Kris van Steenberge

 4.2 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Verlangen.

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Verlangen

Verlangen

 (6)
Erschienen am 27.08.2016

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Rezension zu "Verlangen" von Kris van Steenberge

Berührend
melsunvor einem Jahr

Elisabeth kommt aus einer einfachen Arbeiterfamilie, doch sie möchte mehr. Sie heiratet den jungen Arzt Guillaume und wird schwanger. Nachdem das erste Kind geboren ist, kommt überraschenderweise noch ein zweites nach. Doch dieses Kind ist besonders, es hat einen deformierten Kopf, den Guillaume durch verschiedene Methoden zu richten versucht, leider erfolglos. Er kann diesen Makel an seinem Zweitgeborenen (und seinen Genen) nicht akzeptieren und so bleibt er für den Rest seines Lebens einfach "Namenlos". Der Erstgeborene, Valentijn, wird von jedem geliebt, er ist niedlich und wohlerzogen. Aber leider, so stellt sich im Laufe des Romans heraus, ist er geistig nicht so leistungsfähig wie sein Bruder. Von da ab hilft Namenlos seinem Bruder, um durch die Schule zu kommen und den Ansprüchen des strengen Vaters zu genügen. Er selber genießt die Zeit mit Valentijn, hat er doch sonst niemanden, im ganzen Dorf wird er gemieden wie ein Aussätziger. Einzig seine Mutter hält sonst noch zu ihm, kümmert sich um seine Schmerzen, verbringt Zeit mit ihm, liebt ihn. Der Vater behandelt ihn wie Luft. Dann wird Elisabeth umgebracht und das Leben von Namenlos verändert sich. Er geht in ein Kloster, wo er freundlich aufgenommen wird. Mehr möchte ich hier nicht verraten. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, Elisabeth, Guillaume, Valentijn und Namenlos, immer wieder mit Rückblenden in die Vergangenheit der Personen. So fügen sich die Charaktere Stück für Stück zusammen und man beginnnt ihre Handlungsweisen besser zu verstehen, teilweise Mitleid zu empfinden. Der Schreibstil ist flüssig, keine Längen, die schönen Landschaftsbeschreibungen und die gute Ausarbeitung und Weiterentwicklung der Charaktere lassen Bilder vor den Augen entstehen. Ich empfinde dieses Werk als sehr gelungen.

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schnaeppchenjaegerins avatar

Rezension zu "Verlangen" von Kris van Steenberge

Tragische Geschichte einer Familie Anfang des 20. Jahrhunderts - aus allen vier Perspektiven erzählt
schnaeppchenjaegerinvor einem Jahr

Der Roman spielt Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Dorf im belgischen Flandern. Es ist in vier Abschnitte untergliedert, die die Geschichte der Familie Duponselle aus vier Perspektiven erzählen. 
Beginnend mit Elisabeth, die als Tochter des Dorfschmieds aus einfachen Verhältnissen stammt wird man in das belgische Dorf vor Beginn des Ersten Weltkriegs versetzt. Elisabeth hat Kontakt zu Herrn Funk, einem Deutschen, der in dem Dorf als wunderlich wahrgenommen wird und von den Dorfbewohnern gemieden wird. Elisabeth schwärmt ein wenig für den älteren Mann, von dem sie heimlich Bücher zu Lesen erhält. Sie heiratet jedoch den angesehenen Dorfarzt Guillaume Duponselle, von dem sie Zwillinge bekommt. Während einer der Jungen, Valentin, aufgeweckt und hübsch ist und schon als Baby jeden einzelnen im Dorf mit seinem andauernden Lächeln für sich gewinnen kann, kommt sein Bruder mit einem entstellten Gesicht zur Welt. Vom Vater abgelehnt und ignoriert, erhält er nicht einmal einen Namen. Er kann nicht sprechen und fast jeglicher Kontakt mit den Dorfbewohnern gemieden. Einzig seine Mutter und ihre Schwester akzeptieren Namenlos so wie er ist. Seine Tante bringt ihm sogar das Schreiben bei, da er keine Schule besuchen darf. Er ist Zeit seines Lebens ein Aussätziger bis sich der Dorfpfarrer seiner annimmt und ihm zunächst für kleine Gefälligkeiten etwas Taschengeld gibt und Latein lehrt. 
Valentin enttäuscht seinen Vater mit seinen schlechten schulischen Leistungen und wird auch nicht auf ewig der schöne Sohn bleiben. Wie auch sein Vater muss er in den Krieg ziehen und wird an der Front schwer verletzt. Elisabeth wird die Auswirkungen des Krieges und die Wiedervereinigung der Brüder nach Ende des Krieges allerdings nicht mehr miterleben. 
"Verlangen" ist ein Roman, der die Grausamkeit der Menschen schildert und ihre seelischen Abgründe aufzeigt. Da der Roman aus Sicht der vier wichtigsten Protagonisten geschildert wird, kommt es zwar zu Wiederholungen, wobei diese nicht langweilen, sondern Schlüsselszenen darstellen, die die Handlung, die aus der Perspektive von nur einem Protagonisten Fragen aufwirft, durch die mehrfache Schilderung für den Leser erst verständlich machen. 
Neben der für Elisabeth schrecklichen Ehe mit dem autoritären Arzt, hat der Roman durch die Behinderung und die daraus resultierende soziale Ächtung von Namenlos, die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die Familie und die Gesellschaft bis auf einen überraschenden Lichtblick am Ende des Romans, nichts Positives zu bieten. Es ist damit ein düsterer Roman, der den Leser mit all seiner Tragik jedoch fesselt und in Bezug auf das ungewisse Schicksal von Elisabeth für die notwendige Spannung sorgt. "Verlangen" ist kein Roman für zwischendurch, sondern verlangt dem Leser einiges ab und muss aufmerksam gelesen werden. 

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Rebecca1120s avatar

Rezension zu "Verlangen" von Kris van Steenberge

nicht so meins
Rebecca1120vor 2 Jahren

Der Autor führt den Leser in ein kleines Dorf Ende des 19. Jahrhunderts nach Flandern. Hauptakteure sind Elisabeth, ihr Ehemann der Dorfarzt Guillaume sowie deren beide Söhne Valentin und Namenlos. Bei Namenlos handelt es um einen im Gesicht stark verunstalteten Menschen. Alle 4 erzählen die Erlebnisse aus ihrer Sicht.
Den Anfang als Elisabeth ihre Empfindungen schildert fand ich noch recht interessant. Aber als die kranken Vorstellungen und Analysen im zweiten Teil dann ausgeführt wurden, konnte ich mich mit der Geschichte nicht mehr anfreunden. Zwar versucht der Autor die inneren Zwänge von Guillaume sowie sein kindliches Trauma zum Ausdruck zu bringen. Doch ich konnte damit einfach nichts anfangen. Da die Handlung aus Sicht von allen 4 Familienmitgliedern erzählt wird, kommt es beim Lesen zu vielfachen Wiederholungen. Zwar immer mit anderen Sichtweisen und Beweggründen, aber mich hat das dann doch mit der Zeit gelangweilt da Handlung und Spannung in meinen Augen auf der Strecke geblieben sind.
Insgesamt gesehen war das keine Lektüre für mich und somit möchte ich auch keine Leseempfehlung aussprechen.

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