Knut Hamsun Mysterien

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Inhaltsangabe zu „Mysterien“ von Knut Hamsun

Hamsuns vielleicht wichtigster Roman: In der kleinen norwegischen Hafenstadt war Johan Nilsen Nagel vom ersten Tag an eine exotische Figur. Er war gekommen und geblieben, niemand wusste, warum. Er trägt knallgelbe Anzüge und schickt sich selbst Telegramme. Aber nicht nur durch solche Äußerlichkeiten verblüfft er die Einheimischen: Er wirbt um eine nicht mehr junge Frau und verliebt sich gleichzeitig in die schöne Tochter des Pfarrers. (Quelle:'E-Buch Text/01.02.2014')
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  • Rezension zu "Mysterien" von Knut Hamsun

    Mysterien

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. March 2011 um 10:41

    In einer norwegischen Kleinstadt taucht ein Fremder auf. Er benimmt sich ungewöhnlich, trägt gelbe Anzüge, Gift und einen Geigenkasten mit sich herum. Er verliebt sich in eine junge verlobte Frau und bekommt eines Tages Besuch von einer Unbekannten. Es ist schier nicht zu verstehen, warum sich ein so begabter Schriftsteller wie Hamsun von den Nazis den Mumm aus den Knochen hat saugen lassen. Bevor das so war, schrieb er hervorragende Texte, die das Leben in Norwegen zum Thema hatte. So kann man sagen, dass er, überwiegend das ländliche, Leben um die Jahrhundertwende in Norwegen in seinen Texten konserviert hat. Seine Sprache ist nicht schwer oder unverständlich, eher einfach gehalten, aber trotzdem mit einer durchschlagenden Wirkung. Die Personen sind gut skizziert und zeigen die Moralvorstellungen der damaligen Zeit. Der Hauptdarsteller widersetzt sich diesen komplett und auch sein Umgang mit den Leuten ist für viele ein Mysterium. So arrangiert er sich mit dem Menschen, der dem Spott des ganzen Dorfes ausgesetzt ist und kümmert sich um eine Frau, die von niemanden beachtet wird. Desweiteren legt er sich ständig mit dem Arzt an, der ein politisch Liberaler ist und verletzt diesen durch polemische Reden. Zwischen den Zeilen kann man immer wieder ein wenig Spott gegenüber dem typischen Norweger erahnen, welcher allerdings nie ätzend oder verletztend ist. Im Nachwort von Walter Baumgartner geht dieser ausführlich und analytisch an den Roman heran und vermittelt dadurch noch andere Sichtweisen, die hier aber den Platz sprengen würden. Unbedingt empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Mysterien" von Knut Hamsun

    Mysterien

    damentennis

    08. July 2009 um 15:01

    ich habe mich genau informiert: das buch steht hier in 22 bibliotheken, hat eine durchschnittliche vier-sterne-wertung und es gibt eine rezension von outremer, die noch kein herzchen hat. mein ziel ist es nun, diesem buch hier bei lovelybooks zu größerer popularität zu verhelfen. wie das nachwort zu diesem buch zeigt, steht in diesem buch sehr viel drin. da kommt nämlich ein experte zu wort, der alles analysiert und beschreibt und erklärt, was man vielleicht in der großen lesefreude überlesen haben mag. menschen, die bücher verstehen wollen, sollten das nachwort gleich vorweg lesen, es schärft dann die aufmerksamkeit. allen anderen sei geraten, ganz traditionell bei seite eins zu beginnen. denn da nimmt das spektakel schon seinen lauf. es ist mir unbegreiflich, wie ein mensch ein buch von solcher betrachtungsweise schon vor über 100 jahren hat scheiben können. ansonsten ist mir immer verständlich, warum menschen etwas zu bestimmten zeitpunkten haben vollbringen können, z.b. pyramidenbau, hexenverbrennung, erfindung der glühbirne, wiedertäufer, regelreform in der formel 1 - all das löst bei mir keine verwunderung aus. knut hamsun schon. donnerwetter! johan nilsen nagel ist im grunde systemtheoretiker, der sich um das problem des "blinden flecks" einer jeden beobachtung sorgt, aber nicht theoretisch, sondern lebenspraktisch. das kann schon mal in den wahnsinn führen, wäre auch der nicht wiederum nicht adäquat beobachtbar. ein dilemma. nagel verfügt über gewaltigen humor und den drang, menschen zu überraschen und zu verwirren, damit ist er fast selber ein system für seine umwelt. dass er dazu noch gelbe anzüge trägt, macht das alles nur noch besser. es ist hier das aufeinandertreffen von kleinstadt und exzentriker, was aber zu keiner der beiden seiten aufgelöst werden kann, weil eben das große ganze, also die welt, in der das möglich und wahrscheinlich ist, thematisiert wird. ständig sagt nagel "hehe", weil das eben gesagt werden muss. und nimmt nagel mal einen standpunkt ein, setzt er gleich wieder alles daran, diesen standpunkt zu beobachten, was zwangsläufig zur auflösung des standpunktes führen muss. von der kontingenz kommt er nicht los, der liebe. in nachwort las ich dann mehr über die literarischen motive und die dramaturgie des autors in diesem feinen und sehr beeindruckenden buch. es interessierte mich aber nicht so recht, denn alles, was ich gelesen habe, war ohnehin zu gut, als dass es einer nachgeschobenen erklärung noch bedurft hätte.

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