Konstantin S. Nossov Hittite Fortifications C.1650-700 B.C.

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Inhaltsangabe zu „Hittite Fortifications C.1650-700 B.C.“ von Konstantin S. Nossov

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  • Rezension zu "Hittite Fortifications C.1650-700 B.C." von Konstantin S. Nossov

    Hittite Fortifications C.1650-700 B.C.

    wolfschwerdt

    18. May 2010 um 15:44

    Mit dem Osprey- Buch Hittite Fortifications beschreibt der Fachmann für antike und mittelalterliche Militärgeschichte, Konstantin S Nossov, Konstruktion, Aufbau und Konzept hethitischer Verteidigungsanlagen. Dabei bedient sich der Autor nicht nur der archäologischen Erkenntnisse, des gut untersuchten und dokumentierten Hattusha, er setzt sich ebenfalls mit den acht weiteren heute bekannten archäologischen Plätzen der hethitischen Kultur auseinander. In Wort und Bild veranschaulicht Nossov die architektonischen Traditionen, auf denen die Hethiter mit ihren imposanten Wehranlagen aufgebaut hatten. Besonders anschaulich sind hier natürlich nicht nur die zahlreichen Fotos, sondern vor allem auch die hervorragenden Farbillustrationen von Brian Delf. Hethitische Stadtmauern, Türme, Tore oder Rampen im Detail, als Übersicht, als Querschitte, aus der Vogelperspektive oder aus der Sichtweise des Feindes machen Nossovs Ausführungen für den Leser beinahe plastisch erfahrbar. Die hethitischen Befestigungsanlagen vom 17. bis zum 8. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stehen in Nossovs Buch, wie bei Osprey üblich, in historischem und kulturellem Kontext. Die Chronologie, die in Tabellenform Bezüge zu den anderen zeitgenössischen Kulturen wie Ägypter, Mesopotamier, Mykener oder Minoer herstellt, zeigt, dass sich Nossov der Schwierigkeit der Datierung frühgeschichtlicher Ereignisse wohl bewusst ist. Und auch bei der Interpretation archäologischer Funde weist Nossov immer wieder auf Unsicherheiten hin. Ein gutes Beispiel sind hier die hethitischen Poternen, also die in Befestigungen generell üblichen kleinen versteckten Mauerdurchlässe, die es den Verteidigern im Belagerungsfall ermöglichen, Entlastungsausfälle durchzuführen. Auch die hethitischen Anlagen verfügen über Poternen, erstaunlich vielen sogar, bereits aus der Entfernung gut sichtbar für den Feind. Dieser und andere Aspekte lassen erhebliche Zweifel an der militärischen Funktion der hethitischen Poternen aufkommen. Historischer und kultureller Kontext bedeutet auch, dass Nossov die architektonischen Traditionen Anatoliens, Mesopotamiens, Ägyptens und sogar der Mykenischen Kultur beschreibt. Das anatolische Catal Höyök (seit ca. 8000 v.u.Z.), das noch ältere Jericho, die ägyptischen Lehmziegelmauern aus dem 3. vorchristlichen Jahrtausend oder die Mykenischen Zyklopenmauern werden aus gutem Grunde ergänzend beschrieben. Denn die hethitischen Baumeister hatten neben speziellen Anpassungen an ihre klimatischen und strategischen Rahmenbedigungen die architektonischen Elemente der Vorgänger- und benachbarten Kulturen in ihre Konstruktionen integriert und dabei trotzdem eine eigenständige Ausdrucksform entwickelt. Das Buch „Hittite Fortifications“ ist ein sehr umfassend informierendes Buch und zweifellos nicht nur für Militärhistoriker, sondern vor allem auch für Geschichts-, Archäologie- und Architekturinteressierte eine spannende Lektüre. Der zeitliche Rahmen und die Darstellung der heute bekannten archäologischen Fundplätze hethitischer Stadtanlagen bieten dem Leser zudem ein recht breites Spektrum. Das beginnt mit Hattusha, der Hauptstadt des hethitischen Großreiches in seiner größten Ausdehnung, geht mit der Grenzfeste Alacahöyük weiter und endet bei Carchemish, einem Beispiel für die befestigten Städte der hethitischen Kleinkönigtümer, wie sie sich nach dem Zusammenbruch des Großreiches im 12. Jahrhundert vor unserer Zeit noch bis ins 8. Jahrhundert v.Chr. etabliert hatten.

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