Konstanze von Schulthess Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg

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Inhaltsangabe zu „Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg“ von Konstanze von Schulthess

Am 20. Juli 1944 verliert Nina, Frau des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg, den Mann, den sie liebt. Was war ihre wahre Rolle in der Geschichte? Was hat sie vom Widerstand gewusst? Wie hat sie mit diesem Wissen gelebt? Das Porträt einer bemerkenswerten Frau: persönlich und behutsam erzählt von ihrer jüngsten Tochter, basierend auf Gesprächen sowie bislang unbekannten Dokumenten und Aufzeichnungen der Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg.

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  • Rezension zu "Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg" von Konstanze von Schulthess

    Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg

    Ritja

    Konstanze von Schulthess schreibt eine Biografie über ihre Mutter Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg. Sie ist die Witwe von Claus von Stauffenberg, der am 20.April 1944 ein Attentat auf Hitler verübte. Sie erzählt von der Inhaftierung der Mutter (hochschwanger mit Konstanze) und den Verhören, den Ängsten, der Stärke und vom Überlebenswillen des Stauffenberg-Clans. Immer wieder werden Textpassagen aus den selbstgeschriebenen Texten von der Mutter mit eingefügt. Sie ärgerte sich besonders über die Biografen, die sie als eine ahnungslose und unselbständige Frau darstellten. Die war sie jedoch zu keinem Zeitpunkt. Sie hat ihre fünf Kinder allein großgezogen und zudem noch ihr Elternhaus in Bamberg nach dem Krieg wieder aufgebaut. Sie hat immer hinter ihrem Mann gestanden und kannte seine Ansichten. Ein interessantes und nachdenklich stimmendes Buch, was die Schrecken des Krieges aufzeigt.

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  • Rezension zu "Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg"

    Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg

    HeikeG

    12. August 2008 um 15:18

    Ein Füllhorn von Geschichten Konstanze von Schulthess, die jüngste Tochter des Hitlerattentäters Stauffenberg, räumt auf mit dem Klischee: hier die glorreichen Männer, dort die schwachen, ängstlichen Frauen. Herausgekommen ist ein wunderbares Porträt einer starken Frau, dass ihrer Mutter: Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg. Als der damalige vierfache Familienvater Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 mit einer Aktentasche das Führerhauptquartier in der ostpreußischen "Wolfsschanze" betrat, sollte das der Anfang eines großangelegten Putsches werden. Doch es kam anders. Als die Bombe, die Stauffenberg entsichert hatte, explodierte, wurden zwar vier Menschen getötet und einige verletzt, Hitler jedoch überlebte. Die federführend von Generalmajor Henning von Tresckow ausgearbeitete "Operation Walküre", deren Ouvertüre der Tod Hitlers sein sollte, wurde im Keim erstickt. Der Putsch brach in sich zusammen. Noch am selben Abend wurde Claus Graf Schenk von Stauffenberg im Kreis seiner Mitverschwörer erschossen. Seine Frau Nina (geborene von Lerchenfeld) war damals gerade mit seinem fünften Kind schwanger. Die Tochter sollte ihren Vater nie kennenlernen. Nun hat eben diese jüngste Tochter - Konstanze von Schulthess - in einer Biografie " Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg" ein liebevolles Porträt ihrer Mutter gezeichnet. Gestützt auf Gespräche, zahlreiche Dokumente, Briefe und Interviews sowie eine bis dato nicht veröffentlichte private Familienchronik resümiert sie deren Leben, das ihrer Familie und ihres engsten Umfeldes. Eben diese - bis ins 18. Jahrhundert zurückreichende - Familienchronik, die Nina auf Drängen ihrer Kinder in den sechziger Jahren schrieb, erwies sich als "ein wahres Füllhorn von Geschichten, nicht nur die tragischen und dramatischen - auch Familienanekdoten, amüsante Szenen und Kolportagen, wie sie von Generation zu Generation weitergegeben werden". Diese wirken wie das sogenannte Salz in der Suppe, denn die Autorin weiß sie - trotz der Tragik der Familie Stauffenberg - auflockernd in ihr leicht und sehr angenehm zu lesendes Buch einzuweben. Sie machen dieses Buch überaus lebendig, verströmen eine atemberaubende Essenz aus "Duft und Farbe des gelebten Lebens", ganz nach dem Motto ihrer Mutter, die durchaus selbstbewusst und ironisch in ihrer Chronik vermerkte: "Ein Mann schreibt Geschichte, eine Frau neigt zu Geschichten!" Konstanze Schulthess holt ihre Mutter vom Rand in die Mitte des öffentlichen Bewusstseins und räumt auf mit dem Vorurteil, der naiven, "dumme[n] kleine[n] Hausfrau mit Kindern und Windeln und schmutziger Wäsche", als die Nina Stauffenberg in den Medien gern hingestellt wurde. Sie rückt ein Klischee zurecht: das der treusorgenden, nichtsahnenden, apolitischen deutschen Offiziersfrau, dem "Heimchen am Herd". Entstanden sicherlich aus einer überlebenswichtigen Haltung, die im Nachhinein an ihr haften bliebt, obwohl sie mit der realen Person nichts gemein hatte. Im Gegenteil, Nina von Stauffenberg war eine außergewöhnlich selbstständige und starke Person. Doch in ihrer ausweglosen Situation - als Frau eines Hitlerattentäters - war sie zwangsläufig gezwungen, das "kleine Dummchen" zu inszenieren und zum Beispiel ihren beiden älteren Kindern mitzuteilen: "Der Papi hat sich geirrt, deshalb hat man ihn erschossen." Zum Schutze ihrer Kinder prägte sie ihnen einen weiteren Satz ein: "Die Vorsehung schütze unseren geliebten Führer." Es sind Worthülsen fürs Verhör. Sie rechnete fest damit, dass die Kinder verhört werden würden und sich verplappern könnten. Genau wie ihre vorgespielte Naivität ihr wohl das Leben rettete. Denn nach dem 20. Juli 1944 wurden die Familien im Rahmen der Aktion "Gewitter" von der sogenannten "Sippenhaft" der nationalsozialistischen Machthaber getroffen. Auch die schwangere Nina von Stauffenberg verhaftete die Gestapo. Sie wurde zuerst nach Rottweil, dann nach Berlin, am Ende für fünf Monate ins Konzentrationslager Ravensbrück gesteckt, ständig in Isolationshaft und ohne zu wissen, was aus ihrer Familie, den Kindern geworden war. Die Zeiten überstand sie nur, da die Schwangerschaft sie zum Durchhalten zwang, sie imaginäre Musik- und Literaturabende in ihrer Zelle veranstaltete und Gedichte rezitierte. Die Kinder wurden übrigens in ein Heim nach Bad Sachsa in Thüringen verschleppt und unter falschem Namen festgehalten. Derweil musste Nina von Stauffenberg ihr fünftes Kind, Konstanze, während der Haft am 17. Januar 1945 in einem NS-Frauenentbindungsheim in Frankfurt an der Oder zur Welt bringen. Von Seiten der NS-Führung bestanden auch Pläne, die jüngsten Kinder nationalsozialistischen Familien zur Adoption zu überlassen. Das baldige Kriegsende verhinderte dieses Schicksal und die Kinder konnten sich -gemeinsam mit einigen überlebenden Freunden der Familie- nach Kriegsende auf dem Stauffenbergschen Familiensitz in Lautlingen wieder mit Mutter und Großmutter zusammen finden. Dass das Buch mit sehr viel Empathie für ihre Mutter geschrieben ist, spürt man permanent, schadet jedoch keineswegs dem durchweg positiven Gesamteindruck. Konstanze Schulthess zeichnet ein stimmiges Bild einer starken Persönlichkeit ("Schwach habe ich meine Mutter nie erlebt."), die keinesfalls nur ein ahnungsloses Opfer war und relativ intensiv in die Pläne ihres Ehemannes eingeweiht war. Auch nach dem Krieg war Nina von Stauffenberg ein engagiertes Mitglied der Gesellschaft. Sie lebt fortan von ihrer Witwenrente und engagiert sich für den Denkmalschutz und die Verbesserung des Verhältnisses zwischen Amerikanischen Offizieren und Deutschen. Heiraten sollte sie nicht noch einmal. Nina Gräfin von Stauffenberg stirbt 2006. Zum Gelingen dieser Biografie tragen gleichfalls 42 Fotografien bei, die ihre Eltern, die Familie und vor allem den Weg des jungen Mädchens aus gutem Hause bis hin zur alten, immer noch würdevollen Frau, zeigen, einer Frau die ihrem Mann eine ebenbürtige Partnerin war, "in guten und in schlechten Tagen", auch wenn sie dafür einen hohen Preis zahlen musste. Fazit: Neben einer gelungenen Einbettung in den jeweiligen historischen Horizont ist dieses Buch vor allem eine neuerliche Annäherung an die Mutter. "Was gelebtes Leben zwischen Mutter und Tochter war, ist so zu einem Porträt geworden, das meiner Mutter - so hoffe ich - eine eigene Gestalt verleiht. Ein Porträt, das eine eindrucksvolle Frau zeigt, deren Leben mit einem der dramatischsten Kapitel unserer Zeitgeschichte verknüpft war. Zugleich ist es durchaus auch als etwas sehr Persönliches gemeint: nämlich als eine Liebeserklärung an meine Mutter. " Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.

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  • Rezension zu "Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg"

    Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg

    Clari

    19. June 2008 um 18:57

    Als Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg am 21. Juli 1944 ihren beiden ältesten Söhnen Berthold und Heimeran erklären musste, dass ihr Vater in der Nacht zuvor erschossen worden war, brach ihre ganze bürgerliche und familiäre Welt zusammen. Nicht nur diese Nachricht, sondern auch die, dass sie ein Kind erwartet, musste vermittelt werden. Das Kind war das fünfte der Familie, eine Tochter, die Anfang 1945 im Gefängnis geboren wurde. Sie ist die Autorin des vorliegenden Lebensbildes ihrer Mutter. Der Vater, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, war der Täter des missglückten Attentats auf Adolf Hitler am 20 Juli 1944. Die beiden ältesten Söhne waren damals erst 8 und 10 Jahre alt. Nicht nur die Nachricht vom Tod ihres Mannes bedeutete einen Schock für die Familie. Die Mutter musste die Kinder zusätzlich schützen, in dem sie vorgab, sich auf Seiten Hitlers zu befinden. Der Vater habe sich geirrt, und den Führer habe die Vorsehung gerettet, lügt sie ihnen vor. Kann man sich heute überhaupt noch ein Bild davon machen, was diese Haltung einer Frau abverlangte? Mit Spannung liest man über das Leben, das die mutige junge Frau mit zuletzt fünf Kindern zu bewältigen hatte. Zum Todeszeitpunkt ihres Mannes war sie erst 31 Jahre alt. Ihrem Mann war bewusst gewesen, wie unsicher der Ausgang des geplanten Attentats war. Er hat ihr vieles zugemutet, und sie hat ihn selbstlos unterstützt. Am Ende zählte nicht nur der Erfolg des Attentats, sondern auch die Notwendigkeit, der Welt vor Augen zu führen, dass es einen Widerstand gegen die Hitlerdiktatur gab. Es ging um die Ehrenrettung des Landes, mit der man dem Ausland demonstrieren wollte, dass der Unrechtsstaat keine uneingeschränkte Billigung mehr erfuht, und eine verantwortliche Elite um das Ansehen in der Welt bangte. Dramatisch und lebensbedrohlich war die Lage für alle Familienmitglieder nach dem misslungenen Attentat, von denen viele in Sippenhaft genommen wurden, so auch Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg. Konstanze von Schulthess hat mit Detailwissen über ihre Eltern berichtet. Die Fakten sind bekannt, Mitverschwörer namentlich aufgeführt. Zu verdanken ist ihr im Besonderen die Innenschau über das Erleben einer Frau, die nicht nur ihre Familie und ihre Kinder auseinander gerissen sah, sondern die Wochen und Monate lang im Ungewissen blieb, ob es überhaupt noch ein Überleben und eine Zukunft für sie und ihre Kinder gab. Stärke, Mut und innere Überzeugung über den richtigen Weg, den sie gemeinsam mit ihrem Mann gegangen war, und die Zuversicht, dass sie und die Kinder wieder zusammen finden würden, gehörten zu den Tugenden der Gräfin von Stauffenberg! Obwohl in den Vorkriegszeiten die Frauenemanzipation, wie wir sie heute kennen, noch in weiter Ferne war, hat Nina Schenk schon damals ein aufrechtes und selbst bestimmtes Leben geführt. Ganz selbstverständlich hat sie mit ihrem Mann politische Überzeugungen geteilt und ihm zur Seite gestanden. Die auf sie zukommenden Gefahren hat sie weitsichtig antizipiert. Ihre Ängste blieben verborgen für die Umwelt, denn sie besaß ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbstkontrolle. Schulthess beschränkt sich in ihrem Porträt im Wesentlichen auf das Leben ihrer Mutter. Wie sie mit der politischen Tragödie umgegangen ist, und wie sie alle Strapazen der Gefangenschaft und eines Neuanfangs nach dem Kriegsende mit eisernem Willen durch gestanden hat: das beschreibt ihre Tochter nach genauem Studium aller Dokumente und Zeitzeugnisse. Dabei vermeidet sie Heroisierungen. Die Autorin hat das Bild einer längst vergangenen Epoche mit ihrem Bericht noch einmal heraufbeschworen. Dazu gehören Bilder der weitläufigen Verwandtschaft, die sich in gegenseitiger Hilfsbereitschaft überbot, und deren Zusammenhalt beispielhaft war. Einige gut ausgewählte Fotoserien bieten Einblicke in das Familienleben. So lässt sich der Weg vom jungen Mädchen bis zur alten Frau auch in Bildern nachvollziehen. Das Buch ist konsequent mit dem Focus auf das Porträt der Mutter konzipiert, die sich im Gestrüpp eines katastrophalen Untergangsszenarios ihren Weg bahnen musste. Das liebevolle und ehrliche Porträt einer Tochter über ihre außergewöhnliche Mutter Verdient Annerkennung und Hochachtung.

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