Konstantin Simonow Waffengefährten,

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Inhaltsangabe zu „Waffengefährten,“ von Konstantin Simonow

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  • Rezension zu "Waffengefährten," von Konstantin Simonow

    Waffengefährten,

    Heike110566

    28. May 2011 um 16:59

    Der Oktoberrevolution 1917 in Russland folgte nicht nur die Novemberrevolution 1918 in Deutschland, die, auf Betreiben der zunehmend verbürgerlichten Sozialdemokratie, nicht vollendete Novemberrevolution in Deutschland, sondern auch eine erfolgreiche im Juli 1921 in der Mongolei. 1939, Europa stand kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, stieg auch die Kriegsgefahr im Fernen Osten. Das kaiserlich-militaristische Japan hatte die chinesische Mandschurei besetzt und bedrohte nun die 1924 gegründete Mongolische Volksrepublik. Diese bat die Sowjetunion um militärische Hilfe im Kampf gegen einen bevorstehenden japanischen Angriff. Im Frühjahr 1939 drangen dann tatsächlich japanisch-mandschurische Truppen in die Mongolei vor. Nach anfänglichen Erfolgen der Okkupanten, gelang es den sowjetischen und mongolischen Armeeeinheiten nach und nach die Aggressoren zurückzudrängen. Ende August siegten die Truppen der beiden sozialistischen Staaten, die die japanischen hinter dem Halchin-Gol zurückschlugen. Konstantin Simonow (1915-1979) verarbeitet diesen Konflikt an der mongolisch-mandschurischen Grenze in dem 1952 geschriebenen, 1964 wesentlich überarbeiteten und 1966 im Verlag Kultur und Fortschritt Berlin (DDR) auf deutsch veröffentlichten Roman "Waffengefährten". Er bildete den Auftakt zu seinem Romanzyklus über den Zweiten Weltkrieg, dem "Die Lebenden und die Toten" und "Man wird nicht als Soldat geboren" folgten. Simonow selbst war Kriegsberichterstatter im Großen Vaterländischen Krieg, wie der Kampf gegen die faschististischen deutschen Aggressoren auf sowjetischer Seite genannt wurde. Auch bei diesem Roman merkt man das Metier des Autors. Sachlich, klar, eindeutig stellt er die Ereignisse dar. Schonungslos wird die Grausamkeit des Krieges geschildert. Freude über erfolgreich geschlagene Schlachten wird dadurch auch immer wieder relativiert, dass Simonow aufzeigt, wie hoch der Preis dafür war: Freunde und Gefährten, mit denen man noch wenige Stunden zuvor gescherzt hatte, sind plötzlich tot. Gefallen. Packend und mitreißend, wenn auch stellenweise etwas sehr pathetisch, ist die Darstellung der Kriegsgeschehnisse. Zweifellos. Allerdings: Geht es um die Darstellung von Privatem, dann ist dieser Reporterstil nicht gerade sehr geeignet, um die menschlichen Gefühle der handelnden Protaginisten individuell zu zeichnen. Hier gelang es Simonow nicht mich an diese Handlungsstränge zu fesseln. Sie wirkten nüchtern und distanziert. Fade. Da beide Ebenen, die militärische und die persönliche, aber immer miteinander verwoben sind, so bietet der Roman immer wieder starke Phasen, die den Leser aufgrund des verdichteten Geschehens außer Atem kommen lassen, die aber von Phasen der Langatmigkeit unterbrochen werden. Obwohl der Roman zu einem Zyklus gehört, ist er auch als Einzelwerk lesbar. Das Buch ist inhaltlich in sich geschlossen. Es beginnt mit den Versetzungen des Panzeroffiziers Klimowitsch und dessen Freund, dem Frunse-Akademie-Absolventen Hauptmann Artemejew in das mongolische Kriegsgebiet und endet mit dem Gefangenaustausch nach dem Sieg der sowjetisch-mongolischen Truppen. Letzterer findet aber gerade statt, als Hitler-Deutschland Polen überfallen hat. Und es deutet sich an, dass die Protagonisten nun an der Ostgrenze der Sowjetunion benötigt werden, was ja dann in den Fortsetzungen auch dargestellt wird. Als Fazit: ein durchwachsener Roman. Simonow hat bessere Romane geschrieben.

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