Kobo Abe

 4.2 Sterne bei 68 Bewertungen
Autor von Die Frau in den Dünen, Die Frau in den Dünen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Kobo Abe

Kobo Abe, geboren 1924 in Tokio, war ein japanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. 1951 erhielt er für Das Verbrechen des Herrn S. Karuma den Akutagawa-Preis, den bedeutendsten Literaturpreis Japans. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1962 mit Die Frau in den Dünen, wofür Abe mit dem Yomiuri-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 1964 folgte die Verfilmung des Romans, zu der Abe selbst das Drehbuch schrieb. Er war Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters. Er starb 1993 in Tokio.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Kobo Abe

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Cover des Buches Die Frau in den Dünen (ISBN:9783821801797)

Die Frau in den Dünen

 (24)
Erschienen am 01.01.1998
Cover des Buches Die Frau in den Dünen (ISBN:9783293208094)

Die Frau in den Dünen

 (5)
Erschienen am 17.09.2018
Cover des Buches Die Frau in den Dünen : Roman. (ISBN:B0043MUNC6)

Die Frau in den Dünen : Roman.

 (1)
Erschienen am 01.01.1967
Cover des Buches Die Frau in den Dünen (ISBN:9783952329603)

Die Frau in den Dünen

 (11)
Erschienen am 01.08.2007
Cover des Buches Das Gesicht des Anderen (ISBN:9783821801148)

Das Gesicht des Anderen

 (11)
Erschienen am 01.03.1999
Cover des Buches Der verbrannte Stadtplan (ISBN:9783821802923)

Der verbrannte Stadtplan

 (5)
Erschienen am 01.02.1999

Neue Rezensionen zu Kobo Abe

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Rezension zu "Die Frau in den Dünen" von Kobo Abe

Expressionistisch, kafkaesk und weniger japanisch als erwartet
Knigaljubvor 3 Monaten

Mit dem 1962 erschienenen Roman "Die Frau in den Dünen" gelang dem japanischen Autor Kobo Abe der internationale Durchbruch.
Die Geschichte handelt von einem Käfer sammelnden Lehrer, der spontan eine Nacht in einem Haus übernachten muss, das sich in einem Sandloch befindet und nur über eine Strickleiter erreichbar ist.
Nicht nur der Protagonist bleibt (in der Haupterzählung) namenlos, sondern auch die Frau, auf die er im Haus trifft, sowie die Dorfbewohner, von denen die Frau über einen Seilzug versorgt wird. Lediglich durch die der Haupterzählung vorangestellte Vermisstenanzeige, durch die bereits die Hoffnung auf eine glückliche Heimkehr des Protagonisten zum Platzen gebracht wird, kennt der Leser den Namen des verschwundenen Mannes.
Durch diese Namenlosigkeit der Personen und auch des Handlungsortes ist das Buch nicht auf Japan festgelegt, sondern universal lesbar und scheint eher allgemeine Probleme des Menschen zu behandeln.

Nachdem die Strickleiter weg ist, sind der Mann und die Frau vollkommen abhängig von dem, was ihnen geliefert wird. Wie der Mann damit umgeht und ob er irgendwann entgegen der anfangs erzeugten Erwartung wieder frei kommt, sind zentrale Fragen, die einen beim Lesen vorantreiben (und auch über kleinere Längen im Mittelteil hinwegkommen lassen). Zudem stellt sich die Frage, worauf dieser Roman eine Allegorie ist, denn nicht nur die Entwicklung des Mannes, sondern auch das rätselhafte Verhalten der anderen Personen sowie die absurde und wechselhafte Beziehung zwischen dem Mann und der Frau lassen viel Raum für Spekulation und Interpretation.

Unheimlich genau beschreibt Abe das sandige Schicksal, sodass man als Leser gefühlt fast mit versandet, und spart auch keine expressionistisch anmutenden, unschönen Details aus - etwa, wenn wir erfahren, welche körperlichen Verfallserscheinungen durch den Sand hervorgerufen werden.

Fazit:
"Die Frau in den Dünen" ist ein echt abgefahrenes Buch, das sich mit all seiner Merkwürdigkeit sicher im Gedächtnis verhaftet. Wer gerne auch mal ein die Grenzen der Logik missachtendes Buch mit merkwürdig agierendem Personal liest, ist mit diesem japanischen Klassiker sicherlich gut beraten. Vor allem für Kafka-Fans empfehlenswert.

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Rezension zu "Die Frau in den Dünen" von Kobo Abe

Die Herrschaft des Sandes - fernab von Urlaubsträumen am Strand
Zen-Colavor 7 Monaten

Kobo Abe gilt als der japanische Kafka und darüber hinaus als Meister des Absurd-Grotesken. Ich kann nicht behaupten, ein wahrer Kafka-Kenner zu sein; das jedoch, was ich von ihm kenne, deckt sich mit der Aussage: da ist dieses unwirkliche Szenario, dieses Sisyphosartige und dazu diese nicht greifbare Bedrohung.

Im Roman »Die Frau in den Dünen« bricht ein etwas zurückgezogen lebender Lehrer auf an die Küste, um sich seiner Leidenschaft zu widmen: dem Sammeln von Insekten. Näher: Er verfolgt eine Spur und möchte dort eine bisher unbekannte Käferart finden, von der ihm wahrscheinlich bereits ein Exemplar begegnet ist und die vorzugsweise im Sand leben soll. Während er seinem Treiben nachgeht, vergisst er die Zeit, sodass er im nahegelegenen Dorf ein Nachtlager erbeten muss. Dieses Dorf ist jedoch etwas seltsam: alle Häuser befinden sich am Boden riesiger Sandlöcher, in die pausenlos der Sand wieder hinein rinnt. Er kommt bei einer etwa gleichaltrigen Frau unter. Als er am Morgen aufbrechen will, ist die Strickleiter verschwunden – und er ist ein Gefangener, der unablässig gegen den Sand ankämpfen muss.

Ich habe diesen Roman regelrecht verschlungen, auch wenn sich die Handlung theoretisch recht schnell zusammenfassen ließe. Die Sprache ist ansprechend, aber jederzeit gut lesbar. Der Protagonist kam mir manchmal vor, was seine Monologe und Gesprächsanteile angeht, als sei er einem Dostojewski-Roman entschlüpft (wird auch als Inspiration des Autors angegeben). Das, was einen als Leser aber stets begleitet, ist der Sand. Die Philosophie des Sandes, die Allgegenwärtigkeit des Sandes, die Kraft des Sandes. Sand – er vermittelt einem hier jedoch nicht das Gefühl, das Sand vermittelt, wenn man sich entspannt auf seinem Badehandtuch rekelt, sondern eher das, wenn man sich mit sandigen Füßen auf dem Rückweg in Schuhe zwängt und dieser die komplette Haut aufscheuert. Nach der Lektüre hatte ich jedenfalls wenig Lust auf einen Kurztrip zum Strand. Aber dafür Lust auf mehr Bücher des Autors.

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Rezension zu "Die Frau in den Dünen" von Kobo Abe

Haltlos im Untergrund
aus-erlesenvor einem Jahr

Das kann doch alles nur ein Traum sein! Ein wilder Traum. Ein rauer Traum. Ein Albtraum. Überall nur Sand, Sand, Sand. Oben? Sand! Unter ihm? Sand! Ringsherum nur Sand. 
Was ist geschehen? Jumpei Niki frönt einem außergewöhnlichen Hobby. Der Lehrer sammelt Insekten. Sein höchstes Glück wäre es eine kleine Insektenart zu entdecken, die dann seinen Namen tragen wird. Im Hochsommer nimmt Jumpei Niki den Zug an die Küste. Bewaffnet mit einer Holzkiste für die zu erwartenden Schätze und einem Netz stapft er durch die Natur. Mit einem Mal steht er mitten in den Dünen. Die Suche kann beginnen. Er ist so sehr mit der verheißungsvollen Suche beschäftigt, dass er zu spät bemerkt, dass bereits die Nacht über ihn hereinbricht. Doch wo soll er in dieser gottverlassenen Gegend eine Heimstätte finden?
Pech bei der Insektensuche, Glück bei der Bettensuche. Gar nicht weit von seinem Suchgebiet erscheint vor ihm ein Dorf. Alle sind recht freundlich zu ihm und haben eine – wenn auch ungewöhnliche – Schlafstätte für ihn. Diese liegt in einem Sandloch. Ein Haus mit Wänden, ein Bett und eine rechtschaffende Wirtin – was will man mehr? Die Frau, der das Haus gehört, ist sehr fleißig. Das wird ihm sofort klar. Permanent schaufelt sie Sand aus dem Haus, der dann mit Eimer an Seilen aus dem Sandloch geholt wird. Jumpei Niki ist zu kaputt, um noch einen einzigen klaren Gedanken fassen zu können. 
Das ändert sich am nächsten Tag mit einem Schlag. Mit Sand in den Augen – nicht nur sinnbildlich – reckt er sich dem Sonnenlicht entgegen. Die Dame des Hauses reckt sich ihm auch entgegen. Unfreiwillig. Nur mit einem Tuch über dem Gesicht prankt ihr nackter Körper vor Jumpei Niki. Verstört, peinlich berührt, sucht er nach einem Ausweg. Doch die Leiter, die ihm am Vortag noch in den Schlund hinabklettern ließ, ist weg! Auch die inzwischen aufgewachte Frau ist ihm keine Hilfe. Sie lebt schon lange hier unten. Sand schaufeln, das ist ihr Lebenselixier. Ihre Arbeit. Ihre Strafe? Wofür? 
Jumpei Niki hegt nur noch Fluchtgedanken. Raus aus der Sandhölle. Doch wie? Raufklettern und die Beine in die Hand nehmen? Viel später wird ihm klar, dass die Flucht mit dem Entkommen aus dem Loch noch lange nicht zu Ende ist…
Kobo Abe lässt Jumpei Niki am Ende des Buches für verschollen erklären. Er entwurzelt ihn auf jede erdenkliche Weise. Was einmal wichtig war, scheint im Sand, in der feuchten Luft des Sandloches irrelevant. Was macht Einsamkeit aus einem Menschen? Wird er zum Tier oder zum Gespött? Jumpei Niki erfährt die Hölle auf Erden (beinahe unter der Erde) und wird nicht müde zu kämpfen. Nur das Ziel hat sich verändert…

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Die Frau in den Dünen (ISBN:undefined)
Herzlich willkommen zu einer weiteren Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

Für den Juli haben wir uns einen Klassiker aus Japan ausgesucht: "Die Frau in den Dünen" von Kobo Abe.

Klappentext:
In den Sanddünen vor einem abgelegenen Dorf frönt Niki Jumpei seiner einzigen Leidenschaft: der Suche nach unentdeckten Insektenarten. Als die Nacht hereinbricht, bieten ihm die Dorfbewohner ein Nachtquartier an – sie seilen ihn in die Tiefen eines Sandlochs hinab, zu einer einzelnen Hütte. Dort empfängt ihn eine junge Frau in geheimnisvoller Erwartung. Die ganze Nacht über bleibt sie auf und schaufelt das Haus frei. Als der Mann am nächsten Tag aufbrechen will, ist die Strickleiter verschwunden. Und durch alle Ritzen der Hütte dringt unablässig der Sand.

Die Leserunde beginnt am 1.7. und wir freuen uns über jeden, der mit uns lesen möchte!


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