Knut Hamsun Hunger

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Inhaltsangabe zu „Hunger“ von Knut Hamsun

"Hamsuns Dichtung, die frühe, gehörte zu den innigsten literarischen Erlebnissen meiner Jugend..." (Thomas Mann)§"Mein verwirrter Zustand ging mit mir durch und gab mir die wahnsinnigsten Einflüsterungen, denen ich der Reihe nach gehorchte." So beschreibt sich der Erzähler auf dem Höhepunkt seines verbissenen Kampfes ums Überleben inmitten der Großstadt Oslo. Seine Artikel werden von den Zeitungen nicht angenommen, seine finanziellen Mittel sind völlig erschöpft, bis auf das Nötigste ist alles zum Pfandleiher getragen. Nur mühsam kann er hier und da etwas Geld ergattern und kommt schließlich bis an den Rand des Hungertodes. Dennoch versucht er verzweifelt, seine Armut zu verbergen. Vom Hunger geschwächt gerät er in einen Zustand extremer geistiger Aufnahmefähigkeit, wird von Halluzinationen verfolgt, von erotischen Zwangsvorstellungen getrieben.§Knut Hamsun hat in diesem Roman eigene Erfahrungen aus der Zeit um 1886 verarbeitet, als er sich in Oslo mühsam mit dem Schreiben von Artikeln über Wasser hielt. Er ist mit seiner damals aufsehenerregenden psychologischen Studie über den Zustand des Hungers weit in die literarische Entwicklung des 20. Jahrhunderts vorgestoßen. (Quelle:'Pappbuch/01.01.1965')

Ein Meisterwerk der klassischen Literatur! Sehr eindringlich erzählt

— Kugeni
Kugeni

Ein Meisterwerk der klassischen Literatur

— Alira
Alira

Ein kleines Meisterwerk, das den Leser die Gefühlsschwankungen eines Ich-Erzählers miterleben lässt.

— ErinaSchnabu
ErinaSchnabu

Fängt auf eindringliche Weise das Hungergefühl ein! Manchmal jedoch zu wirr, mit sich in fast nerv-tötender Weise wiederholenden Abläufen.

— loveisfriendship
loveisfriendship
  • Rezensionen
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  • Auswirkungen der Unterernährung

    Hunger
    Alira

    Alira

    26. March 2017 um 13:14

    In einer Zeit, in der in unseren Breiten niemand weiß, wie sich (richtiger) Hunger anfühlt, ist das Buch auf den ersten Blick vielleicht nicht aktuell.

    In Anbetracht dessen, dass jedoch die halbe Menschheit hungert, sollten es aber vor allem diejenigen lesen, die meinen, dass „Wirtschaftsflüchtlingen“ keine Hilfe zustünde.

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  • Hunger

    Hunger
    ErinaSchnabu

    ErinaSchnabu

    18. February 2017 um 12:16

    Knut Hamsun – Ein Literatur-Nobelpreisträger, der, im Gegensatz zu manch anderen Schriftstellern, die den Nobelpreis für Literatur verliehen bekommen haben, relativ unbekannt ist. Dabei inspirierte der 1859 geborene und 1952 verstorbene Norweger andere Literaten wie Hermann Hesse oder Thomas Mann. Und sein Werk „Hunger“, sein erster Roman, war nicht unbeteiligt daran Inhalt Ein namenloser Ich-Erzähler schildert seine Not und seinen Verfall durch Armut in der norwegischen Hauptstadt Kristiana (Heute: Oslo). Er ist ein junger erfolgloser Schriftsteller und versucht krampfhaft etwas zu schreiben, um es an eine Zeitung oder ein Theater zu verkaufen. Ab und zu schafft er es, einen Artikel an eine Zeitung zu verkaufen oder anderweitig, oftmals durch Glück, an ein wenig Geld zu kommen. Jedoch hat er nicht genug Geld, um sich ein Dach über den Kopf und Nahrungsmittel zu leisten, sodass er körperlich und psychisch verfällt. Meinung „Hunger“ ist in Form eines Bewusstseinsstroms verfasst und war damit einer der Vorreiter dieser Erzähltechnik. Diese schafft es, dass man voll und ganz beim Ich-Erzähler ist, dass man das Gefühl hat, man sitze in seinem Kopf, kann seine emotionale Achterbahnfahrt und teilweise abstruse Gedanken förmlich mitfühlen und -denken. Diese Erzähltechnik kann jedoch auch anstrengend sein, da man als Leser eben kaum Abstand zum Erzähler hat. Ich habe relativ lange für das Buch gebraucht und musste mich immer wieder distanzieren. Schon nach wenigen Seiten. Das soll aber nur heißen, dass Hamsun es geschafft hat, den Leser in des Ich-Erzählers „Welt“ zu ziehen. Man ist Teil seines Wahnsinns, seiner Beobachtungen und Gedanken. Oftmals weiß man nicht, welche erlebte Situation nun wahr oder ein Teil seiner Wahnvorstellung ist. Man ärgert sich auch über ihn, über seinen falschen Stolz, seine Entscheidungen, sein unüberlegtes Handeln. Der Ich-Erzähler hat kaum Geld, und wenn er welches hat, gibt er es falsch aus, so dass er nicht lange davon essen und überleben kann, sodass das Elend schnell wieder weiter geht, als hätte er nie auch nur eine Öre in der Hand gehabt. Dies führt auch dazu, dass man nicht immer mit dem Ich-Erzähler mitfühlen kann – Im Gegenteil, manchmal widert er einen an, er macht einen wütend, man würde ihm gerne die Meinung sagen, wo man ihm doch so nah ist. Ich hatte jedenfalls viele verschiedene Gefühle, als ich diesen Roman las und kann sagen, dass Hamsun damit ein ganz besonderes, aufwühlendes Werk geschaffen hat. Auch sprachlich hat mir dieser Roman sehr gefallen. Die Sprache ist elegant und alltäglich zugleich und man begegnet vielen Wortneuschöpfungen, die aus des Ich-Erzählers Gedanken stammen.

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  • Raffinierter Außenseiterroman

    Hunger
    LaLeser

    LaLeser

    12. January 2016 um 22:43

    Knut Hamsun entführt den Leser in die Gedankenwelt eines armen Literaten, der durch Kristiania (ehemaliger Name von Oslo) streift. Schon in den ersten Sätzen wird diese Stadt beschrieben als eine, "die keiner verlässt, ehe er von ihr gezeichnet worden ist ...". Und so ist das Schicksal des Ich-Erzähler hier bereits vorbestimmt. Hat er anfangs wenigstens noch ein Dach über dem Kopf, so verliert er schließlich nach und nach all seine Habseligkeiten. Die Hoffnung auf schriftstellerischen Erfolg aber bleibt ihm. Und diese bis zur körperlichen Selbstaufgabe reichende Aufopferung fürs Schreiben ist das Verhängnis der Figur. Geschildert wird einerseits der Kampf ums nackte Überleben in einer weitestgehend unterkühlten und erbarmungslosen Gesellschaft, was durch unvergleichliche, detaillierte Beschreibungen des Hungers zur eindrücklichen Leseerfahrung wird. Andererseits wird immer wieder der bis zum Wahnzustand zugespitzte Kampf des Literaten mit Bleistift und Papier dargestellt. Knut Hamsuns Roman über diesen gesellschaftlichen Außenseiter ist zu Recht zum Klassiker geworden. Figurenpsychologische Feinstarbeit und erzähltechnische Raffinesse!

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  • Ein Meisterwerk der klassischen Literatur!

    Hunger
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Für mich als Liebhaber der klassischen Weltliteratur, war natürlich auch der norwegische Schriftsteller und Literatur Nobelpreisträger Knut Hamsun ein absolutes Muss. Und was soll ich großartiges erzählen, dies ist definitiv ein Meisterwerk, welches man gelesen haben sollte. Die Intensität mit der Hamsun, das Leben eines Mannes beschreibt und dessen sozialen Werdegang oder Niedergang, der durch Armut und Vereinsamung geprägt ist, ist einmalig. Doch vor allem die Szenen, in denen der Protagonist Hunger erleidet, sind schmerzlich und von einer Intensität beschrieben, wie es selbst in der klassischen Literatur selten ist. Doch die eigentliche Besonderheit ist, dass dem Leser so viel Platz für eigene Interpretationen gelassen wird, dass er manchmal die Verzweiflung fast selbst zu spüren glaubt. Ein ganz großes Werk der klassischen Literatur, welches trotz Hamsuns fragwürdiger politischer Vergangenheit, gewürdigt werden muss!

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  • Ein psychologisch dichtes Meisterwerk

    Hunger
    tuman7

    tuman7

    05. February 2014 um 08:11

    Die Handlung von Knut Hamsuns erstem Roman ist schnell erzählt: Der namenlose Protagonist treibt sich in den Straßen Kristianias (heute Oslo) herum, stets auf der Suche nach etwas Geld für Nahrung und Obdach. Dieses Geld versucht er sich durch den Verkauf von Artikeln für Zeitschriften zu verdienen, ist dabei allerdings nicht sonderlich erfolgreich und muß die Stadt schließlich verlassen. Bemerkenswert an diesem Buch ist also nicht der Verlauf der Handlung, sondern die ungeheuer dichte Charakterzeichnung des Protagonisten. Mit bedrückender Detailgenauigkeit schildert Hamsun den durch fortwährenden Hunger und ständige Not vorangetriebenen körperlichen und geistigen Verfall seines Helden - wobei das Buch durchaus auch die Vermutung erlaubt, daß nicht nur die Armut den geistigen Verfall verursacht, sondern auch eine schon zuvor bestehende geistige Instabilität die Armut mit erzeugt hat. Keinesfalls ist nämlich der Held des Romans durch seine Not "abgebrüht" und gerissen geworden, immer auf der Suche nach dem eigenen Vorteil. Ganz das Gegenteil ist der Fall: Ständig zwischen Größenwahn und Selbstdemütigung schwankend verbringt er einen nicht unerheblichen Teil seiner Zeit damit, seine Armut vor anderen und vor allem auch vor sich selbst zu verheimlichen. Der Preis für diesen Fremd- und Selbstbetrug ist allerdings hoch, nämlich insofern, als daß der Protagonist mehr als einmal die ihm zufällig widerfahrenden glücklichen Ereignisse nicht zu nutzen weiß, die errungenen Erfolge bewußt und freiwillig aus der Hand gibt und sich zuletzt in größerer Not befindet als zuvor. Die psychische Instabilität des Helden, auf Grund derer es ihm zu oft nicht gelingt, sein Selbstbild mit seiner objektiv jämmerlichen Lage in Übereinstimmung zu bringen, sorgt also mehr als einmal für objektiv irrationale Handlungen, die jedoch Hamsuns meisterhafte Charakterzeichnung nicht selten auf beunruhigende Art und Weise plausibel erscheinen läßt. Zusammenfassend kann festgehalten werden: Hunger ist ein hochinteressantes Psychogramm einer unter dem Druck von Hunger und Armut zerfallenden Persönlichkeit und uneingeschränkt empfehlenswert.

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  • Höllen-Trip durch eine kalte abweisende Stadt...

    Hunger
    ForeignerOfExistence

    ForeignerOfExistence

    18. September 2013 um 11:49

    Menschen mit Handicap, die eben nicht den Vorstellungen unserer fürchterlichen Leistungsgesellschaft entsprechen, haben mich schon immer magisch angezogen, und auch dieser Meilenstein der Weltliteratur handelt von einem Verlorenen, einem Outsider, einem faszinierenden Individuum am Rande der Gesellschaft - ein Dichter, der hungernd durch ein verstörendes Labyrinth, durch ein kaltes Häusermeer watet, sich mit Artikeln für Zeitungen notdürftig über Wasser hält und stets zwischen absolutem Niedergeschlagensein, Schwermut und Größenwahn schwankt, stets den qualvollen Hungertod vor Augen... Knut Hamsun beschreibt mitreißend die Innenwelt eines einsamen Menschen, der keinen Platz in der Gesellschaft findet und immer wieder im Laufe der Handlung von seinem Wahnsinn übermannt wird... Neben "Mysterien" mein absolutes Lieblingsbuch! 

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  • Rezension zu "Hunger" von Knut Hamsun

    Hunger
    Kittie

    Kittie

    23. July 2012 um 13:34

    Mit HUNGER kann ich mich kurzfassen, denn es ist wieder so eine Sache, wo "alle Welt" dieses Buch feiert und in den höchsten Tönen lobt und für mich ist es eher 'geht so'. Wie der Covertext es schon offenbart, dreht sich die Geschichte um einen heruntergekommen Künstler, der seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Artikeln oder kleineren Geschichten bestreitet. Nur läuft dieses Geschäft momentan nicht wirklich gut für ihn. So ganz ohne Geld muss er Hunger leiden und verliert bald auch nicht nur seine Wohnung, sondern auch seinen Verstand. Es wird also menschlicher Zerfall beschrieben und das alles aus der Ich-Perspektive. Ist ein sehr interessanter Ansatz und ist auch mal eine andere Erzählweise, wenn man sozusagen direkt im Kopf der Hauptfigur steckt und miterlebt wie sich Gedanken kommen und mit was er sich die ganze Zeit zu beschäftigen hat. Das hat mir anfangs noch gut gefallen, auch wenn der erste Abschnitt vom Buch so etwas gewöhnungsbedürftig war. Die eigenwillige Erzählweise ist dann auch der Knackpunkt, der bei mir nicht ganz aufging, denn wenn man so mit der Hauptfigur und ihren Gedanken im Prinzip alleine ist, muss diese Figur einen interessieren. Nur das tat sie bei mir nicht. Mir ist dieser Schriftsteller oder was auch immer er sein will ziemlich egal und ich war auch schnell von seiner Person genervt. Ständig dieses Rumgeweine – wofür ich in seiner Situation noch Verständnis habe – aber bei ihm kamen die Tränen bei Momenten, wo ich eher denke 'Was zum ..?'. War recht nervig und konnte mich drüber aufregen, dass wenn er mal ein bisschen Geld in der Tasche hat es gleich wieder unter die Menschen bringen muss und am besten jeden noch mehr als die Hälfte davon abgeben. Wenn man am Hungertuch nackt und eben in einer verdammt unschönen Situation mit wenig Geld und nicht immer ein Dach über den Kopf ist, sollte man das bisschen Geld, welches noch da ist, zusammenhalten und damit bestmöglichst haushalten. Dann müsste es ihm noch schlechter gehen. Ich glaube mit einem anderen Charakter hätte mir HUNGER wesentlich besser gefallen, aber so steht und fällt eben die Geschichte mit dieser einen Figur und für meinen Teil war es jetzt nicht so das Wahre. Zwar interessantes Thema und des Bewusstseinsstroms haben mir gefallen und damit kann HUNGER auch gut punkten, aber mit diesem kaputten Charakter vermiest es mir doch das Gesamtbild.

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  • Rezension zu "Hunger" von Knut Hamsun

    Hunger
    loewenkind

    loewenkind

    29. April 2011 um 13:13

    Knut Hamsun ist für mich ein Genie und ich liebe seine Sprache. Nach "Hunger" habe ich weitere Bücher von ihm gelesen (alle ebenfalls sehr gut), doch keines bleibt mir so gut in Erinnerung wie "Hunger". Es ist sehr intensiv und klug geschrieben und hat mich tief bewegt. Ich habe mit dem Protagonisten mitgelitten und fand es faszinierend, in seine (manchmal abstruse) Gedankenwelt einzutauchen. Ein geniales kleines Werk!

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  • Rezension zu "Hunger" von Knut Hamsun

    Hunger
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. March 2011 um 19:23

    Ein Mann will Schriftsteller werden. Mühsam ernährt er sich von kleinen Artikeln für Zeitungen. Der Hunger verstärkt und trübt die geistigen Fähigkeiten. (Klappentext) Es gibt nur wenige Bücher, die einen wirklich beeindrucken können. Sicher viele gefallen einem, man liest sie, ist begeistert und stellt sie ins Regal. Und dann sind da noch die kleinen Perlen, die immer wieder rausgezogen werden, in denen geblättert und hier und da gelesen wird und darüber die Zeit verfliegt, so dass man sich wundert, wie lange man am Regal gestanden hat. „Hunger“ von Hamsun ist so eine Perle. Es gibt nur wenige Bücher, die mich so begeistert haben und fast alle stehen in einer Linie wie „Ask the Dust“ von John Fante oder „Faktotum“ von Charles Bukowski. Allen ist gemein, dass ein junger Mensch versucht im sog. Literaturbetrieb Fuß zu fassen, sich jedoch nicht verbiegen lassen will und weit ab von dem was allgemein als Mainstream bezeichnet wird, seine spezielle Art von Literatur verfasst. Sie sind von sich überzeugt, hungern dafür und kratzen dabei fast ab. Es sind keine Personen, die Schreiben, weil es so toll ist und Spaß macht, sie müssen einfach ihre Gefühle und Gedanken in Worte fassen. Sie können nicht anders, würden sonst einfach nur durchdrehen. Der in Ich-Form erzählende namenlose Protagonist in „Hunger“ hat bereits eine Stelle, in der er Schreiben kann, einen Job bei der Zeitung. Doch seine Artikel stoßen auf wenig Gegenliebe und so bekommt er auch keine Kohle rein. Also hungert er und verzweifelt an sich. Ist einerseits voller Lebenslust und andererseits am Boden zerstört. So wandelt er durch die Straßen Kristianias voller Scham und Wahnsinn und versucht das Ersichtliche zu verbergen. Die Sprache Hamsuns hat etwas Eigenes. Manchmal kommt sie mir so naiv vor, nur um im nächsten Augenblick so treffend einen Zustand oder eine Sache zu beschreiben, dass ich aus dem Staunen nicht herauskomme. Ich weiß nicht wie „Hunger“ 1890 aufgenommen wurde, kann mir aber vorstellen, dass das Buch die Menschen gespaltet hat. Zu neu, eindringlich und auch schonungslos scheint mir die Sprache für die damalige Zeit. Aber das ist nur eine Vermutung. Und wenn man schon immer über die Genialität von Melvilles ersten Satz spricht, so darf man den Satz, der „Hunger“ einleitet, ebenso dazuzählen. Denn er nimmt vorweg, was letztendlich passieren wird. Großes Kopfkino von einem genialen Autor, der sich durch seine weitere Entwicklung im Alter bei mir jegliche Sympathien verspielte. Nichtsdestotrotz hat er, als er noch klar im Schädel war, geniale Bücher abgeliefert, von denen seine Erstveröffentlichung immer noch heraus sticht, auch wenn er 30 Jahre später mit einem anderen Buch den Literaturnobelpreis bekam.

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  • Rezension zu "Hunger" von Knut Hamsun

    Hunger
    Lumi

    Lumi

    16. September 2010 um 21:10

    Dass es sich bei Knut Hamsuns Werk "Hunger" um ein bedeutendes Buch handelt, darüber brauch man wohl nicht diskutieren. Doch leider muss ich zugeben, dass ich als (moderner) Leser den großen Erfolg dieses Buches nicht mehr nachvollziehen kann. Die Geschichte des Buches ist recht einfach: Ein Mann, der namenlos bleibt, im Allgemeinen aber gerne als "Hungerheld" bezeichnet wird irrt durch Christiania, das uns heute als Oslo bekannt ist. Er schreibt Artikel für Zeitungen, ist damit aber nicht sonderlich erfolgreich und leidet fast ständig Hunger. Der Roman schildert nun, wie es dem Hungerhelden aufgrund des immer übermächtiger werdenden Hungers immer schlechter geht, wie er langsam verrückt wird. Das mag damals äußerst modern gewesen sein, mir als heutigem Leser gibt es aber gar nichts mehr. Ich fand die Lektüre des Buches langweilig und für mich persönlich ziemlich überflüssig. Dabei habe ich nicht etwa ein generelles Problem mit Hamsun, im Gegenteil. Mit anderen Werken, die er geschrieben hat konnte ich mich durchaus anfreunden. Vielleicht ist "Hunger" ja auch einfach ein Beispiel dafür, dass Literatur eben nicht immer zeitlos ist. Oder eben, dass Geschmack etwas sehr subjektives ist.

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  • Rezension zu "Hunger" von Knut Hamsun

    Hunger
    damentennis

    damentennis

    03. September 2009 um 22:07

    neulich beschwerte ich mich ja über sätze wie "dies ist ein unglaublich kluges buch." nun aber bin ich gewillt, selber vergleichbaren und ähnlich unhaltbaren irrsinn zu schreiben. nämlich diesen hier: "dies ist ein sehr modernes buch". modern, soso, das soll es also sein, so die damentennissche behauptung. eine mutige behauptung! sagen die einen. welch öde einordnung! sagen wiederum die anderen. dritte sagen wieder anderes. aber mal was zum buch jetzt. das moderne an diesem buch ist natürlich sehr offenkundig, sonst hätte ich das ja nicht bemerkt. dass nämlich der autor eine "zerrissene person" ist. ach je, was ich hier so alles schreibe! als wäre ich im literaturetrieb. bin ich aber doch gar nicht. aber die figur, die ist sowas wie zerrissen. die kann sich nämlich nicht für eine position entscheiden und löst das problem dann, indem sie alle entscheidung zeitlich aufeinander folgen lässt, was zu großem chaos führt. heute funktioniert zwar ein großteil der gesellschaft exakt so, aber aufs individuum heruntergerechnet gibt das eben diese unschönen szenen. wenn man dem menschen das "ich" abspricht, wird er fuchsig. er braucht das, sonst hat er nichts mehr. der protagonist, das kann ich mal festhalten, steht sicher nicht mit "beiden beinen im leben" oder ähnliches, sondern steht dort eher gar nicht drin, im leben. er lebt halt, ohne zu stehen, er hat nämlich keinen standpunkt! oder viele standpunkte! ja, wahrscheinlich hat er sogar nur standpunkte! überhaupt nichts anderes als permanent standpunkte! das stelle man sich mal vor! das müsste strenggenommen sehr modern sein, denn auch heute oder heutzutage wäre es vollkommen zwangsläufig, entweder nur standpunkte zu haben oder eben keine standpunkte zu haben. an einer welt, die irgendwo dazwischen liegt, zu grunde zu gehen, ist also erwartbar. obwohl der protagonist dieses buches, der kein held ist, letztlich am hunger zu grunde geht. weshalb das buch auch "hunger" heißt und nicht "standpunkt". hamsun wusste das, darum hat er es aufgeschrieben. so und nicht anders. nicht so wie ich denke. so wie er denkt. eben,

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  • Rezension zu "Hunger" von Knut Hamsun

    Hunger
    Morgenröte

    Morgenröte

    21. August 2009 um 21:40

    Ein gutes Buch, aber kein Lesegenuß! Hamsun ist ein guter Beobachter und beschreibt detailliert. Der Autor schildert ausführlich die Gefühle und Gedanken des brotlosen Schriftstellers, der hin- und hergerissen ist zwischen dem Elend, in dem er lebt und seinem verbleibenden Stolz und seinen Moralvorstellungen. Die Lebensverhältnisse sind sicher authentisch und ausgezeichnet geschildert, aber es will trotzdem keine rechte Lesefreude aufkommen. Im Endeffekt erscheint dies zwar logisch, aber die Geschichte ist einfach nicht spannend. Den Protagonisten quälen ständig die selben Gedanken und es geschehen nur selten außergewöhnliche Ereignisse. Trotz alledem eine gute Gesellschaftsstudie über das schwierige Leben eines Künstlers am Ende des 19. Jahrhunderts.

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  • Rezension zu "Hunger" von Knut Hamsun

    Hunger
    Beagle

    Beagle

    03. August 2009 um 16:20

    Zwar muss ich sagen, dass ich das Buch inzwischen als Hörbuch gehört habe, bevor ich es lesen konnte, aber das tut dem Inhalt keinen Abbruch. Zweifelsohne ist Hamsuns Werk ein Klassiker der Weltliteratur, doch begeistern konnte er mich gerade wegen diesem Aspekt nicht. Ich fand den Textfluss eher zäh als anregend, musste mich durch die ansich gute Geschichte quälen. Dieser Tatsachenbericht allerdings war sehr interessant zu lesen.

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