Knut Beck

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Briefe 1932-1942, Briefe 1920-1931 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Knut Beck

Cover des Buches Verwirrung der Gefühle (ISBN: 9783745022117)

Verwirrung der Gefühle

 (53)
Erschienen am 19.09.2017
Cover des Buches Der Amokläufer (ISBN: 9783104023625)

Der Amokläufer

 (25)
Erschienen am 23.07.2012
Cover des Buches Phantastische Nacht (ISBN: 9783104023588)

Phantastische Nacht

 (22)
Erschienen am 23.07.2012
Cover des Buches Clarissa (ISBN: 9783104001869)

Clarissa

 (7)
Erschienen am 05.10.2009
Cover des Buches Ausgewählte Werke in vier Bänden (ISBN: 9783596159956)

Ausgewählte Werke in vier Bänden

 (3)
Erschienen am 01.10.2003
Cover des Buches Auf Reisen (ISBN: 9783104001791)

Auf Reisen

 (3)
Erschienen am 05.10.2009
Cover des Buches Briefe 1932-1942 (ISBN: 9783100970930)

Briefe 1932-1942

 (1)
Erschienen am 25.05.2005

Neue Rezensionen zu Knut Beck

Cover des Buches Verwirrung der Gefühle (ISBN: 9783866478985)
Sookie70s avatar

Rezension zu "Verwirrung der Gefühle" von Stefan Zweig

Drei herrliche Zweig-Novellen in einem Band
Sookie70vor 5 Jahren

Stefan Zweigs Gesellschaftsromane/-novellen erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit. In diesem Band finden sich drei davon:

VIERUNDZWANZIG STUNDEN AUS DEM LEBEN EINER FRAU
Die gutbürgerliche Mrs. C. schlägt sich in einem Hotel moralisch auf die Seite einer Ehebrecherin. Dem Hauptprotagonisten, der aus der Ich-Perspektive erzählt, schüttet sie daraufhin ihr Herz aus. Auch Mrs. C. hat ein dunkles Geheimnis. Vor vielen Jahren begegnete sie einem jüngeren Mann, einem Spieler. Getrieben von der Hoffnung, ihn zu retten, lässt sie sich auf eine Affaire mit ihm ein...

UNTERGANG EINES HERZENS

Die Geschichte eines Vaters, der nicht akzeptieren kann, dass seine junge Tochter ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben führt. Er fühlt sich ausgeschlossen und unverstanden, und als Konsequenz daraus zieht er sich immer weiter in seine eigene Welt zurück...

VERWIRRUNG DER GEFÜHLE

Der junge Roland, Sohn aus gutem Hause, beginnt sein berliner Studentenleben mit Partys, Alkohol und flüchtigen Affairen. Als er zur Besinnung kommt, begegnet er an seiner neuen Universität einem Lehrer, der sein ganzes Fühlen und Denken umkrempeln soll. Es entspinnt sich eine außergewöhnliche Nähe, im Arbeiten und im Wohnen, letztendlich auch zur Frau seines Professors. Allerdings umgibt den Lehrer etwas Geheimnisvolles, immer wieder stößt er Roland von sich, um ihn dann nur noch näher an sich heranzulassen...

Drei herrliche Novellen, die die Moral und die gutbürgerliche Lebenssituation im frühen 20. Jahrhundert wunderbar einfangen. In mitreißender, anspruchsvoller Sprache nimmt jede von Stefan Zweigs Geschichten mich auf seltsame Art gefangen. Eine Leseempfehlung!

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Marie Antoinette (ISBN: 9783596222209)
Kopf-Kinos avatar

Rezension zu "Marie Antoinette" von Stefan Zweig

Die Königin ist tot, lang lebe die Königin!
Kopf-Kinovor 7 Jahren

»Mein Gott, schütze uns und bewahre uns, wir sind zu jung, viel zu jung, um zu regieren.«

Marie Antoinette, die aus dem Hause Habsburg-Lothringen stammende Erzherzogin von Österreich und spätere Königin von Frankreich und Navarra, gilt als eine der schillerndsten Figuren des 18. Jahrhunderts und ist – bis heute – eine sehr umstrittene Person. Die vereinbarte Vermählung des vierzehnjährigen Mädchens mit dem französischen Dauphin Louis-Auguste (später Ludwig XVI.) sollte die bestehende Machtverhältnisse der Habsburger und Bourbonen festigen und somit den Frieden zwischen Österreich und Frankreich besiegeln. Nach vier Jahren am französischen Hofe bestieg das junge Königspaar den Thron – doch dann überrollte das Wort 'Freiheit' die europäische Geschichte wie ein Brandfeuer. Die Umwälzungen der Französischen Revolution verwandelten Marie Antoinettes prunkvolles und leichtfertiges Leben rasch in eine allzu menschliche Tragödie.

Aber wie weit noch in der Ferne ballt sich dieses drohende Gewölk! […] Aber wem sie das schwarze Los von Anbeginn zugeteilt, dem geben die Götter keine Zeichen und Winke. Ahnungslos unbefangen lassen sie ihn seinen Weg schreiten, und von innen wächst ihm das Schicksal entgegen.

Die nachfolgende Rezension bezieht sich auf die ungekürzte (!) Fischer-Ausgabe mit der ISBN 3-596-22220-6.

Stefan Zweigs Biographie stellt weder eine große Heilige, die die Royalisten später in Marie Antoinette sahen, noch die „Dirne der Revolution“ in den Vordergrund, sondern lediglich das Bildnis einer durchschnittlichen Frau, die vom Schicksal eine zu große und somit überfordernde Rolle zugewiesen bekam. Bildung – vor allem die politische – eignete sie sich kaum an, den Schritt jenseits der luxuriösen und sehr begrenzten Welt wagte sie aus Naivität nicht: Verantwortung und Bürde waren der jungen Königin kaum bewusst. Trotz der fehlenden Charakterstärke, die Marie Antoinette nicht zu schmeicheln vermag, schafft es Zweig dennoch den Bogen zu spannen, um als Leser Sympathie für diese junge Frau aufzubauen und Mitleid zu empfinden. Hierfür findet er sehr gefühlvolle Momente, wie beispielsweise:

Statt kühlgelassen den devoten Hofknicks ihrer neuen Gesellschaftsdame, der Komtesse de Noailles, entgegenzunehmen, wirft sie sich ihr schluchzend und wie hilfesuchend in die Arme, eine schöne und rührende Geste der Verlassenheit, die vorzuscheiben alle Großkophtas der Repräsentation hüben und drüben vergaßen. Aber Gefühl ist nicht eingerechnet in die Logarithmen der höfischen Regeln […] und, von Jubel umbrandet, verläßt Marie Antoinette für immer die sorglose Gestade der Kindheit; ihr Frauenschicksal beginnt.

Im weiteren Verlauf schreibt Zweig der Königin eine immense charakterliche Entwicklung zu: Angesichts des Leids und der Demütigungen, die Marie Antoinette nach dem Sturz der königlichen Familie durchleben musste, betont Zweig ihre Reife zu einer mutig handelnden und schicksalsgeprüften Frau, die die Zeichen der Zeit, die sie zuvor übersah, endlich deuten kann.

Denn aus Spinnweben flicht die Geschichte ihr unentrinnbare Netz des Schicksals; in ihrem wundervoll verkoppelten Triebwerk löst das kleinste Antriebsrad die ungeheuerlichsten Kräfte aus; so wird auch im Dasein Marie Antoinettes das Nichtige zum Gewaltigen, [...]

Die gegebenen Fakten setzt Zweig gut in Szene, bezieht sich auf Briefe oder andere schriftliche Dokumente und erwähnt zwischendurch, weshalb er jene oder jene Quelle hinzuzieht oder für unglaubwürdig hält. Die Lücken, die sich ergeben, füllt er geschickt mit Vermutungen. Das Sittengemälde und Zeitbild des Rokoko und der ersten Revolutionsjahre gibt Zweig lebendig und eindrücklich wider. Das Buch ist nicht durchgehend chronologisch geschrieben, sondern arbeitet vereinzelt mit Rückblenden oder greift mit stetigen Anspielungen vorweg.

Und die Hand, die jetzt segnend über ihrem Haupte schwebt, ist dieselbe, die ihr Krone und Ehre später in Schmutz und Verachtung schleudern wird.

Natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass Zweigs Biographie in den 30er Jahren verfasst wurde und demnach nicht den heutigen Forschungsstand entsprechen kann. Für ein fundiertes Grundwissen fand ich das [vor allem sprachlich] lesenswerte Buch dennoch ansprechend.

Obgleich Zweig seine subjektive Analyse über Marie Antoinettes Persönlichkeit aus den Geschehnissen herleitet, wahrt der Autor [meiner Meinung nach] überwiegend eine der Objektivität dienenden Distanz. Er bleibt kritisch ohne anzuklagen. Die Vermutungen, die er anstellt, wirken glaubhaft und könnten sich so zugetragen haben – wer weiß das schon...

Das Buch lebt meiner Meinung nach von Zweigs psychologischen Einschätzungen und vor allem von seinem vollendeten Schreibstil, der nebst seiner virtuosen Sprache etliche gut gewählte Metaphern aufbietet. Er schreibt sehr detailliert, anspruchsvoll und ausschweifend, was gewiss nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Für mich sticht Zweigs sprachliche Gewandtheit, die heutzutage recht blumig, dramatisch und ausschmückend erscheinen mag, sehr positiv hervor.

Die eingestreuten französischen Textpassagen, die nicht immer übersetzt wurden, schmälern mir jedoch schweren Herzens den Lesegenuss des insgesamt grandiosen Gesamteindrucks. Nicht jeder ist dem Französischen mächtig, was hier leider nicht berücksichtigt wurde. Schade.

Summa summarum möchte ich das skizzierte Bildnis jedem empfehlen, für den schön formulierte Sätze reinen Hochgenuss darstellen und der einen Einblick in das Leben und Sterben Frankreichs letzter Königin wagen möchte. Mir machte Stefan Zweig mit diesem Buch seine weiteren geschriebenen Biographien sehr schmackhaft.

Über weitere Empfehlungen aus Zweigs biographischen Feder wäre ich sehr dankbar!

Kommentare: 16
Teilen
Cover des Buches Marie Antoinette (ISBN: 9783100970978)
wandablues avatar

Rezension zu "Marie Antoinette" von Stefan Zweig

Marie - Ein Opfer der Geschichte
wandabluevor 7 Jahren

Marie - Ein Opfer der Geschichte.
Marie-Antoinette, geboren am 2. November 1755 in Wien als jüngste Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia und spätere Königin von Frankreich, Gemahlin von Louis XVI, ist (zusammen mit ihrem Gemahl ) wohl die berühmteste Person, die in den Revolutionswirren, am 16. Oktober 1793 in Paris, unter das Fallbeil der Guillotine kommt, ein schauderhafter Tod. Die französische Revolution war brutal, ihre unmittelbare politsche Wirkung jedoch zweifelhaft, wurde die Monarchie mit Louis XVIII doch schnell restauriert.

Stefan Zweig studierte gewissenhaft die noch erhaltenen Dokumente jener Zeit, dabei erhellt er im Nachwort, wie häufig Briefe Maries gefälscht wurden und wie wenig von ihnen überhaupt erhalten sind, da Marie fast alles, was sie schrieb, sofort verbrannte.

Als (psychologisch) erwiesen betrachtet er eine Liebschaft mit Axel von Fersen, einem schwedischen Gesandten. Akribisch verfolgt Stefan Zweig den Werdegang Marie-Antoinettes, dabei konzentriert er sich allerdings so sehr auf seine Hauptperson, dass die äussert spannende und spannungsgeladene Zeitgeschichte erst am Ende ihres Lebens, als sie in die Revolution gerät, ein wenig Gewicht bekommt. Das tut der Biografie großen Abbruch. Die politische Lage Frankreichs näher zu erläutern, als Marie als „Dauphine“ ins Land kommt, sehr bald mit ihrem jungen Ehemann die Herrschaft übernimmt, hätte dem Buch gut getan.

Positiv vermerkt an Faktengewinn habe ich die Ausführungen zur sogenannten „Halsbandaffaire“, der Fluchtversuch des Königspaars nach Varenne und der Schlußakt in den Revolutionswirren, wenngleich auch hier nur so viel an Fakten zur politischen Lage als unbedingt nötig verarbeitet werden.

Negativ wiegen die unablässigen Wertungen des Autors in Bezug auf sämtliche Nebenfiguren, undifferenzierte Rundumschläge sind keine Seltenheit, worunter auch die Betrachtung der Königsfamilie selbst fällt, Traumata und Entwurzelungsneurose werden nicht genügend gewichtet; selten folge ich daher Zweigs Erwägungen. Weniger Küchenpsychologie und mehr historische Zusammenhänge hätte ich mehr honoriert.

Aber am Schlimmsten ist die Sprache: Pathetisch und häufig phrasenhaft ist kein Ausdruck, ich meine, „schwülstig“ wäre nicht zu sehr verdammt, dazu ausufernd und wiederholend, sich in persönlichen Betrachtungen verlierend.

Insgesamt war die Lektüre eine Geduldsprobe, hat sich letztlich aber dennoch ausgezahlt durch die enge Linie, die Zweig um seinen Charakter zog; ich meine, Marie-Antoinette jetzt so gut zu kennen wie es einer Bürgerlichen vergönnt ist. :-)). (Dabei wusste ich allerdings vorher schon viel).

Es fehlt eine Zeittafel und ein Namensregister. Mit Jahreszahlen ist Zweig sparsam, so dass ich die Lebensdaten spontan aus dem Netz gezogen habe.

Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um eine Neuauflage des 1932er Originals, was den Text angeht, wobei die Bilder, wohl aus Kostengründen, wegfielen. Sehr schade.

Fazit: Stilistisch anstrengend, ausufernd und pathetisch.

Kategorie: Biografie
Verlag: Insel Verlag, 2013


Kommentare: 3
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 1 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks