaft und zynisch, meistens melancholisch und schwer, stets bissig und zum Weiterlesen animierend. Und wer sich mit Literatur in aller Welt zeiten- und genreübergreifend auskennt, wird sich über manche (oder auch so einige) Referenzen auf mehr oder wenige bekannte Klassiker freuen. Literaturkenner bzw. Leute mit ebendiesem Studium sind klar im Vorteil.

Die Melancholie, welches eindeutig das beherrschende Gefühl/Thema im Buch ist und quasi über jeder Seite schwebt, den Leser an manchen Stellen schier erdrückend, wird meisterhaft bearbeitet und geschildert, natürlich muss man diese Emotion mögen und sich mit vollem Bewusstsein auf eine solche Erfahrung einlassen. Wer dazu bereit ist, wird belohnt mit einer einmaligen (oder auf jeden Fall seltenen) weil extrem hochwertigen und von ersten bis zur letzten Seite stimmigen Erfahrung. Das Ende nimmt man dann mehr so nebenbei zur Kenntnis, d9eses Buch lebt nicht vom Ausgang seiner Geschichte sondern von der Erfahrung jeder einzelnen Seite.

Ich wiederhole mich nur zu gerne: ein Meisterwerk. Von meiner Seite aus eine hundertprozentige Empfehlung an jeden Erwachsenen mit etwas gehobenerer Bildung, selbst wenn man kein Literaturkenner ist.

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Cover des Buches Die Kartographie der Hölle (ISBN: 9783458178507)Nils avatar

Rezension zu "Die Kartographie der Hölle" von Knud Romer

Literarische Beschreibungskunst als autobiografisches Werk
Nilvor einem Jahr

„Die Kartographie der Hölle“ ist Knud Romer’s zweiter Roman. Ich kannte den Ersten vor dieser Lektüre nicht und konnte mich ganz unvoreingenommen dem Werk widmen. Dann begann ich diesen Roman, bei dem man nie so genau weiß was autobiografisch ist und was dann doch noch hinzugedichtet wurde. Aber eigentlich ja auch irrelevant, wenn man eigentlich ein gutes Buch lesen möchte. Und seine Prosa ist in der Tat gut. Wunderbar kann Knud Romers Wörter zu fantastischen Sätzen kombinieren und man möchte förmlich den Hut ziehen vor solch einer Leistung. Schreibkunst auf wahrlich höchstem Niveau. Und nun kommt das „Aber“, ganz recht. Leider leider ist der Roman sehr langatmig und Knut Romers sehr detaillierte Beschreibungen nehmen kein Ende. Nach 100 Seiten war ich es leid und las leider immer nur noch sporadisch 10-20 Seiten damit ich mal vorankam. Aufgeben mochte ich allerdings auch nicht, denn der Text als solcher ist gelungen. Bloß sollte man nicht Erwartung haben hier erzählt einer sein Leben stringent und erhellend. Es wird in Teilen sehr konfus, wenn er anfängt in seiner Einsamkeit einen Freund zu erfinden mit dem er sich auseinandersetzt oder Drogen im Spiel sind. Dann kommen wieder so aberwitzige Passagen wo er sein Ziel im Inselverlag publiziert zu werden postuliert, was ja dem Autor nun im wahren Leben auch gelang.

Mit Abstand ein interessanter, aber ganz ehrlich ein anstrengend zu lesender Roman. Sicherlich für den Autor, der auch Werbfachmann ist, ein Kontrast zu dem auf den Punkt gebrachten Slogan, sich hier seitenweise kleinsten Details zu widmen.

Fazit: Nicht jedermanns Sache.

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Cover des Buches Die Kartographie der Hölle (ISBN: 9783458178507)Michael_Blums avatar

Rezension zu "Die Kartographie der Hölle" von Knud Romer

Eine Herausforderung, die sich lohnt
Michael_Blumvor einem Jahr

"Die Sehnsucht einen Ort zu finden und nach Hause zu kommen, währt ewig, weil dieser Ort unerreichbar ist..."

Einer der letzten Sätze in Knud Romers Roman 'Kartographie der Hölle' - Herausforderung, Wagnis, Verwirrung und Genialität. Über 550 Seiten eröffnet sich die Geschichte eines Lebens mit Höhen, Tiefen, Abwegen und Umwegen - mit dem einen Ziel: Anzukommen. Stringente Erzählstränge werden abgelöst von essayistischen Exkursen; Personen und Szenen tauchen auf und wieder ab; Zeiten und Schauplätze wechseln. Wer als Leser*in die Anstrengung wagt, der/dem bleibt am Ende ein Gefühl, welches sagt: "Ja, so ist das Leben... kein langer ruhiger Fluss!"

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Gespräche aus der Community

»Die Kartographie der Hölle« ist Knud Romers schonungsloser, autofiktiver Bericht über das Aufwachsen in der dänischen Peripherie und der Flucht daraus – zum Literaturstudium nach Kopenhagen. Coca-Cola, Alkohol, Kokain: Auch als Knud vom isolierten Langzeitstudenten zum erfolgreichen Werbefachmann wird, behält ihn seine Sucht fest im Griff.

Das Paradies war die Hölle


»Die Kartographie der Hölle« ist Knud Romers schonungsloser, autofiktiver Bericht über das Aufwachsen in der dänischen Peripherie und der Flucht daraus - zum Literaturstudium nach Kopenhagen. Coca-Cola, Alkohol, Kokain: Auch als Knud vom isolierten Langzeitstudenten zum erfolgreichen Werbefachmann wird, behält ihn seine Sucht fest im Griff.


Diese Erzählung einer existenziellen Verirrung ist unglaublich beeindruckend. Knud sitzt bis zum Hals im Dreck. Aber Romer weiß, wie man davon erzählt. - Jyllands Posten


Worum geht’s genau?

Knuds Mutter ist tot, Knuds Vater dement und Knud muss alle fünfzehn Minuten ins Bad, um eine weitere Nase Kokain zu ziehen. Aus dieser misslichen Lage heraus wird Knud zum Chronisten seines eigenen Lebens. Die isolierte, vermeintlich idyllische Kindheit im dänischen Nykøbing, Wien als Sehnsuchtsort seiner deutschen Mutter, die Flucht zum Literaturstudium nach Kopenhagen und dann der nie mehr endende Absturz. Zwischen Alkohol, Gras und der Suche nach seltenen Erstausgaben seiner Lieblingsbücher vereinsamt Knud immer mehr. Sein Freund und Postkarten-Schachpartner »M«, Sohn eines CIA-Agenten in Teheran, lebt dagegen ein ganz anderes, aufregendes Leben. Aber ist er überhaupt real?

Knud Romer, der für sein Debüt Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod heftig diskutiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, beschreibt ohne Rücksicht auf Verluste den Niedergang seines Protagonisten. Die Kartographie der Hölle ist Autofiktion. Sie beschreibt das Leben als Kampf.


Bist du bereit, dem Kampf ins Auge zu sehen? Dann schau doch mal in unsere Leseprobe »

182 BeiträgeVerlosung beendet
Amandine_Pignolos avatar
Letzter Beitrag von  Amandine_Pignolovor 10 Monaten

Ich persönlich finde es doch irgendwie auf eine bestimmte Art und Weise schade dass Knuds Leben nach fast 40 Jahren doch noch ein glückliches Ende nahm, er die große Liebe, den passenden Job, ein eigenes Haus und den Frieden mit sich selbst fand. Ich weiß ja nun nicht ob das im Buch Geschriebene 1:1 aufs Knuds echtes Leben zutrifft, in dem Fall ginge es ja in Ordnung, aber falls nicht wäre es mir persönlich lieber gewesen Knud hätte den "Sprung" nicht geschafft und sein Leben wäre (wenngleich nicht in so extremen Masse) mehr oder weniger weiter gelaufen wie bisher.

Denn bis zum Happy End habe ich sehr viele Parallelen zwischen Knuds Leben und meinem eigenen gesehen. Kaum Familie, keine richtigen Freunde, keine abgeschlossene Ausbildung, süchtig nach dem Nachtleben, Feiern, Partys und dem "Verbotenem", die Liebe zur Natur, die wehmütigen Erinnerungen an die unbeschwerte Kindheit - überhaupt ist Wehmut das große Stichwort - kein eigenes Einkommen, der klassische "Versagertyp". Zwar hatte Knud immerhin eine (naja mehr oder weniger) eigene Wohnung und eine Uni besucht, dafür bin ich hingegen ein sehr ordentlicher und reinlicher Mensch und würde niemals mein Haus bzw. meine Umgebung vermüllen lassen. Ich habe das ganze Buch über sehr mit Knud mitgefühlt, konnte mich zu jeder Zeit - außer dem Happy End - in ihn hineinversetzen und habe gleichermaßen seine und Ms Geschichte geliebt.

Apropos M: Ich finde die Idee schlicht bravourös quasi zwei Geschichten in einem Buch zu vereinen durch Knuds erfundenen Freund - eine Eigenschaft die mir ebenfalls nicht fremd war allerdings nur bis zum Jugendalter. Ich fand die Erzählung und die Sicht auf den Iran zur Schah-Zeit extrem spannend und habe jede Menge diesbezüglich dazugelernt. Nur etwas schade finde ich, dass der Sturz des Schahs und der anschließende gesellschaftliche Umbruch nicht richtig "zu Ende" erzählt sondern nur angeschnitten wurde. Auch in M konnte ich mich eigentlich problemlos hineinversetzen, seine Erlebnisse im Nahen Osten und den Fakt einen Diplomaten/ CIA-Agenten zum Vater zu haben sind für mich mehr als nur reizvoll, damit wäre ich definitiv glücklich.

Was sich mir nicht so ganz erschließt wieso Ms voller Name bis fast zum Schluss nicht ausgesprochen wird, wieso enthält man einen Namen dem Leser vor? Weil M "nur" eine erfundene Person ist oder um ihm schlicht einen "mysteriösen" Stempel aufzudrücken? Nun im Prinzip spielt das schlussendlich keine große Rolle; sein voller Name lautet Moish wenn ich das richtig verstanden habe?

Die Thematik des Drogenkonsums erstreckt sich ja durchgehend über das Buch sowohl in Knuds als auch in Ms Geschichte. Zu Drogen hege ich nach wie vor eine bittersüße Hassliebe; ich würde sie nur zu gerne probieren, bekomme nur leider keine Möglichkeit dazu bzw. finde schlicht keinen Dealer oder sonstige Anlaufstelle. Wieso zum Teufel wird das im Buch so einfach dargestellt wie einen Strauß Blumen oder ein Brot zu kaufen, da Drogen sowohl in Kopenhagen als auch in Teheran quasi an jeder Ecke zu finden sind!? Das ist so ungerecht, was war ich neidisch auf Knud und Tim! Liegt es an der Zeit oder an den Städten/Ländern oder schlicht an den (mir fehlenden) Kontaktpersonen? So oder so habe ich gelitten während dem Lesen obwohl ich die Geschichte(n) an sich doch sehr genossen habe. Aus dem selben Grund bin ich auch so verdrießlich wegen Knuds Happy End; wie lange wohl werde ich darauf noch warten müssen?

Ich weiß dass dies eine sehr persönliche Rezension meinerseits ist, aber bei diesem Buch und den behandelten Thematiken sowie der über allem und jedem schwebender bedrückenden Wehmut (das Hauptgefühl des gesamten Buchs) kann ich schlicht nicht anders, man möge mir verzeihen. Ich bin nunmal ein durch und durch ehrlicher und authentischer Mensch und ich finde gerade in der Literatur sollte es doch erlaubt sein seine Gefühle und Gedanken unverfälscht niederzuschreiben.

Alles in allem bin ich doch sehr glücklich dieses Buch gewonnen zu haben und somit lesen zu durften, gerade weil bei jeder einzelnen Seite die Emotionen in mir gewallt haben. Ist dass denn nicht der eigentliche Sinn einer (guten) Lektüre und der wohl wichtigste Grund weshalb man ein literarisches Werk überhaupt beginnt?

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