Das Urteil über „Die Anderen“ ist schnell gefällt.
Das Urteil über „Die Anderen“ ist schnell gefällt. Die Anderen, die da, die hinter der Hecke wohnen, die sind halt anders. Das Duo Kobi Yamada als Autor und Charles Santoso als Illustrator fangen den Leser schnell ein und dröseln diese Situation optisch wie sprachlich sehr geschickt auf.
Es geht um zwei Jungs, die vor einer Hecke stehen. Der eine fällt sein vorschnelles Urteil über die anderen, während der andere anfängt zu hinterfragen, was denn so anders ist, an den Anderen. Die Hecke ist auch visuelles Trennelement in diesem Buch und trennt die Doppelseite. Dadurch wird optisch sehr eindrücklich gezeigt, dass die Jungs auf der einen Seite nicht sehen können, was auf der anderen Seite passiert.
Und so mutmaßt der eine, was denn wohl so alles anders sein könnte, was Santoso optisch sehr humorvoll in Szene setzt. Denn während ich bei den anderen Bilderbüchern dieses Duos gern geschrieben habe, dass sich diese eher an Erwachsene richten, so ist dieses Bilderbuch eindeutig in erster Linie an Kinder gerichtet.
Die Texte sind leicht verständlich und die Zeichnungen humorvoll umgesetzt, so dass auch für jüngere Kinder schnell erkennen, worum es in diesem Buch geht. In einer Welt, in der (gern über soziale Medien) sehr schnell andere Menschen vorverurteilt wird, auch wenn sie einem gänzlich unbekannt sind, so wird doch immer wieder vergessen, dass „Die Anderen“ auch Menschen sind. Und die Hecke ist nicht unüberwindbar und keine feste Trennung.
Fazit
Das Duo Yamada und Santoso zeigt sehr eindrücklich und für jedermann verständlich, dass Rassismus und Ausgrenzung für eine aufgeklärte Gesellschaft unangebracht und nicht akzeptabel sind. Und sie machen das auf eine sehr sympathische Art und Weise deutlich, die Kinder wie Erwachsene anspricht, weshalb dieses Buch in Zeit dominanter Autokraten und extremistischer Tendenzen so wichtig ist.