Konrad Lorenz Die Rückseite des Spiegels

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Inhaltsangabe zu „Die Rückseite des Spiegels“ von Konrad Lorenz

Konrad Lorenz stellt hier nicht nur die komplexe Funktionsweise der menschlichen Erkenntnisfähigkeit dar, sondern er geht einen entscheidenden Schritt weiter: Ist der Unterschied zwischen menschlicher und tierischer Erkenntnis tatsächlich so gravierend? (Quelle:'Flexibler Einband/01.09.1996')

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  • Grundlagenbuch um menschliches Denken in Begriffe zu fassen

    Die Rückseite des Spiegels

    Giuse

    23. April 2014 um 19:01

    Konrad Lorenz wird verkannt, weil er sich dem Nationalsozialismus angepasst hat. Von Grund auf ein introvertierter Denktyp, hat ihm das Rüstzeug gefehlt, die Realität des nationalsozialistischen Alltags als tatsächliche Katastrophe zu dokumentieren. Er hat sich angepasst und in Studien zur Vehaltensforschung vergraben, hat sich eingeschleimt. Es ist schwer, Menschen zu verurteilen und gleichzeitig objektiv zu bleiben gegenüber dem, was sie geschrieben haben. Meist kennt man die Umstände nicht vollständig oder kommt aus einem anderen Reagenzglas, wo andere Verhältnisse herrschen. Wie auch das Missverständnis Nietsche, im umgekehrten Sinne. Vor Nietsche fürchtet man sich, weil er missverstanden werden kann. Vor Lorenz fürchtet man sich, weil man nicht weiss, wo seine Erkenntnisse missbraucht werden können, wo er selbst korrumpiert worden sein könnte. In diesem Buch versucht Konrad Lorenz das Denken des Menschen als Fähigkeit des Menschen zu erklären, der mit seinem Rezeptionsapparat (Augen, Nase, Ohren, Hirn, Beine, Magen, Haut, etc.) seine Umwelt als individuellen Eindruck wahrnimmt und fähig ist, sich individuell in einem Verhalten auszudrücken. Er leitet Verhaltensweisen aus dem Tierreich ab und erklärt den Unterschied, bzw. die Weiterentwicklung im Verhalten des Menschen. Seine Haupttheorie zu dieser Unterscheidung zwischen Tier und Mensch beruht auf der Hypothese der 'Fulguration', des Zusammenschlusses aller oder zufällig zusammenwirkender Eigenschaften und Kräfte des Menschen zu einem Event der 'Fulguration', des Verschmelzens aller dieser Kräfte zu einem neuen Bewusstsein. Dieses neue Bewusstsein erleuchtet dem Menschen und 'bringt ihn weiter'. Lorenz stellt die Behauptung auf, das (menschliche) Bewusstsein sei aus einer solchen Verschmelzung entstanden. Für mich sind diese Rahmentheorien lesenswert, zumindest heuristisch nachvollziehbar. Sie beeinträchtigen auch nicht seinen evolutionstheoretischen Ansatz, den Menschen begreifen zu wollen. Er spricht über konservativ - progressiv und gibt eine in sich schlüssige Erklärung. Er leitet etliche Stränge sozialer Moral von urtümlichen Verhaltensweisen im Tierreich her. Er schafft Begriffe, eine strukturelle Ebene, auf welcher man sich auch über Jahrzente hinaus sicher bewegen kann. Den Konrad Lorenz sehe ich geschichtlich nach Nietzsche und Darwin, vor Alfred Adler, kongruent mit der heutigen Quantentheorie und deren Übersetzung in die Hirnforschung. Richtiges Buch zur richtigen Zeit, ohne es wäre mein Leben anders verlaufen.

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