Konrad O. Bernheimer

 2.8 Sterne bei 4 Bewertungen

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Konrad O. BernheimerNarwalzahn und Alte Meister
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Narwalzahn und Alte Meister
Narwalzahn und Alte Meister
 (3)
Erschienen am 11.09.2013
Konrad O. BernheimerNarwalzahn und alte Meister: Aus dem Leben einer Kunsthändler-Dynastie
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Narwalzahn und alte Meister: Aus dem Leben einer Kunsthändler-Dynastie
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Narwalzahn und Alte Meister
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 (0)
Erschienen am 12.10.2015

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anushkas avatar

Rezension zu "Narwalzahn und Alte Meister" von Konrad O. Bernheimer

Wer ist eigentlich die Zielgruppe?
anushkavor 5 Jahren

Das Unternehmen Bernheimer kann auf eine 150-jährige bewegte Geschichte zurückblicken. Konrad Bernheimer hat diese Geschichte nun niedergeschrieben, wie der Ururgroßvater 1864 das Unternehmen als Textilgeschäft gründete und jede Generation Bernheimer dem Unternehmen seinen eigenen, immer im Kunsthandel angesiedelten Stempel aufdrückte. Als Bürger jüdischer Herkunft hatten die Bernheimers dabei auch unter den Nazis zu leiden. Die Geschichte des Unternehmens und der Familie, aber auch Einblicke in den Handel mit Antiquitäten und Gemälden und die Arbeit von Kunsthändlern und Auktionatoren präsentiert der Verfasser hier.

Ich bin hin- und hergerissen, wie ich dieses Buch bewerten soll. Der Teil der Familiengeschichte hat mir sehr gut gefallen, die Abschnitte danach zogen sich jedoch und waren überladen mit unnötigen Nichtigkeiten und Namen von Personen, die für die Anekdoten und Erklärungen letztlich oft irrelevant waren. Manchmal wirkte dieses Buch auf mich wie ein weiterer Katalog, nur dass dieser die Privat- und Geschäftskontakte dokumentierte. Es kommt auch sicherlich nicht von ungefähr, dass dieses Buch pünktlich zum 150-jährigen Jubiläum des Unternehmens erscheint.

Im Abschnitt zur Familiengeschichte wirkte das Buch wesentlich persönlicher und machte mir den Verfasser sympathisch. Die Familie hat in der Bestehensgeschichte einiges durchgemacht und auch wenn die Familie an sich im Nationalsozialismus eigentlich noch Glück hatte (Aussage des Verfassers selbst), so hat das Erlebte zumindest bei einem doch unauslöschbare Spuren hinterlassen.

Die Frage, die sich mir am drängendsten stellt, ist die nach der Zielgruppe. Sollen Kunstkenner und -studenten angesprochen werden? Oder eher die breite Masse? Für die breite Masse wäre es hilfreich gewesen, zu den einzelnen Gegenständen mehr Erläuterungen zu liefern, beispielsweise zu den unterschiedlichen Porzellanarten. Auch einige Hintergründe zu den verschiedenen Künstlern wären interessant gewesen, statt sie oft einfach nur zu erwähnen. Ich könnte mir vorstellen, dass meine Großmutter als Kunstinteressierte auch Interesse an diesem Buch haben könnte. Allerdings kann sie kein Englisch und dieses Buch ist unnötigerweise immer wieder mit englischen Sätzen gespickt, deren Originalsprache unnötig ist, da sie keine Sprachwitze oder sonstiges sprachenspezifisches enthalten. Auf die Dauer war diese Vermischung anstrengend (obwohl ich selbst gut Englisch kann). Negativ aufgefallen ist mir auch, dass der Verfasser von der Umstrukturierung seines Unternehmens berichtet, dabei die menschliche Seite jedoch völlig außen vor lässt. Wie viele Mitarbeiter hatte das Unternehmen vorher und danach? Mussten Leute entlassen werden? Letztlich ist diese Geschichte die eines Unternehmers. Auch die Selbstverständlichkeit, mit der von großen Geldbeträgen berichtet wird, kann immer wieder einmal unangenehm aufstoßen (mein Schloss in Bayern, meine Wohnung in München, meine Wohnung in London; und alles natürlich mit teuren Kunstwerken so voll, dass man kaum weiß, wo man noch etwas hinhängen sollte, damit es auch angemessen wirken kann; wohl dem, der sich mit solchen Problemen plagen muss).

Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Qualität des Buches in den unterschiedlichen Abschnitten schwankt. Die Familiengeschichte konnte bewegen und Mitgefühl wecken und auch die ein oder andere Beschreibung hat das Interesse an Kunst (neu) entfacht. Die einzelnen Anekdoten hätten jedoch stärker in den Mittelpunkt gerückt werden können. Dafür interessiert mich als Leser nicht, wer bei welcher Auktion (namentlich) wo gesessen hat, wer welchen Wein von welchem befreundeten Winzer getrunken und wer mit wem für welches Bild  zusammengelegt hat. Bei der Erwähnung von Cranach, Holbein oder Rubens wären ein paar Bilder schön gewesen (aber wahrscheinlich aus lizenzrechtlichen Gründen nicht möglich). Insgesamt konnte mich das Buch als Nicht-Kunstkennerin und Nicht-Kunststudentin in einzelnen Abschnitten abholen, in anderen aber nicht überzeugen.

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Narwalzahn und Alte Meister" von Konrad O. Bernheimer

'Wer kann schon genau sagen, was exakte historische Wahrheit ist und was Erinnerungen [...]'
sabatayn76vor 5 Jahren

'Wer kann schon genau sagen, was exakte historische Wahrheit ist und was Erinnerungen, an die man selbst glaubt?'


Inhalt:

Konrad Bernheimer hat sich vorgenommen, die Geschichte seiner Familie niederzuschreiben und erzählt in 'Narwalzahn und Alte Meister' von der Kunsthändlerdynastie der Bernheimers 'von den Anfängen des Urgroßvaters in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute'. Er berichtet von der Gründerzeit, von der Weimarer Republik, vom Dritten Reich und von der Neuzeit, geht näher auf Antisemitismus, Emigration, den Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg und sein eigenes Leben und seine Familie ein.


Mein Eindruck:

Ich habe mich bisher nicht mit Kunsthändlern im Allgemeinen oder der Familie Bernheimer im Speziellen beschäftigt, interessiere mich aber für deutsche Geschichte der vorletzten Jahrhundertwende bis zum Ende des zweiten Weltkrieges.

Aufgrund meiner eigenen Interessen hat mir der erste Teil des Buches inhaltlich recht gut gefallen, die nachfolgenden Teile empfand ich oft als zu repetitiv und teilweise zu langatmig und belanglos.

Insgesamt liest sich das Buch sehr schnell, ist einfach und verständlich geschrieben. Die Abbildungen sind leider in s/w, helfen aber dennoch dabei, sich die Ereignisse und die Lebensverhältnisse besser vorstellen zu können. Der Familienstammbaum auf dem Vor- und dem Nachsatz ist ganz nett, man braucht ihn allerdings nicht unbedingt zum Verständnis und zur Einordnung, wer wer ist.

Neben der Belanglosigkeit vieler 'Ereignisse' und 'Erlebnisse' (wann die Großtante Besuch empfängt, welchen Wein Konrad Bernheimer wann öffnet, detailgenaue Beschreibungen von Auktionen, Objekten und Geschäftsabschlüssen etc.) empfand ich die joviale und selbstgefällige Art des Autors oft als störend. Die englischen Phrasen, die man im Buch immer wieder findet, fand ich unnötig und nervig, nicht weil ich sie nicht verstanden habe, sondern weil ich ein solches Schreiben zu affektiert und zu aufgesetzt finde.

Falls der Lektor, der Autor oder jemand vom Verlag mitliest: sowohl die Stadt Isfahan als auch der gleichnamige Teppich werden nicht 'Isphahan' geschrieben (ist im Buch durchgängig falsch).


Mein Resümee:

Anfangs noch ganz spannend, später oft sehr belanglos. 'Narwalzahn und Alte Meister' hat mich weder für Kunsthandel begeistern können noch mir die Familie Bernheimer nahe gebracht.

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Ritjas avatar

Rezension zu "Narwalzahn und alte Meister: Aus dem Leben einer Kunsthändler-Dynastie" von Konrad O. Bernheimer

Interessante Familiengeschichte
Ritjavor 5 Jahren

Als ich den Titel des Buches gelesen hatte, nahm ich an, dass es sich hier um eine "schwierige Kost" handeln wird. Es ist jedoch eine Biografie, die man gern mal liest, um einen kleinen Einblick in die Kunstszene, den Kunsthandel und vorallem in die Familie Bernheimer zu erhalten. Das Buch startet mit dem Stammbaum der Familie und schon dort fällt auf, wie groß und verzweigt sie ist. Konrad Bernheimer erzählt aus seinem Leben, von seinen Erinnerungen an den Papa Otto (eigentlich sein Großvater), an den leiblichen Vater (den er kaum erlebt hat) und von den schrecklichen Erlebnissen der Familie Bernheimer während der NS-Zeit. Leider beschreibt er genau diese Zeit recht kurz und widmet sich dafür mehr der heutigen Zeit. Ich hätte gern mehr über die Verhältnisse und Zustände im Kunsthandel und der Familie während der NS-Zeit erfahren, ebenso die Zeit in Venezuela kommt hier (aus meiner Sicht) zu kurz. Interessant fand ich dagegen, wie Auktionen vorbereitet und durchgeführt werden. Auch die Entwicklung der Familie Bernheimer vom Antiquariat zum Kunsthändler fand ich spannend. Wie jede Generation etwas Neues geschaffen hat und trotzdem einen Teil der Traditionen beibehielt. Die Lebens- bzw. Leidensumstände seines Vaters fand ich ebenso bewegend wie ich die Kraft und den Mut seiner Mutter bewunderte. Jedoch seine Einschübe zu bestimmten Personen oder Ereignissen waren manchmal etwas irritierend. Man erhielt dadurch den Eindruck, dass es etwas durcheinander ging.

Der Schreibstil ist sehr gut, so dass man sich gut in die Geschichte einfühlen kann. Das Buch ist interessant, informativ und lesenswert. Die Bilder unterstrichen noch einmal das Geschriebene, denn nicht immer konnte ich mir die einzelnen Räumlichkeiten, Kunstgegenstände oder Personen so klar vorstellen. Wer gern Geschichten aus dem Leben liest und dazu noch etwas an Kunst interessiert ist, kann hier eine gute Unterhaltung finden.

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