Rezension zu "Grundbach II: Die Geschichte einer bayerischen Bauernfamilie - Zweiter Teil" von Konrad Krumbachner
PMelittaMKonrad Krumbachner erzählt die Geschichte der Familie Grundbacher, einer Bauernfamilie in Oberbayern, die auf der Geschichte seiner eigenen Familie basiert, weiter. Der zweite Band erzählt, was zwischen den beiden Weltkriegen passiert.
Nachdem mich Band 1 sehr berührt hat, freute ich mich darauf, die schon bekannten Charaktere wiederzutreffen, und neue kennenzulernen. In den zwanzig Jahren, die im Buch vergehen, passiert allerhand, und nicht nur Gutes, was auch mit am Geschehen in Deutschland, dem Aufstieg des Nationalsozialismus liegt. Manchmal hatte ich dabei das ungute Gefühl, fast aktuelles Geschehen zu erleben. So ist der Roman auch ein Zeugnis des „Nie wieder“.
Die Familie Grundbacher wächst und gedeiht, Simon, den man bereits aus dem ersten Band kennt, und seine Frau Anna bekommen weitere Kinder, deren Entwicklung, vor allem die der älteren, man miterlebt. Aber der Roman beschränkt sich nicht nur auf die Familie, zu der immer auch die Mägde und Knechte gehören, sondern auch auf die Umgebung, so erfährt man einiges über den Lehrer Blank und andere Bewohner:innen.
Aber auch sonst ändert sich manches, Technik hält Einzug in den Ort und die Höfe, Strom, Autos, Traktoren, Telefone, auch wenn es für manchen fast eine Überwindung ist, sich der modernen Zeit anzupassen. Ich mag es, neben der Geschichte der Menschen auch den gesellschaftlichen, sozialen und technischen Hintergrund zu erfahren, ein umfängliches Bild des damaligen Lebens zu bekommen. Alleine deswegen ist diese Reihe unbedingt lesenswert.
Erzählt wird sehr eindringlich, ich habe direkt wieder einen Zugang zu den Charakteren gefunden, mehr noch, ich konnte erneut sehr stark mit ihnen mitfühlen, und habe manche Träne geweint, mich aber auch mit ihnen gefreut. Die Atmosphäre jener Zeit in einem kleinen bayerischen Ort, auf den Höfen, aber auch in den Städten, die besucht werden, kann man fühlen.
Im Sinne der Authentizität, und das habe ich auch so empfunden, sind die meisten Dialoge in einem leichten bayerischen Dialekt geschrieben, auch damals gebräuchliche Begriffe werden verwendet, der Autor geht in seinem Vorwort kurz darauf ein. Da ich selbst aus Süddeutschland stamme, hat mich der Dialekt nicht gestört, ich denke, dass auch jene, die den Dialekt nicht kennen, aus dem Kontext oder nachfolgenden Ausführungen des Autors auch die Dialoge ausreichend verstehen können.
Konrad Krumbachners Geschichte einer bayerischen Bauernfamilie hat mich auch in diesem zweiten Band emotional sehr gepackt. Der Autor hat die Atmosphäre von Ort und Zeit gut eingefangen und mir die Menschen und ihr Leben nahe gebracht. Sehr gerne empfehle ich auch diesen Band der Reihe uneingeschränkt weiter, und freue mich schon sehr auf den nächsten Band.
















