Die Zeit der Winzerin

von Kristen Harnisch 
4,0 Sterne bei4 Bewertungen
Die Zeit der Winzerin
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Tolle Geschichte, zu weit gespannter Bogen, manchmal zu kurzatmig. Trotzdem lesenswert

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bewegende Fortsetzung der Winzerin um das 19.Jahrhundert mit historischen Ereignissen vermischt!

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Inhaltsangabe zu "Die Zeit der Winzerin"

Nach dem Bestseller »Die Tochter des Winzers« folgt der zweite Roman um die unerschrockene junge Winzerin Sara Lemieux, Mut in schwierigen Zeiten und erlesene Weine.

Kalifornien, 1897: Die französische Winzerin Sara hat in Philippe Lemieux einen Mann gefunden, mit dem sie die Leidenschaft für guten Wein teilt. Die beiden haben große Pläne für ihr Weingut in Eagle's Run. Doch an der Schwelle zum 20. Jahrhundert kommen Herausforderungen auf sie zu, die wenige Jahre zuvor noch unvorstellbar waren. Und während sich das Paar auf der Weltausstellung 1906 im Paris der Belle Époque inspirieren lässt, ahnt es noch nicht, dass sich ihr Leben in Kalifornien drastisch verändern wird. Denn als ein Geheimnis aus der Vergangenheit Sara und Philippe einholt und ein tragisches Familienschicksal über sie hereinbricht, geht es plötzlich um viel mehr als um Rebsorten und die nächste Ernte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9782919800339
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:444 Seiten
Verlag:Tinte & Feder
Erscheinungsdatum:17.04.2018

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    Dreamworxvor 4 Monaten
    Fesselnde Fortsetzung

    1897 Kalifornien. Nachdem die französische Winzerin Sara in Philippe Lemieux nicht nur die Liebe ihres Lebens gefunden hat, sondern auch jemanden, der ihre Passion für Wein, den verschiedenen Rebsorten und deren Anbau teilt, machen sich die beiden daran, das gemeinsame Weingut auf solide Beine zu stellen. Dafür reisen sie sogar von Amerika nach Frankreich. Doch kaum zurück in Kalifornien, ereilt sie ein schlimmes Schicksal innerhalb der Familie, die alles in den Schatten stellt und ihre Liebe sowie ihre Existenz auf eine harte Probe stellt…

    Kristen Harnisch hat mit ihrem Buch „Die Zeit der Winzerin“ den Nachfolgeband zu ihrem historischen Roman „Die Tochter des Winzers“ vorgelegt, der ebenso spannend und mit viel Dramatik zu fesseln weiß. Der Schreibstil ist schön flüssig, gefühlvoll und bildgewaltig. Der Leser wird von Beginn an in ein anderes Jahrhundert katapultiert und darf als unsichtbarer Beobachter am Leben von Sara und Philippe in den kalifornischen Weinbergen teilhaben sowie sie auf Reisen begleiten. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die dem Leser einen Rundumblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der einzelnen Protagonisten gestatten und die Personen so noch lebendiger erscheinen lassen, da man mit ihnen fühlen und leiden kann. Die Landschaftsbeschreibungen des damaligen Kaliforniens sind sehr farbenfroh, lassen sie doch eine schöne gedankliche Reise zu. Auch die Reise zur Weltausstellung nach Paris ist aufregend geschildert und vermittelt einen guten Eindruck, was es dort alles zu sehen gab. Die Autorin hat sich in Bezug auf die historischen Fakten sehr gut informiert und lässt neben dem Weinanbau und dessen Pflege und Verarbeitung auch Themen wie die Suffragettenbewegung, die Prohibition, die damaligen medizinischen Techniken und das große Erdbeben von San Francisco in ihre Geschichte miteinfließen.

    Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken mit ihren Ecken und Kanten sehr real und authentisch. Sara ist eine hat sich zu einer durchsetzungsstarken und resoluten Frau entwickelt, die genau weiß, was sie will und dies auch fordert. Sie arbeitet hart und ist aber auch sehr stur, wenn es um Dinge geht, von denen sie überzeugt ist. Sara ist zu einer verantwortungsvollen Frau herangereift, die genau weiß, welch einen schwierigen Weg sie gehen musste. Philipp ist einige Jahre älter als Sara und muss so manches Mal seine eigenen Wünsche und Vorstellungen hinten anstellen, da er sich gegen Sara nicht wirklich behaupten kann. Er ist ein eher ruhiger Zeitgenosse, der einen guten Ausgleich zu seiner Frau schafft. Gleichwohl ist auch er in der Lage, Saras Sturheit mit Vernunft beizukommen. Die weiteren Protagonisten können ebenfalls mit ihren eigenen Geschichten überzeugen und der Handlung weitere Spannungsmomente bescheren.

    „Die Zeit der Winzerin“ ist ein sehr fesselnder und gleichzeitig gefühlvoller historischer Roman, der sowohl Liebe, Tragik sowie Dramatik in sich vereint. Gute Unterhaltung, die eine Leseempfehlung auf jeden Fall verdient.

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    RKMs avatar
    RKMvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Tolle Geschichte, zu weit gespannter Bogen, manchmal zu kurzatmig. Trotzdem lesenswert
    vor großer Kulisse

    Eine dramatische Familiensaga vor großer historischer Kulisse. Sehr berührend und mitreißend geschrieben. Die Geschichte hat so viele Höhepunkte, dass es schon fast schade ist, alle in ein einziges Buch zu packen. Durch die dichte Erzählung leidet oft das Detail. Viele Begebenheiten werden nur kurz abgehandelt und nicht auserzählt, bevor der Plot schon an einen anderen Ort, in eine andere Zeit oder einen anderen Handlungsstrang springt. Sehr schade, denn vieles bleibt dadurch ungesagt.

    Die persönliche Tragödie Saras und Maries, die zur Auswanderung in die Neue Welt führt, Saras Kampf um ihre Selbstverwirklichung als Winzerin, untermalt mit der Frauenrechtsbewegung der Jahrhundertwende, Maries Kampf um Ausbildung und Anerkennung als Ärztin, die ersten Operationen am offenen Herzen, der amerikanische Einfluss und Umbruch der Weinbautraditionen vor dem Hintergrund der Reblausplage, Partnerschaftskonflikte im Lichte der Gleichberechtigung, Kinderschicksale in einer phantastischen Patchwork-Familie, das große Erdbeben 1906 und das heraufziehende Unheil des 1. Weltkriegs, damit ließe sich problemlos eine ganze Bibliothek füllen.

    Trotzdem, eine phantastische Geschichte. 

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    littlecalimerovor 5 Monaten
    Kurzmeinung: bewegende Fortsetzung der Winzerin um das 19.Jahrhundert mit historischen Ereignissen vermischt!
    Tolle Fortsetzung der Winzerin mit etlichen historischen Ereignissen

    Die Autorin hat es wieder mal geschafft, den Leser auf eine spannende, interessante Reise nach Frankreich und auf das Eagle´s Run Weingut in Kalifornien zu entführen, die historisch interessant gestaltet wurde, sowohl durch die Modewelt, die Suffragettenbewegung, das Erdbeben 1906 in San Francisco und vieles mehr. All das zusammen mit der teilweise amüsanten, aber oft auch bewegenden emotionalen Geschichte um Sarah und Philippe, die mit vielen Schicksalsschlägen konfrontiert werden, um ihre Existenz bangen müssen, viel Leid und Kummer ertragen müssen, aber auch um ihre Liebe kämpfen müssen, machen dieses Buch lesenswert. 
    Einige Charaktere aus dem 1. Teil treten hier auch wieder auf, haben ihre ganz persönliche eigene kleine Geschichte, die aber die Geschichte der Winzerin angenehm und spannend abrunden. 

    Mir hat noch ein wenig der Spannungsfaktor wie beim ersten Teil gefehlt, Sarah ist oft sehr spontan, resolut und impulsiv, was Philippe sehr zu schaffen macht und teilweise etwas übertrieben wirkt. Manchmal sind die Zeitsprünge etwas abrupt. 
    Mir gefällt die Schreibweise der Autorin gerade mit den geschichtlichen Details, denn sie versteht es, die Gefühle im Buch direkt zum Leser zu transportieren und Charaktere und Begebenheiten sehr realistisch und lebendig wirken zu lassen. 
    Ich danke NetGalley und dem Verlag für die Möglichkeit, das Buch vorab lesen und rezensieren zu dürfen. 

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    J
    Julia_Kathrin_Matosvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Einblicke in die Zeit um 1900 - unterhaltsam, realistisch, atmosphärisch
    Einblicke in die Zeit um 1900 - unterhaltsam, realistisch, atmosphärisch

    Ich habe Band 1 nicht gelesen, konnte mir aber die Verwandtschaftsverhältnisse und die Vorgeschichte zu den Familien und ihren Weingütern durch aufmerksames Lesen aneignen. Spätestens ab der Hälfte habe ich keine Informationsdefizite mehr gespürt.

    In der Handlung werden Schicksalsschläge und Missstände aufgegriffen, die heute noch in dieser oder ähnlicher Form auftreten können. Als Leser teilt man Momente der Verletzlichkeit und des Zweifels, welche alle vier Figuren, in deren Perspektive man schlüpft, nahbar und sympathisch machen.
    In Bezug auf Spannung und Emotionen hat mich Linnette am meisten erreicht.

    Stilistisch ist gut erkennbar, wo ein Perspektivwechsel stattfindet. Kapitelüberschriften mit Monats- und Jahresangabe und teilweise Ortsangabe unterstützen dabei, den Überblick zu behalten.

    Die Begleitung von Sara und Philippe macht erwartungsgemäß den Mammutanteil aus. Die Liebesbeziehung wird nach meiner Einschätzung realistisch geschildert: Das sexuelle Knistern wird deutlich, ohne explizit zu werden, es gibt ein kleines bisschen Romantik, wird dabei nie kitschig. Ansonsten ist folgendes Zitat Programm: „Ich bin in erster Linie eine Winzerin – Ehefrau und Mutter an zweiter Stelle.“ Der neun Jahre ältere Philippe muss seinen Mann stehen und hat es insbesondere für die damalige Zeit mit einer sehr resoluten Frau zu tun. Dementsprechend nehmen unterschiedliche Meinungen und Wertvorstellungen und daraus resultierende Reibungspunkte in der Interaktion viel Raum ein. Einerseits habe ich die Dramatik, den „Pfeffer“ gemocht, umso mehr weil sich Hintergründe veränderten. Andererseits zeigt sich Sara so stur, dass ich mich mit ihr einfach nicht identifizieren konnte.
    *Spoiler-Anfang* Ich habe es den Hauptfiguren z. B. übel genommen, dass die Operation des Kindes auf ihrer Prioritätenliste so weit unten fungierte. Immerhin ist es nicht nur ein optischer Makel, der zu Ausgrenzung durch intolerante Menschen führt, sondern macht obendrein krankheitsanfällig und ist ein Hemmnis beim Essen und bei der Sprachentwicklung. Liebe und Sorge werden benannt, eine ärztliche Untersuchung oder das Sparen für eine Operation erhalten aber jahrelang keine Erwähnung. *Spoiler-Ende*

    Die zigfachen familiären Verstrickungen und zufälligen Begegnungen könnten Kritiker als konstruiert bezeichnen, während Fans von Schicksalhaftigkeit sprechen. Mich hat‘s jedenfalls nicht gestört.
    Die Nebenfiguren sind interessant. Das Schwarz-Weiß-Schema wird nicht überstrapaziert, denn einige konnten mich in ihrer Entwicklung überraschen.

    Die Beschreibungen versprühen Atmosphäre. Ich konnte mir die Landschaften gut vorstellen und habe auch Saras Passion zu ihren Weinreben, Weinanbau, -produktion und -verkauf als authentisch wahrgenommen. Es wird deutlich, dass die Autorin Expertenrat hinzugezogen hat und mit Leidenschaft schreibt.
    Wer sich für Wein überhaupt nicht interessiert, könnte von solchen Passagen genervt sein, zu dieser Gruppe zähle ich aber nicht. Die Sorge um Ertrag und Absatzmarkt war auch sehr interessant und es finden sich stets Parallelen zur heutigen Zeit.

    Erfreulicherweise habe ich viel zur Lebenswirklichkeit und dominierenden gesellschaftlichen Strömungen (z. B. Frauenbewegung, Prohibitionsbewegung) um 1900 wahrgenommen und im Gedächtnis abgespeichert. Toll auch, ein paar Einblicke in den damaligen Stand der Chirurgie zu bekommen. Der Erkenntnisgewinn gestaltet sich nicht so tiefgreifend wie z. B. in „Sturz der Titanen (Jahrhundert-Trilogie, Band 1)“, aber diesen Anspruch hatte ich auch nicht.

    Das Ende ist nochmal dramatisch, schlägt einen schönen Bogen zu den Anfängen und schließt die Dilogie würdig ab.
    Lob und Dank dafür, dass im Anhang auf im Roman vorkommende historische Persönlichkeiten und geschichtliche Ereignisse eingegangen wird und weiterführende Fachliteratur angeführt wird.

    Die Übersetzung hat mir sprachlich gefallen und weist nur ganz wenige Fehler auf.

    Das Werk wirkt realistisch, hat mich gut unterhalten und obendrein einen kleinen Lerneffekt erzielt. 4 von 5 Sternen, weil mich ganz persönlich andere Bücher mit Innovativem noch mehr fasziniert, mit ihren Figuren noch mehr berührt, mit Wendungen noch mehr überrascht, belustigt oder in Spannung versetzt haben.

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