Konstantin Richter Bettermann

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Inhaltsangabe zu „Bettermann“ von Konstantin Richter

Eigentlich ist der Job als Finanzreporter das Beste, was ihm passieren konnte. Was hätte Alex mit seinem Studium anfangen sollen? Eine Doktorarbeit über Stifters Spätwerk? Nun verdient er seine Brötchen in der Wirtschaft, schreibt über die »Globalisierung der Deutschland AG«. Als von Übernahmegerüchten bei der traditionsreichen Kanzlei Bettermann & Partner die Rede ist, fasst Alex einen Plan. Henrik Bettermann ist ein Freund seiner Mutter, ein belesener Mann, den er einst bewunderte. Jetzt macht er ihn zum Musterbeispiel einer aussterbenden Art Mensch. Doch unversehens gerät die berufliche Recherche zu einer turbulenten Selbstsuche. Im Rückblick auf einen Werdegang, den er sich so nie gewünscht hat, schlägt Alex einen Bogen von einer verträumten Jugend hin zu der knallharten Realität einer Berufswelt, in der das Ideal von der Karriere als Selbstverwirklichung keinen Bestand mehr hat. Präzise erfasst Konstantin Richter die Befindlichkeit einer Generation, für die der Berufseinstieg allzu oft das Ende ihrer Ideale bedeutet.

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  • Rezension zu "Bettermann" von Konstantin Richter

    Bettermann

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. August 2009 um 12:19

    Wenn dann das Leben ruft > Alexander möchte nach seinem Germanistikstudium keine Promotion machen, er entscheidet sich lieber für eine Karriere, die Aussichten mit sich bringt: Alex wird Finanzjournalist. Denn man promoviert ja sowieso „[ü]ber ein Thema, das nie behandelt worden ist, weil es keinen interessiert.“ Diese lebensnahe Abberufung jedweder Verklärung eines Geisteswissenschaftlers, der aufgrund finanzieller Nöte ins ‚wahre‘ Leben gestürzt wird, ist hier schon deutlich erkennbar. „Ich hatte Glück: Die Firma suchte Deutsche, die ein fehlerfreies Englisch schreiben.“ Das ist Alexanders Eintritt in eine internationale Finanznachrichtenagentur mit Sitz in Frankfurt, in der noch drei andere, recht skurrile Figuren arbeiten: Shakespeare, Monkeyboy, Curry („Ein Haufen Angelsachsen und ich. Alle männlich, alle um die dreißig.“). Ein wenig salopp geht es her in der Agentur. Das findet sich auch in den jeweiligen Dialogen wieder, die den Roman so flott und unterhaltend gestalten. > Als Journalist aber braucht man vor allem eins: das glückliche Händchen für gute Geschichten. Und die glaubt Alex mit der Fusion von Bettermann & Partner in der Hand zu haben. Bettermann, Henrik Bettermann ist ein alter Bekannter von Alexander. Genau wie Alex wohnte Bettermann mit seiner Familie in Hamburg-Blankenese. Und für den jungen Schüler Alex war er so etwas wie ein intellektueller Halbgott; als Kultursenator der Stadt Hamburg soll er im Gespräch gewesen sein und auch einen Essay in Arbeit gehabt haben. Alex schrieb als 14-Jähriger selbst Gedichte und war eher ein Einzelgänger. Henrik Bettermann stellte dabei für ihn eine Vorbildfigur dar. Damit sind die grundlegend geisteswissenschaftlich und intellektuell verankerten Diskurse im Roman schon zu erkennen. Auch Alex Mutter frönt der höheren Unterhaltung: Sie liebt Bach-Kantaten und dröhnt diese am liebsten durchs ganze Haus in Blankenese. Der erwachsene Finanzjournalist Alexander ist (und bleibt) ein Kind von Träumereien und großen Gedanken. Da können auch die rüden, abendlichen Zusammenkünfte mit den Arbeitskollegen, die sich gern in ihren Sauf- und Frauengeschichten wälzen, nichts ändern. „Im Übrigen ist die Firmenberichterstattung alles andere als eine Wissenschaft, und mein anfänglicher Fehler lag vielleicht darin, dass ich überall nach Metaebenen suchte.“ Davon nun muss sich Alexander gänzlich verabschieden, als auch die Mutteragentur in New York Wind von der heiklen Geschichte um Bettermann bekommt, Alex freie Bahn für alle Recherchewege, alle Zeit der Welt für die Story gibt und vor allem: eine Menge Druck für einen Jungspund ohne Erfahrung. > 2007 bereits erschien der Roman als gebundenes Buch bei Kein & Aber in Zürich und ist im Juni bei Suhrkamp als Taschenbuch herausgekommen. Dies ist der Debütroman des 1971 Geborenen und er erinnert ein wenig an Wilhelm Genazino. Ja, ein wenig. Der Hauptdarsteller ist ein nicht ganz entschiedener Nicht-mehr-Student, der sein Leben irgendwie gern auf die Reihe bekommen wöllte, sich deswegen auch in den Finanzjournalismus stürzt, aber eigentlich nach einer wirklichen Lebensaufgabe und einer ernsthaften Liebe sucht. Ganz fremd scheinen derlei Gedankengänge wohl auch dem Autor nicht (gewesen) zu sein, wenn man die sparsame veröffentliche Biografie Konstantin Richters einmal näher anschaut: Er selbst hat als Reporter für englischsprachige Medien gearbeitet. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. > Den eigenen Weg gehen (!?) > Ein amüsantes und sehr sympathisches Changieren zwischen reeller Arbeitswelt und gewünschter Gedankentiefe ist dieser Roman von Konstantin Richter. Und natürlich findet sich auch in diesem Buch die klar zu erwartenden Dauerbrenner: Alex verliebt sich, er fühlt sich unwohl wegen seinem so vernünftigen, aber doch nicht ganz gewissensreinen Job und eigentlich ist er sich überhaupt recht unsicher, ob er das Richtige tut. Am Ende wird Alex sich entscheiden, wohin er gehen wird. Auf jeden Fall liegt dem Buch, so viel darf verraten werden, eine klare Befürwortung der Seelentiefe zu Grunde. Die Zeitschrift Neon schrieb 2007 zum Debütroman von Richter, dies sei ein „großes Buch für alle Zweifler im Berufssinnloch – und eine Liebeserklärung an die Geisteswissenschaft.“ Das kann man nur noch einmal kräftig unterstreichen, mit dem kleinen Nachsatz, dass Sie es lesen sollten, dieses wirklich liebenswerte Buch. > Erstveröffentlichung auf: sandammeer.at

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