Kobo Abe

 4.3 Sterne bei 63 Bewertungen
Autor von Die Frau in den Dünen, Die Frau in den Dünen und weiteren Büchern.

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Die Frau in den Dünen

 (1)
Neu erschienen am 17.09.2018 als Taschenbuch bei Unionsverlag.

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Die Frau in den Dünen

Die Frau in den Dünen

 (23)
Erschienen am 01.01.1998
Die Frau in den Dünen

Die Frau in den Dünen

 (1)
Erschienen am 17.09.2018
Die Frau in den Dünen : Roman.

Die Frau in den Dünen : Roman.

 (1)
Erschienen am 01.01.1967
Das Gesicht des Anderen

Das Gesicht des Anderen

 (11)
Erschienen am 01.03.1999
Der verbrannte Stadtplan

Der verbrannte Stadtplan

 (5)
Erschienen am 01.02.1999
Die Känguruhhefte

Die Känguruhhefte

 (2)
Erschienen am 01.04.1998

Neue Rezensionen zu Kobo Abe

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Die Frau in den Dünen" von Kobo Abe

Haltlos im Untergrund
aus-erlesenvor 18 Tagen

Das kann doch alles nur ein Traum sein! Ein wilder Traum. Ein rauer Traum. Ein Albtraum. Überall nur Sand, Sand, Sand. Oben? Sand! Unter ihm? Sand! Ringsherum nur Sand. 
Was ist geschehen? Jumpei Niki frönt einem außergewöhnlichen Hobby. Der Lehrer sammelt Insekten. Sein höchstes Glück wäre es eine kleine Insektenart zu entdecken, die dann seinen Namen tragen wird. Im Hochsommer nimmt Jumpei Niki den Zug an die Küste. Bewaffnet mit einer Holzkiste für die zu erwartenden Schätze und einem Netz stapft er durch die Natur. Mit einem Mal steht er mitten in den Dünen. Die Suche kann beginnen. Er ist so sehr mit der verheißungsvollen Suche beschäftigt, dass er zu spät bemerkt, dass bereits die Nacht über ihn hereinbricht. Doch wo soll er in dieser gottverlassenen Gegend eine Heimstätte finden?
Pech bei der Insektensuche, Glück bei der Bettensuche. Gar nicht weit von seinem Suchgebiet erscheint vor ihm ein Dorf. Alle sind recht freundlich zu ihm und haben eine – wenn auch ungewöhnliche – Schlafstätte für ihn. Diese liegt in einem Sandloch. Ein Haus mit Wänden, ein Bett und eine rechtschaffende Wirtin – was will man mehr? Die Frau, der das Haus gehört, ist sehr fleißig. Das wird ihm sofort klar. Permanent schaufelt sie Sand aus dem Haus, der dann mit Eimer an Seilen aus dem Sandloch geholt wird. Jumpei Niki ist zu kaputt, um noch einen einzigen klaren Gedanken fassen zu können. 
Das ändert sich am nächsten Tag mit einem Schlag. Mit Sand in den Augen – nicht nur sinnbildlich – reckt er sich dem Sonnenlicht entgegen. Die Dame des Hauses reckt sich ihm auch entgegen. Unfreiwillig. Nur mit einem Tuch über dem Gesicht prankt ihr nackter Körper vor Jumpei Niki. Verstört, peinlich berührt, sucht er nach einem Ausweg. Doch die Leiter, die ihm am Vortag noch in den Schlund hinabklettern ließ, ist weg! Auch die inzwischen aufgewachte Frau ist ihm keine Hilfe. Sie lebt schon lange hier unten. Sand schaufeln, das ist ihr Lebenselixier. Ihre Arbeit. Ihre Strafe? Wofür? 
Jumpei Niki hegt nur noch Fluchtgedanken. Raus aus der Sandhölle. Doch wie? Raufklettern und die Beine in die Hand nehmen? Viel später wird ihm klar, dass die Flucht mit dem Entkommen aus dem Loch noch lange nicht zu Ende ist…
Kobo Abe lässt Jumpei Niki am Ende des Buches für verschollen erklären. Er entwurzelt ihn auf jede erdenkliche Weise. Was einmal wichtig war, scheint im Sand, in der feuchten Luft des Sandloches irrelevant. Was macht Einsamkeit aus einem Menschen? Wird er zum Tier oder zum Gespött? Jumpei Niki erfährt die Hölle auf Erden (beinahe unter der Erde) und wird nicht müde zu kämpfen. Nur das Ziel hat sich verändert…

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pizzaloewes avatar

Rezension zu "Die Frau in den Dünen" von Kobo Abe

Rezension zu "Die Frau in den Dünen" von Kobo Abe
pizzaloewevor 7 Jahren

Abe's bizarre Geschichte von dem Lehrer, der während eines Urlaubs in ein Dünen-Dorf gelangt, wo er gefangen gehalten wird, um der scheinbar hoffnungs- und sinnlosen Zwangsarbeit des Sandschippens nachzugehen, ist erheiternd geschreiben, vermittelt aber ganz viel Ernstes über den Sinn des Lebens. Synonym für die Einstellung zum Dasein ist sein Vergleich mit der Hin- und Rückfahrkarte, die jeder Mensch gebucht hat. Die Rastlosigkeit, mit der er seine Fluchtversuche plant, wandelt sich zum Ende hin zur Ausdauer und Akzeptanz dessen, was sein Los geworden ist. Abe's Arbeit, die in diesem Fall nah an Kafka angelehnt ist, vermittelt seine Botschaft aber im Gegensatz dazu mit einer gewissen Leichtigkeit und Ironie, die zumindest Kafkas "Verwandlung" fehlt. Insofern ist Abe's Werk alle Preise wert, die er für dieses Buch bekommen hat.

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suse9s avatar

Rezension zu "Die Frau in den Dünen" von Kobo Abe

Rezension zu "Die Frau in den Dünen" von Kobo Abe
suse9vor 8 Jahren

Von diesem Buch hatte ich noch nichts gehört, und als man es mir zum Lesen in die Hand drückte, wusste ich weder, welche Handlung mich erwartete noch dass es sich um einen Klassiker handelte.

Bereits nach den ersten paar Seiten schloss mich die bedrückende Stimmung des Romans ein. Ein Mann macht sich auf, um in den Dünen eine unbekannte Spezies zu entdecken. Er vergisst die Zeit und beschließt, im Dorf zu übernachten. Freundlich quartieren ihn die Bewohner bei einer Frau ein, die in einem Sandloch wohnt. Was er noch nicht weiß und lange, nachdem ihn erste Zweifel beschleichen, zu verdrängen versucht, die Frau braucht Hilfe im Kampf gegen den Sand, und er ist als geeigneter Kandidat ausgewählt worden.

Dieses Buch ist wirklich kein einfaches. Das liegt nicht am Schreibstil. Dieser ist flüssig und gut zu verstehen. Aber das Szenario, dass Abe hier entwickelt hat, ist unglaublich. Die Verzweiflung, Angst und Resignation sind so gut beschrieben, dass man beim Lesen förmlich den Sand auf der Haut spürt und die Anstrengung riechen kann. Ständig ist man auf der Suche nach einer Lösung, einer Erlösung. Aber man rutscht immer wieder mit ab. Die Dramatik ist unwahrscheinlich dicht und lässt den Leser teilweise den Atem anhalten. Ich kann nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe oder so interpretiere, wie der Autor es meinte. Trotzdem hat mich „Die Frau in den Dünen“ tief bewegt und ich empfehle es gerne weiter. Für labile Menschen ist der Roman nicht unbedingt geeignet, da man schon über eine gewisse Kraft verfügen sollte, die man dem Sand entgegensetzen kann.

Obwohl das Buch sicher 5 Sterne verdient hätte, vergebe ich nur 4, da ich mir nicht sicher bin, ob ich es ein zweites Mal schaffen würde, den Kampf gegen den Sand aufzunehmen.

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