Hoffnungsland

von Kristín Steinsdóttir 
4,0 Sterne bei5 Bewertungen
Hoffnungsland
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sursulapitschis avatar

Schöner historischer Roman zu einem originellen Thema. Man lernt einiges dazu, aber wirklich fesselnd fand ich die Geschichte leider nicht.

K

Ein authentisch, nüchtern geschriebener Roman. Der etwas eigenwillige Schreibstil hat mich erst irritiert, dann mitgerissen. Empfehlung!

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Inhaltsangabe zu "Hoffnungsland"

Sie träumen von Reykjavík und einer Anstellung in einem feinen Haus: Guðfinna und Stefanía, zwei junge Mädchen vom Lande. Doch kaum in der Stadt angekommen, holt die Realität sie ein. Sie stranden in einer einfachen Hütte und müssen sich – genau wie ihre Wohngenossinnen - als Tagelöhnerinnen durchschlagen, als Waschfrauen und Kohleträgerinnen. Bis sich eines Tages eine Chance auftut, die einfach unwiderstehlich ist …
"Hoffnungsland" ist ein Roman über das Leben in Islands kleiner Hauptstadt Ende des 19. Jahrhunderts und die Geschichte einer Handvoll starker Frauen, die trotz aller Widrigkeiten und des Kampfes mit den gesellschaftlichen und patriarchalen Machtstrukturen die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgeben und denen mitunter unverhofft List und Liebe helfen. Kristín Steinsdóttir hat für ihre Bücher viel Anerkennung erhalten, nicht zuletzt für ihren mehrfach ausgezeichneten Roman "Im Schatten des Vogels". Mit "Hoffnungsland" legt sie einen weiteren, poetisch und anschaulich geschriebenen historischen Roman vor, der auf wahren Begebenheiten beruht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406707216
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:216 Seiten
Verlag:C.H.Beck
Erscheinungsdatum:16.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    sursulapitschis avatar
    sursulapitschivor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Schöner historischer Roman zu einem originellen Thema. Man lernt einiges dazu, aber wirklich fesselnd fand ich die Geschichte leider nicht.
    Nicht so fesselnd, wie es könnte

    Eigentlich ist dieses Buch nett und spannend. Eigentlich ist es genau die Art historischer Roman, die ich gerne mag. Es geht um das Leben der kleinen Leute in Reykjavik 1871, nach einer wahren Geschichte erzählt, super. Trotzdem hat es mich irgendwie nicht richtig gepackt.

    Guðfinna und Stefanía sind das Leben als Mägde auf dem Bauernhof satt. Man rackert sich ab von morgens bis abends und hat nicht viel Zeit für Spaß am Leben. Sie ziehen in die Stadt. Wenn man eine Anstellung bekommen würde, bei vornehmer Herrschaft, dann ist man fast selbst eine feine Dame und hat sich in kürzester Zeit einen Mann mit gutem Auskommen geangelt. So ist der Plan.
    Die Wirklichkeit sieht dann ein klein wenig anders aus. Feste Stellen gibt es kaum. Guðfinna und Stefanía schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch, sind mal Wäscherin, mal Trägerin, Fische müsse bearbeitet werden am Hafen. Es ist nicht, was sie sich erträumt haben, aber sie sind ihr eigener Herr, das ist schon ein Gewinn.
    Dann bietet sich plötzlich eine Gelegenheit, zu Geld zu kommen. Ganz legal ist es nicht, aber sie wären auf einen Schlag alle Sorgen los.

    Schön wird hier der Alltag der unteren Zehntausend beschrieben. Ich wusste nicht, dass es hauptberufliche Wasserträger gab, Menschen die denen, die es sich leisten können, eimerweise Wasser von der Pumpe zum Haus schleppen. Viele spannende Details schaffen Atmosphäre und machen die Vergangenheit lebendig.
    Leider sind die Figuren dabei etwas auf der Strecke geblieben. Innensichten gibt es hier kaum. Da legt sich schon mal Guðfinna ins Bett und grübelt, während der Leser im Regen steht und denkt: Sag es mir, Guðfinna, was denkst du denn so? 


    Der Erzählstil ist schlicht, betont einfach gehalten, was mir grundsätzlich gut gefallen hat, was aber die Figuren noch einmal emotionsloser wirken lässt.
    Und dann hätte ich mir ein Nachwort gewünscht, was ein wenig über die wahre Begebenheit erzählt, die diesem Buch zu Grunde liegt. Davon erfährt man leider gar nichts.

    „Hoffnungsland“ ist ein schöner historischer Roman zu einem Thema, was man nicht so oft liest. Man lernt einiges dazu, aber wirklich fesselnd fand ich die Geschichte nicht, obwohl die eigentliche Handlung wirklich fesseln könnte. 

    Kommentare: 1
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    W
    WinfriedStanzickvor 2 Jahren
    Ohne feministische Attitüde wird hier ein Stück selbständiger Frauengeschichte geschrieben



    Es ist für mich eines der unbegreiflichsten und erstaunlichsten Phänomene an Island, wie ein doch kleines Land mit einer Einwohnerzahl von gerade einmal 320 000 Menschen immer wieder und das seit langer Zeit Schriftsteller hervorbringt von außerordentlicher Qualität und Reife. Kristin Steinsdottir, eine 1946 geborene Grund- und Gymnasiallehrerin, die seit 1988  auch als Kinderbuchautorin arbeitet (das erinnert ein wenig an die deutsche Schriftstellerin Gudrun Pausewang), hat nun mit „Hoffnungsland“ nach „Eigene Wege“ (2009) und „Im Schatten des Vogels“ (2009) einen neuen Roman vorgelegt.

    Ähnlich wie in den früheren Romanen geht es in kleinen, kurzen Kapiteln um die Geschichte einer Frau aus Island. Erzählt wird von den beiden jungen Mädchen Guthfinna und Stefania. Beide stammen vom Land und träumen von einer Anstellung in einem feinen Haus in Reykjavik. 1871 kommen sie in die Hauptstadt und müssen sich als Tagelöhnerinnen durchschlagen, als Wachfrauen und Kohleträgerinnen. Ein  hartes Leben, das Stefanie sehr bald tödlich erkranken lässt.  Doch Guthfinna gibt nicht auf und ergreift am Ende ihre Lebenschance mutig und beherzt.

    Basierend auf einer wahren Geschichte hat Kristin Steinsdottir einen historischen Roman verfasst, der einen atmosphärisch dichten Einblick gewährt in die Lebenswelt und die Gesellschaftsstruktur Islands im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Noch weit entfernt vom späteren Weg von einer Nation von Bauern und Fischern zu einer hochentwickelten modernen Gesellschaft, wie es in „Eigene Wege“ beschrieben wurde, ist das Leben der Menschen hier noch geprägt von patriarchalischen Strukturen in der Gesellschaft. Am Beispiel ihrer Protagonistin gibt sie mit einer wunderbaren poetischen Erzählweise einen Eindruck von den Hoffnungen auf ein besseres Leben.

    Es ist ein schönes Buch; so bescheiden wie eindrucksvoll seine Protagonistin daherkommt, so ist die Sprache und der Stil von Kristin Steinsdottir. Ohne feministische Attitüde wird hier bescheiden ein Stück selbständiger Frauengeschichte geschrieben, ein Beispiel, wie mit knappen Mitteln  und mit benachteiligten Lebensvoraussetzungen ein Leben doch glücken und gelingen kann. In einer Zeit, in der nichts gut genug sein kann, und in der jeder klagt darüber, was in seinem Leben fehlt, eine Wohltat, findet ein von dem Buch sehr beeindruckter Rezensent.



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    seschats avatar
    seschatvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein atmosphärisch stimmiger Roman, der den Leser ab der erste Zeile gefangen nimmt.
    Eine beeindruckend lebensechte Geschichte

    INHALT
    Die jungen Isländerinnen Guðfinna und Stefanía entfliehen der ländlichen Enge ihres Heimatdorfs und wagen in Reykjavik einen Neuanfang. Dort gibt es zwar mehr Läden und allerhand zum Amüsieren, doch auch in der isländischen Hauptstadt liegt das Geld nicht auf der Straße. Und gerade als alleinstehende Frau muss man hart arbeiten, um überleben zu können. Daher verdingen sich die Freundinnen Guðfinna und Stefanía abwechselnd als Wäscherinnen oder Kohleträgerinnen. Eines ist klar, so haben sich beide ihr neues Leben jedenfalls nicht vorgestellt.

    MEINUNG
    Kristín Steinsdóttirs Roman "Hoffnungsland" erzählt eine dicht verwobene und atmosphärisch fesselnde Geschichte. 
    Die Protagonisten Guðfinna und Stefanía führen Ende des 19. Jahrhunderts in Island ein entbehrungsreiches Leben. Gesellschaftliche und patriarchalische Machtstrukturen engen ihren persönlichen Entfaltungsfreiraum stark ein. Von einer unbeschwerten Jugend können beide nur träumen, denn auch die Flucht in die Großstadt bringt sie nicht weiter.

    Steinsdóttirs Roman fängt das damalige raue Arbeitsklima frappierend echt ein, was daran liegen mag, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert. So verwundert es den Leser nicht, dass Tristesse, Verzweiflung und Alltagsgrau ca. 2/3 des Plots beherrschen. Hierbei fühlt sich die Autorin sehr versiert in Land und Leute ein und schafft es, die trübe bis deprimierende Grundstimmung der Erzählung durch einzelne Momente des Glücks aufzubrechen. So fungieren Freundschaft und Liebe als unzerstörbare Grundfesten in Zeiten tiefsten Graus.
    Infolge fühlt man als Leser mit Guðfinna und Stefanía mit und hofft auf ein gutes Endes für beide. Denn so viel sei verraten, die Autorin hat ihrer Geschichte nicht ohne Grund den Titel "Hoffnungsland" gegeben.

    FAZIT
    Ein atmosphärisch stimmiger Roman, der den Leser ab der erste Zeile gefangen nimmt und dabei noch einen interessanten Einblick ins isländische Leben gegen Ende des 19. Jh.s gewährt. 

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    K
    Kolibri01vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein authentisch, nüchtern geschriebener Roman. Der etwas eigenwillige Schreibstil hat mich erst irritiert, dann mitgerissen. Empfehlung!
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    FrannyHivers avatar
    FrannyHivervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine interessante Geschichte, die zwar sehr neutral geschrieben ist, aber trotzdem weiterempfohlen werden kann. Mal was anderes!
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