Kressmann Taylor Adressat unbekannt

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Inhaltsangabe zu „Adressat unbekannt“ von Kressmann Taylor

Der Longseller in einer exklusiven Sammlerausgabe mit Zusatzmaterial: Ein Gespräch mit der Autorin, Fotos und Dokumente - die Geschichte eines Welterfolgs. Adressat unbekannt, der große literarische Erfolg von Kathrine Kressmann Taylor, die als Schriftstellerin nur mit ihren beiden Nachnamen an die Öffentlichkeit trat, ist ein Kurzroman von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme, schildert er die tragische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache. 'Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen ', schreibt Elke Heidenreich in ihrem Nachwort. 'Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zu viel, keines fehlt … Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben.'

Ein wirklich gutes Buch. Thema in den Realschulklausuren 2014. Wirklich eine gute Wahl und nett für die Schüler.

— Vanessa_Wittig
Vanessa_Wittig

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  • Wer ist dieser Adolf Hitler? ...

    Adressat unbekannt
    Orisha

    Orisha

    22. June 2017 um 20:54

    Es ist 1932. Martin, ein Deutscher, und Max, ein Jude, sind Freunde. Sie führen eine Galerie in San Francisco, ihnen geht es gut. Doch Martin zieht es zurück in die Heimat. Mit Frau und Kindern geht es nach München, er wird Angestellter der Stadt, hat eine Villa. Ihm geht es gut. Und auch Max betreibt ihre Galerie munter weiter. Sie schreiben sich, versichern sich gegenseitig ihrer Freundschaft. Doch mit der Machtergreifung der NSDAP beginnt ihre Beziehung zu bröckeln. Noch fragt Max: "Wer ist dieser Adolf Hitler, der in Deutschland augenscheinlich an die Macht strebt?" Bald wird er es wissen.Kathrine Kressmann Taylor verfasste diesen fiktiven Briefwechsel 1938, ein Jahr bevor die Schreckenstaten einen offiziellen Charakter bekamen. Als Abhandlung in der New Yorker Zeitschrift "Story" schlägt die Geschichte ein, erweckt Aufmerksamkeit, wird gelesen. Heute scheint sie aktueller denn je, dass dachten sich wohl auch die Verleger und legten das Buch neu auf. Und sie lagen richtig mit ihrer Meinung. So kurz dieses Buch auch erscheinen mag, selten war eine Geschichte so intensiv, auf dem Punkt. Man kann zwischen den Zeilen lesen, es gibt sanfte Töne, verzweifelte Töne, gewaltsame Töne, die alle zusammengenommen auf das unvermeidliche Ende hinarbeiten. Kurzum es ist ein Buch, das zur Pflichtlektüre gehören sollte.Fazit: Unbedingte Leseempfehlung!

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  • Adressat unbekannt

    Adressat unbekannt
    andheu

    andheu

    https://andheu.com/2016/01/10/adressat-unbekannt-kressmann-taylor/

    • 3
  • Es gibt viele Arten von Rache

    Adressat unbekannt
    Waschbaerin

    Waschbaerin

    19. March 2016 um 13:22

    Der Inhalt ist ein fiktiver Briefwechsel zwischen den Freunden und Geschäftspartnern Martin Schulse und Max Eisenstein. Gemeinsam betrieben sie in San Francisco einen Antiquitätenhandel. Max Eisenstein ist Jude und er bleibt in den USA, betreibt das Geschäft weiter. Sein Partner Martin Schulse kehrt 1932 nach Deutschland zurück, versucht hier geschäftlich Fuß zu fassen. Der Briefwechsel zwischen den beiden Freunden beginnt völlig harmonisch. Doch im Laufe der Zeit sind in den Briefen aus Deutschland kommend immer mehr judenfeindliche Tendenzen zu spüren. Das Verhaeltnis zwischen den beiden Geschäftspartnern kippt, als die Schwester von Max, ebenfalls Jüdin und in Europa lebend, bei dem Freund und ihrem früheren Liebhaber Martin, Schutz vor den SS Verfolgern sucht und abgewiesen wird. Das bedeutet ihren Tod. Die Briefe von Max an seine Schwester kommen mit dem Vermerk "Adressat unbekannt" zurück. Der Bruder in den USA wehrt sich auf diesen Verrat auf seine Weise. Er schreibt weiterhin freundschaftliche Geschäftsbriefe an seinen Partner in Deutschland und unterschreibt mit seinem vollen Namen, der eindeutig jüdisch klingt. Die Antworten seines Freundes fallen immer dringlicher aus, den Briefwechsel einzustellen, da er und seine Familie unter Repressalien zu leiden hätten. Die Briefe würden in Deutschland geöffnet und zensiert. Jedes Schreiben muss von ihm persönlich auf dem Amt abgeholt werden, was demütigend sei. Martin beschwoert Max, der alten Freundschaft wegen, nicht mehr zu schreiben. Doch die netten, persönlich klingenden Briefe aus den USA treffen weiterhin ein, bis das letzte Schreiben mit dem Vermerk "Adressat unbekannt" zurückkommt. Damit ist es vollbracht. Danach wird der Briefwechsel aus den USA eingestellt. Der Kommentar von Elke Heidenreich am Ende des Buches spricht wohl vielen Lesern aus dem Herzen.

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  • Ein erschütternder Briefroman

    Adressat unbekannt
    fraencisdaencis

    fraencisdaencis

    06. November 2015 um 09:09

    Das Buch ist ein Briefwechsel zwischen zwei Männern, Martin Schulse und Max Eisenstein, und ich mag diese Art des Romans sehr gerne. Der erste Brief ist von November 1932, also kurz vor der Machtergreifung Hitlers. Martin Schulse ist zu dem Zeitpunkt wieder nach Deutschland zurückgekehrt, sein Freund Max Eisenstein ist jedoch in Amerika geblieben. Der historische Hintergrund macht dieses Buch ein wenig beklemmend, aber es ist auch sehr interessant zu sehen, wie die Autorin das Ganze aufgegriffen und verarbeitet hat. "Um die Wahrheit zu sagen, Max, ich glaube, daß Hitler in einiger Hinsicht gut für Deutschland ist, aber sicher bin ich mir nicht. [...] Der Mann ist wie ein elektrischer Schock, so stark, wie nur ein begnadeter Redner oder ein Fanatiker sein kann." - Seite 25f Schon nach den ersten beiden Briefen, die zwischen den beiden Männern gewechselt wurden, habe ich ein Gespür für ihre Freundschaft bekommen und auch für ihre Charakterzüge. Dafür ist die Form der Briefromans natürlich sehr gut geeignet, da sie etwas sehr Persönliches an sich hat. Dieser Kontrast - Max als Jude in Amerika, Martin in Deutschland - zwischen den Protagonisten ist die Grundlage für das Buch und es war erschütternd zu sehen, wie sich die Beziehung zwischen Max und Martin entwickelt hat. "Ach Martin, ich schäme mich oft für die Freude, die ich empfinde, wenn ich solch bedeutungslose, kleine Triumphe erlebe. Du in Deutschland, mit Deinem Landsitz und Deinem Wohlstand, den Du Elsas Verwandten vorführst, und ich in Amerika, beglückt frohlockend, weil ich eine leichtgläubige alte Dame zum Kauf einer Monstrosität überredet habe Was für schöne Höhepunkte für zwei vierzigjährige Männer!" - Seite 22 Der letzte Brief ist von Anfang 34, knappe anderthalb Jahre dauert der Briefwechsel nur an, doch er zeigt vieles, was in der damaligen Zeit passiert ist. Diese kurze Geschichte ist so eindringlich, so erschütternd, dass ich sie jedem ans Herz lege. Auch in der heutigen Zeit ist diese Geschichte noch so aktuell wie vor 80 Jahren.

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  • Gegen das Vergessen: Adressat unbekannt

    Adressat unbekannt
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. March 2015 um 22:58

    „Adressat unbekannt“ ist erstmals 1938 im New Yorker Story Magazine erschienen. Damals waren die Leser so begeistert, dass die gesamte Auflage innerhalb von zehn Tagen ausverkauft war. Ein Jahr später wurden die fiktiven Briefe eines Deutschen und eines amerikanischen Juden als Buch veröffentlicht – ein voller Erfolg. 2012 ist das Buch schließlich auch in Deutschland erschienen. Auch heute noch beweist es die Wichtigkeit und Aktualität dieses Themas. Man braucht sich nur die aktuellen Presseberichte anzusehen, um zu verstehen, dass Themen wie Ausländer- oder Religionsfeindlichkeit kein Schnee von gestern sind, dass Fehler sich wiederholen können, wenn wir das, was geschehen ist, verdrängen. „Ich würde wieder mehr Vertrauen in dieses Land haben, wenn ich dieses Buch in den nächsten Monaten und Jahren aus vielen Jackentaschen ragen sähe. Ich träume von einer morgendlichen vollen U-Bahn in Berlin, in der Hunderte von Menschen Kressmann Taylor lesen, aufsehen und sich mit Blicken gegenseitig versichern: nie wieder!“, schreibt Elke Heidenreich in einem sehr emotionalen Nachwort, das die Wichtigkeit der Thematik dieses Buches nur noch verstärkt. Die Botschaft, die aus den Briefen herauszulesen ist, ist an jeden von uns gerichtet: Es sieht aus wie eine ewige Freundschaft, man liest ehrliche Gefühle aus den Briefen der Freunde heraus. Nur ganz langsam verändert sich der Schreibstil des Deutschen und schafft eine bedrückende Stimmung. Man liest die geschriebenen Zeilen und ist fassungslos. Die Worte sind so klar und präzise gewählt, dass sie einen treffen. Konnte das ein Freund geschrieben haben? Ist man so schnell und so einfach zu beeinflussen? Hat der Freund denn alles vergessen? Die Autorin schafft es, auf nur wenigen Seiten alles zu sagen, was gesagt werden muss, und dabei auch noch Emotionen zu wecken. „Adressat unbekannt“ ist große Literatur, die es wert ist gelesen und besprochen zu werden. Ein Meisterwerk!

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  • Es gibt Bücher, die einen einfach nicht mehr loslassen...

    Adressat unbekannt
    Misteringreen

    Misteringreen

    14. February 2015 um 10:58

    Es gibt Bücher, die werden gelesen und an die Seite gelegt. Dann gibt es Bücher, die einen auch nach dem lesen noch ein paar Tage gedanklich festhalten und über deren Inhalt man gerne spricht, bis einen die nächste Lektüre beschäftigt. Und schließlich gibt es Bücher, die einen einfach nicht mehr loslassen. Auch nicht nach 3 weiteren gelesenen Lektüren. Das sind meine persönlichen Literaturschätze! Damit dürfte auch schon ziemlich schnell deutlich werden, dass es solche Bücher für mich nicht sehr oft gibt. Rückblickend gehörten da zum Beispiel “Knapp am Herz vorbei” von Moehringer (ich glaube 2013 von mir gelesen) und “Drüberleben” von Kathrin Weßling (2012 gelesen) dazu. Nun also mal wieder geschehen mit “Adressat unbekannt”. 

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  • Wenn aus Freunden Feinde werden

    Adressat unbekannt
    LadySamira091062

    LadySamira091062

    Bei  diesem Buch geht es um einen Briefwechsel zwischen  einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in der zeit um Hitlers Machtübernahme. Beide führten eine Kunsthandlung in Amerika .1932 ging dann  Martin Schulse. mit seiner Familie wieder nach Deutschland zurück,Max Eisenstein führte die Kunsthandlung derweil weiter und  hielt per Brief mit Schulse,mit dem er auch privat befreundet war Kontakt .Langsam aber sicher geriet Schulse  in den sog der  Hitlerströmung und  begann sich  in den Briefen   unmerklich immer mehr von Eisenstein zu  distanzieren .Der wollte das erst nicht wahr haben ,das sein Freund immer mehr zu Hitlers Gefolgsmann wurde.Erst als Eisensteins Schwester in Gefahr geriet und sich an Schulse wandte,wurde Max  klar ,das seien Freundschaft mit Schulse auf der Kippe stand .Der lies sie jedoch schmählich  im Stich und forderte Eisenstein auf ihn nicht mehr  privat zu belästigen. Eisensteins Rache ist einerseits  richtig perfide ,aber für mich  nachvollziehbar.Es macht einen betroffen ,wie schnell aus Freunden feinde werden  und die Folgen ,die aus dem verletzten und enttäuschten Stolz entstehen   sind  furchtbar.,aber nachvollziehbar. Möge dieses Buch dazu beitragen das sich solche Dinge nicht mehr  wiederholen.Damals blieb die Menschlichkeit  auf der Strecke,möge die Menschheit daraus gelernt haben

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    • 2
  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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  • *+* Pflichtlektüre!!! *+*

    Adressat unbekannt
    Irve

    Irve

    *+* Zur Originalrezension auf meinem Blog geht es hier entlang:  https://irveliest.wordpress.com/2014/12/16/4025/ *+* Liebe Lesefreunde, . ich muss euch vorab sagen, dass ich für dieses Buch keine annähernd angemessenen Worte finden werde, so sehr ich mich auch bemühe…. . Über noch nicht einmal 60 Seiten erstreckt sich der Briefwechsel zwischen den ursprünglichen Freunden Max Eisenstein und Martin Schulse. Zunächst betreiben die beiden gemeinsam eine Galerie in Amerika. 1932 geht Martin mit seiner Familie zurück in seine alte Heimat, nach Deutschland, um von dort aus das Unternehmen zu unterstützen. . Dort hatte Hitler nun das Amt des Reichskanzlers inne. Martin wirft seinen anfänglichen Argwohn gegen die neue Führung schnell über Bord, und nicht nur das. Seine anfänglichen leisen Zweifel verwandeln sich schnell in feurige Begeisterung. Das Unglück nimmt seinen Lauf. Auf den schnell erreichten ersten Höhepunkt folgen leider weitere. . Beim Lesen hatte ich ganz schnell einen sehr dicken Kloß im Hals. Dass es in der Natur des Menschen liegt, seinen Vorteil wahrzunehmen, wissen wir alle. Das ist kein Verbrechen, solange man das Wohl der Mitmenschen dabei nicht aus den Augen verliert. Aber wie Martin sich seinem lieben alten Freund Max gegenüber verhält, werde ich nie begreifen. Funktioniert Gehirnwäsche wirklich so wirkungsvoll? Und so schnell? Wirft man Verstand, Moral und Verantwortungsbewusstsein wirklich einfach so über Bord, wenn ein persönlicher Nachteil droht? Wo bleibt die Menschlichkeit? Ich bin wirklich erschüttert, vor allem weil ich ahne, dass die Menschheit in gewisser Weise dumm und unbelehrbar ist. . Schon nach einigen Seiten der Novelle kam mir das Buch „Die Welle“ in den Sinn – das „moderne“ Experiment, bei dem versucht wurde, nachzuvollziehen, wie es Hitler gelang, das Volk derart in der Hand zu halten. Schon bei diesem Werk platzte ich fast vor Wut…..und was soll ich sagen? Im Vergleich zur Realität war das offenbar nur der kleine Bruder des wahren Schreckens. . „Adressat unbekannt“ besteht zum Teil aus fiktiven Briefen. Diese hat die Autorin aber nur komponiert, um den realen Schriftstücken, die ihr vorlagen, einen geeigneten literarischen Rahmen zu geben. . So ist das Verhalten von Martin Schulse nicht erdacht sondern real. Wenn man sich vorstellt, wie er gegen seinen alten Freund gehandelt hat, bekommt man eine Ahnung, dass diese Szene nur die Spitze des Eisbergs sein könnte. . Max legt nun endgültig – wer kann es ihm verdenken – seine Loyalität gegenüber Martin ab. Mit einem perfiden Plan setzt er sich zu Wehr. Mir fehlten die Worte. Bei aller Schadenfreude war ich entsetzt, was nun geschah. . Ich habe in noch keiner Erzählung, keinem Buch mehr vor Augen geführt bekommen, welche Macht und Sprengkraft Worte haben können. Es ist die pure Sprache, die hier einen riesigen Stein ins Rollen bringt! . Die Geschichte des 2. Weltkrieges wird mich immer traurig stimmen. Was mich aber auch sehr betrübt ist, dass dieses Büchlein trotz des konkreten Themas zeitlos ist und weitestgehend allgemeingültig erscheint. .  Jeder sollte es lesen! Es ist zudem die ideale Schullektüre. Die Kinder würden nicht Jahr für Jahr mit hunderten von Seiten Buch gequält, die meist ohnehin nicht wirklich den Kern des Ganzen treffen. Die geringe Seitenzahl dieses Buches ist auch für den größten Lesemuffel machbar, und worum es geht, für jeden zu verstehen. . Das sehr starke Nachwort von Elke Heidenreich spricht mir aus der Seele. . Zum Buch: „Adressat unbekannt“ von Katherine Kressmann Tayler ist im August 2012 unter der ISBN-Nr 978-3-455-81061-5 im Verlag Hoffmann und Campe erschienen. . Das “Meisterwerk einer aufs Äußerste verknappten Erzählkunst” (FAZ) erscheint als Neuausgabe zum 75. Jubiläum seiner Erstveröffentlichung. Adressat unbekannt, der große literarische Erfolg von Kathrine Kressmann Taylor, die als Schriftstellerin nur mit ihren beiden Nachnamen an die Öffentlichkeit trat, ist ein Roman von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme, schildert er die tragische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache. “Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen”, schreibt Elke Heidenreich in ihrem Nachwort. “Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zu viel, keines fehlt … Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben. Adressat unbekannt sollte Schullektüre werden.” “Man darf über diese eindrucksvolle Geschichte nicht sprechen – zumindest nicht mit jenen, die sie noch nicht gelesen haben. Dieses kleine Buch ist ein großes Erlebnis.” – Deutsche Welle “Eine Sensation, perfekt und unvergesslich.” Elke Heidenreich *+* Zur Originalrezension auf meinem Blog geht es hier entlang:  https://irveliest.wordpress.com/2014/12/16/4025/ *+*

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    • 2
    heidi_59

    heidi_59

    02. February 2015 um 22:45
  • Adressat unbekannt

    Adressat unbekannt
    FabAusten

    FabAusten

    Beeindruckend. Die engen Freunde Max Eisenstein und Martin Schulse besitzen in San Francisco gemeinsam eine Kunstgalerie. Max ist amerikanischer Jude, Martin ein deutscher Emigrant. Ende 1932 entschließt sich dieser, nach München zurückzukehren. Nichtsdestotrotz versprechen sie sich, Freunde und Geschäftspartner zu bleiben und stehen künftig über Geschäftliches und Privates in brieflichem Kontakt. Während Max an der Freundschaft festhält, muss er beobachten, wie der Freund sich verändert. Martin beginnt eine politische Karriere im Dritten Reich. Seine sich wandelnde Gesinnung schlägt sich auch in seinen Briefen zunehmend Bahn. Dabei wird die Gedanken manipulierende Kraft der braunen Ideologie ebenso offensichtlich wie ihre Idiotie. Nach einer Weile erklärt Martin seinem Freund: „Dem einzelnen Juden bin ich nie mit Hass begegnet.“ Hier unterscheidet er noch zwischen „dem Judentum“, das er als Bedrohung sieht und seinem Freund Max. Doch später schließt er Max in diese Gruppe ein, sieht deren Verfolgung als notwendiges Übel an, um Deutschland „neu“ zu erschaffen. Schließlich fordert er seinen langjährigen Gefährten auf, mit dem Schreiben aufzuhören und jeglichen Kontakt abzubrechen. (Ironischerweise mahnt er aber an, die Zahlungen an ihn als Teilhaber der Kunstgalerie fortzusetzen. Wer also ist hier geldgierig?) Doch Max muss sich noch einmal an ihn wenden, denn er wähnt seine Schwester, die als Schauspielerin nach Berlin gegangen ist, in Gefahr. Er appelliert an ihre Freundschaft, hofft, dass der ehemalige Freund mit politischem Amt, seine Schwester retten kann. Als sich diese Hoffnung als trügerisch erweist, übt Max Rache. Was für ein Buch. Ein Briefwechsel, schlicht in Sprache und Ausführung, aber von solcher Tiefe, wie man sie gar nicht erfassen kann. Genauso wie Max möchte der Leser an die Freundschaft glauben und erlebt dann ungläubig Martins Wandlung. Wie kann man sich einer Ideologie verschreiben, obwohl man andere Erfahrungen gemacht hat? Wie kann er die Judenverfolgung befürworten, obwohl er jahrelang eine tiefe Freundschaft zu einem von ihnen hegte? Das Schicksal der Schwester und die Kälte, die daraufhin aus Martins Worten spricht, machen traurig. Trotz allem erschreckt am Ende auch Max’ Rache. Obwohl sein Handeln sehr verständlich ist, ist es gleichzeitig grausam. Eindrucksvoll und bedrückend wird gezeigt, wie die nationalsozialistische Ideologie auf unterschiedlichen Ebenen wirkte, das Denken beeinflusste ,in persönliche Beziehungen eingriff und den Menschen veränderte. Unglaublich, dass der Briefroman bereits 1938 in der New Yorker Zeitschrift „Story“ veröffentlicht wurde. Das heißt, dass schon zu dieser Zeit auch den Menschen im Ausland klar war, welche Situation damals in Deutschland herrschte. Die New York Times Book Review erklärte Adressat unbekannt, zur „…stärkste[n] Anklage gegen den Nationalsozialismus, die man sich in der Literatur vorstellen kann.“ Obwohl die Novelle also schon recht viele Jahre zählt, ist sie „modern“, nicht angestaubt. Tatsächlich wurde sie Anfang der 90er Jahre noch einmal veröffentlicht und avancierte zum Bestseller. Aber auch heute verdient Taylor Kressmanns Werk so viele Leser, wie es kriegen kann.

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    • 2
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    05. April 2014 um 16:45
  • Briefe

    Adressat unbekannt
    dicketilla

    dicketilla

    02. March 2014 um 14:18

    Der Text wurde 1938 im “Story Magazin”, New York, veröffentlicht. Eine bis dahin unbekannte Autorin , war durch tatsächlich geschriebene Briefe, und nach Gesprächen mit ihrem Mann, auf die Idee zu dieser Geschichte gekommen. Innerhalb weniger Wochen war diese Ausgabe vergriffen, und mit viel Aufmerksam bedacht. 1992 sah man sich bei “ Story” veranlasst , durch zunehmende Fremdenfeindlichkeit auf der Welt, diese Geschichte erneut zu veröffentlichen. Es ist die Geschichte zweier Freunde, Martin und Max, die gemeinsam in San Francisco eine Galerie betrieben. Martin geht mit seiner Frau und den Kindern 1932 zurück nach Deutschland, nach München, und eröffnet dort eine eigene Galerie. Er schildert in Briefen die politischen Veränderungen in Deutschland. Max, Jude, antwortet mit Besorgnis, und sorgt sich um seine kleine Schwester, die in Wien am Theater ein Gastspiel gibt, und bittet Martin ihr zur Seite zu stehen, falls sie in Bedrängnis gerät. Martin der doch einst in Liebe zu ihr entbrannte. Doch die Briefe von Martin zeigen immer mehr seine volksdeutsche Gesinnung und seine Zustimmung zum Umgang mit den Juden. Bis er Max bittet ihm nicht mehr zu schreiben und energisch seine Freundschaft kündigt. Doch Max findet einen Weg, und schlägt zurück, kein ein in sein Leid fügender Jude zu sein. Er bestraft Martin, der die Mitschuld am Tod seiner Schwester trägt. Und die Worte, in seinen unerwünschten Briefen ,die eine solche Macht in sich tragen, eine Waffe , die auch ohne Munition sein Ziel nicht verfehlt. “Adressat unbekannt” ist eine fiktive Geschichte, die in Briefen geschrieben ist. Briefe anfänglich voller Achtung, Freundschaft, ja auch Liebe geschrieben. Und wie ein Geschwür, verändern sich diese von Martin, ein Geschwür, vom Freund erst als Schutz, dann aber dennoch als unmissverständliche Bedrohung erkannt. Wie kann sich eine Gesinnung so schnell ändern, eine jahrelange Freundschaft durch einen Emporkömmling , nicht nur zwei Freunde, sondern ein ganzes Volk entzweien. Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Elke Heidenreich, die den Sinn und die Abscheulichkeit nicht treffender analysieren könnte. Zum Ende schreibt sie : “ Ich träume von einer morgendlichen vollen U-Bahn in Berlin, in der Hunderte von Menschen Kressmann Taylor lesen, aufstehen und sich mit Blicken gegenseitig versichern : nie wieder. Ja das ist sentimental. Aber ich vertraue auf die Kraft von Büchern. “ Ein Taschenbuch, gerade mal 62 Seiten , aber mit einer Aussagekraft, dem manch anderem Buch fehlt. Unbedingt lesen !

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  • Gänsehaut...

    Adressat unbekannt
    parden

    parden

    02. September 2013 um 09:30

    GÄNSEHAUT... "Adressat unbekannt", erstmals 1938 im New Yorker Story Magazine veröffentlicht, ist ein literarisches Meisterwerk von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtergreifung, zeichnet dieser kurze Roman in bewegender Schlichtheit die dramatische Entwicklung einer Freundschaft. "Geh nicht so fügsam in die dunkle Nacht..." (Dylan Thomas) Martin Schulse beschließt im Jahre 1932, mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren. Max Eisenstein, sein jüdischer Freund und Geschäftspartner, bleibt in den USA und führt dort ihre gemeinsame Kunstgalerie weiter. Der Abschied fällt beiden schwer, und die ersten Briefe der Freundschaft nach ihrer Trennung könnten inniger nicht sein. Doch die politischen Veränderungen in Deutschland hinterlassen ihre Spuren. Jeder folgende Brief verändert die Nuancen des Verhältnisses der beiden Freunde - in den USA der eine, der verzweifelt fragt, bittet, mahnt, in Deutschland der andere, der immer kühler zurückweist - bis Martin sich schließlich jeden weiteren Briefwechsel verbittet. Doch als ein persönliches Ereignis dem Drama einen Höhepunkt versetzt und Max schier verzweifeln lässt, schlägt dieser zurück, etwas, was man nicht erwartet hätte. Subtil, perfide, gewaltlos - nur mit der Macht der Worte. Bis der letzte Brief an Martin schließlich zurückkommt: "Adressat unbekannt". So kurz dieses Büchlein auch sein mag, die 19 Briefe ziehen den Leser in ihren Bann. Gerade die anfängliche Gewöhnlichkeit des Briefwechsels und die stilistische Raffung des Zeitgeschehens macht die Dynamik des Buches aus. Und obwohl der Text selbst nur 44 Seiten beansprucht, schafft es die Autorin, einen Spannungsbogen aufzubauen, der den Leser veranlasst, von Brief zu Brief immer gespannter weiterzulesen. Mir persönlich hat der Briefwechsel einige Male eine Gänsehaut beschert. Durch die Gerafftheit der Darstellung kann vieles nur angedeutet und angerissen werden, das Geschehen spricht jedoch in seiner Dramatik für sich. "Adressat unbekannt" wurde erstmals 1938 in der New Yorker Zeitschrift "Story" veröffenticht und erregte sogleich ungeheures Aufsehen. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt hat der fiktive Briefwechsel das zersetzende Gift des Nationalsozialismus erzählerisch dargestellt. Die gesamte Auflage dieser Ausgabe war innerhalb von zehn Tagen ausverkauft. 1939 erschien der Briefwechel erstmals als Buch und verkaufte sich 50000 mal - eine unglaublich hohe Zahl in diesen Jahren. 1992 druckte "Story" die Geschichte noch einmal ab - angesichts der grassierenden Fremdenfeindlichkeit in vielen Ländern der Welt war die Bedeutung des Buches von neuem augenfällig. Kathrine Kressmann Taylor verfasste "Adressat unbekannt" auf der Basis einiger tatsächlich geschriebener Briefe, auf die sie gestoßen ist. Doch erst im Gespräch mit ihrem Mann hat die Geschichte ihre endgültige Form gefunden. Elke Heidenreich schreibt in ihrem Nachwort (und es ist gut, dass der Verlag dies nicht länger als Vorwort voransetzt, denn es würde in der Tat viel zu viel vorwegnehmen): "Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben. "Adressat unbekannt" sollte Schulllektüre werden, Pflichtlektüre für Studenten, es sollte in den Zeitungen abgedruckt und in den Cafés diskutiert werden. (...) Ich träume von einer morgendlichen vollen U-Bahn in Berlin, in der Hunderte von Menschen Kressmann Taylor lesen, aufsehen und sich mit Blicken gegenseitig versichern: nie wieder. Ja, das ist sentimental. Aber ich vertraue auf die Kraft von Büchern..." Die Botschaft des Buches ist zeitlos und deutlich und hat deshalb einen Platz in jedem Bücherregal verdient! Absolut empfehlenswert! © Parden

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Die Geister der Vergangenheit

    Adressat unbekannt
    thelexxx

    thelexxx

    04. June 2013 um 13:10

    Die beiden Freunde Max Eisenstein und Martin Schulse führten bis vor Kurzem eine gut laufende Kunstgalerie in San Francisco, doch Schulse hat sich dazu entschlossen, wieder nach Deutschland, in sein Heimatland, überzusiedeln: Er und seine Familie ziehen nach München. Doch man verliert natürlich nicht den Kontakt; es gilt Geschäfte und eine Freundschaft am Leben zu halten in einer immer kleiner werdenden Welt. Es ist das Jahr 1932 und langsam beginnt sich auch das politische Machtvakuum in Deutschland, auf verhängnisvolle Weise zu füllen: Eine grausame Zukunft wirft ihre Schatten voraus. Und mit der Machtergreifung Hitlers und dem beginnenden Siegeszug des Nationalsozialismus wird auch die Freundschaft zwischen Schulse und dem Juden Eisenstein auf eine harte Probe gestellt. Komprimiert, eindringlich und bedrückend schildert die Amerikanerin Kressmann Taylor in "Adressat unbekannt" die Ereignisse der Jahre 1932-1934; das trügerische Erwachen eines verhängnisvollen und übermächtigen Nationalbewusstseins in vielen Deutschen und die Zuspitzung des Antisemitismus. Wie ein Gift dringen die neuen Gedanken in die exemplarische Freundschaft zwischen Schulse und Eisenstein und lassen nichts, wie es war. In kürzester Zeit konnte aus einem wachen, liberalen, ja fast kosmopolitischen Geist, ein engstirniger und glühender Verfechter der neuen Ideologie werden, kompromisslos und kalt. Schulses und Eisensteins Freundschaft ist auch deshalb so exemplarisch, weil sie auf so eindrucksvolle Weise nicht nur die Entfremdung zweier Menschen, zweier Freunde, zweier Weltanschauungen voneinander beschreibt, sondern gleichsam Nazideutschlands Entfremdung von der Welt. Erstmals 1938 in den USA veröffentlicht, legt "Adressat unbekannt" jedoch auch Zeugnis darüber ab, dass es auch für die Menschen außerhalb Deutschlands stets möglich gewesen sein musste, die beängstigenden Ereignisse, und die Übergriffe auf die Juden im ehemaligen Land der Dichter und Denker zu bemerken. "Adressat unbekannt" ist ein fantastischer und atemraubender Kurzroman; prägnant, spannend und auf den Punkt, etwas, das jeder einmal gelesen haben sollte, ob jung oder alt, denn die Schrecken der Vergangenheit im Blick zu behalten, ist wohl tatsächlich der beste Weg, den Schrecken der Zukunft entgegenzuwirken. --- auch zu lesen auf: buchpiraten.blogspot.de

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  • Pflichtlektüre ...

    Adressat unbekannt
    nw0783

    nw0783

    24. March 2013 um 15:51

    Brilliant ! Sollte Pflichtlektüre in den Schulen sein ! Ich habs in einem Rutsch gelesen und war begeistert !

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