Konstantin Wecker , Bernard Glassman Es geht ums Tun und nicht ums Siegen

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Inhaltsangabe zu „Es geht ums Tun und nicht ums Siegen“ von Konstantin Wecker

Bewegte Zeiten: Was gestern noch unvorstellbar schien, kann heute schon Realität sein, was heute gilt, hat vielleicht morgen schon keinen Bestand mehr. Immer mehr Menschen fragen sich: In welcher Welt wollen wir leben? Können wir noch so weitermachen wie bisher?

Konstantin Wecker, der sich seit Jahrzehnten auf und hinter der Bühne für Zivilcourage und soziale Gerechtigkeit einsetzt, und Zen-Meister Bernard Glassman, eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten des sozial engagierten Buddhismus, machen sich auf die Suche nach Antworten. Bernie Glassman gilt dabei als einer der rebellischsten und kreativsten Freigeister des Zen. Lieber als in die Meditationshalle geht er in die Elendsviertel der Großstädte oder führt Menschen zum Meditieren nach Auschwitz.

Die zwei Männer verbindet viel: ihre geradezu ungebändigte Kraft, sich für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. Eine durch Krisen und Schicksalsschläge gereifte Lebenserfahrung. Und die Erkenntnis, dass wir einzig durch liebevolles Handeln und tätiges Mitgefühl die Welt verändern können.

Die beiden Rebellen entwerfen die Vision einer Revolution aus Liebe: eine leidenschaftliche Anstiftung, sich einzumischen und aktiv zu werden.

Liedermacher meets Zen-Meister: Zwei Rebellen und ihre Anstiftung zum Einmischen
Zwei leidenschaftliche Kämpfer für mehr Gerechtigkeit: Engagement zwischen Wut und Zärtlichkeit

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  • Rezension zu "Es geht ums Tun und nicht ums Siegen" von Konstantin Wecker

    Es geht ums Tun und nicht ums Siegen

    michael_lehmann-pape

    26. October 2011 um 15:36

    Motivation zur individuellen Einmischung „Was ist das Beste, was Du jetzt tun kannst?“ Das ist, fast, die zentrale Frage, um die das Buch des Liedermachers und des Zen-Meisters kreist. Und eine Antwort ist von Beginn an zumindest in Negation gegeben gegeben. Es ist auf keinen Fall das Beste, sich auf sich selbst zurück zu ziehen, angesichts der drängenden und fast unbezwingbar erscheinenden Problematiken dieser Welt nur mehr den Kopf zu schütteln und, eben, nichts zu tun. Und interessanterweise bewegt sich ja etwas. Was zur Drucklegung des Buches noch gar nicht von den Autoren erfasst werden konnte. Anhand der „Occupy“ Bewegung wird deutlich, dass eine Grenze der individuellen Duldsamkeit und des „Abwinkens“ erreicht schient, wie es eben beide Autoren auf ihre Weise im Buch auch fordern. „Nutze das, was Du hast, und tue, was Du im Augenblick tun kannst“. Besser kann man die Möglichkeiten, aber auch den Aufruf zur eigenen Verantwortung nicht formulieren, als es Glassmann im Buch vollzieht. Und ums Tun geht es. Im Gesamten Buch. Ein Tun, was sicherlich auch bedeutet, wie es Glassman ausdrückt, die eigene „Komfortzone“ ein stückweit zu verlassen im „Mitleid mit anderen“. Auch ganz direkt, ganz konkret in der Begegnung mit anderen Menschen. Eine Komfortzone aber, die sich an sich ändern wird in dieser Zeit, ob mit oder ohne unser aller Zutun und dann wäre es besser, mit zu gestalten, im Rahmen der ganz eigenen, sicherlich begrenzten Möglichkeiten. Ein „Tun“, das sich an der ausführlich dargestellten Lebensgeschichte Bernard Glassmanns im Buch eindrucksvoll nachvollziehen lässt. Ein Lebensweg, der trotz hoher Spiritualität und eines „in sich Kehrens“ aktiv und zugewandt in dieser Welt handelt und verändert. Ebenso, wie Konstantin Wecker durchaus davon spricht, das starke Bedürfnis nach Stille zu stillen, das in ihm ist und dennoch aus der Kraft eben dieser Stille heraus nicht müde wird, sich einzumischen, zu handeln, die Welt verändern zu wollen. Es ist sehr wohl möglich, die Welt zu verwandeln, Da, wo Menschen sich nicht als isolierte Individuen begreifen, sondern ihre Verbundenheit mit allem und allen spüren. Die arabische Revolution zeigt dies, weist Wecker hin, genauso auf wie der Fall der Berliner Mauer. „Neues schaffen heißt (zunächst) Widerstand leisten“, oder, wie es Wecker in einem seiner Liedtexte ausdrückt: „... und dann stellen wir uns gegen den Wind“. Das Buch teilt sich auf in Gedanken der beiden Autoren je für sich, in eine Darstellung der Vita beider und in einen breiten Abschnitt des Dialoges über die „Revolution der Liebe“, die im Kern darauf rekurriert, das wir „alle miteinander vernetzt“ sind und daher der Einzelne als Teil des Ganzen durchaus die Kraft zu wichtigen Veränderungen in sich trägt Reine Geschmacksache ist der Sprachstil, der durchaus in eine „Betroffenheitssprache“ hier und da abgleitet und an vielen Stellen äußerst bedeutungsschwanger im Raume steht. Aber auch, wem dies nicht gefällt, man kommt nicht daran vorbei, die tiefere Wahrheit hinter den Worten (wieder einmal) zu akzeptieren und erlebt durchaus Ermutigung auch als Individuum angesichts der übermächtig scheinenden „Verhältnisse“ und der Argumentation von „Alternativlosigkeiten“. Es gibt sie, die friedlichen und doch wirksamen Wege zu Alternativen hin.

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  • Rezension zu "Es geht ums Tun und nicht ums Siegen" von Konstantin Wecker

    Es geht ums Tun und nicht ums Siegen

    WinfriedStanzick

    29. August 2011 um 09:24

    Der eine ist ein bekannter Liedermacher, seit langer Zeit nicht nur mit seinen Texten und seiner Musik engagiert, der andere ein bekannter Zen-Meister aus Amerika, der für seine außergewöhnlichen Formen sozialen Engagements bekannt geworden ist. Die Journalistin Christa Spannbauer, selbst seit langem mit zeitgemäßen Weisheitswegen aus Ost und West beschäftigt, die in ein sozial und gesellschaftspolitisch engagiertes Handeln münden (vgl. www. christa-spannbauer.de) hat sie für dieses außergewöhnliche Buch zusammengebracht und sie eingeladen, einzeln und vor allem miteinander nachzudenken und zu reden über „Engagement zwischen Wut und Zärtlichkeit“. „Kann man wütend sei und weise, laut sein und im Lauten leise, macht gerechter Zorn nicht müde, ist vielleicht nur Attitüde?“ fragt Konstantin Wecker in seinem Gedicht „Zärtlichkeit und Wut“ und resümiert an seinem Ende: „Hoch gestiegen, tief gefallen, zwischen Geistesblitz und Lallen bin ich auf dem Weg zum Lieben meinem Innern treu geblieben. Denn mich führn auf meiner Reise zum Verstehen viele Gleise. Zwischen Zärtlichkeit und Wut fasse ich zum Leben Mut.“ Die beiden außergewöhnlichen Männer erzählen sich unter der klugen und sensiblen Herausgeberschaft von Christa Spannbauer ihre Lebensgeschichte, tauschen ihre Erfahrungen mit Siegen und Niederlagen aus, und immer wieder fragen sie sich, wie es gelingen kann, den Zorn auf die Ungerechtigkeit und die Sorge vor der Zerstörung der Welt zu transformieren in eine tatsächlich positive Kraft der Veränderung. „Es geht ums Tun und nicht ums Siegen“, ist ihre Erkenntnis, zu der sie gelangen und die sie zu einer Hoffnung beflügelt, dass wir Menschen die Welt wirklich verändern können. „Ja, ich bin voller Hoffnung“, sagt Konstantin Wecker am Ende des letzten Gesprächs der beiden, „den Aufbruch einer neuen, besseren Zeit miterleben zu dürfen. Etwas in mir ist wirklich davon überzeugt, dass wir die Welt sofort und ohne Umschweife ändern können. Wir brauchen auf niemanden und nichts mehr zu warten. Die Welt des Profits und der Konkurrenz ist in der Krise und geht ihrem wohlverdienten Ende entgegen – aber die Welt der Liebe, Verbundenheit und Kooperation hat sich durch viele einzelne Menschen und deren Vernetzung untereinander im kollektiven Bewusstsein weit nach vorne gearbeitet. Wir alle haben Anteil daran. Es ist nun an uns, zu handeln und die Kostbarkeit dieser Welt zu bewahren.“ Ein lesenswertes und anregendes Buch zweier Rebellen, in dem jeder Leser unzählige Ansatzpunkte und Hinweise finden kann, für sein eigenes Leben und sein Engagement, das beginnt in seiner allernächsten Umgebung. Dort, in den kleinen Zellen, werden die Samen der neuen Welt ausgesät.

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