Das Buch kam genau zum richtigen Zeitpunkt, als ich eine kleine Auszeit und Aufmunterung gebrauchen konnte. Und es passte perfekt: witzig, kurzweilig, ein bisschen chaotisch, aber auch sehr real und mit Wiedererkennungswert. Ich habe über Jools geschmunzelt, mit ihr gelacht und geweint und sie immer angefeuert, denn sie macht einen verdammt guten Job als Mutter und Familienmanagerin. Und dazu gehören nicht nur die schönen Alle-sind-happy Momente, sondern auch kleine und große Krisen, Wutanfälle und Selbstzweifel. All das wird in diesem Buch schonungslos gezeigt, und gerade deshalb wirkt es so authentisch und bodenständig. Fazit: perfekte Auszeit und längst nicht so kitschig wie das Äußere vermuten lässt.
Kristen Bailey
Lebenslauf
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Wo kann ich bitte meinen Mann zurückgeben?
Tütensuppenglück
Hat hier jemand mein Liebesleben gesehen?
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Klappentext: "Übermüdet und gestresst erledigt Jools am Montagmorgen den Großeinkauf für ihre sechsköpfige Familie. Im Einkaufswagen landen auch Fischstäbchen und Muffins. Als sie von dem bekannten Fernsehkoch Tommy McCoy wegen des fehlenden Bio-Gemüses vorgeführt und als Rabenmutter beschimpft wird, platzt ihr der Kragen. Sie lässt ihren ganzen Frust über den Alltagsstress mit vier Kindern raus: Nein, sie backt ihr Brot nicht selbst, und von Quinoa hat sie auch noch nicht gehört. Aber sie liebt ihre Kinder über alles - auch wenn sie ihr manchmal maßlos auf die Nerven gehen.
Jools ahnt nicht, dass ihre Schimpftirade als Video im Internet landet und sie dort viel Zuspruch von anderen Müttern erfährt. McCoy hingegen gönnt ihr die mediale Aufmerksamkeit nicht - und fordert sie zu einem Kochwettbewerb heraus …"
Dieser Roman steht schon ewig auf meiner "Must-Read"-Liste und jetzt endlich habe ich ihn gelesen. Der Schreibstil lässt sich auch gut und flüssig lesen, allerdings empfand ich die ganze Story extrem hektisch und ich hatte auch mit dem britischen Humor so meine Probleme. Ich wollte wirklich über einige Szenen lachen können, aber mehr als ein schmunzeln bekam ich nicht zustande.
Aber ich mochte Jools und ihre Familie sehr und fand es wirklich beeindruckend wie sie diesem berühmten Fernsehkoch Tommy McCoy ihre Meinung sagte und auch wie sie auf seine Herausforderung eingegangen ist. Sie wusste, dass sie nicht gewinnen konnte, aber sie hat sich auch nicht unterkriegen lassen und ihm die Stirn geboten. Ich denke, da Jools einfach so ist wie sie eben ist, total authentisch, kam sie beim Publikum auch gut an. Erschreckend war aber auch wie die Medien anfangs ihre Vergangenheit ausgegraben haben und sie in einem echt schlechten Licht hinstellten. Für mich ist Jools auf jeden Fall eine Powerfrau, die sich nicht unterkriegen ließ, das hat mir sehr gut gefallen.
Fazit: Ein Roman, der mir gefallen hat und ich hatte gehofft mal richtig laut lachen zu können. Dazu hat es leider nicht gereicht, lediglich zum Schmunzeln hat er mich gebracht. Die Story ist aber schon echt gut gewesen, nur bei mir kam der Schreibstil hektisch rüber und leider kam ich mit dem britischen Humor nicht so ganz klar, vermutlich verstehe ich diese Art von Humor einfach nicht. Trotzdem ein Roman, der mich gut unterhalten hat.
Wie sehr mochte ich ihren vorigen Roman „Wo kann ich bitte meinen Mann zurückgeben?“, eine warme Geschichte mit genau der richtigen Mischung von Gefühl und Humor. Letzteren gab es auch in diesem neuen Buch reichlich, allerdings war er mir zu derb, zu einseitig und zu platt.
Die dreifache Mutter Meg öffnet eines Morgens ein an ihren Mann Danny adressiertes Paket und findet darin einen Dildo. Daraufhin geht ihre Fantasie mit ihr durch, sie malt sich die unmöglichsten Gründe aus, warum er sich ein solches Produkt bestellt. Diese Frage überschattet in den nächsten Tagen ihr ganzes Denken, auch während sie in der kleinen Zeitungsredaktion in ihrer Kleinstadt arbeitet.
Meg – und das wiederum hat mir ungemein gut gefallen – ist die Schwester der Protagonistin aus „Wo kann ich bitte meinen Mann zurückgeben?“, so dass man manche Hintergrundgeschichte über die Familie, die aus fünf Schwestern besteht, schon kennt. In Rückblicken erfahren wir, wie Meg Danny kennenlernte und was in den ersten Jahren ihrer Ehe geschah.
Schließlich findet sie heraus, warum er den Dildo, und nicht nur den, gekauft hat. Daraufhin laufen die Dinge völlig aus dem Ruder. Danny ist – Achtung Spoiler – nämlich Hobbyzeichner und zeichnet weibliche und männliche Geschlechtsteile, Geschlechtsakte und vieles mehr in diesem Zusammenhang. Dafür benötigt er den Dildo und all die anderen ähnlichen Gerätschaften, die er in seiner Firma vor Meg versteckt hat.
Nun wird es völlig absurd, denn die Followerzahlen seiner Social Media Kanäle, auf welchen Danny seine Zeichnungen veröffentlicht, gehen durch die Decke, was zur Folge hat, dass die örtliche Zeitung, bei der wie gesagt Meg arbeitet, unbedingt herausfinden will, wer sich hinter dem Pseudonym des Zeichners verbirgt. Weil aber Meg inzwischen Dannys Hobby unterstützt, ja sogar als sein Model agiert, möchte sie genau das verhindern.
Mir wurde all das irgendwann schlicht zu viel. Ständig wurde über Geschlechtsverkehr gesprochen oder er wurde durchgeführt, als wären alle plötzlich von diesem Thema besessen. Die seichten Witze, die platten Sprüche in diesem Zusammenhang wiederholten sich irgendwann, die Handlung fehlte schließlich fast völlig. Stattdessen reihen sich die Peinlichkeiten, in welche Meg gerät, aneinander, die aber so unrealistisch, so mühsam konstruiert sind, dass man darüber leider nicht lachen kann.
Und schließlich passt der Titel, der ausnahmsweise mal wörtlich aus dem Englischen übersetzt ist, ganz und gar nicht. Denn gerade das Liebesleben von Meg funktioniert nämlich einwandfrei und das auf jeder zweiten oder dritten Seite.
Sorry, aber dieser Roman war nicht nach meinem Geschmack.
Kristen Bailey - Hat hier jemand mein Liebesleben gesehen?
aus dem Englischen von Antonia Zauner
Lübbe, Juli 2023
Taschenbuch, 399 Seiten, 13,00 €
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